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Großes Heimweh hat Marlene Kilga dazu gebracht in Kanada Kriminalgeschichten über einen Feldkircher Inspektor zu schreiben. „Es war, wie ein kleiner Heimatbesuch“, erklärt sie im Gespräch mit Jenny Spiegel. Chefinspektor Finster, Inspektor Schwärzler , Abteilungsinspektorin Fleur Günther und Martha, die Figur, die große Parallelen zu Marlenes Welt aufzeigt, sind die Hauptfiguren der Kriminalromane, die in und um Feldkirch spielen. Meistens sind die Fälle mit einem lokalen Mythos, einer Sage oder einer ungeklärten Begebenheit verknüpft und machen die Geschichten mythisch-schaurig, trotz dem für das Genre typischen Spiel mit Fakten. In der Radetzkystrasse 1 lässt Marlene Kilga einen Blick hinter die Kulissen ihres Schreibprozesses blicken, erzählt davon, wie die Einsamkeit im Ausland sie zum Schreiben gebracht hat und lässt uns spüren, wie spannend der Weg für angehende Autor:innen sein kann.
Vielen Dank für das schöne Gespräch, Marlene Kilga!
Mit dem Wunsch, einem geschriebenen Text mehr Aufmerksamkeit zu schenken, startete Doris Büchel die 'Edition: Onepage' – das Magazin, das auch ein Plakat ist. „Am besten eine Seite, ein Text, ein Gedicht“, sagt sie im Gespräch mit Jenny Spiegel in der Radetzkystrasse 1. Sie ist eine Schreiberin, die auf ihrem Weg schon durch mehrere Zimmer gegangen ist, um auf das Format zu stoßen, das sie am liebsten bedient: Das Memoir. Außerdem bietet sie würdezentrierte Therapie im Hospiz Werdenberg an. Bei dieser Methode verfasst sie Briefe und Geschichten für Menschen, die schwer krank sind und das Bedürfnis haben, ihre eigene Geschichte festzuhalten. Doris Büchel hört zu, stellt Fragen und dokumentiert auf eine sensible und respektvolle Art und Weise die Worte und Geschichten von schwerkranken Patient:innen. Im Podcast erzählt Doris, wann sich die eigentliche Magie der eigenen Geschichte entfaltet und welche Kraft Sprache in dem Moment für sie und für alle Zuhörenden hat.
Vielen Dank für das nette und offene Gespräch, liebe Doris.
Die Kinder machen Matura, werden flügge und verlassen die Familienwohnung. Damit beginnt nicht nur ein neuer Lebensabschnitt für die Heranwachsenden, sondern auch für ihre Mutter, die nun aus der zu großen Wohnung in eine kleinere umziehen muss. Es gilt die Habseligkeiten und damit auch die Erinnerungen auszusortieren. Was darf mit umziehen? Was wird verkauft? Was verschenkt? Was entsorgt?
Mit ihrem aktuellen Buch 'Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe' fügt die Autorin Doris Knecht ihrer Werkliste nicht nur ganz sicher einen weiteren Beststeller hinzu, sondern auch einen Buchtitel, der irritiert und in Erinnerung bleibt. In der Radetzkystrasse 1 spricht die bekannte Falter-Kolumnistin mit Frauke Kühn über das Vergessen und das Verzeihen, darüber, wie man Erinnerungen auf die Waage legt, welchen wunderbaren Einfluss Hunde auf nestflüchtige Kinder haben können und darüber, was es für den Schreibprozess bedeutet, wenn biographische mit fiktionalen Momenten in Berührung gehen.
Vielen Dank für das nette Gespräch, Doris Knecht!
Der Hohenemser Künstler Lorenz Helfer hält in seinen Werken immer wieder die scheinbar flüchtige Bewegung an. Vor allem mit Öl, aber auch mit Dispersionsfarbe begibt er sich auf die andauernde ruhige Suche nach dem Neuen, der Herausforderung. Stets in der Andeutung verbleibend lässt er Darstellungen mit detailpräziser Wirkung entstehen. Er reduziert das Gesehene auf wenige Striche, malt das Licht, pointiert mit Farbe, malt und übermalt.
Für das Literaturhaus Vorarlberg hat sich Lorenz Helfer im Rahmen der Daumenkino-Kollektion ‚Großes kleines Kino‘ zu einer Miniatur einladen lassen. Mit Kugelschreiber und rotem Buntstift spürt Lorenz Helfer in den 50 Bildern seines Daumenkinos ‘Wortgefecht’ dem Moment nach, in dem Sprache Menschen in die Begegnung führt und Raum für Berührung schafft.
In der Radetzkystrasse 1 spricht Lorenz Helfer gemeinsam mit Frauke über seine überdimensionale Hausfassadenkunst und über die Herausforderungen des Mikroformats Daumenkino, mit dem er erste Erfahrungen bereits zu Schulzeiten im Religionsunterricht sammelte.
Er erzählt, welche der Charaktereigenschaften von Sprüh-, Dispersions- und Ölfarbe ihn faszinieren, wo man in Vorarlberg heute noch ein echtes Helfer-Graffiti sehen kann und von der Einschränkung, die ihm immer wieder die größte Inspiration ist.
Danke für das schöne Gespräch, Lorenz!
Es ist klein, quirlig, flauschig, frech, neugierig, fast immer hungrig und verfügt über phantastische Fähigkeiten – wenn es sich denn richtig gut ernährt. Die Rede ist vom kleinen Schmeck. Seit Sommer 2023 fliegt, hüpft, rennt und turnt es durch die Schulklassen der Vorarlberger Volksschulen. Erdacht von der Kinderbuchautorin Jenny Dietrich und illustriert von Lisa Althaus, hat es im Rahmen eines Hörspielprojektes des aks Gesundheit Bregenz nicht nur das Licht der Welt erblickt, sondern blitzschnell die Herzen der Kinder und ihrer Eltern im Sturm erobert. In der Radetzkystrasse 1 erzählt Marlene Brettenhofer, Projektleiterin des aks Gesundheit Bregenz, wie es zu diese außergewöhnliche Kooperation mit dem Literaturhaus Vorarlberg kam, die nicht nur Literatur und Gesundheit verbindet, sondern vor allem darauf zielt, Kinder auf spielerische Weise in das Thema ‚gesunde Ernährung‘ eintauchen zu lassen. Außerdem blickt sie zurück auf die Entstehungsphase und berichtet, wie viele Köpfe, Hände, Kinderstimmen, Profisprecher:innen und Herzen es gebraucht hat, um ein Hörspiel für Kinder zu produzieren. Am Ende kommt dann auch die wichtigste Person, das kleine Schmeck, endlich zu Wort! Freut euch auf ein unterhaltsames und interessantes Gespräch und eine leckere Kostprobe des Hörspiels ‚Das kleine Schmeck‘!
Danke, Marlene, für das schöne Gespräch!
Mehr Infos zum kleinen Schmeck!
Ein erschreckend großer Teil an Frauen ist in den eigenen vier Wänden dauerhaft häuslicher Gewalt ausgesetzt. Dabei bewirken subtile Mechanismen, dass betroffene Frauen in vielen Fällen in den gewaltgeprägten Beziehungen verbleiben. Die Initiative StoP (Stadteil ohne Partnergewalt) setzt es sich zum Ziel das Thema der Partnergewalt öffentlich sichtbar zu machen. Es gilt, nicht nur die betroffenen Frauen, sondern vor allen Dingen auch ihr Umfeld, von der Nachbarin bis zu verschiedenen Gesellschaftsgruppen, für das Moment der häuslichen Gewalt zu sensibilisieren, sie in einem zweiten Schritt über Handlungsmöglichkeiten zu informieren und schließlich ganz generell die Zivilcourage der Einzelnen zu stärken. Dafür arbeitet die Projektleiterin von StoP in Vorarlberg, Nikola Furtenbach, neben den gängigen Opferschutzeinrichtungen auch mit unterschiedlichsten Partner:innen vom Faschingsverein bis zum Fußballclub zusammen. Ihr Ziel ist ein gut sichtbares, deutliches gemeinsames Auftreten der Gesellschaft gegen die Gewalt an Frauen.
In Kooperation mit dem Theater Kosmos in Bregenz startet StoP das Theaterprojekt ‚Die Zelle‘, die das Thema der häuslichen Gewalt anhand der Erinnerungen der Protagonistin Franziska aufarbeitet. Für Text und Regie der Collagenartigen Inszenierung zeichnet die deutsche Theaterpädagogin und Regisseurin Constance Cauers verantwortlich. Im Podcast gibt sie Einblick in ihre Arbeit als ästhetische Forscherin, die immer wieder in Zusammenarbeit mit sogenannten Expert:innen des Alltags wichtigen Themen nachspürt und diese inszeniert. Dabei macht sie ihre Stücke mit Vorliebe jenseits der Mauern künstlerischer Institutionen erlebbar. Auch für ‚Die Zelle‘ verwandelt sie die vermeintlich private Angelegenheit der häuslichen Gewalt in ausgewählten Leerständen oder auch Ateliers jenseits der Distanz einer Theaterbühne zum öffentlichen Akt mit intensiver Wirkung.
Danke an Nikola Furtenbach und Constance Cauers für das so wichtige Gespräch!
”Die Zelle” mit Caroline Weber in der Hauptrolle startet am Donnerstag, 28. September in Bregenz und wandet dann zu verschiedenen Veranstaltungsorten in Vorarlberg. Alle Infos zum Premierenstart und weiteren Aufführungen findet ihr auf der Seite des Theater Kosmos Bregenz.
Anna Ospelt hat mit ihrem aktuellen Buch ‚Frühe Pflanzung‘ eine besondere Erzählform, nämlich einen lyrischen Essay in die Umsetzung gebracht. Das Wochenbett mit ihrer Tochter war eine Zeit, die für die Autorin von großer Erschöpfung geprägt war, in der sich aber auch viele neue Bilder und Gedanken aufgetan haben. In kurzen völlig zweckfreien Notizen ist es ihr gelungen, sich auch in dieser kräftezehrenden Zeit das Schreiben zu bewahren. Monate später erkennt sie, dass in diesen Notizen spannender Stoff verborgen liegt und beginnt das Erlebte und Empfundene, das Gehörte und Gedachte in ein Buch zu verwandeln. Entstanden ist eine Sammlung von Kurztexten, die an Haikus erinnern und einen dünnen, aber niemals sich verwirrenden Faden durch das Mutter-Werden und Mutter-Sein spinnen. In der Radetzkystrasse 1 erzählt die Autorin von den Herausforderungen dieser Lebensphase, von den großen Fragen, Ängsten, Erwartungen und von dem Glück, das in all dem und für sie selbst vor allem auch im Schreiben verborgen liegt.
Vielen Dank für das schöne Gespräch, Anna Ospelt!
Ospelt, Anna: Frühe Pflanzung, Limmat Verlag, 2023.
Stella Tack schreibt einen SPIEGEL-Bestseller nach dem anderen. Sie bedient die Genres Young Adult, New Adult, Romance und ist vor allem für ihr Subgenre Comedy Romance bekannt. Mit ihrer Familie wohnt sie inzwischen in Feldkirch und schreibt drei Bestseller pro Jahr. Im Gespräch mit Jenny Spiegel redet sie über ihre Arbeit als Autorin für Großverlage, warum das Cover und der Buchschnitt ausschlaggebend für den Erfolg sind und wie SPIEGEL-Bestseller in Wahrheit entstehen.
Vielen Dank für das schöne Gespräch, Stella Tack!
Von kopierten Städten über die Wirkung von Ballungsräumen auf den Menschen bis hin zu der Frage, wie es wäre, wenn künstliche Intelligenz unsere Gedanken gläsern machen würde: der Architekt und preisgekrönte Graphic Novel-Autor Matthias Gnehm spürt mit großer Leidenschaft und Faszination zeitaktuellen Themen nach und übersetzt sie in grafisch wie erzählerisch eindrucksvolle Graphic Novels.
Mit Frauke Kühn spricht er in der Radetzkystrasse 1 über seine Liebe zum Zeichnen und die große Freiheit beim Schreiben sowie über die Herausforderungen des Comiclesens, bei dem nicht nur Leerstellen gefüllt werden wollen, sondern auch sekundenschnell erfasste Bildsequenzen mit einem eher bremsenden Text eine Einheit bilden. Außerdem wirft Matthias Gnehm einen Blick in die Stadt der Zukunft, auf die Optionen der KI für das literarische Arbeiten, auf den Verlag edition moderne, der mit seinen Autor:innen immer wieder spannende neue Wege geht und auf Frankreich, das Land der neunten Kunst.
Danke für das feine Gespräch, Matthias Gnehm!
https://www.dietherapiederzeit.ch
Sie kommt als leichtes Format mit schönstem Layout daher: die Rede ist von der Literaturzeitschrift 'miromente'. Viermal pro Jahr versammelt sie unterschiedlichste literarische Stimmen, die sich mit kurzen Texten in der Literaturzeitschrift präsentieren. Verantwortlich dafür ist der Bregenzer Autor und Herausgeber Wolfgang Mörth. Seit fast 20 Jahren kuratiert und entwickelt er die Literaturzeitschrift 'miromente' und verschickt diese regelmäßig an rund 500 Abonnent:innen. Diese haben mit jeder Ausgabe die Möglichkeit, bewährte Stimmen zu genießen sowie neuen Stimmen zu entdecken. Ergänzt werden die Texte meistens von Grafiken und Zeichnungen ausgewählter bildnerischer Künstler:innen, die auf einer besonders intensiven Ebene den Dialog zu den Texten öffnen. In der Radetzkystrasse 1 erzählt Wolfgang Mörth von den Anfängen dieses feinen literarischen Mediums, wie es zu seinem Namen und seinem Untertitel ‘Zeitschrift für Gut und Bös’ kam und warum es so wichtig ist, den Büchermarkt und seine unzähligen monatlichen Neuerscheinungen mit dem Format der Literaturzeitschrift zu ergänzen.
Danke für das feine Gespräch, Wolfgang Mörth!
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