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Janke Klok, Universität Groningen, stellt den Roman Die Töchter des Amtmanns sowie Strickzeugbetrachtungen, Essays und Reisebriefe der norwegischen Autorin Camilla Collett vor. Es geht um einen schwer zugänglichen Roman, über die Unmöglichkeit romantischer Liebe und unterhaltsame Reisebriefe aus Berlin. Wir diskutieren die Möglichkeit, Literatur als Quelle der Geschichtsforschung zu nutzen, sprechen über Übersetzungen in einem Netzwerk kleinerer Sprachen und stellen sowohl Colletts literarische Experimente als auch die experimentellen Forschungsmethoden unseres Gastes vor. Außerdem freuen wir uns über ein Huhn im Bus und über die Inspiration, die bekannte Autoren wie Henrik Ibsen von Collett erhielten.
Alle Literaturangaben, weitere Hinweise und Kommentare auf dem Experiment Geisteswissenschaft-Blog.
Otto Fischer, Universität Uppsala, spricht mit nordlitt über die neue Innerlichkeit und das Einüben von Emotionen in und durch Literatur im 18. Jahrhundert. Mit Johannes Ewald stellt er einen Hippie der Aufklärung und mit Bengt Lidner einen literarischen Rockstar vor. Wir fragen nach „echten Männern“ und danach, wie das protonationalistische Interesse für die altnordische Überlieferung mit modernen Verliebtheiten zusammengeht. Außerdem geht es um Weinen und Erröten, die Bedeutung von Wohnzimmern, um die Romanisierung der Literatur und um das Weiterleben der Empfindsamkeit in Groschenromanen.
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Mit Marie-Theres Federhofer, Universität Tromsø und Humboldt-Universität zu Berlin ist diesmal eine norwegische Germanistin zu Gast bei nordlitt. Wir lernen eine gewiefte Wissenschaftsmanagerin und leidenschaftliche Sachtext-Forscherin kennen. Sie wirft mit uns einen wissenschaftsgeschichtlich geschulten Blick auf Norwegens große Naturalistin Amalie Skram und deren Hospitalsroman Professor Hieronimus. Es geht um Macht und Diagnosen, um die Bedeutung von Krankheits-Metaphern, und es werden unbekannte, vergessene Stimmen hörbar. Außerdem hören wir von Pedanten und höflich schreibenden Gentlemen und von ästhetischen Formen der Wissensproduktion.
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Clemens Räthel, noch Humboldt-Universität zu Berlin, bald Universität Bergen lässt nordlitt lachen. Wir sprechen mit ihm über Ludvig Holberg, der Komödien dichtete, anstatt wissenschaftlich zu publizieren, wie es einem Professor der Metaphysik angemessen gewesen wäre. Wir lesen den berühmten Autor einmal nicht als „nationales Kleinod“, sondern diskutieren seine Texte im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsunternehmen Theater und der Anrüchigkeit der Unterhaltungsindustrie des 18. Jahrhunderts. Es geht außerdem um ein differenziertes Bild der Aufklärung, das Verhältnis von Theatertext und Theaterpraxis, die Rolle des Publikums und das queere Potenzial von Komödien.
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nordlitt lässt Lill-Ann Körber, Universität Aarhus, über eine große Erzählerin der Moderne und ihre konträre Rezeptionsgeschichte erzählen. Es geht um Blixens afrikanische Farm, ein Filmmuseum in Nairobi, das Erbe der kolonialen Expansion in Skandinavien, um Verflechtungsgeschichten zwischen Afrika, der Karibik und Skandinavien und um writing back. Wir fragen nach dem Potenzial von Reisen und von kritischem Fabulieren als Methoden, gehen verloren in irreführenden Referenzen und machen Ausflüge in die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte bei zeitgenössischen dänischen Autoren wie Thorkild Hansen und Jakob Ejersbo.
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Überraschung! 🎉 Mit dieser Spezialfolge feiert nordlitt den 60. Geburtstag von Stefanie v. Schnurbein. Völlig unvorbereitet und anfangs hörbar verwundert trifft die Jubilarin auf Frauke Baratz (geb. Ebert) und Paul Greiner, Humboldt-Universität zu Berlin, und gerät plötzlich zum Gast im eigenen Podcast. Ausgehend von den Fragen und Glückwünschen, die ihr von Studierenden, Kollegen und anderen Wegbegleiterinnen überbracht werden, erzählt Stefanie von ihrer Lust am wissenschaftlichen Experimentieren, von Initialzündungen und Kompostiervorgängen. Außerdem ringt sie um Antworten auf so schwierige Fragen wie: Vikings oder Barad? Wein oder Selters? Wir raten zu Champagner und sagen: „Skål, grattis & tillykke!“
Antje Wischmann, Universität Wien, stellt den intellektuellen Dialog zwischen der Literaturwissenschaftlerin Toril Moi und der Autorin Vigdis Hjorth ins Zentrum ihrer Überlegungen zu einer neuen Epoche der Gegenwartsliteratur. Stefanie von Schnurbein und Alva Reifenstein sprechen mit ihr über Lesen als Praxis und Methode, über Kanonfragen, Brechts episches Theater und Wittgensteins Sprachphilosophie, verletzte Kippfiguren und Genreverschränkungen.
(00:22) Vorstellung Antje Wischmann
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Sophie Wennerscheid, Universität Kopenhagen, verfolgt in dieser Folge von nordlitt literarische Natur-Technik-Mensch-Assemblagen von der Romantik bis zur Gegenwart. Dabei spekulieren wir mit großen literarischen Namen wie H.C. Andersen, Johannes V. Jensen, Harry Martinson, Karin Boye, Olga Ravn, Jonas Eika und Johannes Anyuru. Es geht um die Frage, ob Literatur Wirklichkeit jenseits des menschlichen Erfahrungshorizonts erfahrbar machen kann. Ökokritische und posthumanistische Tendenzen kommen ebenso zur Sprache wie das Aufspringen auf Theorie-Züge, die Zeitgebundenheit von Theorien, machtkritische Erzählungen von Sexualität und Musikalität in literarischen Texten.
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nordlitt spricht mit Hanna Eglinger, Universität Erlangen, über klischeemäßige Einstiege in die Skandinavistik und Ausgangspunkte in kleinen Einheiten. Wir erkunden ein gerade entstehendes Forschungsfeld und nähern uns einem (zu) schwierigen philosophischen Buch von Michel Serres. Ein Umweg zu H.C. Andersens Blattläusen und August Strindbergs Vampiren führt uns zu Bandwürmern der Gegenwartsliteratur. Außerdem geht es um Texte und Bilder, das literarische Potenzial von Irrtümern und einen halluzinierenden Arktismaler.
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Das Erkenntnispotenzial quantitativer Herangehensweisen an Literatur beschäftigt Thomas Mohnike, Universität Strasbourg, in dieser Folge von nordlitt. Er stellt sein Konzept des Mythems als Erzähleinheit vor, wir machen uns Gedanken über die Funktion von Bildern des Nordens für vorgestellte europäische Nationen und untersuchen die Rolle der vergleichenden Philologie. Das alles wird am Beispiel von Selma Lagerlöfs Klassiker Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden erklärt. Außerdem geht es um Lagerlöfs Haltung zu Religion, Ökologie, Medialität der Literatur und ums Geschichtenerzählen als menschliche Grundeigenschaft.
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