Ors: Europa lernt gemeinsam: Bonn (ots) -
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Anmoderation
Auch wenn bei den Wahlen zum Europaparlament im Juni gerade einmal
vierzig Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland gewählt haben und
die Beteiligung ausgerechnet in den neuen EU-Mitgliedstaaten noch
geringer ausfiel: Das europäische Haus füllt sich zunehmend mit
Leben, gerade auch zwischen Ost und West. Einen wichtigen Beitrag
dazu leistet im Bereich Bildung das von der Deutschen Telekom
Stiftung geförderte Comenius-Projekt im Rahmen des EU
Aktionsprogrammes Sokrates. Deutsche und polnische Schüler und
Schülerinnen berichten hier von ihren ersten Projekterfahrungen.
Klaus Kinkel, ehemaliger deutscher Außenminister und Vorsitzender der
Deutsche Telekom Stiftung, erklärt, warum die Stiftung gerade dieses
Projekt gerne unterstützt.
Beitrag
Das Albert-Einstein-Gymnasium in Sankt Augustin bei Bonn hat
Besuch. Für eine Woche sind hier polnische Schülerinnen und
Lehrerinnen der Marie-Curie-Schule aus der Industriestadt Skawina bei
Krakau zu Gast, um sich mit Schülerinnen und Schülern des
Albert-Einstein-Gymnasium über ihr Comenius-Projekt auszutauschen.
Gemeinsam recherchieren die Gymnasien aus Skawina, Sankt Augustin und
einer weiteren Partnerschule in der Slowakei zu Geschichte und
Gegenwart des Benediktinerordens in Europa. Für die 18-jährige
Justyna, die in die 12. Klasse des Gymnasiums in Slawina geht, ist
dieser Austausch eine wichtige Erfahrung:
Justyna (Justina gesprochen)
I'm here, because I like new changes and it was a change to be
here to practice my language and to get to know something more for
our project. (Übersetzung/ Sprecherin:) Ich bin hier, weil ich
Herausforderungen mag und es war einmal etwas anderes, hier meine
Sprachfertigkeiten zu trainieren und mehr über unser Projekt zu
erfahren.
Sprecherin
Bislang haben sich die Schulen aus Skawina und St. Augustin über
das Internet per Mail über ihre Forschungsergebnisse ausgetauscht.
Jetzt sitzen sich die polnischen und deutschen Projektteilnehmer zum
ersten Mal gegenüber. Auch die 17-jährige Kate aus Skawina ist zum
ersten Mal in Deutschland:
Katarzyna
That was for me a challenge just like for Justyna. We had to go to
libraries and read a lot of new information about these Benedictines.
We spoke with brothers and we have not done this earlier.
(Übersetzung/ Sprecherin:) Es war eine Herausforderung genau wie für
Justyna. Wir gingen in Bibliotheken, sammelten neue Informationen zu
den Benediktinern und sprachen sogar mit Mönchen, etwas das wir so
noch nie zuvor gemacht haben.
Sprecherin
Der Besuch bei den Mönchen im Siegburger Kloster ganz in der Nähe
von Sankt Augustin war für alle etwas ganz Besonderes, aber auch die
internationale Zusammenarbeit stößt auf viel Zuspruch. Sydonia Kasek
heißt die Polnischlehrerin aus Skawina. Über das Comenius-Projekt
hinaus organisiert sie seit Jahren den Schüleraustausch zwischen dem
Lyceum in Skawina und dem Albert-Einstein-Gymnasium in Sankt
Augustin:
O-Ton Sydonia Kazek:
Polnische Antwort. (Übersetzung/ Sprecherin:) Bisher war der
Austausch eher touristisch. Jetzt im Rahmen des Comeniusprogrammes
können wir gemeinsam an einem Projekt ganz konkret etwas
wissenschaftlich erforschen. Das ist eine sehr wichtige Sache für
uns.
Sprecherin
Den transnationalen Unterricht und Schulaustausch ermög-lichen
E-Mail und Internet. Für manche Lehrerinnen und Lehrer ist der Umgang
mit den neuen Medien noch Neuland. Für die Unterstützung des
Comenius-Projektes an seiner Schule musste Wolfgang Köhler,
Fachlehrer für Englisch und Erdkunde am Albert-Einstein-Gymnasium,
auch deshalb viel Überzeugungsarbeit leisten:
O-Ton Wolfgang Köhler:
Das Schöne daran ist natürlich, dass man über den eigenen
Tellerrand hinaus guckt und dass man voneinander etwas lernt im
Umgang miteinander.
Sprecherin:
Nicht zuletzt aufgrund ihrer eigenen Schulerfahrung als Schülerin
im Nachkriegsdeutschland steht die Schulleiterin des
Albert-Einstein-Gymnasiums Anne Marie Wähner überzeugt hinter dem
Projekt.
O-Ton Anne Marie Wähner:
Das ist ne tolle Sache. Und ich sehe das sehr ähnlich wie mit der
deutsch-französischen Entwicklung zum Beispiel nach dem zweiten
Weltkrieg in den 50er und 60er Jahren, wo wir -unsere Generation -
ungeheuer von profitiert haben durch diesen Kontakt und jetzt
profitiert also die nächste Generation davon.
Sprecherin:
Seit Beginn dieses Jahres fördert die neu gegründete Deutsche
Telekom Stiftung unterschiedliche Projekte im Bildungs- und
Forschungsbereich, darunter in der Region Bonn/Rhein-Sieg an mehr als
sechzehn Schulen aller Schularten auch das transnationale
Schulprojekt Comenius, mit gutem Grund wie ihr Vorsitzender, der
ehemalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel deutlich macht.
O-Ton Klaus Kinkel
Ich finde, und deshalb haben wir uns ja auch engagiert, dass
dieses Comeniusprogramm eben durch gemeinsame Projekte, die da auf
Schulebene organisiert werden, geradezu ideal die
grenzüberschreitende zusammenführende Funktion ausübt, die wir
brauchen.
Sprecherin
Gerade mit Blick auf die neuen EU-Mitglieder ist es sicher noch
ein weiter Weg zum lebendigen europäischen Haus, auch für die
polnischen, deutschen und slowakischen Schülerinnen und Schüler, die
unter der Anleitung ihrer Lehrer gemeinsam am Comenius-Projekt im
Rahmen des EU Aktionsprogrammes Sokrates teilnehmen. Dass so ein
Programm wie Comenius zur europäischen Einheit beiträgt, davon ist
auch Marzena aus der 12. Klasse des Gymnasiums in Skawina überzeugt:
O-Ton Marzena
I think it will help us to have no stereotypes to German people
and to any other people. (Übersetzung/ Sprecherin:) Ich denke, dass
uns das hilft, nicht irgendwelche Klischees gegenüber Deutschen oder
anderen zu haben.
Sprecherin:
Da nicken sie alle, die polnischen und die deutschen Schüler. Das
direkte Vis à Vis, der Abbau von Vorurteilen und die
Auseinandersetzung mit den gemeinsamen Wurzeln tragen sicher dazu
bei, das neue Europa als politischen Erfolg, als gemeinsame Aufgabe
und als große Chance zu begreifen. Dem Vorsitzenden der Deutschen
Telekom Stiftung Klaus Kinkel ist das wichtig:
O-Ton Klaus Kinkel
Menschen haben gar nicht mehr das Gefühl, dass da was ganz Tolles
geschehen ist. Da ist aber etwas ganz Tolles geschehen und jemandem
wie mir, der dem Jahrgang 36 angehört, das Jahr 1945 also mit neun
Jahren schon einigermaßen bewusst erlebt hat, wird natürlich deutlich
in der Entwicklung, was da geschehen ist in Europa. Das sind jetzt
450 Millionen Menschen, das muss man sich mal vorstellen. Das ist
also fast doppelt so groß wie die amerikanische Bevölkerung, wir
machen einen Riesenanteil am Bruttosozialprodukt in diesem Europa,
wenn wir in der Lage wären, unsere Synergiekräfte zusammenzufügen,
wären wir unschlagbar.
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