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  • Lithium – Trauma ohne Ende?
    Von Karl-Ludolf Hübener
    Lithium-Karbonat wird in der Pilotanlage in Llipi, Bolivien abgefüllt. Foto: Karl-Ludolf Hübener
    Nach den Wahlen am 20. Oktober 2019 in Bolivien sah sich Präsident Evo Morales zum Rückzug gezwungen, als sich Militär und Polizei auf die Seite einer gewaltbereiten Opposition schlugen. Damit enden 14 Jahre Regierung des Aymara-Indigenen Evo Morales – die längste Amtszeit in der Geschichte Boliviens. In dieser Zeit wurde die extreme Armut halbiert, das Pro-Kopf-Einkommen hat sich verdreifacht.
    Gelder für die Sozialpolitik wurden auch durch eine alternative Wirtschaftspolitik frei. Damit konnte auch ein ehrgeiziges Projekt begonnen werden: Die Bodenschätze des Landes sollen künftig im Land selbst industriell verarbeitet werden. Darunter auch Lithium, ein Leichtmetall, das in der HiTec-Industrie unentbehrlich ist. Große Mengen lagern auf der andinen Hochebene. 2025 sollten die Industrieanlagen für Lithium-Batterien eingeweiht werden.
    Doch heute, nach dem Putsch, ist das innovative Vorhaben gefährdet: Lithium in Bolivien zu verarbeiten – und nicht nur als Rohstoff zu exportieren.
    Zu diesem Podcast gibt es auch einen poonal-Artikel.
    12 min
  • onda-Reinhörer: Radio Wayna Tambo
    Von Antje Vieth, Carlos Ramos
    Radio Wayna Tambo ist eines der größten freien Radiosender der unabhängigen indigenen Medien Boliviens. Dieses Jahr feiert es sein 25 Jähriges Bestehen. Wir sprechen mit Gründer Mario Rodriguez über die Entstehung des Senders und über das aktuelle Diversity Netzwerk. Mehr Information findet ihr unter: http://radiowaynatambobolivia.blogspot.com/
    7 min
  • onda-info 486
    Hallo und willkommen zum onda-info 486!
    Wir beginnen mit einer Nachricht zur schlimmen Situation in Brasilien im Umgang mit der Covid-19-Pandemie. Eine zweite Nota befasst sich mit der weiteren Militarisierung der Inneren Sicherheit in Mexiko.
    Unser erster Beitrag bringt uns wieder nach Brasilien. Die Anhängerschaft der Pfingstbewegung hat im bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas stark zugenommen. Und der Einfluss der Evangelikalen auf Gesellschaft und Politik in Brasilien wächst stetig. Tonangebend sind fundamentalistische Pfingstler. Sie leugnen nicht nur die Coronakrise, sondern vertreten ein antifeministisches und homophobes Familienbild.
    Danach gehts nach Guatemala. Das kleine Land hat nämlich seit Neuestem einen kleinen Satelliten. Schon Anfang März ist der Kleinsatellit mit dem Namen „Quetzal-1“ an Bord einer Trägerrakete vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral zur Internationalen Raumstation ISS gereist. Das Projekt ist das Ergebnis der Entwicklungshilfe im Weltall, die von Japan und den Vereinten Nationen geleistet wird.
    Eine interessante halbe Stunde wünscht euer
    onda-info-Team
    30 min
  • „Wir mussten hier immer kämpfen”
    Von Darius Ossami
    Der Landwirt und Menschenrechtsaktivist Eliceo Enciso neben den Resten seiner alten Finca. Foto: D. Ossami
    Die Gemeinde Los Kioscos liegt im ostkolumbianischen Department Meta, mitten in den Llanos Orientales: Weite Ebenen, die fast nur aus Feuchtsavannen und flachem Weideland bestehen. Meta gilt als „caliente“, als gefährliche Gegend: Seit den 1980er Jahren waren hier mal die FARC-Guerilla, mal verschiedene paramilitärische Verbände an der Macht. Der kolumbianische Staat existierte hier praktisch kaum, ab und zu schickte er die Armee. Inzwischen sind die Ebenen Ölfördergebiet. Hier lebt der Campesino und Menschenrechtsaktivist Eliceo Enciso Quevedo. Er hat mehrere Vertreibungen, Morddrohungen und Attentatsversuche hinter sich. Dies ist seine Geschichte.
    22 min
  • Kichwa-Rap aus dem Andes-Ground
    Von Linda Beyschlag, Tobias Mönch
    Die sich verschärfende Ungleichheit lateinamerikanischer Gesellschaften hat neben politischen Entscheidungen der Regierungen auch damit zu tun, wer in diesen Ländern zu Wort kommt. Im Interview mit dem ecuadorianischen Kichwa-Indigenen Sumay von der Rap-Crew Los Nin wird deutlich, dass Jugendliche aus dem Untergrund urbaner Gemeinschaften ihre Stimme sowohl gegen starre Vorstellungen indigener Identität als auch die politische Agenda der Regierung erheben.
    Hier gehts zum poonal-Artikel zum Thema
    10 min
  • Mit dem Heiligen Geist gegen Satan und Geschlechtergerechtigkeit
    Von Karl-Ludolf Hübener
    Brasiliens Präsident Bolsonaro gab sich bei seiner medienwirksamen Taufe im Jordan den zweiten Vornamen „Messias“. Foto: Archiv
    Evangelikale in Brasilien mischen mit bei der Verleugnung der Coronakrise. „Keine Angst“ tönte es aus Pfingstlerkreisen in Sao Paulo, als die Covid-19-Pandemie im März in der größten Stadt Brasiliens um sich griff. Tempel blieben geöffnet, obwohl Versammlungen von mehr als 500 Personen verboten waren. Edir Macedo, Oberhirte der Pfingstkirche, sieht in der Pandemie eine Taktik Satans, um unter den Menschen Angst und Panik zu verbreiten. Jede Person die an Gott glaube, sei gegen die Viren geschützt, versuchte ein anderer evangelikaler Bischof seine Herde zu beruhigen.
    Die Anhängerschaft der Pfingstbewegung hat im bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas zügig zugenommen. Und der Einfluss der Evangelikalen auf Gesellschaft und Politik in Brasilien wächst stetig. Tonangebend sind fundamentalistische Pfingstler. Sie eint ein antifeministisches, homophobes Familienbild. Lesbische Frauen, Trans*personen und alle anderen, die nicht zur Zwei-Geschlechter-Norm passen, werden bekämpft.
    Hier findet ihr den Artikel zum Podcast.
    12 min
  • Keine Gerechtigkeit ohne neue Verfassung: Chilen*innen in Deutschland
    Von Ute Löhning
    Bürgerbefragung zu einer Neuen Verfassung für Chile, Dez. 2019 Berlin, Foto: Ute Löhning
    Am 26. April hätte in Chile ein Plebiszit über eine Neue Verfassung stattfinden sollen. So war es im „Abkommen für den sozialen Frieden und einen neue Verfassung“ festgeschrieben. Wegen der Coronakrise hat die Regierung das Plebiszit allerdings auf den 25. Oktober verschoben. Doch es bleibt das wichtigste Ziel der Protestbewegung des „Chile despertó“, die Verfassung von 1980 abzulösen, in der privates Eigentum mehr zählt als Menschenrechte. Zwar kann die Protestbewegung momentan nicht so massiv auf die Straße gehen, doch die Hoffnung auf einen grundlegenden politischen und gesellschaftlichen Wandel ist weiter da, auch bei den Chileninnen und Chilenen in Berlin, die sich und die Bewegung rund um den „Cabildo Berlin Chile“ organisieren.
    Zu diesem Podcast ist auch ein Artikel bei poonal erschienen.
    9 min
  • onda-info 485
    Hallo und willkommen zum onda-info 485!
    Nach einem Update zur Situation in Venezuela gibt es heute einen Beitrag zum vorerst geplatzten Plebiszit über eine neue Verfassung in Chile. Danach geht es nach Zentralamerika. Dort wurden mit den USA fragwürdige Abkommen zu „sicheren Drittstaaten“ abgeschlossen.
    Da zurzeit alles irgendwie mit der Corona-Krise zusammenhängt, kommen wir auch an diesem Thema wieder nicht vorbei. Die Pandemie greift in Lateinamerika noch immer weiter um sich: in Argentinien protestierte medizinisches Personal, denn die Infektionszahlen dieser Berufsgruppen sind in den vergangenen Wochen dramatisch angestiegen – und gelten nun als höchste weltweit gemessen am Anteil der infizierten Bevölkerung. Dies ist eine Folge des jahrelangen Aushöhlungsprozesses im Gesundheitswesen. Und auch in Brasilien steigen die Todeszahlen durch Covid-19 dramatisch an und liegen bei über 6.000 – Stand Anfang Mai. Präsident Bolsonaro steht aufgrund seines schlechten Krisenmanagements in der Kritik, trotzdem ist unklar, ob ein Amtsenthebungsverfahren derzeit erfolgreich sein könnte.
    Eine interessante und informative halbe Stunde wünscht das Team vom onda-info!
    30 min
  • Ausgebremst durch Covid-19 – Der „sichere Drittstaat“ Honduras
    Von Erika Harzer
    Migrant*innen am Grenzfluss Suchiate -Guatemala-Mexiko.Foto: Erika Harzer
    Die Corona-Pandemie bestimmt seit Wochen den öffentlichen Diskurs, ausgehend von einem „wir“, das spätestens an den Außengrenzen Europas aufhört. Für Geflüchtete sind die Grenzen undurchdringbarer denn je zuvor. Gerade auch in Mittelamerika. Gegenüber der zahlenmäßig kontinuierlich angestiegenen Migrationsbewegung aus den mittelamerikanischen Ländern schloss US-Präsident Trump schon vor der Pandemie wirkungsvolle Abkommen mit Mexiko, Guatemala, El Salvador und Honduras, um die Migrant*innen von der US-Grenze fernzuhalten. Auf Kosten der Migrant*innen, wie der aktuelle Blick nach Zentralamerika zeigt.
    Zu diesem Podcast gibt es hier einen poonal-Artikel.
    9 min
  • Hochwasserschutz als Wettlauf gegen den Klimawandel
    Von Markus Plate
    Zentralamerika gehört zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Regionen. Bis zum Jahr 2050 werden der Anstieg des Meeresspiegels, steigende Temperaturen, Dürren und Überschwemmungen jährliche Schäden verursachen, die 2-4% der Wirtschaftsleistung betragen, so die Wissenschaftler – wenn nicht erheblich mehr Energie in Klimaschutz und Klimaanpassungen gesteckt wird. In El Salvador und Honduras gibt es neben kleinen Fortschritten auch gewaltige Probleme, vor allem beim Hochwasserschutz. Und es trifft vor allem die oft verarmten Küstenregionen.
    5 min

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