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Orange 94.0 episodes

  • Was hat Klimapolitik mit Gerechtigkeit zu tun, Thomas Schinko?

    „Bitte überlegen Sie, welche Probleme in der Klimakrise Ihnen wirklich Sorgen bereiten, und was eigentlich Ihr Einflussbereich ist. Die kollektive Wirksamkeit, wenn man gemeinschaftlich aktiv wird – das ist das Wichtige. Über solche Coalitions of the Willing könnten wir das Thema etwas in eine andere Richtung lenken, vielleicht viel effektiver aufstellen und es auch am Köcheln halten.“

    In dieser Folge von Der Sozialkompass sprechen Henning Klingen und Markus Schlagnitweit mit dem Wirtschaftsforscher Thomas Schinko über die Frage, was der Klimawandel mit Gerechtigkeit zu tun hat – und warum Klimapolitik ohne Gerechtigkeitsfragen kaum funktionieren kann.

    Zum Zeitpunkt der Aufnahme gab es schon im Mai Temperaturen von über 30 Grad. Vor diesem aktuellen Hintergrund gehen wir den Fragen nach: Wer trägt Verantwortung für die Klimakrise? Wer leidet am stärksten unter ihren Folgen? Und wie kann Klimagerechtigkeit gelingen? Thomas Schinko erklärt, warum Klimagerechtigkeit weit mehr ist als die Verteilung von Emissionsrechten oder finanziellen Lasten. Unterschiedliche gesellschaftliche Vorstellungen von Gerechtigkeit prägen internationale Klimakonflikte ebenso wie die Beziehungen zwischen globalem Norden und Süden. Besonders Länder des globalen Südens empfinden viele klimapolitische Prozesse als ungerecht oder neokolonial geprägt.

    Weiters spricht er über die Rolle sozialer Bewegungen wie Fridays for Future. Schinko analysiert, warum die Klimadebatte derzeit an öffentlicher Aufmerksamkeit verloren hat und welche Chancen dennoch in neuen „Coalitions of the Willing“ liegen – also Bündnissen von Staaten und Akteur:innen, die beim Klimaschutz vorangehen wollen. Zum Abschluss geht es um die Handlungsmöglichkeiten jedes Einzelnen: Wie kann man angesichts der Größe der Klimakrise handlungsfähig bleiben? Schinko plädiert für einen realistischen Blick auf den eigenen Einflussbereich und betont die Bedeutung kollektiver Wirksamkeit – gemeinsames Handeln statt individueller Überforderung.

    Thomas Schinko ist Senior Research Scholar und Forschungsgruppenleiter der Equity and Justice Research Group im Population and Just Societies Program am International Institute of Applied Systems Analysis (IIASA).

    27 min
  • WiderstandsChronologie-Sonderausgabe Juli 2026: Wien gegen Antisemitismus (Teil 1)

    In der Juni-Ausgabe der WiderstandsChronologie erklärte ich das Konzept der WiderstandsChronologie für gescheitert.

    Denn:
    Wenn in Wien derzeit die meisten „linken“ Demos und deren Teilnehmer*innen von Antizionist*innen und Antisemit*innen vereinnahmt und instrumentalisiert werden, ist eine solidarische Dokumentation und Berichterstattung nicht mehr möglich.
    Aber:
    Am 17. Juni 2026 demonstrierten zumindest rund 300 Menschen unter dem Motto „Wien gegen Antisemitismus“ am Platz der Menschenrechte gegen jeden Antisemitismus.

    In dieser und der nächsten Ausgabe der WiderstandsChronologie gibt es Redebeiträge aus dieser Kundgebung zu hören, wenngleich auch unvollständig und in veränderter Reihenfolge.

    26 min
  • Mental Border

    Mental Border – Die Grenzen im Kopf und deren Überwindung war der Titel einer Ausstellung und Lesung im Kunsthaus Hruschka in Falkenstein. Dabei las die Bachmannpreisträgerin Natascha Gangl über das Leben im Grenzgebiet. Man konnte dabei dem Fluss an der Grenze lautmalerische Zuhören, wie er seine Grenzgeschichten plupernd preisgibt. Sendungsgestaltung: Andrea Hiller im Rahmen des WUK-Jahresschwerpunkt ZUHÖREN

    27 min
  • Fundraising im Tierschutz

    Wie läuft das in einem Verein?

    Vielen Menschen ist es allgemein unangenehm über Geld zu reden oder gar um Spenden zu bitten. Und doch kommt kaum ein Verein ohne Fundraising aus. Wie aber sieht der Fundraisingalltag aus? Welche Herausforderungen meistern Fundraiser:innen auf welche weisen?

    Lizenz:

    cc-by-sa 4.0

    Inhaber_in der Lizenz:

    Franz Gratzer, [email protected]

    57 min
  • ME/CFS – fehlende Versorgung für Betroffene

    [unbearbeiteter Sendungsmitschnitt]

    Studiogespräch mit Vertreter*innen vo MUT – ME: Unterstützung und Teilhabe

    Immer wieder berichten Betroffene von ME/CFS, dass ihr Krankheitsbild nicht ernstgenommen oder erkannt wird, wie auch gut recherchierte Medienberichte belegen. Dabei ist ME/CFS eine schwere, chronische Multisystemerkrankung, die zu massiven körperlichen Einschränkungen führt.

    Obwohl die Krankheit bereits 1969 von der WHO als neurologische Erkrankung klassifiziert wurde, wird sie bis heute regelmäßig als psychosomatische Störung abgetan, was erhebliche Auswirkungen auf die Unterstützung hat, die betroffene Menschen (nicht) erfahren. Zu wenig Wissen über die Pathomechanismen und unzureichende Forschung zu ME/CFS führen dazu, dass es noch immer kein einziges für diese schwere Erkrankung zugelassenes Medikament gibt.

    Wir sprachen mit Vetreter*innen der Initiative MUT – ME: Unterstützung & Teilhabe, ein Zusammenschluss aus ME/CFS-Betroffenen, Angehörigen und Unterstützer*innen. Im Gespräch erfahren wir mehr über die Auswirkungen von ME/CFS, der fehlenden Unterstützung bzw. Versorgung und was es eigentlich bräuchte.

    Weitere Informationen und Kontakt zu MUT – ME: Unterstützung und Teilhabe: https://linktr.ee/mut_initiative

    1 hr
  • Emerging Fields – Benjamin Kromoser

    Wir senden einen Mitschnitt des Gesprächs mit Prof. Benjamin Kromoser von der BOKU Wien. Das Gespräch entstand im Rahmen der Lehrveranstaltung Emerging Fields in Architecture im Wintersemester 24/25 an der TU Wien. Studierende begaben sich auf eine Spurensuche nach aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Planens und Bauens im breiteren gesellschaftlichen, ökologischen und technologischen Kontext. Dafür befragten sie für diese Sendereihe Forscher:innen, Kreative und Expert:innen aus unterschiedlichen Disziplinen und Forschungsfeldern u.a. zu diesen Fragen: Welche Art von Zukunft wollen wir schaffen? Welche Rolle(n) hat Architektur in welchem Kontext? Was kann / muss Architektur bieten? Was können wir von anderen Disziplinen für eine zeitgemäße Architektur lernen? Welche Visionen gibt es und wohin führen sie? Und was kann / muss man aus der Vergangenheit für zukünftige Projekte lernen?

    Das Interview mit Prof. Benjamin Kromoser von der BOKU Wien beleuchtet die Rolle von Industrierobotern im ressourceneffizienten Bauwesen und erläutert zudem technische Herausforderungen und Hintergründe in ihrer Verwendung. Ebenso gilt der 3D-Druck mit Holz bei dem Gespräch als ein weiterer Schwerpunkt und als spannendes Thema der Holzverarbeitung in der Forschung, bei dem industrielle Nebenprodukte der Holzindustrie, wie Sägespäne und Lignosulfonat, als nachhaltige Werkstoffe genutzt werden. Neben der sozioökonomischen Bedeutung der Robotik wird ebenso das Thema von Geometrieoptimierung und Arbeitsprozessen gesprochen.

    Hasibe Cepni Tiefenthaler und Stefan Münster führten das Interview und gestalteten diese Sendung im Rahmen der Lehrveranstaltung „Emerging Fields in Architecture“ der Technischen Universität Wien.

    Mehr Informationen über Prof. Benjamin Kromoser:

    https://BOKU.ac.at/personen/person/C9C236EF10110E45

    *

    Radio Spaceuriosity auf Radio Orange 94.0

    Jeden 2. Dienstag im Monat
    Eine Sendung von Sandra Häuplik-Meusburger und Verena Holzgethan
    http://o94.at/radio/sendereihe/spaceuriosity/
    Live Stream: http://o94.at/live/
    Sendungsarchiv: https://cba.fro.at/series/spaceuriosity

    30 min
  • Was hat Klimapolitik mit Gerechtigkeit zu tun, Thomas Schinko?

    „Bitte überlegen Sie, welche Probleme in der Klimakrise Ihnen wirklich Sorgen bereiten, und was eigentlich Ihr Einflussbereich ist. Die kollektive Wirksamkeit, wenn man gemeinschaftlich aktiv wird – das ist das Wichtige. Über solche Coalitions of the Willing könnten wir das Thema etwas in eine andere Richtung lenken, vielleicht viel effektiver aufstellen und es auch am Köcheln halten.“

    In dieser Folge von Der Sozialkompass sprechen Henning Klingen und Markus Schlagnitweit mit dem Wirtschaftsforscher Thomas Schinko über die Frage, was der Klimawandel mit Gerechtigkeit zu tun hat – und warum Klimapolitik ohne Gerechtigkeitsfragen kaum funktionieren kann.

    Zum Zeitpunkt der Aufnahme gab es schon im Mai Temperaturen von über 30 Grad. Vor diesem aktuellen Hintergrund gehen wir den Fragen nach: Wer trägt Verantwortung für die Klimakrise? Wer leidet am stärksten unter ihren Folgen? Und wie kann Klimagerechtigkeit gelingen?

    Thomas Schinko erklärt, warum Klimagerechtigkeit weit mehr ist als die Verteilung von Emissionsrechten oder finanziellen Lasten. Unterschiedliche gesellschaftliche Vorstellungen von Gerechtigkeit prägen internationale Klimakonflikte ebenso wie die Beziehungen zwischen globalem Norden und Süden. Besonders Länder des globalen Südens empfinden viele klimapolitische Prozesse als ungerecht oder neokolonial geprägt.

    Ein weiterer Schwerpunkt der Episode ist die Rolle sozialer Bewegungen wie Fridays for Future. Schinko analysiert, warum die Klimadebatte derzeit an öffentlicher Aufmerksamkeit verloren hat und welche Chancen dennoch in neuen „Coalitions of the Willing“ liegen – also Bündnissen von Staaten und Akteur:innen, die beim Klimaschutz vorangehen wollen.

    Zum Abschluss geht es um die Handlungsmöglichkeiten jedes Einzelnen: Wie kann man angesichts der Größe der Klimakrise handlungsfähig bleiben? Schinko plädiert für einen realistischen Blick auf den eigenen Einflussbereich und betont die Bedeutung kollektiver Wirksamkeit – gemeinsames Handeln statt individueller Überforderung.

     

    Thomas Schinko ist Senior Research Scholar und Forschungsgruppenleiter der Equity and Justice Research Group im Population and Just Societies Program am International Institute of Applied Systems Analysis (IIASA).

    31 min
  • Wie viel Solidarität braucht eine gerechte Gesellschaft, Barbara Prainsack?

    „Gerechtigkeitskonzeptionen ohne Solidarität hätten keine Hände und Solidarität ohne Gerechtigkeit hätte kein Gehirn.“

    Im Zentrum dieser Podcastfolge steht das Spannungsfeld zwischen Solidarität und Gerechtigkeit – zwei Begriffe, die oft zusammen genannt, aber selten klar unterschieden werden. Wir fragen, wie sie in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft zusammenwirken und was sie für sozialen Zusammenhalt und demokratische Stabilität bedeuten.

    Für Barbara Prainsack, Professorin an der Universität Wien, ist klar: Solidarität und Gerechtigkeit sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander. Gerechtigkeit schafft Regeln und faire Verteilung, Solidarität zeigt sich im konkreten Handeln. Erst zusammen tragen sie eine funktionierende Gesellschaft. Ein zentraler Streitpunkt ist das Nullsummendenken: die Vorstellung, dass Gewinne der einen Verluste der anderen sind. Prainsack hält dagegen: Investitionen in Bildung, Gesundheit oder Armutsbekämpfung stärken langfristig alle – und machen Gesellschaften stabiler. Dabei spielt auch institutionalisierte Solidarität eine Schlüsselrolle: Sozialstaat, Steuern und öffentliche Infrastruktur schaffen Vertrauen und bilden die Grundlage für gelebte Solidarität im Alltag. Und schließlich geht es um die digitale Zukunft: Mit dem Konzept der „Datensolidarität“ plädiert Prainsack dafür, Nutzen und Risiken von Daten fairer zu verteilen.

     

    Barbara Prainsack ist Professorin für Vergleichende Politikfeldanalyse an der Universität Wien und war Professorin am Department of Global Health & Social Medicine des King’s College in London sowie Fellow des Wissenschaftskolleg zu Berlin. Sie hat mehrere Sachbücher zu Fragen der Bioethik, Medizin- und Gesundheitspolitik, zum Grundeinkommen sowie zur Zukunft der Arbeit veröffentlicht.

    34 min
  • Wie gerecht ist Österreich, Markus Marterbauer?

    „Es gibt kein sachliches Argument gegen Erbschaftssteuern“

    Wenn Vermögen sich extrem konzentriert, gerät Demokratie in Gefahr. Das ist die zentrale These des österreichischen Finanzministers Markus Marterbauer. Im Gespräch erklärt er, warum Österreich in der Einkommenswelt vergleichsweise fair ist, in der Vermögenswelt aber nicht: Das reichste Prozent der Haushalte besitzt mehr als 40 Prozent des gesamten Vermögens. Wer so viel besitzt, formt auch Medien, Politik und Regeln. Aus Demokratie wird dann schleichend eine Oligarchie.

    Marterbauer liefert dazu einen ungewöhnlich klaren Befund: Die einzige Logik gegen Erbschaftssteuern ist Statusverteidigung. Und er zeigt, warum der Wohlfahrtsstaat die eigentliche „Gerechtigkeitsmaschine“ ist: Nicht Steuerdebatten, sondern Bildung, Gesundheit und Pflege entscheiden, wie gerecht eine Gesellschaft wirklich ist.

    35 min

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