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In dieser Zwischenfolge von nordlitt unterhalten sich die Macherinnen über die Entstehungsgeschichte des Podcasts, spinnen Ideen zu seinem Einsatz in Lehrveranstaltungen und denken über Veränderungsprozesse in der Literaturwissenschaft sowie über die Freude an der Literaturgeschichte nach. Außerdem ermutigen sie zum selbständigen Formulieren von Themen und Interessen, rufen zum wilden Lesen auf, beantworten Fragen von Studierenden zum Beispiel zu Lektüretipps und empfehlen ein paradoxes Rezept gegen „Schwedenweh“.
nordlitt hat Frederike Felcht, Universität Frankfurt, zu Gast. Stefanie v. Schnurbein unterhält sich mit ihr über Hunger als literarische Triebkraft, es gibt einen Ausflug in die finnlandschwedische Literatur und wir diskutieren erneut die Übergänge zwischen Idealrealismus, Naturalismus und Modernismus. Mit Johan Ludvig Runeberg und Knut Hamsun stellen wir zwei höchst unterschiedliche Nationaldichter vor, mit Karl August Tavaststjerna einen Naturalisten, der mehr Bekanntheit verdient hat. Außerdem geht es um Pandemien und Armenfürsorge, Knut Hamsuns Roman, der keiner sein will, und vermeintlich ökologische Literatur, die auch nicht so naturfreundlich ist, wie es auf den ersten Blick erscheint.
Die Rivalität der modernen Dramatiker Henrik Ibsen und August Strindberg beschäftigen Karin Hoff, Universität Kiel, und Stefanie v. Schnurbein in der neuen Folge von nordlitt. Wir spekulieren, dass Strindberg mit seinem Faible für neue Gadgets wohl WhatsApp benutzt hätte, demontieren den Mythos vom Frauenhasser, betrachten klaustrophobische Familienstrukturen, Männerkorsetts, Spiele um Geld, Geschlecht und Macht, Pausen und Schweigen sowie die Unzuverlässigkeit der Sprache. Das alles kondensiert auf die pausenlosen 90 Minuten, die Strindberg zufolge dem Theaterpublikum zugemutet werden können.
Alle Literaturangaben, weitere Hinweise und Kommentare auf dem Experiment Geisteswissenschaft-Blog.
Joachim Schiedermair, Universität München, macht sich im Gespräch mit Stefanie v. Schnurbein Gedanken über den Zusammenhang von Modernisierungsprozessen und Geschichtskonzepten, über den Durchbruch der Moderne, Naturalismus und Nietzscheanismus in Skandinavien am Ende des 19. Jahrhunderts, stellt zwei scheiternde Historikerfiguren in Henrik Ibsens Drama Hedda Gabler vor und fragt nach der Modernität von Weihnachtsbäumen und historischen Dramen. Am Ende geht es noch um Ibsens Trumpismus und einen norwegischen Comic über Hemingway.
Das sogenannte Goldene Zeitalter der dänischen Literatur und Klaus Müller-Wille, Universität Zürich, sind diesmal zu Gast bei nordlitt. Es geht um Romantik, Biedermeier und Realismus, um literarische Idyllen und deren Zerstörung – das Ganze am Beispiel der Schneekönigin von Hans Christian Andersen, aber auch unbekannten Erzählungen dieses höchst vertrackten Autors wie Fliedermütterchen und Die Nachbarsfamilien . Am Rande erinnern wir uns an das gemeinsame Projekt „Juden in Skandinavien“.
Zum Auftakt von nordlitt sprechen Joachim Grage, Universität Freiburg, und Stefanie v. Schnurbein über Gelegenheitsdichtung, Regelpoetik, literarische Affektsteuerung, Metapherntheorie, deutschsprachige Texte in der schwedischen Literatur und die Anfänge der Queerforschung auf dem Teeküchen-Sofa des Skandinavischen Seminars der Universität Göttingen.
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