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Monika Sinn ist über 60 Jahre alt, berufstätig und begleitet die Pflege ihrer Eltern zu Hause. Als ihr Vater und ihre Mutter pflegebedürftig wurden, musste sie innerhalb kurzer Zeit Betreuung organisieren, Hilfsmittel beantragen und sich mit zahlreichen Verfahren auseinandersetzen. Heute unterstützt eine „Badante" die Familie. Die Verantwortung und die Sorge um ihre Eltern bleiben dennoch Teil ihres Alltags. Monika erzählt, was lange Wartezeiten auf die Pflegeeinstufung für Familien bedeuten und warum die erste Zeit nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit besonders schwierig ist. Wir sprechen über die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, fehlende Möglichkeiten zur kurzfristigen Entlastung, Tages- und Übergangspflege sowie über den Personalmangel in den Diensten und Einrichtungen. Monika wünscht sich weniger Bürokratie, rasche Hilfe in akuten Situationen und eine stärkere gemeinsame Stimme für pflegende Angehörige. Ein persönliches Gespräch über eine Verantwortung, die viele Familien tragen – oft ohne darauf vorbereitet zu sein.
Anneres Ebenkofler führt gemeinsam mit ihrer Familie das Farmhotel Moosmair in Ahornach, das seit Jahrhunderten besteht – früher als Bauernhof, heute als Hotel. Vieles hat sich im Laufe der Zeit verändert. Geblieben ist der Anspruch, das, was man tut, ordentlich zu machen: mit Respekt vor dem, was war, und mit klaren Vorstellungen davon, wie der Betrieb in die Zukunft geführt werden soll. Wir sprechen offen über eine Branche, die derzeit häufig in der Kritik steht: den Tourismus. Dabei geht es um die Herausforderungen, vor allem aber um seine positiven Seiten und seine Bedeutung für unsere Dörfer und die Menschen vor Ort. Was macht einen Tourismus aus, von dem Gäste und Einheimische gleichermaßen profitieren? Welche Rolle spielen kleine Familienbetriebe, regionale Produkte und gelebte Gastfreundschaft? Und was braucht es, damit Familie und Beruf besser vereinbar werden? Wir sprechen über Fachkräftemangel, fehlende Kinderbetreuung, die Einbindung aktiver Seniorinnen und Senioren, weniger Bürokratie und neue Lösungsansätze. Ein ehrliches Gespräch über Tradition, Zusammenhalt und die Zukunft des Tourismus.
In dieser Folge von „Politik mit Herz" spreche ich mit Sr. Klara Rieder, Provinzoberin der Tertiarschwestern. Sie erzählt über ihren persönlichen Weg ins Kloster, über das Leben in einer Ordensgemeinschaft und darüber, wie sich das Klosterleben im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Im Mittelpunkt stehen starke Frauen – damals wie heute. Sr. Klara blickt auf die Ordensgründerin Maria Hueber zurück, die bereits vor über 300 Jahren jungen Mädchen Bildung ermöglichte, obwohl Frauen damals kaum Chancen hatten. Gleichzeitig geht es um die Rolle der Frau in der Kirche heute, um gesellschaftlichen Wandel und um die Frage, warum Frauen für die Zukunft der Kirche unverzichtbar sind. Es geht aber auch um Gemeinschaft, Zusammenhalt zwischen Generationen, das Älterwerden im Kloster, Verantwortung und darum, wie Ordensgemeinschaften versuchen, sich immer wieder an neue Zeiten anzupassen. Ein persönliches, ehrliches und zugleich sehr lebensnahes Gespräch über Glauben und Veränderung.
Zu Gast ist diesmal Marlene Kranebitter – Direktorin der Landeshotelfachschule Bruneck sowie Psychologin, Notfallseelsorgerin und Autorin. Gemeinsam sprechen wir über die Entwicklung einer Schule, die weit mehr ist als ein Ausbildungsort: ein Ort, an dem junge Menschen Selbstständigkeit lernen, Verantwortung übernehmen und auf eine sich rasant verändernde Arbeitswelt vorbereitet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei spannende Fragen: Wie viel Praxis braucht gute Bildung? Welche Chancen eröffnen neue Ausbildungsmodelle vor Ort? Und wie gelingt es, junge Menschen auf eine Zukunft vorzubereiten, die sich ständig verändert – von Digitalisierung bis hin zu Künstlicher Intelligenz? Ein besonderes Beispiel: das Schulrestaurant Vegabula, in dem Theorie und Praxis aufeinandertreffen – und Schülerinnen und Schüler echte Erfahrungen sammeln, die weit über den Unterricht hinausgehen.
Andrea Perger ist Lehrerin am Realgymnasium in Schlanders und Sprecherin der Initiativgruppe „Qualitätsmarke Bildung Südtirol". In dieser Folge von Politik mit Herz sprechen wir über die zentralen Herausforderungen im Südtiroler Bildungssystem – jenseits der oft einseitig geführten Gehaltsdebatte.
Wir sprechen über zunehmenden Lehrermangel, steigende Komplexität in den Klassen, fehlende multiprofessionelle Teams und die unzureichende Verzahnung von Bildung und Betreuung. Wir sprechen darüber, dass Schule heute weit mehr leisten muss als reine Wissensvermittlung – sie gibt Stabilität, Orientierung und bereitet junge Menschen auf die Zukunft vor. Wir sprechen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und den dringenden Bedarf an langfristigen politischen Gesamtkonzepten statt kurzfristiger Einzellösungen. Und wir sprechen darüber, warum Engagement, Vernetzung und demokratische Mitgestaltung entscheidend sind, um echte Veränderungen anzustoßen.
In dieser Folge bin ich bei der Lebensmittelausgabe „LeO" in Bruneck – einem Ort, der zeigt, wie nah soziale Not tatsächlich ist. Seit 2014 werden hier Menschen unterstützt, die ihren Alltag finanziell nicht mehr bewältigen können. Rund 140 Erwachsene und bis zu 60 Kinder werden aktuell versorgt – organisiert von 50 Ehrenamtlichen, die Woche für Woche im Einsatz sind. Im Gespräch mit Josef Unteregelsbacher, dem Koordinator vor Ort, wird deutlich: Armut ist oft unsichtbar. Viele Betroffene brauchen lange, bis sie sich Hilfe holen – aus Scham, aus Angst oder aus Stolz. Gleichzeitig zeigt sich, wie sich die soziale Lage verändert: Immer mehr Familien sind betroffen, besonders alleinerziehende Frauen mit Kindern geraten unter Druck, Alleinlebende und auch Menschen mit Mindestrente kommen oft nicht mehr über die Runden „LeO" ist dabei weit mehr als eine Lebensmittelausgabe: Es ist ein Ort der Unterstützung, aber auch ein System mit klaren Regeln, um die Würde für alle zu sichern.
Pauline und Lena, zwei junge Studentinnen aus Südtirol, studieren Krankenpflege an der Fachhochschule für Gesundheit in Innsbruck – ein großer Schritt mit vielen spannenden Fragen. Was hat sie nach Innsbruck geführt? Ist es die besonders praxisnahe Ausbildung? Das lebendige Studentenleben in einer Universitätsstadt? Oder sind es schlicht bessere Rahmenbedingungen? Im Gespräch wird schnell klar: Es geht um weit mehr als um die Wahl eines Studienortes. Wir sprechen über berufliche Perspektiven, über Anerkennungsverfahren und Wettbewerbe, über Gehaltsunterschiede – und über die zentrale Frage, wie attraktiv Südtirol für gut ausgebildete Pflegekräfte tatsächlich ist. Bleiben sie nach dem Abschluss in Österreich? Kehren sie in die Heimat zurück? Und was müsste sich ändern, damit „gehen" nicht automatisch „wegbleiben" bedeutet?
In der 80. Folge von meinem Podcast spreche ich mit Matthias Strolz über Politik, Leben und die Frage, wie wir in herausfordernden Zeiten Orientierung finden können. Ausgehend von seinem Weg als Mitbegründer von NEOS und ehemaliger Parteichef sprechen wir über seinen Ausstieg aus der Politik, über Verantwortung, Familie und darüber, wie wichtig es ist, dem eigenen Inneren treu zu bleiben. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht der Mensch: seine Potenziale, seine Ängste, aber auch seine Fähigkeit, bewusst zu gestalten. Wir sprechen über Vertrauen in die Politik, über den Verlust von Orientierung und darüber, warum echter Wandel immer bei uns selbst beginnt. Matthias Strolz lädt dazu ein, Kopf, Herz und Intuition wieder stärker miteinander zu verbinden und den eigenen Beitrag für ein gutes Zusammenleben zu leisten. Es ist eine Einladung zum Innehalten, zum Nachdenken und dazu, das eigene Leben und Wirken neu zu betrachten.
Politik ist oft laut und konfliktreich – doch manchmal spielt sie sich ganz leise ab. Zum Beispiel auf einem Stockwerk, zwischen Bürotüren, Kopiergeräten und der Frage, wem man eigentlich den Wohnungs- oder Büroschlüssel anvertrauen würde. In dieser besonderen Folge von Politik mit Herz geht es nicht um Debatten im Landtag, sondern um das tägliche Miteinander in der Politik. Was passiert, wenn politische Konkurrentinnen gleichzeitig Nachbarinnen sind? Wenn man sich im Plenum hart begegnet, sich auf dem Flur des Landtags jedoch freundlich grüßt? Mit ehrlichen Einblicken sprechen wir darüber, wie Nähe und Distanz, Respekt und Reibung sowie Vertrauen und klare Grenzen im politischen Alltag zusammenfinden. Eine Folge über Politik mit Herz, Haltung – und die Kunst, auch im politischen Alltag eine gute Nachbarschaft zu pflegen.
Jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens Gewalt – und dennoch wird darüber oft erst gesprochen, wenn etwas Unwiederbringliches geschehen ist. Die meisten dieser Erfahrungen bleiben unsichtbar: Angst, Scham und alte Rollenbilder verhindern, dass Betroffene überhaupt den Mut finden zu sprechen. Zum heutigen Tag gegen Gewalt an Frauen spreche ich mit Lea Hainz. Die junge Juristin hat ihre Abschlussarbeit zur sexuellen Gewalt im italienischen Recht verfasst. Wir sprechen darüber, warum ein „Nein" in der Realität oft nicht reicht, warum die Beweissicherung bei sexueller Gewalt so schwierig ist, warum Betroffene fürchten, nicht ernst genommen oder gar in Frage gestellt zu werden – und weshalb die Debatte um „Nur Ja heißt Ja" nicht nur ein juristisches Detail ist, sondern ein kultureller Wendepunkt: weg von der Verantwortung der Opfer, hin zur Pflicht der Täter, eine klare Zustimmung einzuholen.
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