Offenbar können wir in allen Situationen, die das Leben mit sich bringen kann, einen Weg finden, jemandem etwas Gutes zukommen zu lassen, auch wenn es noch so ausweglos und unmöglich zu sein scheint. Wir müssen nicht viel besitzen, vielleicht müssen wir auch gar nichts besitzen, um jemandem Gutes zu tun und ihm von Herzen etwas Tröstliches, Liebevolles und Schönes zukommen zu lassen. Leider lassen wir uns häufig zu sehr von der Überzeugung bestimmen, dass das, was wir geben einen ganz besonderen Wert haben sollte. „Ich kann doch nicht einfach nur …“, lautet häufig die Begründung, um dann etwas nicht zu tun bzw. nicht zu geben, so als sei das „Nichts“ besser als ein „kleines Etwas“. Eine solche Haltung ist bedauerlich, da sie weniger mit dem, den es als möglichen Empfänger betrifft, zu tun hat, als mit dem, der geben könnte – es aus besagten Überlegungen jedoch nicht tut.
Welchen Stellenwert hat dann eine im Nachhinein bekundete Begründung, warum etwas nicht getan wurde; sich jemand nicht gemeldet hat; keinen Gruß mitgeteilt hat oder keine Geste der Anerkennung, Zuwendung oder auch des Dankes gezeigt hat. Großherzigkeit hat weniger zu tun mit materiellem Wohlstand als mit einer inneren Haltung, welche Ausdruck zugrunde liegender humaner Werte ist. Diese bestehen aus Wertschätzung, Achtsamkeit, Respekt, Großzügigkeit und Nächstenliebe, die alle letztlich Ausdruck eines edlen Charakters sind. Ist ein Mensch von diesen Eigenschaften erfüllt und lässt dies in seinem Verhalten anderen gegenüber erkennen, können wir von einer Seelengröße sprechen, die ihn auszeichnet. Genügsamkeit, Demut und Dankbarkeit bestimmen sein Denken, Fühlen und Handeln. Das, was einen solchen Menschen ausfüllt, ist positive Energie. Da er diese edle Gesinnung seiner Seele nach außen trägt, leistet er auf diese Weise einen wertvollen und positiven Beitrag zum Guten in der Welt.