So hilfreich sie uns in unserem alltäglichen Leben eine Wenn-Dann-Kausalität sein kann, so sehr kann sie uns behindern, einschränken und uns lebensuntauglich machen. In der Verknüpfung als solcher liegt ein Zusammenhang, der mit einer Bedingung verbunden ist. Dies bedeutet sinngemäß immer, dass ein Tun oder Nicht-Tun immer nur im Zusammenhang mit einer Folge zu sehen ist und damit auch in einer Abhängigkeit dazu steht. In einer Umkehrung kann das bedeuten, dass wir nur bereit sind etwas zu tun bzw. nicht zu tun, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Im Alltag kann sich das darin bekunden, dass wir sagen: Wenn du mitkommst, dann gehe ich auch; Wenn ich dafür dieses oder jenes bekomme, dann bin ich bereit …; Wenn die äußeren Bedingungen es erlauben, dann werde ich …; Wenn die Zeit reif ist, dann kann ich …; Wenn ich mich gut fühle, dann werde ich … etc. Diese Beispiele kennen wir alle aus unserem täglichen Leben, sie lassen sich in einer unendlichen Reihe weiterführen und an allen möglichen Stellen des Lebens erkennen. Wir sind es gewohnt, uns in einem geradezu automatisierten Muster von bestimmten Bedingungen, die in uns selbst, in anderen oder auch den Umständen liegen mögen, abhängig zu machen.
Erst wenn bestimmte dieser Bedingungen erfüllt sind, finden wir uns häufig bereit etwas zu tun oder zu unterlassen. In dieser Weise machen wir uns unmerklich abhängig. Was wir entscheiden und tatsächlich dann auch bereit sind in Handlungen umzusetzen und Verhalten zu verwirklichen, ist nicht losgelöst und ausschließlich von unseren Wünschen, Bedürfnissen und Motiven bestimmt, sondern es ist letztlich von den zur Bedingung gemachten Faktoren bestimmt. Erst wenn diese erfüllt sind, dann werden wir agieren, sofern wir es denn auch tatsächlich tun. Genau darin besteht die Falle: Uns in dieser Weise von bestimmten Konditionen in uns abhängig zu machen, ob nun bei anderen oder den Umständen, lässt uns nicht wirklich selbstbestimmt, unabhängig und frei entscheiden und handeln.