Ostball – der Basketball-Podcast aus dem Osten

Ostball – der Basketball-Podcast aus dem Osten

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Ostball – der Basketball-Podcast aus dem Osten episodes

  • Ostball #05 – "Alba Culture": Was Alba Berlin so besonders macht

    Wer im Osten lebt und hochklassigen Basketball liebt, für den gab es lange vor allem einen Sehnsuchtsort: die Heimspielstätte von Alba Berlin. Seit Jahrzehnten spielt Alba national ganz oben mit, überzeugt regelmäßig auch international.

    Doch so erfolgreich wie aktuell war der Hauptstadt-Klub wohl noch nie – und zwar auf und abseits des Parketts. Der Alba-Weg ist ein besonderer.

    Folge 5 von "Ostball" in der Übersicht:

    Das Thema

    Alba Berlin ist so etwas wie die Antithese zum knallharten Sport-Business – und trotzdem ein äußerst erfolgreicher Teil davon. Wie der Klub seiner sozialen Verantwortung gerecht wird, ist einmalig im deutschen Profisport. Seine Bildungsidee dient längst als Vorbild für andere Vereine.

    Und auch in der Spitze überzeugt Alba: Fünf der letzten sechs möglichen nationalen Titel haben sich die Alba-Herren gesichert. Die Jungen und Mädchen wurden in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga ebenfalls Deutscher Meister. Und das Frauenteam stieg kürzlich in die erste Liga auf.

    Dieser Verein, so fühlen es Fans und Beobachter, ist ein besonderer Basketballverein, vor allem ist er eben viel mehr als "nur" das. Woraus nährt sich dieses Gefühl? Was unterscheidet Alba von anderen Klubs? Und welche Überzeugungen stecken hinter der Kultur, die bei Alba Berlin gelebt wird, hinter der "Alba Culture"?

    Die Gäste

    Dietmar Wenck arbeitet seit 1986 als Sportjournalist in Berlin – erst beim Tagesspiegel, dann bei der Berliner Morgenpost. Er hat die Anfänge des Klubs miterlebt, die Serien-Meisterschaften, aber auch die schweren Zeiten. Wenck erklärt im Podcast, wie Alba tickt.

    Bestimmt wird der Rhythmus von Alba seit nunmehr 32 Jahren vor allem von einem Mann: Marco Baldi. Damals bekam der Geschäftsführer einen Schuhkarton voller Rechnungen in die Hand gedrückt – und baute daraus einen internationalen Spitzenklub. Wie, das verrät Baldi im Podcast.

    Und wer über den Erfolg von Alba Berlin spricht, nach Gründen sucht, der kommt an der Kultur nicht vorbei: Der spanische Sportdirektor Himar Ojeda hat diese "Alba Culture" seit seinem Amtsantritt vor sechs Jahren maßgeblich geprägt. Er erklärt, was seine Philosophie auszeichnet.

    Mit Maodo Lô spricht außerdem ein Alba-Profi darüber, warum der Job als Basketballspieler in Berlin so viel Spaß macht und was Freiheit in dem System bedeutet. Und drei Fans aus dem "Block 212" erzählen, was die Beziehung zwischen Anhängerschaft und Spielern so besonders macht.  

    Neben dem sportlichen Erfolg punktet Alba seit Jahren vor allem abseits des Bundesliga-Parketts: Mit dem Bildungsprogramm "Palermo" geht der Vereinen einen bemerkenswerten Weg. Vizepräsident Henning Harnisch und Kulturdirektorin Rabea Weihser sprechen im Podcast über die soziale Jugendarbeit von Alba und das Zusammenspiel zwischen Sport und Kultur.

    Die spannendsten Aussagen

    Geschäftsführer Marco Baldi sagt: "Ich glaube, dass wir eine tolle Balance gefunden haben aus Kontinuität, einem Bewusstsein, wo wir herkommen, einem festen Wertekanon und gleichzeitig immer der Kraft und dem Wunsch, sich zu erneuern – und das nicht für sich, um zu gewinnen."

    Sportdirektor Himar Ojeda sagt: "Im Profisport ist es verbreitet, dass Spieler zu Höchstleistungen getrieben werden müssen. Es ist wie bei Früchten: Du presst sie aus, um den Saft zu bekommen, aber danach schmeißt du sie weg. Wir glauben nicht an diesen Weg. Wir glauben daran, Menschen zu überzeugen, ihr Bestes zu geben, indem wir eine großartige Atmosphäre schaffen."

    Vorsänger Alexander Kürth sagt: "Wenn sich Ojeda die Lieder mit dem Handy aufnimmt und ich weiß, dass er die zu Hause übersetzt und mitsingt. Wenn man singt und Christ Koumadje nickt mit dem Kopf dazu. Oder wenn man sich die Social-Media-Beiträge anguckt und die Mannschaft singt ein Fan-Lied in der Kabine. Das ist eine krasse Wertschätzung."

    Spielmacher Maodo Lô: "Du spielst auf dem höchsten europäischen Niveau, wo es normalerweise immer um Leistungsdruck geht. Jeder ist angespannt. Aber bei Alba herrscht eine andere Philosophie. Wir versuchen, diesen Wettkampf durch Spaß und Leichtigkeit anzugehen."

    Kulturdirektorin Rabea Weihser sagt: "Wir handeln bei Alba nicht aus dem Überfluss, sondern aus Überzeugung. Jeder tut, was er kann. Das macht es manchmal sehr spontan, sehr unkonventionell, sehr handgemacht. Aber man darf gerade in diesem Sportgeschäft das Menschliche, das Authentische nicht vergessen. Ansonsten ist es ganz schnell einfach nur ein blankes Business. Und das ist Alba eben nicht."

    Vizepräsident Henning Harnisch sagt: "Wir müssen immer kämpfen, dass die nächsten Schritte möglich sind. Und für uns ist klar: Wir brauchen einen eigenen Ort für unsere Kultur."

    Sportjournalist Dietmar Wenck sagt: "Es ist eine ganz andere Kultur und Philosophie, die Alba jetzt vertritt, als vorher. Die Spieler lieben das und schätzen das."

    Produziert wird der Podcast von Daniel George und Julien Bremer. Ihr erreicht Daniel George über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected].

    1 hr 14 min
  • Ostball #04 – Verhilft der neue Medien-Deal mit S-Nation der BBL aus der Nische?

    Mehr als 150 Kommentare unter dem Twitter-Post – und kein einziger davon wirklich positiv. Das Echo auf den neuen Medienrechte-Deal der Basketball-Bundesliga (BBL) mit S-Nation Media war verheerend.

    Selten sorgte eine Entscheidung der Liga in der Vergangenheit für so viel Aufsehen. Zum einen, weil viele Fans das Konstrukt hinter der neuen Streaming-Plattform kritisch sehen. Zum anderen aber auch, weil der neue Vertrag große Chancen für den deutschen Basketball bietet.

    Folge 4 von "Ostball" in der Übersicht:

    Das Thema

    Der neu gegründete Sport-Streaming-Dienst S-Nation Media, der sich allen Sportarten außer Fußball widmen will, hat sich die audiovisuellen Medienrechte der Basketball-Bundesliga für sechs Spielzeiten gesichert – startend 2023 bis 2029.

    Das heißt: S-Nation wird sämtliche Bundesliga-Partien und Pokal-Spiele übertragen. Auch weitere Rechte will sich das Unternehmen sichern. Die Partnerschaft der BBL mit dem bisherigen Rechteinhaber, der Deutschen Telekom, endet dagegen nach neun Jahren.

    Der neue Deal warf viele Fragen auf – und sorgte für reichlich Kritik.

    Die Gäste

    Ein Thema, zahlreiche Perspektiven: In Folge 4 von "Ostball" spricht Stefan Holz, der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga, erstmals ausführlich über den neuen Medien-Deal.

    Außerdem schätzen Martin Geissler, Geschäftsführer des Syntainics MBC, und Steffen Herhold, Geschäftsführer der NINERS Chemnitz, die Bewegtbild-Zukunft der BBL in Bezug auf ihre Klubs ein.

    Marcus Albanus spricht als Fan und Gesicht der Initiative "Big City Basketball" über die Kritik an dem neuen Medienrechte-Partner.

    Und nicht zuletzt ist es auch der Mann zu hören, auf dem viele Hoffnungen ruhen: Christian Seifert, der ehemalige Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und jetzige Gesellschafter sowie Geschäftsführer von S-Nation.

    Basketball-Journalist Robert Heusel ordnet Ausschnitte aus seinem Interview mit Christian Seifert aus dem Podcast "Postgame" des Basketball-Fachmagazins "BIG" ein.

    Die spannendsten Aussagen

    Das Feedback war ernüchternd. Nach der Verkündung des neuen Medienpartners hagelte es für die Basketball-Bundesliga reichlich Kritik. "Diese Konstellation fällt nicht vom Himmel. Das ist harte Arbeit. Wir haben uns dabei etwas gedacht", sagt BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. "Dass das erstmal nicht goutiert wird von der Mehrheit, die sich da meldet, fand ich enttäuschend." (ab Minute 3:40)

    Holz spricht im Podcast über die Gedanken hinter dem neuen Bewegtbild-Deal, die Kritik der Fans und wie auch der Basketball-Nachwuchs in Deutschland von dem neuen Medienrechtevertrag profitieren soll. (ab Minute 32:00)

    Konkrete Zahlen nennt zwar niemand. Aber laut dem Sponsors-Magazin dürfte der neue Vertrag ein finanzielles Volumen von mindestens 35 Millionen Euro haben. Das würde gegenüber dem bisherigen Medienrechtevertrag rund 20 Prozent mehr garantierte Erlöse pro Saison bedeuten.

    MBC-Geschäftsfüher Martin Geissler sagt: "Die Zahlen werden erheblich steigen. Das ist eine neue Dimension, die es so im Basketball in Deutschland noch nicht gegeben hat." (ab Minute 24:30)

    NINERS-Geschäftsführer Steffen Herhold sieht ebenfalls eher die Chancen als die Risiken. Doch: Droht nun durch den Springer-Verlag eine Boulevardisierung des Basketballs? "Wie boulevardesk kann Sport sein", fragt Herhold. "Sport-Entertainment ist ja boulevard." (ab Minute 33:30)

    Vielmehr sagt der Chemnitzer Geschäftsführer: "Wenn sich der Springer-Verlag dahinterklemmt, dann ist man zum Erfolg verdammt. Dann werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit das Thema fliegt." Und weiter: "Wir wollen Basketball präsentieren und in der Öffentlichkeit viel mehr stattfinden lassen. Und das kann man im Feuilleton machen, aber auch so, wie er ist: erdig, mit Zugang für alle Bevölkerungsschichten."

    Christian Seifert ist das Gesicht von S-Nation – und will nun die Entwicklung des Basketballs vorantreiben. Natürlich: vor allem, um mehr Abos der neuen Streaming-Plattform zu verkaufen.

    "Jeder Deal, egal, wie groß er ist, wird die BBL nicht auf ein anderes Level bringen", sagt Seifert (ab Minute 17:15). "Deshalb geht unser Konzept auch über diesen Medienvertrag hinaus. Unser Konzept zielt darauf ab, gerade zwischen den Spieltagen deutlich, deutlich mehr Reichweite und Berichterstattung zu platzieren."

    Weitere Themen: Wie der neue Vertrag auch die Liga und Klubs fordert (ab Minute 28:20) und was S-Nation im Basketball noch plant (ab Minute 19:30).

    Warum war der neue Medienrechte-Deal vielleicht sogar notwendig? Basketball-Journalist Robert Heusel sagt: "Wenn die durchschnittliche Einschalt-Zahl 25.000 ist, ist das zu wenig. Die Vereine müssen sich weiterentwickeln, wenn sie sportlich erfolgreich sein wollen. Hier müssen sie neue Zielgruppen erschließen, um neue wirtschaftliche Möglichkeiten erschließen zu können." 

    Was im besten Fall in der Zukunft durch den neuen Deal passieren wird? "Der beste Fall wäre", sagt Heusel, "dass unsere Sportart aus der Nische rauskommt und dass Basketball ein Volkssport wird."

    Marcus Albanus von der Initiative "Big City Basketball" erklärt, warum die Entwicklung des Basketballs unter Federführung des Springer-Verlags aus seiner Sicht schwierig werden könnte: "Unsere Intention war immer, den Basketball nicht als nationale Sportart zu verkaufen, weil er schon in Weißenfels keine nationale Sportart mehr ist." (ab Minute 40:30)

    Doch: "Jetzt kommt Springer mit seiner Fußballwelt, die halt anders funktioniert, wo das nationale eine andere Bedeutung hat. Vom Fußball lernen heißt unserer Meinung nach für den Basketball nicht siegen lernen."

    Produziert wird der Podcast von Daniel George. Ihr erreicht ihn über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected].

    55 min
  • Ostball #03 – Wie Julius Schubert seinen Traum als Basketball-Youtuber lebt

    Als Julius Schubert zum Podcast-Gespräch empfängt, ist für ihn bereits Mittagszeit – obwohl die Uhr erst 8 anzeigt. Doch sein Tagesrhythmus während der NBA-Play-offs ist alles andere als normal: 17 Uhr schlafen gehen, um Mitternacht wieder aufstehen und mit der Arbeit beginnen.

    Seine Arbeit ist Basketball. Dabei ist der 23-Jährige kein Spieler oder Trainer, sondern Youtuber. Mit seinen Taktik-Analysen über die Partien der nordamerikanischen Profi-Liga erreicht der Dessauer tausende Menschen – und lebt dabei seinen Traum.

    Folge 3 von "Ostball" in der Übersicht:

    Der Protagonist

    Julius Schubert ist 23 Jahre alt und wurde in Dessau geboren. In seiner Kindheit und Jugend hat er nie selbst Basketball gespielt – zumindest nicht im Verein. Tischtennis war der Sport seiner Wahl. Außerdem war er Fußball-Fan.

    Eines Tages aber entdeckte er seine Liebe zur NBA. Der Grund: die "Bravo Sport" und NBA-Superstar LeBron James.

    Seine Geschichte

    Nach dem Abitur führte ihn sein Weg zum Studium nach Halle. Erst studierte erst BWL, dann Lehramt – beides brach er ab. Seit einem Jahr arbeitet er nun bereits als Vollzeit-Youtuber.

    Seinen Kanal "Just A Kid From Germany" haben mittlerweile knapp 30.000 Menschen abonniert. Schubert lebt wieder in Dessau, reist für NBA-Dienstreisen in die USA.

    Die spannendsten Aussagen

    LeBron James ist der beste Basketball-Spieler seiner Generation – und für Julius Schubert ein entscheidender Mensch. Denn: "Wenn es LeBron nicht geben würde, wüsste ich nicht, was ich in meinem Leben gemacht hätte", sagt der Youtuber und spricht im Podcast über die Bedeutung des Superstars der Los Angeles Lakers für seinen Weg (ab Minute 04:00).

    Studium abgebrochen, um Youtuber zu werden – was seine Eltern dazu gesagt haben? Das verrät Julius Schubert in "Ostball". Im Podcast spricht er über seinen Arbeitsalltag und seinen Verdienst (ab Minute 06:50). Er sagt: "Es ist eine außergewöhnliche Berufswahl. Und es ist schon ein Risiko."

    Einer, der den Weg von Julius Schubert entscheidend mit beeinflusst hat, ist André Voigt. Der ehemalige Chefredakteur der mittlerweile eingestellten Basketball-Zeitschrift "FIVE" gilt als bekanntester Basketball-Journalist Deutschlands.

    Im Podcast spricht "Dré", wie er in der Basketball-Szene nur genannt wird, über die Entwicklung des Berufsbildes und die Bedeutung einer eigenen Community in der heutigen Zeit. Er sagt: "Jeder kriegt im Internet die Aufmerksamkeit, die er verdient – und das spricht bei Julius ja für sich, wie erfolgreich er auf Youtube ist."

    Im Arbeitszimmer von Julius Schubert hängt ein großes Whiteboard. Dort steht sein Wochenplan oder eine To-Do-Liste. Und drei Sätze zur Motivation:

    • "Du wirst der größte Basketball-Youtuber in Deutschland."
    • "Du wirst dir deine Träume erfüllen."
    • "Du wirst der erste Millionär in deiner Familie."
    • Im Podcast spricht der 23-Jährige über die Bedeutung dieser Sätze. Und er sagt: "Das, was ich jetzt gerade mache, ist schon sehr nach dran an meiner Traumvorstellung."

      Dessau und Los Angeles, diese beiden Orten stehen in seiner Instagram-Biografie. 80.000-Einwohner-Stadt in Sachsen-Anhalt und Vier-Millionen-Einwohner-Metropole in den USA, zwischen diesen Welten bewegt sich Julius Schubert.

      "Ich hätte echt gedacht, wenn ich einmal raus bin aus Dessau, dann komme ich nie wieder. Das denkt sich jeder, der hier mit 18 sein Abi macht. Jetzt bin ich fünf Jahre später wieder hier", sagt Julius Schubert und erklärt zum Abschluss des Podcasts, warum er auch seine Zukunft in Dessau sieht.

      Produziert wird der Podcast von Daniel George. Ihr erreicht ihn über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected].

      38 min
    • Ostball #02 – braucht der deutsche Basketball mehr Typen wie Nelson Weidemann von den NINERS Chemnitz?

      Treffpunkt Kabine. Nur: warum? Eigentlich ist heute doch trainingsfrei bei den NINERS Chemnitz. Zeit zum Entspannen. "Ich will nachher trotzdem noch ein paar Würfe nehmen", sagt Nelson Weidemann und wählt deshalb das Trainingszentrum des Bundesligisten für das Podcast-Gespräch.

      Es ist auch dieser Ehrgeiz, der erklärt, warum Weidemann die bislang beste BBL-Saison seiner Karriere spielt.

      Folge 2 von "Ostball" in der Übersicht:

      Der Protagonist

      Nelson Weidemann trägt seit vergangenem Sommer das Trikot der NINERS Chemnitz. In seiner dritten BBL-Saison hat der 23-Jährige den Durchbruch geschafft.

      Der Aufbauspieler spielt bei den NINERS eine wichtige Rolle, trifft seinen Dreier zuverlässig, bringt an beiden Seiten des Parketts reichlich Energie ins Spiel und steht pro Partie fast 20 Minuten auf dem Parkett.

      Die vergangenen beiden Spielzeiten verbrachte Weidemann bei der BG Göttingen (2020/2021) und in Bamberg (2019/2020). Der FC Bayern München hatte ihn dorthin ausgeliehen. Noch immer steht Nelson Weidemann bei den Bayern unter Vertrag, ist zunächst bis 2023 nach Chemnitz ausgeliehen.

      Seine Geschichte

      Nelson Weidemann ist eines der größten Talente des deutschen Basketballs. Doch der 23-Jährige sticht nicht nur sportlich heraus: Abseits des Parketts gibt sich Weidemann ehrlich, authentisch, hat keine Angst vor öffentlichen Konfrontationen.

      Seine Art ist eine Seltenheit in der Bundesliga – und damit sorgt Nelson Weidemann für das, was dem deutschen Basketball in den vergangenen Jahren oft gefehlt hat: Diskussionen.

      Die spannendsten Aussagen

      Im Podcast erklärt Nelson Weidemann, wie ihn das Aufwachsen in seiner Heimatstadt Berlin geprägt hat: "Dadurch kommt bei mir diese freie, ein bisschen asoziale Schnauze zum Vorschein. Ich bin nicht Klischee-Deutsch, nicht immer politisch korrekt."

      Der 23-Jährige spricht über Schlägereien auf der Straße und Drogen-Dealer. Und er sagt: "Wenn ich Basketball nicht gehabt hätte, hätte das auch in eine ganz andere Richtung gehen können. Dann hätte ich abrutschen können." (ab Minute 3:30).

      Wer an mündige Spieler in der BBL denkt, der denkt vor allem an einen: Bastian Doreth, Kapitän von medi Bayreuth. In "Ostball" erklärt der 32-Jährige, warum ihm die Art von Nelson Weidemann so gut gefällt – aber auch, warum manche Verantwortliche es lieber sehen, wenn ihre Profis den Mund halten (ab Minute 08:00).

      Ganz anders ist das bei Steffen Herhold, dem Geschäftsführer der NINERS Chemnitz. Denn er sagt in "Ostball" über Nelson Weidemann: "Wir lieben den Jungen." Und: "Ich würde Nelson empfehlen, dass er so bleiben soll, wie er ist. Das Leben ist zu kurz, um sich zu verbiegen und etwas zu sein, was man nicht ist." (ab Minute 17:30)

      Und so glaubt Nelson Weidemann auch weiter an seinen großen Traum: Er will in die nordamerikanische Profiliga NBA, die beste Liga der Welt. "Ich will am Ende meiner Karriere sagen können, dass ich alles probiert habe, um das zu schaffen", sagt der Aufbauspieler und erklärt, was ihm im deutschen Basketball im Umgang mit Talenten fehlt. (ab Minute 22:30)

      Was braucht der deutsche Basketball, um zu wachsen? Welche Rolle spielen Typen wie Weidemann dabei? Diese Fragen beantwortet zum Abschluss der Folge der Chefredakteur des Fachmagazins "BIG", Martin Fünkele.

      Er sagt: "So ein Wachstum muss eine Sportart immer aus sich selbst heraus schaffen, eine eigene Identität schaffen, eine eigene Kultur. Wir müssen es einfach schaffen, immer mehr Menschen in involvieren und eine Relevanz in deren Leben haben." (ab Minute 29:00)

      Produziert wird der Podcast von Daniel George. Ihr erreicht ihn über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected].

      39 min
    • Ostball #01 – MBC-Profi Sergio Kerusch und sein Kampf gegen den Krebs

      Sergio Kerusch wirft einen Blick auf den Mittelkreis der Stadthalle Weißenfels. Dorthin, wo er seinen Mitspielern damals, im August 2017, erklären musste: "Ich habe Krebs." Manche sanken zu Boden. Alle brachen in Tränen aus.

      Sergio Kerusch hat lange überlegt, ob er diese Geschichte heute, im April 2022, noch einmal öffentlich erzählen will. Und er ist zu dem Schluss gekommen: Ja, er will – und zwar so offen wie nie zuvor. Denn: "Darüber zu sprechen", sagt der Rekordspieler des Syntainics MBC, "erinnert mich daran, wie stark ich sein kann."

      Folge 1 von "Ostball" in der Übersicht:

      Der Protagonist

      Sergio Kerusch ist 33 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Memphis, Tennessee. Die Mutter stammt aus den USA, der Vater ist Deutscher.

      Seine Profi-Karriere startete Kerusch 2011 in Griechenland. Über die Artland Dragons und die Eisbären Bremerhaven ging es 2016 nach Weißenfels. Dort stieg Kerusch in seiner ersten Saison mit dem Syntainics MBC von der Pro A in die Bundesliga auf.

      Nach sechs Jahren in Weißenfels ist der Flügelspieler das Gesicht des Klubs, die einzige Konstante im sich sonst von Jahr zu Jahr komplett verändernden Aufgebot. Kerusch ist der Spieler mit den meisten Einsätzen und den meisten Punkten in der Geschichte des Syntainics MBC.

      Seine Geschichte

      Im August 2017 kam der Schock: Diagnose Hodenkrebs. Nach der Aufstiegssaison hatte sich Kerusch mit Weißenfels gerade auf die neue BBL-Spielzeit vorbereitet. Doch plötzlich kämpfte er mit dem Klub nicht mehr um den Klassenerhalt, sondern um sein Leben.

      Die spannendsten Aussagen

      Sergio Kerusch erinnert sich im Podcast an schwere Momente im Krankenhaus. "Es gibt etwas, das ich noch kaum jemanden erzählt habe", sagt er: "Ich wollte aufgeben. Es gab eine Phase, in der ich nicht mehr konnte. Genug war einfach genug."

      In "Ostball" blickt der 33-Jährige auf diese Zeit zurück und erklärt, wie ihm sein ehemaliger Mitspieler Benedikt Turudic dazu gedrängt hat, weiterzukämpfen (ab Minute 12:30).

      Offen spricht Kerusch, der nach außen immer gut gelaunte Publikumsliebling, über mentale Probleme: Angststörungen und Depressionen (ab Minute 20:40). "Hinter meinem Lächeln", sagt er, "verberge ich einige ziemlich dunkle Sachen."

      Die Geschichte von Sergio Kerusch ist die Geschichte eines Kämpfers. Eines Mannes, der viele Menschen, nicht nur in Weißenfels, inspiriert – und den die Liebe der Fans antreibt.

      Im Podcast spricht Kerusch über seine besondere Beziehung zu den Anhängern des Syntainics MBC und erzählt von einer emotionalen Begegnung mit einem Fan (ab Minute 33:00). "Das hat meine Seele berührt", sagt er.

      Produziert wird der Podcast von Daniel George. Ihr erreicht ihn über Twitter, Instagram oder per Mail an [email protected].

      42 min

    About Ostball – der Basketball-Podcast aus dem Osten

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