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Die Mitgliederzahlen insgesamt, die Strukturen im Frauen-Basketball – ja, es gibt noch Nachholbedarf im ostdeutschen Basketball. Und trotzdem: Deutschland erlebt aktuell einen Basketball-Aufschwung Ost!
In der höchsten deutschen Spielklasse lassen Ost-Klubs aufhorchen, auch in den unteren Ligen entwickeln sich hoffnungsvolle Projekte nach vorn. Woran liegt das? Und warum hat es so lange gedauert?
Folge 15 von "Ostball" in der Übersicht:
Das Thema
In der Spitze ist der Basketball im Osten so stark wie noch nie seit der politischen Wende. Mit Chemnitz, Rostock und Weißenfels spielen drei Mannschaften in der Basketball-Bundesliga (BBL). Und allesamt streben sie eher nach oben als nach unten, entwickeln sich vor allem strukturell stetig weiter.
Doch wer verstehen will, warum das gerade jetzt so ist, der muss auch die Vergangenheit verstehen. Denn welchen Stellenwert der Sport während der DDR-Zeit hatte, prägte entscheidend, wie er sich nach der Wiedervereinigung entwickelte. Ein entscheidendes Datum: der 8. April 1969. "Politbüro billigt Herabstufung von Basketball zum Sport II", hieß es damals in einem staatlichen Beschluss.
Von der wenig prunkvollen Geschichte in die so hoffnungsvolle Gegenwart des ostdeutschen Basketballs, mit Zwischenstation in den wilden 1990ern – von dieser Reise erzählen die Protagonisten im Podcast.
Die Gäste
Wolfgang Heyder ist eigentlich im bayerischen Basketball daheim. Jahrelang prägte der heute 66-Jährige als Geschäftsführer eine Erfolgs-Ära in Bamberg. Immer hatte Heyder aber auch den ostdeutschen Basketball im Blick.
Zwischen 2016 und 2020 bemühte er sich um die Entwicklung des Sports im thüringischen Erfurt, organisierte bei den Oettinger Rockets eine Saison in der BBL. In "Ostball" erklärt Heyder seine Sicht auf die Entwicklung des Basketballs im Osten.
Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich Thomas Käckenmeister mit dem Basketball und auch seiner Kulturgeschichte. Früher als Journalist, mittlerweile seit zahlreichen Jahren als Medienverantwortlicher bei den Rostock Seawolves. Er war einer derjenigen, die in den vergangenen Jahren maßgeblich zum Aufschwung des Rostocker Basketballs beigetragen haben. Wie? Das erklärt Käckenmeister im Podcast.
Ehrenamtlich arbeitet Carsten Straube als Vorstandsvorsitzender des Basketball-Verbandes Sachsen-Anhalt (BVSA). Und nicht nur das: Der 39-Jährige gilt zudem als einer der besten Schiedsrichter des Landes. Welche wegweisende Entscheidung sein Landesverband vor einigen Jahren getroffen hat, verrät Straube im Podcast.
Jahrzehntelang war Gunther Schmidt eine der prägenden Figuren des Basketballs im Osten. Er arbeitete in der DDR lange als Nationaltrainer der Frauen-Nationalmannschaft, brachte den Sport vor allem in Halle voran. Noch heute engagiert sich der 87-Jährige ehrenamtlich in der Spielkommission des BVSA und betreibt eine Chronik des ostdeutschen Basketballs im Internet.
Im Podcast spricht Schmidt über den Stellenwert des Sports in der DDR und erklärt, warum die damaligen Herausforderungen für die Zukunft wichtig waren.
Die spannendsten Aussagen
Wolfgang Heyder sagt: "Wenn wir die Basketball-Szene über die Jahre hinweg beobachten, hat sich das kontinuierlich nach oben entwickelt." (ab Minute 13:00)
Carsten Straube sagt: "Es passiert viel, gerade im männlichen Bereich. Vor allem, weil in Strukturen investiert wurde. Wo ich aber auf jeden Fall noch ganz viel Entwicklungspotenzial sehe, ist der weibliche Bereich im Osten." (ab Minute 23:20)
Thomas Käckenmeister sagt: "Es gibt einfach positive Verrückte, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, an ihren jeweiligen Standorten etwas zu entwickeln und diesen Traum bis heute und hoffentlich noch lange weiterleben." (ab Minute 07:50)
Gunther Schmidt sagt: "Dieser Beschluss, dass Basketball nicht mehr gefördert wird, hat uns überrascht und hart getroffen. Das lief dann radikal und mitunter auch bösartig ab." (ab Minute 02:30)
Produziert wird der Podcast von Daniel George und Julien Bremer. Ihr erreicht Daniel George über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected]. Die Facebook-Gruppe zum Podcast findet ihr hier.
Jonas Richter weiß noch, wie alles begann. Damals in der Jugend. "Andere Teams waren schon professionell aufgestellt, aber wir haben zum Ausrollen und Dehnen nach dem Spiel noch solche Rohre aus dem Baumarkt genommen", sagt der heute 25-Jährige und lacht.
Kein anderer Spieler des aktuellen BBL-Kaders der NINERS Chemnitz kann solche Anekdoten erzählen. Kein zweiter Spieler ist so eng verknüpft mit dem Aufstieg des Chemnitzer Basketballs in den vergangenen Jahren. Und wohl kein anderer deutscher Profi ligaweit war seinem Klub gegenüber so loyal wie Jonas Richter.
Seit fast 20 Jahren spielt der gebürtige Chemnitzer für den Klub seiner Heimatstadt. Seine persönliche Entwicklung und die der NINERS verlief bislang parallel – und kontinuierlich nach oben. Doch nun könnte trotzdem das Unvorstellbare nahen: der Abschied von Jonas Richter aus Chemnitz.
Folge 14 von "Ostball" in der Übersicht:
Das Thema
Jonas Richter war sechs Jahre alt, als er mit dem Basketball in Chemnitz begann. Eigentlich nur, weil ein Freund auch Basketball spielte. Obwohl er immer einer der talentiertesten Spieler war: Der 2,07-Meter-Mann glaubte lange nicht an seine Profi-Laufbahn.
Doch dann klappt es doch. Maßgeblich verantwortlich dafür: NINERS-Cheftrainer Rodrigo Pastore, der Richter seit seinem Amtsantritt in Chemnitz forderte und förderte.
Seine Profi-Karriere startete damals in der zweitklassigen Pro A. Mittlerweile ist Jonas Richter mit Chemnitz in die Basketball-Bundesliga aufgestiegen, hat sein Team in die Play-offs und das internationale Geschäft geführt.
Trotz Angebote anderer Klubs blieb Richter bislang immer in Chemnitz. Einen vergleichbaren Weg eines deutschen Spielers? Gibt es nicht. Jonas Richter ist das Einhorn des deutschen Basketballs.
Doch nun könnte trotzdem der Abschied nahen. Sein Traum von der Euroleague, das haben sie auch in Chemnitz längst erkannt, könnte bald wahr werden – allerdings anderswo.
Die Gäste
Jonas Richter spricht im Podcast über seinen bisher so außergewöhnlichen Weg. Der 25-Jährige erklärt, warum er seit fast 20 Jahren für denselben Verein spielt und wie seine Mutter in Verhandlungen mit den NINERS einst sein Gehalt drücken wollte.
Auch Sascha Prötzig erinnert sich noch gut an die lustige Gehalts-Anekdote. Prötzig war damals wie heute Cheftrainer der Chemnitzer Mannschaft in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) und hat den Weg von Richter eng verfolgt.
Genau wie Christian Meichsner, einer der ersten Jugendtrainer des heutigen Nationalspielers. Im Podcast erklärt der heutige Geschäftsführer des Basketballverbandes Sachsen, warum der Weg seines ehemaligen Schützlings für ihn verblüffend kam.
Mittlerweile ist Jonas Richter in der BBL etabliert – und bereit für den nächsten Schritt? Nationalspieler und Euroleague-Profi Johannes Voigtmann sagt: ja! Im Podcast erklärt Voigtmann, warum und spricht auch über das überzeugende Nationalmannschafts-Debüt von Richter.
NINERS-Geschäftsführer Steffen Herhold weiß, dass ein Abschied von Jonas Richter aus Chemnitz früher oder später kaum zu verhindern sein wird. Doch Herhold erklärt, unter welchen Umständen ihm doch irgendwann ein Denkmal in seiner Heimatstadt gebaut werden sollte.
Für seine ehemaligen Mitspieler Malte Ziegenhagen steht jedenfalls fest: Das Trikot von Jonas Richter gehört nach seiner Karriere unter die Hallendecke. Im Podcast erzählt Ziegenhagen von gemeinsamen Tequila-Eskapaden und dem Charakter seines Kumpels.
Die spannendsten Aussagen
Jonas Richter sagt: "Ich hatte in der Jugend nie den Traum, Profi-Basketballer zu werden. Und ich habe auch lange nicht daran geglaubt, dass das wirklich klappen kann." (ab Minute 09:40)
Johannes Voigtmann sagt: "Seine Fähigkeiten erlauben es ihm, noch weitere Schritte zu gehen. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass er auch auf einem höheren Niveau gerne gesehen ist bei Teams. Ich wüsste nicht, warum er nicht auch Euroleague spielen könnte." (ab Minute 43:40)
Steffen Herhold sagt: "Wenn ich eine Tochter hätte, könnte ich ihn mir gut als Schwiegersohn vorstellen. Er ist ein Prototyp für viele junge Menschen in Chemnitz: bodenständig, bescheiden, manchmal vielleicht zu bescheiden. auf jeden Fall verantwortungsbewusst. In den vergangenen Jahren hat er bei uns den Schritt vom Jungen zum Mann gemacht." (ab Minute 29:20)
Malte Ziegenhagen sagt: "Jonas hat dem Klub so viel gegeben. Ich wäre sehr enttäuscht, wenn sein Trikot nicht irgendwann nach seinem Karriere-Ende bei den NINERS unter der Hallendecke hängt." (ab Minute 47:00)
Sascha Prötzig sagt: "Jonas ist ein Leuchtturm für Talente aus der Region. Nicht nur, weil er aktuell Kapitän der NINERS ist, sondern vielmehr, weil er dieser Chemnitzer Junge ist, der den Weg vom Mini-Basketballer bis zum Profi geschafft hat." (ab Minute 49:00)
Christian Meichsner sagt: "Jonas war nie ein Spieler, der die Show und das Weite gesucht hat. Er war gut beraten, sich in Chemnitz weiter zu entwickeln und mit den großen Schritten bislang noch ein Stück abzuwarten." (ab Minute 34:00)
Produziert wird der Podcast von Daniel George und Julien Bremer. Ihr erreicht Daniel George über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected]. Die Facebook-Gruppe zum Podcast findet ihr hier.
Kris Clyburn sitzt während der Podcast-Aufnahme auf seiner Couch. Fünfte Etage eines Plattenbaus, Zwei-Zimmer-Wohnung mit Balkon, gestellt vom Verein. Recht spartanisch eingerichtet, aber mit allem, was man zum Leben braucht.
Aber etwas Wichtiges, das Wichtigste für ihn fehlt: seine Familie. Freundin Karla und Tochter Kiyana sind zuhause in den USA. Ihren Besuch im März kann der 26-Jährige kaum abwarten – auch, wenn er sie in der Länderspielpause Mitte Februar ohnehin für ein paar Tage im heimischen Las Vegas besucht.
Mit 15,8 Punkten im Schnitt ist Kris Clyburn in dieser Saison der beste Werfer des Syntanics MBC, einer der besten Punktesammler in der gesamten Basketball-Bundesliga (BBL) überhaupt. Er ist zurück, vielleicht sogar so stark wie nie zuvor – und das nach einer Zeit, die er als härteste seines Lebens beschreibt.
Folge 13 von "Ostball" in der Übersicht:
Das Thema
Kris Clyburn weiß, wie das Geschäft läuft. Er weiß, dass Basketball-Profis aus den USA in Europa abliefern müssen. Und zwar immer. Ganz gleich, was sonst gerade so in ihrem Leben passiert. Sonst endet ihr Engagement ganz schnell – und sie werden ersetzt.
Deshalb zog Clyburn die vergangene Saison – er spielte in Israel und der Türkei – auch durch. Und das, obwohl der 26-Jährige privat gerade ein bitteres Schicksal durchlebte.
Bereits zehn Tage nach ihrer Geburt im Oktober 2021 vermuteten die Ärzte einen Hirntumor bei seiner Tochter Kiyana. Im Dezember dann die bittere Gewissheit: Kiyana hatte Krebs.
Clyburn hielt die Fassade des unverwundbaren Profisportlers bis zum Saisonende aufrecht. Er spielte, wie er selbst sagt, die schlechteste Saison seiner Karriere. Danach kehrte er in die USA zurück – und stand nicht mehr auf dem Parkett, sondern saß monatelang am Krankenbett.
Inzwischen geht es seiner Tochter besser. Die Chemotherapie schlug an. Kris Clyburn konnte seine Karriere fortsetzen, unterschrieb im Herbst 2022 beim Syntainics MBC – und will mit Weißenfels in dieser Bundesliga-Saison nun Geschichte schreiben.
Im Podcast spricht der US-Profi über Heimweh, seinen berühmten Bruder und seine zweite Familie.
Die Gäste
Diese Episode von "Ostball" ist anders als die bisherigen. Denn für gewöhnlich sprechen immer mehrere Gäste über das jeweilige Thema der Folge.
Doch die Geschichte von Kris Clyburn und seiner Familie ist so eindringlich, vor allem so persönlich, dass seine Worte für sich stehen – und er der einzige Gesprächspartner in Folge 13 von "Ostball" bleibt.
Die spannendsten Aussagen
Über die Krebserkrankung seiner Tochter sagt Kris Clyburn: "Jeden Tag während der Chemotherapie bei ihr im Krankenhaus zu sein und zu sehen, wie sie leidet, war das Schlimmste. Weil wir einfach nichts tun konnten. Weil wir ihr nicht helfen konnten. Das war definitiv die schwerste Zeit meines Lebens." (ab Minute 19:00)
Über das Leben als US-Profi in Europa sagt Kris Clyburn: "Von seiner Familie getrennt zu sein, wird auch im Laufe der Jahre nicht einfacher. Ehrlich gesagt wird es für mich persönlich von Saison zu Saison eher schwieriger, weil du einfach zehn Monate im Jahr weg bist und unheimlich viel verpasst. Aber das ist mein Job." (ab Minute 03:20)
Über Vergleiche mit seinem älteren Bruder sagt Kris Clyburn: "Egal, wo ich auch bin, es heißt immer: der kleine Bruder von Will Clyburn. Natürlich ist das eine Bürde, aber es spornt mich eher an. Mein Bruder hat eine großartige Karriere in Europa und auch mir den Weg geebnet." (ab Minute 05:15)
Über die Saison beim Syntainics MBC sagt Kris Clyburn: "Wir gehören nicht in den Abstiegskampf. Das wollen wir in der zweiten Saisonhälfte beweisen. Und wir wollen versuchen, etwas historisches für den Verein zu erreichen und es in die Play-offs schaffen." (ab Minute 28:50)
Produziert wird der Podcast von Daniel George und Julien Bremer. Ihr erreicht Daniel George über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected]. Die Facebook-Gruppe zum Podcast findet ihr hier.
Einen Termin zur Podcast-Aufnahme zu finden? Gar nicht so einfach. Der Terminplan von Johannes Voigtmann ist eng getaktet. Mindestens zwei, manchmal sogar drei Partien pro Woche, zwischendurch Touren quer durch Europa – so sieht der Alltag des 30-Jährigen aus Eisenach aus.
Denn Johannes Voigtmann ist längst auf der größtmöglichen Basketball-Bühne Europas angekommen – und nimmt sich an einem seiner wenigen freien Tage gerne Zeit für einen Besuch im Podcast.
Folge 12 von "Ostball" in der Übersicht:
Das Thema
Johannes Voigtmann war eigentlich Handballer. Erst mit 15 Jahren wechselte der 2,11-Meter-Mann zum Basketball. Und: "Ich konnte gar nichts", sagt er im Blick zurück. "Gar nichts!"
Mittlerweile kann er einiges. Der 30-Jährige spielt seit Jahren auf internationalem Top-Niveau, gehört auf seiner Position zu den besten Spielern in ganz Europa. Viele Experten trauen ihm sogar eine Rolle in der NBA, der besten Basketball-Liga der Welt, zu.
Bemerkenswert dabei: seine ruhige Art. Johannes Voigtmann mag das Rampenlicht nicht – und fliegt wohl deshalb auch oft eher unter dem Radar.
Die Gäste
Johannes Voigtmann hat seine Karriere kontinuierlich aufgebaut: erst Jena, dann Frankfurt, dann Baskonia, anschließend Moskau und jetzt Mailand. Im Podcast spricht er über seinen Weg, den Abschied kurz nach Kriegsbeginn aus Moskau und die Bronzemedaille mit Deutschland.
Einer aus der Basketball-Welt, der Johannes Voigtmann am besten einschätzen kann, ist Lars Masell. Der heutige Cheftrainer des Bundesligisten Bayreuth war sein erster Trainer und ist inzwischen einer der engsten Vertrauten des Euroleague-Profis.
Zwei Jahre jünger, aber zwei Zentimeter größer: Auch Georg, der Bruder von Johannes Voigtmann, verdient seinen Lebensunterhalt als Basketball-Profi – in der Pro A als Kapitän der Dresden Titans. Georg Voigtmann erzählt von kindlichen Duellen, ständigem Wettbewerb und Stolz.
Klaus Perwas war von 2012 bis 2016 als Assistenztrainer der Skyliners Frankfurt maßgeblich an der Entwicklung von Johannes Voigtmann zum Topspieler der Basketball-Bundesliga beteiligt. Auch bei der EM im vergangenen Jahr begleitete er ihn als Co-Trainer der Nationalmannschaft.
Tino Stumpf war einer der Entdecker von Johannes Voigtmann. Der Basketball-Trainer aus Jena spricht über die durchaus schwerlichen Anfänge und das Wesen von Johannes Voigtmann.
Manuel Baraniak arbeitet als Basketball-Journalist für verschiedene Medien. Sein Spezialgebiet: taktische Fragen. Im Podcast schätzt er unter anderem den Spielstil von Johannes Voigtmann ein.
Die spannendsten Aussagen
Johannes Voigtmann sagt: "Ich mag es, wenn du in einer Atmosphäre spielst, wo die Fans komplett ausrasten, du dann aber komplett still bist. Dann entsteht so eine Spannung, diese Differenz zwischen dem, was Außen und Innen passiert, dieses Gefühl mag ich extrem." (ab Minute 32:00)
Lars Masell sagt: "Als er 16 Jahre alt war, habe ich ihm gesagt: 'Wenn du richtig trainierst, dann wirst du ein Euroleague-Spieler.' Aber das hat er mir damals nicht geglaubt." (ab Minute 11:30)
Georg Voigtmann sagt: "Es wird immer unterschätzt, wie viel Aufwand das ist, auf diesem Level wie Johannes zu spielen. Da ist wenig Zeit für die Familie. Da müssen immer alle zurückstecken. Ich glaube, das fällt ihm auch schwer." (ab Minute 45:10)
Klaus Perwas sagt: "Joe erinnert mich an Chris Welp. Er hat auch diese gewisse Kaltschnäuzigkeit. Den kannst du in Istanbul spielen lassen, in Moskau oder in Rom, den beeindruckt das alles nicht." (ab Minute 34:30)
Tino Stumpf sagt: "Johannes strebt nicht nach Glamour. Er steht mit beiden Beinen im Familienleben, ist total nahbar und bei sich geblieben." (ab Minute 30:45)
Manuel Baraniak sagt: "Er fliegt bestimmt ein bisschen unter dem Radar. Aber ich glaube: Für ihn selbst ist das gar nicht so wichtig. Und die Coaches wissen um seinen Wert. Trotzdem: Er hätte auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit verdient." (ab Minute 29:30)
Produziert wird der Podcast von Daniel George und Julien Bremer. Ihr erreicht Daniel George über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected]. Die Facebook-Gruppe zum Podcast findet ihr hier.
Eigentlich war Romy Bär auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft. Mit den Rheinland Lions stand die gebürtige Chemnitzerin an der Spitze der Damen-Basketball-Bundesliga. Doch dann der Schock.
Insolvenz. Das Aus im Spielbetrieb. Und das mitten in der Saison. Ein Szenario, eigentlich unvorstellbar im deutschen Profisport.
Doch Romy Bär wäre nicht Romy Bär, wenn sie nicht trotz dieser schwierigsten Situation ihrer Karriere, trotz ihres fortgeschrittenen Basketball-Alters von 35 Jahren weitermachen würde.
Folge 11 von "Ostball" in der Übersicht:
Das Thema
Wie kann es sein, dass der Tabellenführer einer deutschen Profisportliga mitten in der Saison aus finanziellen Gründen den Spielbetrieb einstellen muss? Und was sagt das über den Zustand des deutschen Damen-Basketballs aus? Was muss sich dringend ändern?
Zwar hat Romy Bär fast zehn Jahre lang im Ausland gespielt. Doch natürlich macht sie sich Gedanken über die Zukunft der DBBL. Warum war sie für viele Basketballerinnen ein Vorbild? Warum gilt sie als Legende des deutschen Damen-Basketballs? Und was macht ihr Spiel so besonders? Auch diese Fragen werden im Podcast beantwortet.
Die Gäste
Romy Bär spricht im Podcast über die vergangenen Monate. "Die schwerste Zeit meiner Karriere", wie sie sagt. Aber auch auf die schönsten Momente blickt sie zurück, auf die Zeit in der Nationalmannschaft und alles, was noch kommen mag – denn mit 35 Jahren ist ihre Karriere längst noch nicht vorbei.
Simon Roth moderiert den Podcast "Talkin' Her Game". In diesem beschäftigt er sich mit dem deutschen Damen-Basketball. Im Podcast schätzt er die Bedeutung von Romy Bär und die Insolvenz der Rheinland Lions ein.
Nina Probst arbeitet als Basketball-Journalistin unter anderem für das Fachmagazin "BIG". Seit Jahren begleitet sie den deutschen Damen-Basketball und hat auch die Situation rund um die Rheinland Lions genau beobachtet.
Die spannendsten Aussagen
Romy Bär sagt: "Das war die schwierigste Situation in meiner Karriere. Keiner hat daran gedacht, was das Ganze mit den Spielerinnen macht. Ich weiß gar nicht, wie wir es geschafft haben, uns noch auf Basketball zu konzentrieren." (ab Minute 12:30)
Simon Roth sagt: "Ich sehe die Liga am Scheideweg. Möchte sie diesen Abwärtstrend weiterführen und in eine komplette Irrelevanz schlittern? Oder möchte sie den Kahn herumreißen?" (ab Minute 27:00)
Nina Probst sagt: "Also mir führt das einmal mehr vor Augen, wie wenig Geld eigentlich im deutschen Damen-Basketball vorhanden ist. Vor allem für die Fans und Spielerinnen ist das eine Situation, die nicht tragbar ist und mit professionellem Sport dann am Ende wenig zu tun hat." (ab Minute 18:10)
Produziert wird der Podcast von Daniel George und Julien Bremer. Ihr erreicht Daniel George über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected]. Die Facebook-Gruppe zum Podcast findet ihr hier.
Manchmal fügt sich alles erst am Ende. Ein bisschen ist das auch bei Stefanie Grigoleit so. Eigentlich wollte sie schon aufhören mit dem Basketball.
Doch dann kam das Angebot von Alba Berlin. Dann kam der Aufstieg von der zweiten in die erste Bundesliga. Und dann kam eine Euphorie in einem Umfeld, wie sie es im Frauen-Basketball so zuvor noch nie erlebt hatte.
Folge 10 von "Ostball" in der Übersicht:
Das Thema
Stefanie Grigoleit spielt seit 15 Jahren professionell Basketball und hat in all dieser Zeit für zehn verschiedene Vereine gespielt. Doch wie sich der Frauen-Basketball bei Alba Berlin entwickelt, beeindruckt selbst die 33-Jährige.
Als Aufsteiger ist Alba in der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) direkt auf Play-off-Kurs und setzt danke der vorhandenen Strukturen aus dem Männer-Basketball bereits deutschlandweit Maßstäbe.
Kann dieses Modell wegweisend sein? Was muss sich verändern, damit sich der deutsche Frauen-Basketball weiterentwickelt? Und wer ist in dieser Hinsicht besonders gefordert? All das wird in Folge 10 von "Ostball" anhand der Geschichte von Stefanie Grigoleit diskutiert.
Die Gäste
Mit zwölf Jahren begann die Basketball-Reise von Stefanie Grigoleit. "Weil mein Schwarm damals auch gespielt hat", wie sie mit einem Lächeln im Gesicht verrät. Im Podcast lässt Grigoleit all das Revue passieren, was für sie seitdem auf dem Parkett passiert ist.
Was im deutschen Frauen-Basketball in den vergangenen Jahren passiert ist, hat Nina Probst ganz genau beobachtet. Die Basketball-Journalistin schreibt unter anderem für das Fachmagazin "BIG" und spricht im Podcast über die Entwicklung des deutschen Frauen-Basketballs und Zukunftsperspektiven.
Ireti Amojo hat früher selbst in der DBBL gespielt. Inzwischen arbeitet sie als Koordinatorin des Frauen- und Mädchenbereichs bei Alba Berlin. Sie spricht über den besonderen Weg des Vereins, Herausforderungen und die so wichtige Rolle von Stefanie Grigoleit in der Mannschaft
Die spannendsten Aussagen
Stefanie Grigoleit sagt: "So etwas wie Highlight-Videos gab es früher bei uns ja gar nicht. Da warst du froh, wenn ein Fan mal ein Video zusammengeschnitten hat. Aber jetzt gibt es so etwas für jede Spielerin und das hilft natürlich, den Frauen-Basketball zu verkaufen." (ab Minute 32:00)
Ireti Amojo sagt: "Stefi war ein absoluter Glücksgriff für uns. Sie kann solange bei uns spielen, wie sie möchte. Wir freuen uns über jede weitere Saison von ihr." (ab Minute 40:20)
Nina Probst sagt: "Frauen brauchen mehr Durchhaltevermögen und müssen mehr auf sich nehmen als Männer, um ihren Basketball-Traum leben zu können. Sie müssen schon sehr viel Liebe mitbringen." (ab Minute 07:50)
Produziert wird der Podcast von Daniel George und Julien Bremer. Ihr erreicht Daniel George über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected]. Die Facebook-Gruppe zum Podcast findet ihr hier.
So ganz pünktlich ist Kevin Yebo zur Podcast-Aufnahme nicht. "Manchmal bin ich ein bisschen verpeilt", gibt der 26-Jährige deshalb zur Begrüßung zu. "Daran muss ich noch arbeiten." Aber: "Ich bin da auf einem guten Weg."
Kevin Yebo ist angekommen – bei den NINERS Chemnitz und in der Basketball-Bundesliga (BBL). Und sein Weg dahin war ein besonderer. Kein geradliniger, aber vielleicht gerade deshalb ein inspirierender.
Folge 9 von "Ostball" in der Übersicht:
Das Thema
Kevin Yebo kennt beide Richtungen auf der Karriere-Leiter. Erst mit 16 Jahren begann der gebürtige Bonner mit dem Basketball, arbeitete sich innerhalb von nur sieben Jahren bis in die Basketball-Bundesliga hoch.
Doch dort konnte Yebo dann nicht überzeugen. Verfehlungen abseits des Parketts sorgten dafür, dass die Hamburg Towers die Zusammenarbeit mit ihm nach nur einer Saison beendeten – obwohl er einen Zweijahresvertrag besaß.
Viele Verantwortliche der Bundesliga-Klubs hatten ihn nach dieser Erfahrung abgeschrieben. Der 2,07-Meter-Mann aber kämpfte sich durch starke Leistungen in der zweitklassigen Pro A zurück – und nutzt seine zweite BBL-Chance bei den NINERS Chemnitz bislang.
Was ist diesmal anders? Was lief damals schief? Welche Rolle spielt seine schwierige Kindheit und Jugend? Und wer sind die Menschen, die ihm zurück auf den rechten Weg geholfen haben? Antworten gibt es im Podcast.
Die Gäste
Offen spricht Kevin Yebo über seine Fehler der Vergangenheit und mentale Weiterentwicklung. Und er erklärt, was ihm auf dem Weg zurück in die Bundesliga geholfen hat.
Einer, der ihm dabei sehr geholfen hat, ist Dia Soliman. Der Gründer des Streetball-Teams "Der Stamm" spricht im Podcast über den Rückhalt der Basketball-Familie und den Glauben an das Potenzial von Kevin Yebo.
Viele Entscheider der BBL-Klubs glaubten in den vergangenen Jahren nicht mehr an ihn. Das hatte vor allem mit seiner ersten BBL-Saison 2019/2020 zu tun. Basketball-Journalist Rupert Fabig war damals Pressesprecher der Hamburg Towers und erinnert sich an die Probleme von Yebo.
Doch diese Probleme sind Vergangenheit. Bei den NINERS Chemnitz ist der Center bislang die Überraschung der Saison. Cheftrainer Rodrigo Pastore spricht über die besondere Geschichte der Verpflichtung von Yebo und den unbändigen Willen des 26-Jährigen.
Die spannendsten Aussagen
Kevin Yebo sagt: "Wenn du so schnell von unten nach oben kommst und so viel Aufmerksamkeit bekommst, kann dir das zu Kopf steigen. Dann verlierst du den Bezug zur Realität und driftest auf die falschen Schienen ab. Das ist mir passiert. Ich musste erst auf die Fresse fallen, um aufzuwachen." (ab Minute 15:15)
Dia Soliman sagt: "Er muss an sich selbst glauben – egal, was die Leute erzählen. Ich habe schon vor sechs Jahren, als er noch in der Regionalliga gespielt hat, gesagt, dass er das Zeug für die NBA hat – und davon bin ich nach wie vor überzeugt." (ab Minute 38:10)
Rodrigo Pastore sagt: "Wir hatten einige Zweifel wegen all der Dinge und Gerüchte, die wir aus Hamburg gehört hatten. Aber sein innerer Motor, sein Wille, wie er sich hier bislang präsentiert, haben diese Zweifel zerstreut." (ab Minute 05:07)
Rupert Fabig sagt: "Ich muss gestehen, dass ich ihm nicht zugetraut hätte, dass er noch einmal so einen Sprung macht. Dass er so gut ist und den Durchbruch geschafft hat, erstaunt mich – und ich glaube, da ist bei ihm sogar noch Luft nach oben." (ab Minute 17:30)
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Das Gewusel ist groß. Auf dem Flur erklärt ein Nachwuchstrainer einem anderen gerade am eigenen Leib, wie am besten verteidigt wird. Manche Mitarbeiter laufen mit dem Telefon am Ohr durch die Gänge, andere sitzen in den Büroräumen beschäftigt vor dem Bildschirm.
Ein ganz normaler Vormittag in der Geschäftsstelle der Rostock Seawolves, dem Überraschungsteam der bisherigen Bundesliga-Saison. Es ist zu spüren: Hier passiert gerade etwas. Basketball in Rostock lebt – und wie!
Folge 8 von "Ostball" in der Übersicht:
Das Thema
Vier Siege aus vier Spielen – so starteten die Rostock Seawolves als Aufsteiger in die neue Bundesliga-Saison und überraschten damit ganz Basketball-Deutschland. Zwischenzeitlich stand Rostock sogar an der Spitze der BBL.
Noch beeindruckender als der aktuelle Erfolg ist aber der Blick zurück: Innerhalb von acht Jahren hat sich der Verein von der 1. Regionalliga, der vierten Liga also, in die höchste deutsche Spielklasse gearbeitet.
Wie konnte das gelingen? Wer war daran maßgeblich beteiligt? Nach welchen Prinzipien wird bei den Seawolves gearbeitet? Und wie hoch hinaus kann es für Rostock in Zukunft noch gehen? Antworten gibt es im Podcast.
Die Gäste
André Jürgens steht seit 2013 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze des Klubs. Zuvor arbeitete der 45-Jährige bereits als Jugendtrainer, Schiedsrichter, Herren- sowie Damentrainer in Rostock. Sein Name ist wie kein zweiter mit dem Rostocker Aufschwung der vergangenen Jahren verbunden.
Jens Hakanowitz war früher dänischer Nationalspieler. 2012 wechselte der 42-Jährige nach Rostock, stieg mit dem Team zwei Jahre später in die Pro B auf. Seit 2016 arbeitet Hakanowitz als Sportlicher Leiter bei den Seawolves.
Christian Held wechselte im Sommer 2020 als Assistenztrainer von Dirk Bauermann nach Rostock. Als Bauermann ein Jahr später gehen musste, übernahm Held seine Nachfolge – und stieg mit den Seawolves direkt in seiner ersten Saison als Chefcoach in die Bundesliga auf. Besonderheit: Sein Vater Ralph Held, 64 Jahre alt, ist sein Co-Trainer.
Sid-Marlon Theis wechselte vor seinem Engagement in Rostock von Spielzeit zu Spielzeit den Verein. Nun geht der 29-Jährige bereits in seine dritte Saison bei den Seawolves. Mit seinen Leistungen hatte der Flügelspieler erheblichen Anteil am Aufstieg.
Michael Bösener verliebte sich 2013 in den Basketballsport. Der Grund: Seine Tochter spielte in der Rostocker Grundschulliga. Seitdem hat Bösener den Weg nach oben der Rostock Seawolves eng begleitet, war mit seiner Trommel auswärts und daheim meist dabei. Mittlerweile ist er Vorsitzender des Fan-Klubs "Baltic Pirates".
Die spannendsten Aussagen
André Jürgens sagt: "Diese Vision des Bundesliga-Aufstiegs 2013 laut herauszuschreien war das Wichtigste. Dann gab es kein Zurück mehr. Dann haben wir diese Vision immer weiter verfolgt und haben immer daran geglaubt. Trotzdem ist es wahnsinnig. Manchmal sage ich mir: 'Hoffentlich wache ich nicht gleich auf und alles war nur ein unheimlich schöner Traum.'" (ab Minute 03:30)
Jens Hakanowitz sagt: "Rostock ist auf der Basketball-Landkarte. Wir waren in den vergangenen Jahren in Summe gesehen einfach verdammt erfolgreich." (ab Minute 12:00)
Christian Held sagt: "Der Weg, der hier eingeschlagen wurde, ist der richtige. Der Verein musste erstmal in der Region verwurzelt sein. Erst dann konnte und kann daraus der Leistungssport entstehen." (ab Minute 22:40)
Sid-Marlon Theis sagt: "Wir sind in der Mannschaft einfach eine sehr tolle Gruppe von Menschen. Bei uns kann sich jeder authentisch ausleben. Jeder kann er selbst sein. Das ist eine tolle Sache. Und du merkst im Umfeld den Stolz der Stadt auf die Seawolves. Da ist man dann auch selbst stolz, ein Teil davon zu sein." (ab Minute 42:30 )
Michael Bösener sagt: "Rostock hat es leider sehr schwer. Die Fußballfans von Hansa Rostock sind in der Vergangenheit nicht immer positiv aufgefallen. Das ist zum Teil auch heute noch so. Aber wir wollen ein positives Bild der Stadt nach außen tragen. Denn diese familiäre Atmosphäre, wie wir sie in der Halle haben, sucht seinesgleichen. Auch dadurch konnte der Verein so wachsen." (ab Minute 53:20)
Produziert wird der Podcast von Daniel George und Julien Bremer. Ihr erreicht Daniel George über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected].
Die Vergleiche waren immer wieder zu lesen: "Andi Obst, deutscher Kyle Korver." Oder: "Andi Obst, deutscher Klay Thompson." Solche Kommentare verfassten Basketball-Fans während der Europameisterschaft im eigenen Land in den vergangenen Wochen zahlreich in den sozialen Netzwerken.
Damit verglichen sie den deutschen Nationalspieler aus Halle mit Stars aus der nordamerikanischen Profiliga NBA, der besten Liga der Welt. Denn Andreas Obst hatte überzeugt – und wie!
Folge 7 von "Ostball" in der Übersicht:
Das Thema
Mit 25 erfolgreich verwandelten Distanzwürfen war der 26-Jährige bester Werfer des Turniers von jenseits der Dreipunktelinie. Zwar nahm er auch die meisten Würfe aller Spieler, traf dabei aber auch prozentual wahnwitzig gut. Seine Trefferquote aus der Distanz: 48,1 Prozent.
Mit welcher Sicherheit und Selbstverständlichkeit der Shooting Guard dabei selbst aus den schwierigsten Positionen erfolgreich zum Abschluss kam, beeindruckte die Experten.
Obst war mit durchschnittlich 11,6 Punkten pro Partie drittbester Werfer der deutschen Nationalmannschaft und maßgeblich am Gewinn der Bronzemedaille beteiligt. Es war die erste Medaille für die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) seit dem zweiten Platz bei der EM 2005.
Die Gäste
Basketball-Journalist Robert Heusel berichtet für das Fachmagazin "BIG" über den FC Bayern München und hat die erste Saison von Andreas Obst bei den Bayern eng begleitet.
Bei der EM war Heusel regelmäßig vor Ort. Genau wie seine Kollegen Ole Frerks, NBA-Ressortleiter bei SPOX und Podcaster, sowie Taktik-Experte Manuel Baraniak.
Sie alle kommen im Podcast zu Wort. Genau wie natürlich der Protagonist: Andreas Obst. Der 26-Jährige spricht über den Ursprung seines Wurfes, entscheidende Änderungen, die Europameisterschaft und einen möglichen Sprung in die NBA.
Außerdem wird folgende Frage diskutiert: Ist Andreas Obst der beste Distanzschütze, den Basketball-Deutschland je hatte?
Die spannendsten Aussagen
Andreas Obst sagt: "In den Spielen gegen Griechenland und Spanien waren die ganze Zeit krasse Emotionen dabei. Wir alle hatten ein Ziel vor Augen. Wir waren alle gehypt. Aber normalerweise ist es für mich so, wenn ich einen schweren Dreier mache, geht es weiter und wenn ich den nächsten bekomme, dann geht der auch wieder hoch." (ab Minute 27:00)
Robert Heusel sagt: "Wenn er in den Rhythmus kommt, ist er nicht zu stoppen. Das hat er in jedem Spiel gezeigt. Er trifft so hochprozentig, das ist schon richtig gut. Das macht es aus: Wenn du nicht nachdenken musst, und die Dinger sofort nimmst. Das ist für einen Schützen extrem wichtig." (ab Minute 10:00)
Ole Frerks sagt: "Sein Wurf ist einfach eine technisch perfekte Bewegung. Was diesen Wurf so gut macht, ist auch, dass er ihn so schnell los wird. Das ist etwas, was die besten Schützen in der NBA auszeichnet. Er hat auf jeden Fall eine der schönsten Wurftechniken, die ich über die Jahre gesehen habe." (ab Minute 3:25)
Manuel Baraniak sagt: "Ich finde, dass er das gesamte Paket hat. Die Wurfkurve finde ich sehr gut, wie er den los wirft. Und eben vor allem, dass er nicht nur in der Ecke steht, sondern sich im Raum um die Blöcke bewegt, schnell die Füße zum Korb auszurichten. Er hat eine sehr gute Reichweite. Und es ist beeindruckend, wie er trotz Bewegung immer noch einen sauberen Wurf los wird." (ab Minute 17:30)
Produziert wird der Podcast von Daniel George und Julien Bremer. Ihr erreicht Daniel George über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected].
Die dreiteilige Doku "Plan A" über Andreas Obst findet ihr auf Youtube.
Die Zukunft wird beginnen mit einer Reise in die Vergangenheit. Denn ehe die deutsche Basketball-Nationalmannschaft am 1. September mit der Partie gegen Frankreich in die Europameisterschaft startet, wird die Überfigur des deutschen Basketballs auf dem Parkett stehen: Dirk Nowitzki.
Dem besten deutschen Basketballer der Geschichte wird dann eine einmalige Ehre zuteil: Sein Nationalmannschafts-Trikot mit der Nummer 14 wird unter die Hallendecke gezogen, seine Rückennummer nie mehr vergeben. Das gab es in der Geschichte des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) zuvor noch nie.
Und im Anschluss wird die aktuelle Nationalmannschaft darum kämpfen, an alte Erfolge anzuknüpfen – angeführt von Kapitän Dennis Schröder, den von Nowitzki so vieles unterscheidet, und doch einiges mit ihm verbindet.
Folge 6 von "Ostball" in der Übersicht:
Das Thema
Basketball-Deutschland freut sich auf einen der großen Höhepunkte der vergangenen Jahre: die EuroBasket 2022 im eigenen Land. Die Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft finden in Köln statt. In der Endrunde wird dann in Berlin weitergespielt.
Vorangehen soll Dennis Schröder, der Spielmacher des Teams. Seit Jahren ist der 28-Jährige der Fixpunkt der Mannschaft. Vieles fokussierte sich auf ihn. Die ganz großen Erfolge blieben bislang jedoch aus – genau wie die ganz große Anerkennung für den NBA-Profi.
Woran liegt das? Wie schwer wiegt das Erbe von Dirk Nowitzki? Wie kann der Spagat zwischen seiner Huldigung und dem Fokus auf der neuen Generation gelingen? Und was muss sich ändern? Antworten gibt es im Podcast.
Die Gäste
Frank Buschmann ist einer von Deutschlands bekanntesten Sportkommentatoren – und dem Basketball seit Jahrzehnten eng verbunden. Er hat die großen Spiele von Dirk Nowitzki in der Nationalmannschaft kommentiert und auch den Weg von Dennis Schröder genau verfolgt.
Während der EM wird Buschmann in seinem Podcast "Lauschangriff" regelmäßig über die DBB-Auswahl berichten. In "Ostball" spricht Buschmann über die Wahrnehmung von Dennis Schröder und den unfairen Vergleich mit Dirk Nowitzki.
Einer, der noch näher dran war an Nowitzki, ist Thomas Pletzinger. Der Schriftsteller hat den deutschen Superstar während seiner Karriere immer wieder getroffen, war bei vielen großen Momenten hinter den Kulissen dabei. Entstanden ist das Buch "The Great Nowitzki – Das außergewöhnliche Leben des großen deutschen Sportlers".
Pletzinger spricht über die Erzählung, dass Schröder der Nachfolger von Nowitzki sei und erklärt, was er sich für die Berichterstattung zum einen über Dennis Schröder, aber insbesondere den deutschen Basketball generell wünschen würde.
Erst vor wenigen Wochen hat Martin Fünkele ein langes Interview mit Dennis Schröder geführt. Der Chefredakteur der Fachzeitschrift "BIG" ordnet den Stellenwert von Schröder für die Nationalmannschaft ein und spricht über einen Entwicklungsprozess beim Kapitän der DBB-Auswahl.
Marcus Albanus von der Initiative "Big City Basketball" erklärt, warum er glaubt, dass Dennis Schröder genau der richtige Start für die heutige Generation ist – und wie sehr ihm die Mentalität vieler Deutscher im Weg steht.
Die spannendsten Aussagen
Frank Buschmann sagt: "Dennis Schröder hat es vielen Basketball-Fans nie so ganz leicht gemacht, ihn zu mögen, geschweige denn zu lieben. Das tut mir fast ein bisschen leid. Weil ich ihn für seinen individuellen Weg im Basketball bewundere. Aber wenn ich danach gefragt werde, was er für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft bedeutet, dann ist er da für mich der Unvollendete." (ab Minute 26:00)
Thomas Pletzinger sagt: "Warum sollte man an Dennis Schröder den Anspruch haben, dass er der nächste Dirk Nowitzki wird? Er hat einen anderen Charakter, eine andere Spielweise. Ich weiß, dass sich mit Dirk in Deutschland fast schon überidentifiziert wird. Es gibt aber andere Leute, die genau so gute Geschichten haben, man muss sich nur drauf einlassen. Das ist etwas in Basketball-Deutschland, was man noch lernen muss: Dass es viele Geschichten gibt und nicht nur eine. Und dass man die auch erzählt und nicht immer nur als vergleichende Geschichte." (ab Minute 34:00)
Martin Fünkele sagt: "Wir Deutsche sind halt einfach auch Kartoffeln und wenn wir irgendwas nicht kennen, dann finden wir das doof. Das ist ein großer Teil von Dennis Problem, dass er anders ist, dass er Sachen cool findet, die viele Leute nicht cool finden. Da wird dann nicht getrennt zwischen Künstler und Werk. Das ist sein Problem." (ab Minute 05:00)
Marcus Albanus sagt: "Ich würde mir wünschen, dass mehr deutsche Nationalspieler so wären wie Dennis Schröder. Er verkörpert diesen Star Appeal, der in Deutschland immer ausgesprochen kritisch gesehen wird, was bedauerlich ist. Vielleicht überzieht er an der ein oder anderen Stelle. Aber das ist auch eine Generationenfrage." (ab Minute 15:10)
Produziert wird der Podcast von Daniel George und Julien Bremer. Ihr erreicht Daniel George über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected].
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