Führen wir uns Erkenntnisse aus bestimmten Untersuchungen vor Augen, verstehen wir umso mehr, warum es Kindern so häufig gelingt, glücklich zu sein. Sie sind noch zu einem großen Anteil in der Lage im Hier und Jetzt zu sein, den Augenblick zu leben. Eine Qualität des Seins, welche dies in besonderer Weise begünstigt, ist die ihnen noch eigene und kennzeichnende Naivität. Dieser Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet „kindlich“, „ursprünglich“, „einfältig“ und auch „töricht“. In unserem Sprachverständnis kennen wir vor allem die damit verbundene negative Konnotation des leichtgläubigen, arglosen, unerfahrenen und unwissenden Vorgehens. Im positiven Verständnis können wir mit Naivität eine Reinheit, Unvoreingenommenheit und Unschuld verbinden. Wir können davon ausgehen, dass große Entdecker auf der Grundlage ihres Wissens in einer naiven Weise frei waren von Beschränkungen, um so einer Frage oder einem Inhalt neutral gegenübertreten zu können. In Verbindung mit ihrer kindlichen Neugier und von intellektuellen Festlegungen unabhängig, konnten sie Grenzen testen bzw. verschieben und damit den Weg für bahnbrechende Entdeckungen und Erfindungen frei machen. Auch in der Kunst hat diese „naive“ Haltung ihren Platz gefunden und war in allen Bereichen künstlerischen Schaffens Antrieb für neue Kreationen.