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Als einer der bekanntesten österreichischen Kinder-Songwriter hat er sich einen Namen gemacht: Matthäus Bär. Nachdem er seine Musikkarriere beendet hat, widmet er sich nun dem Schreiben von Kinderbüchern. „Ich muss sagen, dass die Sprache eigentlich immer im Vordergrund gestanden ist“, erzählt Matthäus im Gespräch mit Jenny und verweist auf seine Leidenschaft, an Texten zu arbeiten – sei es in der Musik oder in der Literatur.
2024 ist sein erstes Kinderbuch „Drei Wasserschweine brennen durch“ im dtv Verlag erschienen. Darin büxen drei gelangweilte Wasserschweine aus ihrem Zoogehege aus, um das „Mehr“ zu finden – das Mehr im Leben, das Mehr in der Welt. Während Teil zwei dieser humorvollen Tier-Reihe bereits beim Verlag liegt, erzählt Matthäus in der Radetzkystraße 1, wie er versucht, Familie und Kreativität unter einen Hut zu bringen, warum ihn die drei Wasserschweine schon lange begleiten und weshalb er ein vermeintliches Nichtstun als so inspirierend empfindet.
Vielen Dank an die Arbeiterkammer Bibliothek Feldkirch, in der wir dieses schöne Gespräch führen durften und natürlich vielen Dank, Matthäus Bär!
Drei jugendliche Freunde, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Unter ungewöhnlichen Umständen treffen Ali mit palästinensischen Wurzeln und der Syrer Tarek auf Vincent, der gutbürgerlich im Einfamilienhaus in aufgeräumten aber eher kühlen Verhältnissen aufwächst. In seinem aktuellen Roman ‘Pink Elephant’ erzählt Autor Luca Kieser von einer Teenager-Freundschaft, die drei Jungs aus unterschiedlichen Lebensrealitäten zusammenwachsen lässt. Während sich in Deutschland das WM-Sommermärchen anbahnt, erleben Tarek, Ali und Vincent, wie Alltagsrassismus auf unbewusst gelebte Privilegien trifft.
Mit Frauke spricht Luca Kieser, dessen Debütroman ‘Da war etwas im Wasser’ 2023 für den Deutschen Buchpreis nominiert war, über die dringende Frage nach Zugehörigkeit und darüber wie sich sein Schreibprozess zu diesem komplexen Thema gestaltet hat.
Von ‚your are wonderful‘ bis zu dem, was ‚wir sollen‘, vom 6 Meter in die Höhe aufgestellten Schreibstift bis hin zum 15 Meter langen liegenden Teppich: der Vorarlberger Künstler Marbod Fritsch macht seit vielen Jahren kontinuierlich mit seinen Kunstwerken auf sich aufmerksam. Immer wieder avanciert die Sprache in seinen Arbeiten zur Hauptdarstellerin.
Marbod Fritsch spielt mit Bedeutungsebenen, die er verdichtet oder überlagert, allerdings ohne dabei je zu überschreiben. Marbod Fritsch führt unseren Blick durch die Oberfläche über mehrere Ebenen in die Tiefe. Dabei macht er Kontexte sichtbar und lässt einen Bedeutungsraum entstehen, in dem Spannung und Berührung stattfinden.
In der Radetzkystraße 1 spricht Marbod Fritsch mit Frauke über das ewigen Ringen um die Idee, die Unschärfen der Sprache und darüber, wie wichtig es für ihn ist, sich immer wieder an die Ränder des Ungewissen zu bewegen, wenn er mit der Linie den Raum dividiert und Kunst schafft, die den Menschen auf direkte Weise betrifft.
Danke für das so schöne Gespräch, Marbod Fritsch!
Triggerwarnung In dieser Episode sprechen wir über die Themen Depression und Suizid. Solltest du merken, dass es dir mit diesen Themen nicht gut geht, zögere nicht, die Folge zu pausieren oder auch zu überspringen. In unseren Shownotes findest du einen Link mit Fach- und Anlaufstellen in Österreich, Deutschland und der Schweiz für Betroffene und Angehörige.
Die Anzeichen von Depression sind vielfältig, individuell und bleiben oft im Verborgenen. Gleichzeitig ist die Depression ein Krankheitsbild, das unser Gesellschaftsbild zunehmend prägt. Eine aktuelle Studie zur Gesundheit österreichischer Schüler:innen ab der 5. Schulstufe zeigt auf, dass bereits 22 Prozent der Mädchen und 10 Prozent der Jungen Anzeichen einer Depression aufweisen. Diese Zahlen stehen nicht nur für die vielfältigen individuellen Krankheitsgeschichten der Betroffenen, sondern auch für die ihrer Angehörigen und Freund:innen.
Die Schweizer Illustratorin und Comicautorin Rina Jost hat sich mit ihrer aktuellen Graphic Novel WEG, erschienen im Verlag edition moderne, auf die Reise in das Krankheitsbild ‘Depression’ gemacht und damit Gefühle und Symptome in Bild und Sprache gebracht, die kaum in Worte zu fassen sind. Mit Frauke spricht sie über die Reise ihrer Protagonistin Malin, die sich auf den Weg macht, ihre erkrankte und in der Krankheit verschwundene Schwester zu suchen. Ein Gespräch über eine besondere Reise, eine preisgekrönte Graphic Novel und eine ganz persönliche Geschichte.
Vielen Dank für dieses besondere und persönliche Gespräch, Rina Jost!
Hier findest du spannendes Zusatzmaterial zur Graphic Novel und Links zu Fach- und Anlaufstellen in Österreich, Deutschland und der Schweiz für Betroffene und Angehörige.
"Schau genau! Visuelle Rezeption an außergewöhnlichen Orten” heißt die aktuelle Forschungsarbeit von Professor Dr. Lea Grimm. Seit Oktober 2023 forscht die promovierte Deutschdidaktikerin an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg im Institut für Primarbildung und Lernentwicklung. Ihre Forschungsgebiete sind Kinder- und Jugendliteratur und interkultureller Deutschunterricht. In ihrer Forschungsarbeit untersucht Prof. Dr. Lea Grimm, die Auswirkungen einer bewussten Raumwahrnehmung auf die Lesegenauigkeit bei Kindern und Jugendlichen. Im Gespräch mit Jenny erklärt sie, wie die jungen Leser:innen ganz nebenbei genauer lesen, wenn ihr Fokus verstärkt auf die ästhetische Wahrnehmung gerichtet wird. Nicht nur im Raum, sondern auch im Bilderbuch. Die erste Umsetzung findet im Herbst 2024 in der Stadtbibliothek Dornbirn und im Jahr 2025 im Literaturhaus Vorarlberg in der Villa Franziska und Iwan Rosenthal in Hohenems statt. Dann werden Kinder gemeinsam mit einer Architektin Räume und Bilder bewusst anschauen und rezipieren.
Vielen Dank an das Palais Liechtenstein in Feldkirch, das uns für dieses Gespräch ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.
Und vielen Dank für das schöne Gespräch, Prof. Dr. Lea Grimm!
Als Wolkenturner und Bilderträumer haben ihn die Niederösterreichischen Nachrichten einmal bezeichnet. Michael Roher ist Kinderbuchautor, Illustrator und Zirkuspädagoge und war zu Besuch im Ländle. Er ist Preisträger des Österreichischen Kinder und Jugendbuchpreises, des Mira Lobes Stipendiums, des Outstanding Artist Awards und des ersten Christine Nöstlinger Preises. Wenn er über Kinder und ihre Welten schreibt, dann kommt es einem so vor, als hätte er selbst diese nie verlassen, findet Jenny. Über seine verspielte Art die Welt zu sehen, seine kunstvollen Illustrationen, die ebenfalls ein Spiel der Formen und Materialien darstellen und über seine Arbeit als Geschichtenerzähler, sprechen beide in der aktuellen Podcast-Folge.
Vielen Dank für das nette Gespräch, Michael Roher!
Barbara Yelin erzählt mit Bildern. Ihr Medium ist der Comic - mit all seinen unzähligen Möglichkeiten der vielschichtigen Verflechtung von Zeichnung, Dialog, Erzähltext und dem magischen Rhythmus der Panels. Ihr Zeichenstift ist ihr Forschungs-Werkzeug, die entstehende Skizze die Landkarte, um Fragen zu entdecken, Leerstellen zu erforschen und Geschichten aufzuspüren.
In ihrer neuesten Graphic Novel Emmie Arbel. Die Farbe der Erinnerung spürt die Autorin, die zu den bekanntesten deutschen Comic-Künstler:innen zählt, den Erinnerungen der Holocaust-Überlenden, der Rebellin, der Mutter, der zunächst so schweigsamen und doch so starken Frau Emmie Arbel nach. Eine Frau die 30 Jahre nach dem Holocaust ihr Schweigen bricht und als Zeitzeugin von ihrer Kindheit in den Lagern Westerbork, Ravensbrück und Bergen Belsen und über ihr Leben danach zu sprechen beginnt.
Was 2019 im Rahmen des Projektes “Survivor-Centred Visual Narratives“ mit einer vorsichtigen Begegnung zwischen Barbara Yelin und Emmie Arbel und einer 40seitigen gezeichneten Erinnerung beginnt, wird 2023 zu einem Buch, das eine eindringliche Lebensgeschichte sichtbar macht, das Erinnern selbst erkundet und reflektiert und gleichzeitig die Entstehung eines Kunstwerks und einer Freundschaft erzählt.
Aktuell ist die Graphic Novel Emmie Arbel. Die Farbe der Erinnerung für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2024 in der Kategorie Sachbuch nominiert.
Vielen Dank Barbara, für das tiefe und feine Gespräch!
Yelin Barbara: Emmie Arbel. Die Farbe der Erinnerung, Reprodukt 2023.
40 Seiten des Buches sind bereits 2022 erschienen:
Barbara Yelin, Miriam Libicki, Gilad Seliktar: Aber ich lebe. Vier Kinder überleben den Holocaust. Nach den Erinnerungen von Emmie Abel, David Schaffer, Nico Kamp und Rolf Kamp, herausgegeben von: Charlotte Schallié, aus dem Englischen von Rita Seuß, C. H. Beck 2022, 2. Auflage.
Unter seinen Händen und denen seines Teams erwachen derzeit sämtliche Holzarbeiten der Villa Franziska und Iwan Rosenthal wieder zum Leben. Er entdeckt, erforscht, befundet und enttarnt. Dabei findet er auch ein Stück Neuschwanstein in dem denkmalgeschützten Gebäude. Sein Herz aber hängt an den alten für lange Zeit geheimnisvoll versteckten Fenstern der Villa und an einer alten Flügeltür, die dem Haus vor vielen Jahren verloren ging und die nun wieder gefunden werden wollte.
Seit 1984 ist Helge Bartschs Familienunternehmen Bartsch-Restaurierungen in Immenstadt im Allgäu länderübergreifend in der Baudenkmalpflege, Möbelrestaurierung, der Bauforschung sowie der Möbel- Bau- und Beschlagsrekonstruktion tätig. 2015 wurde das Team für seine besonderen Leistungen mit dem Bundespreis für Denkmalpflege im Schreinerhandwerk ausgezeichnet. Heute spricht Helge mit Frauke in der Radetzkystraße 1 über seine umfassende Arbeit in der Villa, in die das Literaturhaus Vorarlberg einziehen wird und geht auch der Frage nach, wann ein Denkmal denn eigentlich ein Denkmal ist.
Lieber Helge, wir freuen uns auf den Herbst, denn du musst unbedingt für eine zweite Folge zu uns kommen!
Foto: ©Bartsch Restaurierungen
Als Autor, Literaturvermittler und Verlagsgründer hat sich Stephan Sigg auf eine jugendliche Zielgruppe spezialisiert. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind Leseförderung, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Er möchte Literatur, die sich mit den Themen der Jugendlichen beschäftigt, in einfacher Sprache fördern und gründete gemeinsam mit seinen Kolleg:innen Alice Gabathuler und Tom Zai in der Schweiz den „da bux“ Verlag. „Kleine Bücher – großer Inhalt“ lautet das Motto.
In diesem Jahr begleitet Stephan Sigg die Volksschüler:innen der jüngsten writers:class des Literaturhauses Vorarlberg und kommt durch kleine Schreibimpulse mit ihnen ins Erzählen und Fantasieren. Kinder, die gerade erst das Schreiben gelernt haben, erhalten bei ihm die Möglichkeit, das Handwerk zu erforschen und sich mit einfachen Worten, aber viel Spaß, selbst besser kennenzulernen.
In seinen Büchern vermittelt Stephan Sigg vor allem gesellschaftliche Grundwerte wie Respekt, Dankbarkeit und Toleranz und bietet Jugendlichen somit die Chance, Antworten auf ihre Fragen zu finden. Darüber, wie Stephan Sigg gerade Jugendliche, die das Lesen hassen, zum Lesen bringt und woran es liegt, dass die Lesekompetenz bei Jugendlichen aktuell abnimmt, spricht er mit Jenny in der Radetzkystraße 1.
Vielen Dank für das nette Gespräch, Stephan Sigg.
Foto © Matthias Frager / A Downstairs Affair
Wer sich dem Debütroman Nincshof der jungen österreichischen Autorin Johanna Sebauer als Leser:in öffnet, dem öffnet sich nicht weniger als ein ganzes Dorf. Ein Dorf, das im Seewinkel im österreichischen Burgenland, am Rande zu Ungarn liegt. Ein Dorf, in dem sich die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion, Mythen und Gegenwartsthemen auflösen. Ein Dorf, das die Sehnsucht hat, in Vergessenheit zu geraten, denn, davon sind einige Dorfbewohner fest überzeugt, wer vergessen ist, lebt endlich in Ruhe und absoluter Freiheit. Schnell zeigt sich jedoch, wie schwer es ist, ein Dorf von der Bildfläche verschwinden zu lassen, vor allem im Zeitalter von Internet und Wikipedia.
In der Radetzkystrasse 1 spricht Johanna Sebauer mit Frauke über die Sehnsucht, in Vergessenheit zu geraten, über das Leben auf dem Dorf und in der Stadt, über den Moment, in dem ihr Buch für sie zum ersten Mal als Hörbuch ‘laut’ wurde, ihre Lektorin Annette Weber und über ihren Onkel Kurt, der für das frühe Manuskript von Nincshof eine nicht unerhebliche Rolle spielt.
Vielen Dank für das so lebendige Gespräch, Johanna Sebauer!
Danke auch an das Team der Stadtbibliothek Dornbirn, das uns nicht nur ihre Räumlichkeiten für die Aufnahme vor der Lesung zur Verfügung gestellt hat, sondern uns früh über Johanna Sebauers Lesung in Dornbirn informiert hat, so dass wir die Möglichkeit hatten, die Autorin um dieses Gespräch anzufragen. Schön war’s. Sehr sogar!
Sebauer, Johanna: Nincshof, DuMont 2023.
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