Eine gelebte Intensität setzt eine bewusste Zu- bzw. Hinwendung auf etwas Bestimmtes voraus. Dieses kann sowohl etwas sehr Konkretes und Spezifisches sein als auch die Ganzheit dessen, was uns zu einem bestimmten Zeitpunkt umgibt, wie z. B. eine soziale Situation, die Mitmenschen oder die Natur, in der wir uns gerade befinden. Die Intensität des Erlebens setzt stets das bewusste Öffnen unserer Sinne voraus, mit denen wir sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen können. Ebenso gilt das für das Zulassen von Zeitspannen, die notwendig sind, damit unsere Sinne die jeweiligen Informationen, die sich bieten, aufnehmen können. Erst dann können wir uns der Intensität bewusst werden, sie erkennen, deuten und tief in uns wirken lassen. Ganz offensichtlich ist ein solches Vorgehen vergleichbar der Bewusstheit wie wir sie im Fall der Achtsamkeit erleben können. Achtsamkeit ist in diesem Sinn als Ausdruck eines Gewahrwerdens oder Gewahrseins (mindfullness) zu verstehen. Wobei sich diese Form der Achtsamkeit nicht nur auf einen anderen Menschen beziehen muss, im Sinne einer interaktiven Zuwendung, sondern sie kann sich auf alles uns Umgebende richten, vom Kleinsten bis zum Ganzen, alles Umfassenden.
Die damit verbundene Bewusstheit bzw. das Gewahrsein öffnet die Tür zur Intensität des Erlebens, erst dann können wir eine entsprechende Tiefe unserer Empfindungen erreichen, aus welcher sich neue Impulse, Regungen und auch weitergehende Möglichkeiten des Fühlens und Empfindens ergeben. Es kann auf diese Weise zu einer Initialzündung kommen, aufgrund derer weitere Prozesse des Erlebens eingeleitet werden, die sich gegenseitig in positiver Weise verstärken. Wir können eine solche sich positiv verstärkende Dynamik auch im Zusammensein mit einem oder mehreren anderen Menschen erleben, wenn in einer bestimmten sich dazu eignenden sozialen Situation – z. B. gemeinsames Singen, Tanzen, Meditieren oder auch Gestalten – der Funke von dem einen zum anderen überspringt und es zu einer Potenzierung des Erlebten kommt. In gleicher Weise kann sich das in uns selbst vollziehen, wenn wir uns ganz öffnen und uns einem Inhalt, in unserem Inneren oder auch im Außen, zuwenden.