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Als das vorarlberg museum coronabedingt geschlossen war, nutzten die beiden Kulturvermittlerinnen Elvira Flora und Claudia Schwarz die Zeit, um sich ihren langersehnten Wunsch zu erfüllen und schrieben, zeichneten und konzipierten ihr interaktives Kindersachbuch „Vorarlberg erzählt – Die große Geschichte vom kleinen Land“, das 2022 im Tyrolia Verlag erschienen ist. Ein Buch, das mit Rätseln, Bildern, Wimmelbildern, Fotos, Sach- und Erzähltext die vielen kleinen Geschichten der Vorarlberger Geschichte erzählt. Jenny Spiegel redet mit Elvira und Claudia über die Herausforderung 160.000 Objekte aus dem Museumdepot zu erfassen, wie es sich anfühlt Geschichtensammlerin zu sein und warum gerade Hohenems in Bezug auf die Vorarlberger Literaturgeschichte eine besondere Rolle spielt. Außerdem gehen sie den Fragen nach, wie das vorarlberg museum die junge Genration ins Museum lockt und wie ein Museum der Zukunft agieren kann.
Vielen Dank für das schöne Gespräch, Elvira Flora und Claudia Schwarz!
Die preisgekrönte Autorin und Illustratorin Raffaela Schöbitz schafft das, was auf den ersten Blick unmöglich scheint: Sie faltet die große Welt der griechischen Mythologie auf der kleinen Fläche das Daumenkinos auf. Mit der Figur der treuen Penelope, die in Homers Odyssee über 20 Jahre auf ihren Mann Odysseus wartet, entwirft Raffaela Schöbitz für die Daumenkino-Edition ‚Großes kleines Kino‘ des Literaturhauses Vorarlberg eine bild- und sprachgewaltige Geschichte über das Erzählen. Penelope, die gleichermaßen in ihrem Schicksal gefangen ist und dessen Fäden doch selbst in die Hand nimmt, wird zum Sinnbild für die Frage, welche Erzählfäden sich in welche Kontexte einweben und wem die Geschichte gehört, wenn die Erzählerin dahinter längst zu Staub zerfallen ist. In der Radetzkystrasse 1 spricht die Autorin, deren Kinderbuch ,Graue Riesen' 2020 in die Kollektion des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises aufgenommen wurde, mit Frauke Kühn über die emanzipatorischer Kraft dieser antiken Frauenfigur, über feine Verknüpfungen zur Villa Franziska und Iwan Rosenthal in Hohenems, über das Zeichnen im Kopf und über Bilder, die mehr erzählen als der Text. Außerdem verrät sie, warum man ihr Daumenkino von hinten und vorn erleben kann.
Vielen Dank für das schöne Gespräch, Raffaela Schöbitz
Hier findet ihr alle Informationen zum Daumenkino!
Die Geheimnisse des Waldes – ein Buch, das der Förster, Waldpädagoge und Autor Jürgen Thomas Ernst eigentlich gar nicht schreiben wollte. Glücklicherweise scheint sein Verleger über beste Überredungskünste zu verfügen. Nach sieben Romanen gibt Jürgen Thomas Ernst deshalb nun in seinem ersten Sachbuch Einblicke in den Wald, die viele seiner Leser:innen so wahrscheinlich noch nie gesehen haben. Die Langsamkeit und Achtsamkeit, die der Autor als kleines Kind auf dem Hof seiner Großeltern und auf Streifzügen mit seiner Großmutter im Wald erleben durfte, haben den Naturliebhaber schon in frühen Jahren geprägt. In der Radetzkystrasse 1 blickt Jürgen Thomas Ernst mit Frauke Kühn auf diese frühen Erlebnisse zurück und erzählt davon, wie er diese Art, die Natur und damit auch Wesentliches über sich selbst zu erfahren, bis heute an Erwachsene, vor allem aber an Kinder weitergibt. Mit seinem Buch bringt der Autor den Wald auf vielfältige Weise wieder als Schatzort in unser Bewusstsein. Ein Ort, der sich nicht nur als Lösungsort für so manches menschliches Weh erweist, sondern sich auch als ein starkes soziales Gefüge darstellt.
Vielen Dank für das feine Gespräch, Jürgen Thomas Ernst!
Mit dieser Folge verabschieden wir uns in eine kleine Frühjahrspause! Wir freuen uns auf ein Wiederhören mit euch am 5. Mai 2023!
Jürgen Thomas Ernst: Geheimnisse des Waldes, 2023, braumüller.
Wenn Sprache und Musik wie Wellen fließen, geht in Siljarosa Schletterer das Lyrikherz auf. 2022 erschien ihr erster Lyrikband „azur ton nähe - flussdiktate“ im Limbus Verlag. Für die Flussdiktate hat die Lyrikerin, Autorin und Kulturvermittlerin der Fluss- und Seenlandschaft Mitteleuropas zugehört und den Wörtern gelauscht, die in den Wellen wohnen. „Bäche sprechen ihre eigenen Sprachen“, schreibt die Autorin und taucht im Gespräch mit Frauke Kühn tiefer in die Seelen eines jedes Flusses oder Baches ein, der ihr begegnet ist. Diese Bachverliebungen stehen für Siljarosas Überzeugung, dass in der Natur einem immer wieder das DU begegnen wird. Es geht um die Kraft des nature writings, den Klang von Sprache, eine Literaturlandschaft, die auch von Preisen und Stipendien bestimmt wird und um die Bewegung des Wassers, sowohl in der Natur als auch in der Sprache.
Vielen Dank für das feine Gespräch, Siljarosa Schletterer!
Ganz allmählich schlägt das Literaturhaus Vorarlberg in der sich noch in der Renovierung befindlichen Villa Franziska und Iwan Rosenthal in Hohenems seine Wurzeln. Im Park des 1890 erbauten Hauses stehen zwei eng ineinander verschlungene Bäume. Zumindest einer davon, bewohnt den Garten bereits seit rund 130 Jahren. Nach einem langen Dornröschenschlaf stehen die Bäume nun aufgrund der Sanierung der Villa und der Umgestaltung des Parkareals inmitten einer beeindruckenden Baustelle.
Vielen Dank für das feine Gespräch, Stefan Gieselbrecht!
Genauso wie Rohdiamanten einem Schliff unterzogen werden,ist es auch das Ziel des Lektorats, einen Text vor seiner Publikation in seine größte Strahlkraft zu bringen. Aber woran erkennen Lektor:innendas Potenzial eines Texts und wie kann dieses wirkungsvoll sichtbar gemacht werden ohne die Handschrift der Autor:innen, das Wasserzeichen eines Textes, zu verwischen? Wie gehen Lektor:innenmit Autor:innen über deren Herzenswerk ins Gespräch und an die Arbeit?
Vielen Dank für das feine Gespräch, Evelyn Bubich!
Wer Amerika wann entdeckt hat, ist kein Geheimnis. Doch welcher Irrtum hat dazu geführt, dass der Kontinent ganz offensichtlich nicht nach seinem Entdecker Christoph Kolumbus benannt wurde und welche Rolle spielt die Vorarlberger Montfortstadt Feldkirch in diesem Zusammenhang?
Vielen Dank für das feine Gespräch, Philipp Schöbi!
Schöbi, Philipp: „Die Wiederentdeckung von Amerikas Taufschein – Wie ein Pater der Stella Matutina, Josef Fischer SJ, die längst verschollene Geburtsurkunde Amerikas wiederfand“, in: Montfort, Zeitschrift für Geschichte Vorarlbergs, 74. Jahrgang, Band 2, Studien Verlag 2022, S. 55-80.
Mit kraftvoller Ruhe lässt Sarah Kuratle ihre Texte nach außen frei. Ihr Anliegen ist es, ihre Worte nicht nur im Arbeitszimmer, sondern auch dort laut werden zu lassen, wo sie andere Menschen erreichen können. Die Autorin und Bibliothekarin, geboren in Bad Ischl, studierte und lebte zwischenzeitlich in Graz und Wien, bis sie sich nun in Vorarlberg niedergelassen hat. Einer der Gründe dafür ist / mag die Nähe zur nichtmenschlichen Welt am Land sein, die für Sarah Kuratle besonders bedeutungsvoll sowohl fürs Schreiben als auch für das Leben ist.
Im Gespräch mit Frauke Kühn schildert die Schriftstellerin, wie sie mit dem Erfolg ihres im Otto Salzmüller Verlag erschienen Debütromans Greta und Jannis. Vor acht oder einhundert Jahren umgeht und ob er ihr Schreiben beeinflusst. Sarah Kuratle erzählt die tragische Liebesgeschichte rund um Greta und Jannis in unzähligen Fragmenten, die sich nach ihren ganz eigenen magischen Gesetzmäßigkeiten wieder zusammenfügen. Zeitsprünge, Perspektiven oder auch Motivanleihen aus Märchen oder Musik werden zum Erzählstrom, der die Leser:innen mitzieht und sie einlädt sich von der ganz eigenen Rhythmik und Melodie der Autorin tragen zu lassen. Dabei entsteht der Eindruck, als gäbe es in Sarah Kuratles Geschichten kein letztes Wort und kein Ende, sondern ein immerwährendes Erzählen.
In der Radetzkystrasse 1 gibt die junge Autorin Einblick, wie sie beim Schreiben ein feines Netz zwischen scheinbar Gegensätzlichem webt, und damit nicht weniger als die große Wahrheit erzählt über das Märchenhafte und das Wahre, über die Zeitlosigkeit der Liebe und ihre Tabus, über die Gegenwart und ihre Vergangenheit.
Vielen Dank für das feine Gespräch, Sarah Kuratle!
Obwohl die Jugend bekanntlich vergänglich ist, gibt es Themen und Fragen, die sich bereits in jungen Jahren in die Köpfe der Heranwachsenden graben und diese wohl lebenslänglich nie mehr verlassen. Schriftsteller Andreas Jungwirth besucht in seinen Jugendromanen persönliche Erfahrungen und Erinnerungen und geht dabei dem zeitlosen Streben nach Authentizität, Wirklichkeit und Liebe auf den Grund. Der in Linz geborene Autor und Schauspieler hat am Wiener Konservatorium Schauspiel studiert und sich im deutschsprachigen Raum auch im Theater und vor allen Dingen durch das Hörspiel etabliert. Zu Gast in der Radetzkystrasse 1 erläutert Andreas Jungwirth den Reiz, sich mit seinen Erzählungen an junge Menschen zu wenden. Gemeinsam mit Frauke Kühn vergleicht er die Jugend der 70er mit der von heute. Außerdem gibt er Einblick, wie Hören und Lesen erlernt werden können und wie er mit seinen jugendlichen Leser:innen in den Austausch geht.
Vielen Dank für das feine Gespräch, Andreas Jungwirth!
Frieda Paris ist Autorin, stammt aus Ulm und studiert Sprachkunst im Masterstudiengang an der Angewandten in Wien. Zu Gast in der Radetzkystrasse 1 schildert sie ihre Liebe zum Hören und wie sie diese Leidenschaft mit dem Schreiben verknüpft. Sie erzählt, wie das Hörspiel ihren Ruhepuls flattern lässt und ihre Wahrnehmung andere Wege geht, wenn sie dort stehen bleibt, wo andere weitergehen, ohne sich umzublicken. Aus dem Gesehenen, vor allem aber aus dem Gehörten schöpft sie Inspiration und vermittelt beides in ihren Texten - auch in ihrer Lyrik, in der Zeit und Raum andere, nicht lineare Wege gehen. Räume in denen auch die Leser:innen aufblitzen. Bevor Frieda am Ende der Folge aus ihrem aktuellen Langgedicht ‚Im Handgelenk ein Vogel‘ liest, geht sie dem Bild nach, wie es um die Lyrik auf dem Büchermarkt bestellt wäre, wenn diese unter den gleichen Voraussetzungen wie so mancher Thriller starten könnte.
Vielen Dank für das feine Gespräch, Frieda Paris!
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