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Keine Angst, heute wird es nicht mythologisch, sondern es geht wie immer um reale und handfeste Wirtschaftsthemen. Heute werden wir uns über Einhörner unterhalten.
Als Einhörner bezeichnet man in der Wirtschaft Start-Up-Unternehmen, die vor dem Börsengang einen Wert von mindestens einer Milliarde US-Dollar haben.
Warum nennt man solche Unternehmen Einhörner?
Dieser Begriff wurde erstmals am 2. November 2013 von Aileen Lee in dem Artikel „Welcome to the Unicorn Club: Learning from Billion-Dollar Startups” verwendet. Damals, als sie diesen Artikel schrieb, fand sie in der US-Amerikanischen Software Start-Up-Szene, die sie für den Artikel untersuchte, 39 Unternehmen mit einem Wert von mindestens einer Milliarde US-Dollar. Das sind 0,07 Prozent aller Software Startups. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Startup sich zu einem Unternehmen entwickelt, das eine Milliarde US-Dollar wert ist, entspricht nach Aileen Lee der Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden. Und weil diese Unternehmen so selten sind, nannte sie sie Unicorns, zu Deutsch: Einhörner.
CB Insights listet im Juli 2022 1.189 Einhörner weltweit auf. Erwartungsgemäß leben die meisten davon, nämlich 637 in den Vereinigten Staaten. China rangiert mit 174 Einhörnern auf dem zweiten Platz vor Indien mit 70. In Europa leben die meisten Einhörner in Großbritannien, nämlich 46.
In Deutschland gibt es 29 Einhörner. Das größte mit einem Wert von 9,23 Mrd. Dollar ist das Fintech N26. Weitere deutsche Einhörner sind Personio oder FlixMobility, Betreiber der FlixBusse.
Es gibt auch in Österreich Einhörner, nämlich BitPanda und GoStudent.
Was können wir jetzt von Einhörnern lernen?
Zum einen der Umstand, dass die Zahl der Einhorn-Unternehmen in den letzten zwei Jahren geradezu explodiert ist. Und das in einer Zeit der Pandemie und anderer globaler Krisen. Im Jahr 2022 sind bis Ende August 239 Einhörner auf die Welt gekommen. Im Jahr 2021 waren es 529.
Sind Einhörner resistenter gegen Krisen?
Das glaube ich schon. Zwar kann man sich fragen, wie die Bewertungen dieser Unternehmen zustande kommen. Denn die Unternehmen haben ja per Definition keinen Börsenwert, weil sie noch nicht an der Börse gehandelt werden. Also muss der Unternehmenswert anders ermittelt werden. Da stellt sich schon die Frage, wer diesen Wert ermittelt und auf Basis welcher Daten. Die Berechnung des Unternehmenswertes ist außerdem in der Regel eine Bewertung auf der Basis von Zukunftsprognosen und die Zukunft kann man durchaus verschieden einschätzen, je nachdem welches Ergebnis man letztlich haben möchte.
Was aber die wirkliche Lehre für alle Unternehmer sein kann, ergibt sich schon aus dem Artikel von Aileen Lee aus dem Jahr 2013:
Erstens schaffen es nur 0,07 Prozent aller Startups in den Club der Einhörner. Je nach Statistik scheitern zwischen 80 und 90 Prozent aller Startups. Daher müssen die Einhörner doch sehr vieles richtig gemacht haben, wenn sie nicht nur überlebt, sondern sich sogar zum Einhorn entwickelt haben.
Zweitens haben die Einhörner gelernt, dass Erfolg im Geschäftsleben ein Marathon ist und kein Sprint. Tatsächlich dauerte es nach der Untersuchung von Aileen Lee mindestens 7 Jahre bis ein Startup an die Börse gebracht wurde oder über einen privaten Exit verkauft werden konnte.
Die erfolgreichen Startups wurden übrigens auch nicht von unerfahrenen zwanzig bis dreißigjährigen First-time Unternehmern gegründet. Die klassischen erfolgreichen Startup Gründer sind Ende dreißig und haben schon vorher mindestens ein Unternehmen gegründet.
Ich bin fest überzeugt, dass jeder Unternehmer, egal ob er gerade neu gründet oder schon vor vielen Jahren gegründet hat, sich ein Beispiel an Startups nehmen soll.
Da ist zum Einen selbstverständlich die Einstellung zum eigenen Unternehmen. Jedes Startup wird mit einer klaren Vision gegründet. Das ist etwas, das ich bei klassischen Unternehmensgründungen oft schmerzlich vermisse. Da geht es den Gründern viel öfter darum, selbständig zu sein. Und das bedeutet nicht selten, frei zu sein vom alten Chef. Das ist aus meiner Sicht kein guter und nicht einmal ein ausreichender Grund, ein eigenes Unternehmen zu gründen.
Zweitens kann man auch viel von den gescheiterten Startups lernen. Nämlich wenn man sich die Gründe für das Scheitern ansieht. CB Insights listet die 12 Gründe auf, warum Startups scheitern. Der Hauptgrund ist, dass zu viel Geld schneller verbrannt wird, als neues aufgestellt werden kann. Daraus lernen wir, dass wir bei der Unternehmensgründung und später, immer die Unternehmensfinanzen im Auge haben müssen.
Sollen Unternehmer sich also Einhörner zum Vorbild nehmen?
Es gibt auch Kritik an den Einhorn-Unternehmen.
Schon Aileen Lee hat zum Beispiel die Kritik geäußert, dass Einhörner fast ausschließlich männlich sind. Nur zwei der damals untersuchten Unternehmen hatten weibliche Mitgründer.
Eine andere Kritik setzt an dem Hauptgrund an, warum 90 Prozent aller Startups scheitern. Auf dem Weg zum nächsten Einhorn kann es den meisten Startups gar nicht schnell genug gehen. Nur dass eben die Finanzen sehr oft nicht Schritt halten und viel zu viel Geld zu schnell verbrannt wird. Als Gegenpol dazu soll der amerikanische Business Angel Dave McClure den Begriff des Kakerlaken-Startups gemünzt haben. Kakerlake klingt jetzt natürlich nicht so toll wie Einhorn und wenn ich es mir aussuchen könnte, hätte ich vielleicht auch lieber ein Einhorn als eine Kakerlake. Aber Dave McClure wird schon ein bisschen Ahnung von Startups haben, denn er hat 500 gegründet. Was er mit dem Begriff der Kakerlake meint, schreibt Sikander Hauser, selbst Gründer des Startups „Droplet“, in dem 2021 auf sifted erschienenen Artikel „Forget unicorns, here’s why the cockroach matters“.
Kakerlakenunternehmen sind nicht glamourös, ehrgeizig oder aufregend. Aber sie sind verdammt gut darin, zu überleben. Mit dem Bild der Kakerlake sollen widerstandsfähige Unternehmen beschrieben werden, die für nachhaltiges, stetiges Wachstum stehen.
Schnelles Wachstum ist für viele Gründer keine Option.
Unternehmen, die sich an der Idee der Kakerlaken-Unternehmen orientieren, achten von Anfang an auf den Gewinn. Von Anfang an profitabel zu sein und einen schlanken, kostengünstigen Betrieb zu haben, gibt den Gründern die Freiheit, in ihrem eigenen Tempo und zu ihren eigenen Bedingungen zu wachsen, bevor sie externe Investoren einladen. SurveyMonkey ist ein großartiges Beispiel. Das Gründerteam legte mehr Wert auf Work-Life-Balance als auf schnelles Wachstum und konzentrierte sich auf eine stetige, profitable Entwicklung. Kleine, aber zuverlässige Gewinne ermöglichten es ihm, während des Dotcom-Crashs zu überleben, als andere scheiterten, während es gleichzeitig seine Kultur bewahrte.
Wem jetzt Kakerlaken zu gruselig sind, dass er sein Unternehmen damit vergleichen möchte, für den gibt es eine andere Alternative zu den Einhörnern.
Vier Startup-Gründerinnen, Jennifer Brandel, Mara Zepeda, Astrid Scholz, und Aniyia Williams veröffentlichten am 8. März 2017 auf der Internetplattform „Medium“ den Artikel „Zebras Fix What Unicorns Break. Magical thinking drives the startup economy — but we need a strong dose of reality.” – auf Deutsch: Zebras reparieren, was Einhörner kaputt machen. Magisches Denken treibt die Startup-Wirtschaft an – aber wir brauchen eine starke Dosis Realität.
Facebook, das ultimative Einhorn, wurde während der amerikanischen Präsidentschaftswahlen als Waffe eingesetzt, um Fake News zu verbreiten. Uber ist unter Beschuss geraten, weil das Unternehmen zweifelhafte politische Agenden unterstützt, eine toxische Arbeitsplatzkultur toleriert, die Löhne der Mitarbeiter manipuliert und Vorschriften umgangen hat.
Die Autorinnen schufen den Begriff der Zebra-Unternehmen als ethische und nachhaltige Alternative zu den Einhörnern.
Was zeichnet nach den vier Gründerinnen ein Zebra aus?
Zunächst einmal sind Zebras im Gegensatz zu Einhörnern real und sollten damit auch nicht so selten oder schwer zu finden sein. Zebra-Unternehmen sind sowohl schwarz als auch weiß: Sie sind profitabel und verbessern die Gesellschaft. Zebras schließen sich in Herden zusammen und schützen sich gegenseitig. Ihr individueller Input führt zu einem stärkeren kollektiven Output.
Um den Startup Zoo komplett zu machen, können wir an dieser Stelle auch noch die Nashörner und die Kamele kurz nennen.
Der Begriff des Nashorns hat sich für Unternehmen etabliert, die zwar nicht so rasant wachsen, aber dabei auf Finanzinvestoren und Business Angels angewiesen sein wollen wie Einhörner, denen aber andererseits der Fokus der Zebras auf Diversität, Nachhaltigkeit und Wertegebundenheit nicht so wichtig ist, wie der stetige Profit.
Kamele können sich Extremen und sich verändernden Bedingungen anpassen und in ihnen überleben. Sie können Konjunkturabschwünge, veränderte wirtschaftliche Bedingungen und Krisen wie die Corona-Pandemie bewältigen. Damit ähneln sie in gewisser Weise den Kakerlaken.
Ich bin mir sicher, dass der Startup-Zoo in den nächsten Jahren noch weitere Zugänge haben wird. Lassen wir uns überraschen, welche Tierarten noch dazu kommen. In der Zwischenzeit können wir für uns selbst überlegen, wie wir uns unser eigenes Unternehmen vorstellen wollen: als rasant wachsendes, aber auch sehr teures Einhorn, als das langsamere aber auf stetigen Profit achtende Nashorn, als das anpassungsfähige Kamel, als die robuste Kakerlake oder als das diverse und nachhaltige Zebra.
Heute haben wir Thomas Knapp im Interview.
Thomas ist Eigentümer und Geschäftsführer der IT-Management & Coaching GmbH in Ybbsitz.
Die IT-Management & Coaching GmbH ist nicht einfach nur ein IT-Dienstleistungsunternehmen. Bei IMC wird eine spezielle Teamkultur gelebt. Das Unternehmen ist Träger des Gütesiegels Betriebliche Gesundheitsförderung und des Staatspreises Familie & Beruf als familienfreundlichster Kleinbetrieb Österreichs.
In unserem Interview erzählt uns Thomas über die Anfänge der IMC, welche Lieblingskunden das Unternehmen betreut und was es konkret für ihre Lieblingskunden macht bzw. welchen Nutzen Kunden von den Dienstleistungen der IMC haben.
Die Vision der IMC ist es, IT sicher und einfach nutzbar zu machen. Dazu erzählt uns Thomas, wie sie zu ihrer Vision gekommen sind und welche Unternehmenswerte bei der IMC gelebt werden.
Weiters gibt uns Thomas einen Ausblick, wie sich die IT in den nächsten Jahren weiter entwickeln wird.
Dieses Zitat, das Albert Einstein in den Mund gelegt wurde, stammt tatsächlich von Charles Kettering, einem amerikanischen Erfinder und Unternehmer. Er gründete die als Dayton Engineering Laboratories Company, die 1918 an General Motors verkauft wurde, deren Forschungsleiter er von 1920 bis 1947 war.
Karl Valentin hat ja auch so treffend gesagt: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“.
Trotzdem möchte ich heute mit dir einen Blick in die Kristallkugel werfen. Heute werde ich dir eine Buchzusammenfassung geben.
Ich habe heuer im Sommerurlaub ein Buch der Autoren Kai-Fu Lee und Qiufan Chen gelesen. Es trägt den Titel "KI 2041. Zehn Zukunftsvisionen."
Das „Buch KI 2041. Zehn Zukunftsvisionen“ erzählt in 10 Kurzgeschichten, die im Jahr 2041 angesiedelt sind, also 20 Jahre in der Zukunft, wie künstliche Intelligenz (KI) unser Leben verändern wird.
Was als Spielerei begonnen hat, ist dank der Deep Learning Technologie mittlerweile meilenweit davon entfernt, Menschen nur in Spielen wie Schach oder GO zu besiegen. KI ist heute in der Lage, Universitätszulassungsprüfungen ebenso zu bestehen wie ärztliche Approbationsprüfungen und übertrifft sogar Radiologen bei der Diagnose von Lungenkrebs.
Künstliche Intelligenz ist mehr als real und der Fortschritt auf diesem Gebiet ist unglaublich schnell, vor allem, weil er nicht mehr nur auf Universitäten beschränkt ist, sondern vor allem von großen Technologie-Unternehmen wie Google und Microsoft massiv befeuert wird.
Höchste Zeit also, sich mit dem Thema und den Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf unser Leben und unser Unternehmen auseinander zu setzen.
In der Geschichte „Götter hinter den Masken“ geht es um so genannte Deepfakes. Deepfakes sind realistisch wirkende Medieninhalte wie Fotos oder Videos, die durch künstliche Intelligenz verfälscht worden sind. Dabei wird etwa das Gesicht einer Person auf dem Video so manipuliert, dass die Gesichtszüge einer anderen Person darüber gelegt werden, sodass man denkt, es handelt sich um die zweite Person. Bekannt wurde Deepfake in Österreich vor kurzem, als Wiens Bürgermeister Michael Ludwig sich in einer Videokonferenz mit dem Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko zu unterhalten meinte, während es sich um einen Betrüger handelte, der sein Aussehen durch künstliche Intelligenz so veränderte, dass er tatsächlich wie Vitali Klitschko aussah.
Ein sehr brisantes Thema greift die Kurzgeschichte „Der Jobretter“ auf. Diese Geschichte erzählt eine Zukunft, in der künstliche Intelligenz einen Großteil der Arbeit von Menschen übernimmt. Agenturen schulen Menschen, die durch die KI arbeitslos geworden sind, um und vermitteln sie auf andere Arbeitsplätze, teils in weit entfernte Regionen. Tatsächlich aber gibt es dennoch nicht genügend Arbeitsplätze und so werden virtuelle Arbeitsplätze, Arbeitssimulationen geschaffen. Die Menschen denken, sie arbeiten an einem echten Arbeitsplatz, dabei handelt es sich in Wahrheit nur um eine Simulation. Diese Simulation hat nur den Zweck, die Arbeitnehmer zu beschäftigen.
In der Geschichte „Der Traum vom Überfluss“ geht es um eine Welt des Überflusses. Künstliche Intelligenz und Automatisierung ermöglichen es, das Güter nahezu kostenlos produziert werden können. Armut und Hunger sind ebenso überwunden wie die Energie- und die Klimakrise. Es gibt keine Knappheit an Gütern mehr, vielmehr herrscht Überfluss. Alle Menschen können durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen ihren Grundbedarf decken und verschaffen sich durch gemeinnützige Arbeit Sinn und Anerkennung.
In weiteren Geschichten geht es um Deep Learning, den Einsatz künstlicher Intelligenz in Schule und Ausbildung, in der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen zur Bekämpfung von Pandemien, um selbstfahrende Fahrzeuge und intelligente Städte. Es geht um Quantencomputer und wie durch diese Technologie künstliche Intelligenz zusätzlich befeuert wird.
Das Buch „KI 2041. Zehn Zukunftsvisionen“ bietet einen guten Einstieg, um sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Und wie ich schon öfter gesagt habe, können wir viel lernen, wenn wir uns mit Science-Fiction beschäftigen.
Wir alle werden den Rest unseres Lebens in der Zukunft verbringen. Es macht wenig Sinn, sich davor und der damit einhergehenden Veränderung zu fürchten. Die Zukunft wird kommen und sie wird viele Veränderungen für uns bringen. Manche sind heute absehbar, teilweise sogar schon machbar. Andere Veränderungen sind heute vielleicht sehr visionär. Daher tun wir gut daran, unsere eigenen Visionen für unsere Unternehmen und für unser Leben zu schreiben. Und dann mit aller Kraft daran zu arbeiten, diese Vision umzusetzen.
Alle erfolgreichen Unternehmer, so unterschiedlich sie auch sein mögen, haben eines gemeinsam: ihre Denkweise.
Dieser Satz ist nicht von mir. Ich habe ihn bei meinen Recherchen im Internet gefunden. Und ich dachte, das ist ein guter Satz, mit dem können wir unsere heutige Episode starten.
Der Satz ist für mich vor allem eines. Eine Aufforderung, darüber nachzudenken, ob das wirklich so ist. Denken Unternehmer wirklich so anders als die so genannten Unselbständigen?
Allein schon das Begriffspaar Selbständige und Unselbständige finde ich entsetzlich.
Aber zurück zum Thema Mindset. Die Frage lautet doch: haben Unternehmer ein bestimmtes Mindset? Oder eint ein bestimmtes Mindset die Unternehmer? Und haben Menschen, die für Unternehmer arbeiten dieses Mindset nicht?
Auf der Seite intouch-consult.de bin ich auf die Passage gestoßen: „Das unternehmerische Mindset ist eine Denkweise, die es ermöglicht, Herausforderungen zu meistern, entschlossen zu handeln und Verantwortung für Ergebnisse zu übernehmen. Es ist ein ständiges Bedürfnis, Fähigkeiten zu verbessern, aus Fehlern zu lernen und kontinuierlich an Ideen zu arbeiten. Jeder, der bereit ist, an seinen Eigenschaften zu arbeiten, kann ein unternehmerisches Mindset entwickeln.“
Das Unternehmermindset also als Mix aus
Also ich kann mit Sicherheit unterschreiben, dass diese Eigenschaften wichtig sind für jeden Unternehmer. Genauso unterschreibe ich, dass viele Unternehmer, die ich kenne, diese Eigenschaften weit weniger ausgeprägt besitzen, als ihre Mitarbeiter.
Wenn du mich fragst, dann ist das so genannte Unternehmermindset nicht etwas, das exklusiv für Unternehmer ist und das Unternehmer von Arbeitnehmern unterscheidet. Andererseits wird jeder Unternehmer wahrscheinlich zustimmen, dass es einige Eigenschaften gibt, die man als Unternehmer mehr oder weniger stark ausgeprägt haben sollte.
Gehen wir dabei von der Beobachtung aus, dass Unternehmen einen eigenen Lebenszyklus haben. Das ist der so genannte Unternehmenslebenszyklus. Tatsächlich ähnelt dieser Zyklus auch dem Lebenszyklus von uns Menschen.
Wir werden geboren, wir wachsen heran, wir lernen, wir reifen, wir erreichen den Höhepunkt unserer Schaffenskraft, und danach geht es wieder bergab, unser Kräfte schwinden wieder, wir werden sogar wieder kleiner und irgendwann sterben wir.
Unternehmen haben einen ähnlichen Zyklus. Sie werden gegründet. Dann kommen sie in die Pionierphase, sie expandieren bis zum Punkt der Sättigung. Danach kommt wie bei uns Menschen der Abstieg, die so genannte Wende.
Tatsächlich verläuft die Kurve des Unternehmenslebenszyklus nicht linear. Auf Aufschwungphasen folgen häufig kleiner oder größere Krisen, und je nachdem, wie wir mit diesen Krisen umgehen, kann es danach wieder bergauf gehen. Das Unternehmerleben ist, und das macht schon einen Unterschied zum Arbeitnehmer aus, gerade nicht vorgezeichnet wie die klassische Arbeitnehmerkarriere. Ein Unternehmer wird sich viel häufiger im Krisenmodus finden, ob er das jetzt will oder nicht.
Eine wichtige Eigenschaft des Unternehmers ist also die Art und Weise, wie ich mit diesen **Krisen **umgehe. Ganz sicher benötige ich als Unternehmer dafür eine besondere Resilienz.
Zum Glück stolpern wir als Unternehmer aber nicht nur von einer Krise in die andere. Am Wegesrand können wir immer wieder auch Chancen und Möglichkeiten begegnen, die das Potential zu Innovationen und neuen Produkten und Dienstleistungen haben. Hier hilft uns Unternehmern die Eigenschaft, neugierig zu bleiben und wach und mit offenen Augen durch das Leben zu gehen. Auch sollten wir uns mit der Gesellschaft und ihrer Entwicklung beschäftigen. Wir sollten uns fragen: was geschieht gerade? Und warum? Was bedeutet das für die Gesellschaft im Allgemeinen und für unsere Kunden im Besonderen? Und was können wir tun, um in dieser Situation unseren Kunden den bestmöglichen Nutzen zu stiften? Was brauchen und wollen unsere Kunden gerade am meisten? Wie können wir diese Bedürfnisse befriedigen?
Auch ein Blick über den Tellerrand lohnt sich für uns. Was machen andere Branchen gerade? Oder was passiert gerade in unserer Branche in anderen Ländern? Und wie wird sich unsere Branche und die Gesellschaft in den nächsten 5, 10 oder 20 Jahren weiter entwickeln?
Diese Fragen müssen wir uns immer und immer wieder stellen. Wir dürfen unsere **kindliche Neugier **dabei nicht verlieren. Kinder sind überhaupt die größten Vorbilder für uns Unternehmer. Ist dir schon aufgefallen, dass Kinder immer wieder „Warum“ fragen? Das sollten wir auch tun. Wenn ein Kind auf die Frage nach dem Warum eine Antwort bekommen hat, dann kommt garantiert die nächste Frage und die lautet. „Und Warum“? Und dann fragt es wieder: „Und Warum“? Auch wir sollten bei der ersten, offensichtlichen Antwort weiter nach dem Warum fragen.
Eine weitere gute Unternehmereigenschaft, die wir uns von Kindern abschauen können, ist das Durchhaltevermögen.
Thomas Alva Edison hat angeblich 10.000 Versuche gebraucht, um die Glühbirne zu erfinden. Ihm wird das Zitat nachgesagt, „Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“
Warum war er so hartnäckig? Was hat ihn zum Durchhalten veranlasst, nach so vielen Fehlschlägen?
Natürlich sollen wir dabei aber nicht blind sein für die Risiken. Denn jeder gescheiterte Versuch kann finanziell auch einer zu viel gewesen sein. Wir müssen immer auch abwägen, welche Risiken unseren Chancen gegenüber stehen und was wir aus eigener Kraft machen können, um diese Risiken zu begrenzen.
So, damit haben wir doch ein paar Eigenschaften zusammen getragen, die wichtig für Unternehmer sind. Da wäre einmal die Resilienz, die uns in die Lage versetzt, bei Krisen auf unsere Fähigkeiten und Stärken zu vertrauen und uns und unser Unternehmen aus eigener Kraft an veränderte Umstände anzupassen. Dann die Neugierde und Offenheit für Chancen, Durchhaltevermögen, Leidenschaft und Begeisterung.
Ob diese Eigenschaften jetzt ein besonderes Unternehmermindset ausmachen, darfst du liebe Hörerin, lieber Hörer, für dich entscheiden. Allemal sind es sicherlich gute Eigenschaften, die man als Unternehmer gerne pflegen darf.
In der letzten Episode haben wir den Miracle Morning als Morgenroutine vorgestellt. Er besteht aus 6 Teilen. Die ersten beiden sind die Stille oder Meditation und die Affirmationen.
Der dritte Teil ist die Visualisierung. Skifahrer zum Beispiel fahren im Geist die Rennstrecke ab. Sie prägen sich jede Stelle der Strecke genau ein. Wo ist die Ideallinie? Wie muss ich jedes Tor optimal anfahren? Sie sind dann das Rennen schon mehrere Male im Geist abgefahren. Und dann, wenn sie es wirklich tun, ist es nur ein weiterer von vielen erfolgreichen Versuchen.
Ich denke mir, wenn Spitzensportler jedes einzelne Rennen visualisieren, dann kann das nicht schlecht sein, wenn ich mein ganzes Leben visualisiere. Skirennfahrer haben ja jede Woche eine neue Möglichkeit für ein Rennen. Aber ich habe nur ein Leben. Da gibt es keine Generalprobe.
Ich visualisiere gerne den Tag. Ich weiß ja was auf mich zukommt. Welche Personen werde ich treffen? Wie gehe ich mit den bekannten Herausforderungen des Tages um. Was mache ich bei unerwarteten Problemen oder Hindernissen? Welche Ziele werde ich heute verfolgen?
Der vierte Teil des Miracle Morning ist körperliche Ertüchtigung. Mach hier für zehn bis dreißig Minuten Bewegung. Je nachdem, wie du zu Sport stehst, kann das alles mögliche sein. Du kannst zehn Minuten spazieren gehen. Du kannst aber auch Krafttraining machen. Das empfehle ich übrigens sehr. Vor allem Menschen, die beruflich viel sitzen. Oder du kannst joggen, Radfahren, schwimmen, walken, skaten. Was immer dir Spaß macht. Wenn du dabei schwitzt, dann ist es noch besser.
Viel mehr muss ich dir über Bewegung nicht sagen. Mach, was dir Freude macht und was du gern tust. Wenn du bislang wenig Sport gemacht hast, werden jeden Tag 10 Minuten nach einiger Zeit schon eine gewaltige Änderung deines Lebensstils bewirken.
Der fünfte Teil des Miracle Morning ist Lesen. Nimm dir zehn Minuten und lies in einem Buch. Bücher können dein Leben ungemein beeinflussen. Sie können dich inspirieren. Wenn du keine Ahnung hast, welches Buch du lesen sollst, könntest du zum Beispiel mit einem der folgenden starten:
Denke nach und werde reich von Napoleon Hill,
Oder lass dich vom Internet inspirieren. Hier gibt es Buchtipps von erfolgreichen Personen. Zum Beispiel empfiehlt Bill Gates, der Gründer von Microsoft und einer der reichsten Menschen auf dem Planeten für den Sommer 2022 folgende 5 Bücher:
Die Gabe von Naomi Alderman, Der tiefe Graben von Ezra Klein, Lincoln Highway von Amor Towles, Das Ministerium für die Zukunft von Kim Stanley Robinson und How the World Really Works von Vaclav Smil.
Damit sind wir fast schon am Ende unseres Miracle Morning. Der letzte Teil ist das Schreiben. Hier kannst du gerne Tagebuch schreiben. Die meisten erfolgreichen Menschen und großen Persönlichkeiten haben Tagebuch geschrieben. Und das nicht erst, nachdem sie erfolgreich wurden, um ihre Weisheiten für die Nachwelt festzuhalten. Vielleicht ist das Tagebuch schreiben nicht der alleinige Schlüssel für ihren Erfolg. Aber es ist sicher ein wichtiger Teil davon. Warum? Weil du beim Tagebuch schreiben viel über dein Leben und deine Ziele reflektierst. Hier setzt du dir Ziele. Hier brichst du sie auf deinen Tag herunter. Hier kannst du für dich prüfen, ob du deine Ziele erreichst.
Hier fließt am Ende alles zusammen. Deine Ziele, zu denen du dir passende Affirmationen suchen oder selber schreiben kannst. Deine Ziele, die du dir visualisieren kannst. Deine Ziele, zu denen du gute Bücher lesen kannst, die dich auf deinem Weg weiter bringen.
Ich stelle mir jeden Tag Fragen und schreiben dann meine Antworten in mein Tagebuch. Welche Fragen sind gute Tagebuchfragen?
Worauf kann ich mich heute freuen?
Zugegeben, ich beantworte nicht immer alle Fragen, aber meistens bemühe ich mich doch, auf alles eine Antwort zu finden. Und dann starte ich sehr viel fokussierter in meinen Tag.
Am Ende des Tages refklektiere ich übrigens auch wieder mit meinem Tagebuch. Dann stelle ich mir die folgenden Fragen:
Was ist mir heute gut gelungen?
Wenn du dann in der Arbeit bist, strömen sofort die Aufträge von Kunden in Form von E-Mails und Telefonaten auf dich ein. Mitarbeiter brauchen etwas von dir. Du bist den ganzen Tag in einem reaktiven Modus. Der erste Moment, in dem du einmal durchschnaufen kannst, ist wenn die Mitarbeiter sich in den Feierabend verabschieden. Dann kannst du dich um deine eigenen Prioritäten kümmern, wenn du dir bis dahin überhaupt welche gesetzt hast. Und wenn du dafür nicht schon zu müde bist.
Oder vielleicht ist auch dein Feierabend reaktiv, weil jetzt deine Familie mit ihren Wünschen auf dich wartet. Dann liegst du abends im Bett und hast das Gefühl, nichts geschafft zu haben und im Leben nicht weiter zu kommen. Vor allem nicht in die Richtung des Sinns deines Lebens, wenn du überhaupt jemals genug Zeit dafür hast, dir darüber Gedanken zu machen.
Kommt dir das bekannt vor?
Also mir ist es viele Jahre genau so gegangen. Mir war aber auch nicht bewusst, dass man das Leben auch anders führen kann. Nämlich selbstbestimmt. Und nicht fremdbestimmt.
Dann hat mir ein Freund ein Buch empfohlen. Nämlich Miracle Morning von Hal Elrod. Und ich habe es eine Zeit lang ausprobiert. Und seitdem bin ich überzeugt, dass ich mein Leben so führen kann, wie ich es mir vorstelle.
Natürlich gibt es immer noch Anrufe und E-Mails von Kunden. Es gibt immer noch Mitarbeiter, die etwas von mir brauchen. Und natürlich will ich Zeit mit der Familie verbringen. Aber ich kann bestimmen, wann ich was mache. Ich bin nicht reaktiv, sondern proaktiv.
Wie du in den Tag startest kann viel Einfluss darauf haben, wie der Rest deines Tages verläuft. Wenn das stimmt, und ich selbst bin überzeugt davon, dann bedeutet das ja auch: Wie du jeden Tag beginnst, entscheidet darüber, wie dein Leben verläuft. Du hast jeden Tag die Wahl, wie du deinen Tag beginnen möchtest. Du kannst entscheiden, was du tust. Natürlich folgen aus deinen Entscheidungen Konsequenzen. Das ist einmal so. Aber es sind deine Entscheidungen und die Konsequenzen hast du dir ausgesucht.
Viele von uns sind sich nicht klar, dass ihr Leben die Summe ihrer früheren Entscheidungen ist.
Schau einmal ganz bewusst auf dein Leben. Wo stehst du heute? Wie gefällt dir dein Leben heute, in diesem Moment? Bist du glücklich? Wie wäre es, wenn dein Leben – so wie es heute ist – die nächsten 30 Jahre so bleibt?
Hättest du vielleicht gerne ein anderes Leben? Sei nicht unzufrieden. Dein Leben, so wie es heute ist, hast du dir selbst erschaffen. Durch alle deine bisherigen Entscheidungen in deinem Leben.
Natürlich darfst du aber auch, gerade wenn du vielleicht nicht so ganz zufrieden bist, gerne dankbar sein. Wenn du diesen Podcast hörst, hast du in der Lotterie des Lebens schon einmal den Jackpot geknackt. Du bist in einem der reichsten Länder der Welt geboren worden. Du kannst dir jederzeit etwas zu essen holen, wenn du Hunger hast. Und du wirst auch nicht nackt herumlaufen müssen. Millionen von Menschen geht es nicht so gut wie dir. Und du hast sogar einen Computer oder ein Smartphone, mit dem du dir jetzt diesen Podcast anhörst.
Also, gratuliere. Du bist ein Glückspilz.
Aber ich weiß schon, wir wollten ja über ein selbstbestimmtes Leben reden. Das ist für dich möglich.
Es gibt unendlich viele Morgenroutinen. Das Stichwort Morgenroutine bringt auf Google knapp 1 Million Treffer.
Aber ich habe dir schon von einer bestimmten Morgenroutine erzählt, die ich nun seit Jahren mache. Nämlich den Miracle Morning aus dem gleichnamigen Buch von Hal Elrod.
Der Miracle Morning, so wie Hal Elrod ihn beschreibt, besteht aus 6 Teilen und dauert zwischen dreißig und sechzig Minuten. Wenn du am Anfang stehst und damit beginnst, dann gönn dir gerne eine Stunde am Morgen nur für dich. Vielleich willst du damit im Urlaub beginnen oder am nächsten Wochenende. Stell dir deinen Wecker eine Stunde früher als sonst – egal wann das ist. Du musst deswegen nicht zum Schlafwandler werden und schon um vier Uhr aufstehen.
Wichtig ist aber auch, dass du auf ausreichend Schlaf achtest. Wieviel das ist, kann unterschiedlich sein.
Moderne Studien gehen von sieben bis neun Stunden Schlaf pro Tag für Erwachsene aus. Weniger kann tatsächlich nicht nur zu Konzentrationsstörungen, sondern sogar zu Krankheiten führen.
Also, wenn du dir deinen Wecker für morgen um eine Stunde früher stellst, dann vergiss nicht, eine Stunde früher schlafen zu gehen – oder die fehlende Stunde zu einem anderen Zeitpunkt nachzuholen. Der Mittagsschlaf ist übrigens gesund. Wenn auch in vielen Berufen schwer einzuhalten.
Zurück zum Miracle Morning. Er besteht wie schon gesagt aus sechs Teilen.
Der erste Teil ist Stille. Gönn dir einmal zehn Minuten Stille. Du kannst in dieser Zeit meditieren. Oder beten, wenn du religiös bist. Setze dich bequem auf ein Kissen und versuche, an nichts zu denken. Schließe die Augen. Genieße die Stille.
Der zweite Teil des Miracle Mornings sind deine Affirmationen. Ja ich weiß. Damit habe ich auch am Meisten gekämpft. Überhaupt als ich gelesen habe, dass Hal Elrod sich die Affirmationen laut (sehr laut!) vor seinem Badezimmerspiegel aufsagt. Da ich nicht allein wohne, habe ich mich das nicht so getraut. Aber ich habe mir gedacht, ich werde sie mir vorsagen, leise halt. Denn schaden kann es bestimmt nicht. Mittlerweile machen mir die Affirmationen richtig Spaß und ich setze sie bewusst ein, um meine Ziele damit positiv zu bestärken.
Was können gute Affirmationen sein? Du kannst zur Inspiration hier gerne googeln. Ich bin dabei auf die Seite dickerbuddha.de gestoßen. Da kannst du dir 100 Affirmationen als pdf herunter laden. Ein Beispiel von dieser Seite: Du willst Gewicht abnehmen. Jetzt könnten folgende Affirmation dich bei deinem Vorhaben bestärken:
Meine Gesundheit ist wichtig für mich. Ich bin davon überzeugt, dass ich Gewicht verlieren kann. Mein Körper ist mein Tempel und ich pflege ihn. Ich führe meinem Körper nur gesunde Lebensmittel zu, denn ich ehre ihn und möchte fit bleiben.
Also, ich denke, das klingt doch nicht schlecht. Probier es einfach mal aus. Wenn es dir dann auch Spaß macht, dann schreib doch deine Affirmationen in die Kommentare.
Das waren jetzt die ersten beiden von insgesamt sechs Teilen des Miracle Morning. Die anderen vier werde ich dir in der nächsten Podcast Episode vorstellen.
Der amerikanische Unternehmensberater Michael Gerber sagt, dass es nur einen einzigen Grund gibt, ein eigenes Unternehmen zu gründen und aufzubauen. Nämlich, um es zu verkaufen.
Michael Gerber gibt uns auch dazu gleich eine Antwort. Und die ist eigentlich ganz einfach. Wer gründet denn ein Unternehmen? Das sind in der Regel Menschen, die vorher für jemand anderen gearbeitet haben. So lange, bis sie richtig gut in dem wurden, was sie machten. Das sind in den Unternehmen die Fachkräfte. Und irgendwann kommt der Moment, wo es der Fachkraft reicht, für jemand anderen zu arbeiten. Sie weiß tief in ihrem Inneren, dass sie das alles viel besser kann, als ihr Chef. Sie will frei sein. Ihr eigener Herr. Machen können, was sie will, wann sie will. Kommen und gehen können, wann sie will. Sich die Kunden aussuchen, die sie will. Und nebenbei noch mehr verdienen. Der Traum vom eigenen Unternehmen wächst. Er wird größer und größer und irgendwann kommt der entscheidende Moment. Michael Gerber nennt das den unternehmerischen Anfall. Und dann kündigt unsere Fachkraft und macht sich selbständig.
Das Problem ist nur, dass unser neuer Unternehmer keine Ahnung davon hat, wie man ein Unternehmen aufbaut und führt. Unser Unternehmer ist ja eigentlich immer noch eine Fachkraft. Und meistens kommt er über dieses Stadium auch nicht hinaus.
Laut der Statistik Austria wurden Jahr 2019 in Österreich 37.356 Unternehmen gegründet. Im gleichen Jahr wurden aber 33.118 Unternehmen mit 50.203 Beschäftigten wieder geschlossen.
Von den im Jahr 2014 neu gegründeten Unternehmen waren ein Jahr später 13 Prozent nicht mehr am Markt. Innerhalb von fünf Jahren ist jedes zweite Unternehmen gescheitert.
Von den 7.000 Unternehmensübergaben pro Jahr in Österreich ist die Hälfte nicht erfolgreich. Und wenn man dann noch berücksichtigt, dass noch einmal ca. 50.000 Unternehmen gar nicht einmal verkauft, sondern zugesperrt werden, dann bedeutet das, dass jedes Jahr von 57.000 Unternehmen nur 3.500 erfolgreich verkauft werden können. Der Rest geht den Bach hinunter. Gemeinsam mit ca. 70.000 Mitarbeitern.
Hätte man den 53.500 Unternehmern, deren Unternehmen nicht verkauft werden konnten, schon bei der Gründung gesagt und beigebracht, was man als Unternehmer tun muss, und dass das ganz etwas anderes ist als die beste Fachkraft auf seinem Gebiet zu sein, dann hätten diese Unternehmen verkauft werden können. Die Arbeitsplätze wären erhalten geblieben. Die Kunden könnten weiter dort einkaufen und die Lieferanten hätten weiter Abnehmer für ihre Produkte.
Wir alle werden mit Sicherheit nicht ewig leben. Und wir werden auch nicht ewig arbeiten. Irgendwann werden wir einfach nicht mehr da sein. Wieso sind wir dann so egoistisch und kümmern uns nicht rechtzeitig darum, dass unser Unternehmen in andere Hände kommt. Unser Unternehmen ernährt ja nicht nur uns, sondern auch unsere Familie, unsere Mitarbeiter und Lieferanten. Wenn ich es also schaffe, mein Unternehmen von meiner Person unabhängig zu machen, dann kann es meine Familie, meine Mitarbeiter und Lieferanten noch lange weiter ernähren, wenn ich nicht mehr da bin.
Wenn wir das einmal verstanden haben, dann müssen wir uns doch einfach mit dem Unternehmensverkauf auseinandersetzen. Und zwar so früh wie möglich. Der Verkauf meines Unternehmens ist meine wichtigste und einzige Priorität als Unternehmer. Für alles andere habe ich Mitarbeiter.
Aber irgendwann, mit 60 oder 65, willst du auf einmal dein Unternehmen verkaufen. Eigentlich willst du es dann loswerden. Aber stell dir doch jetzt einmal die Frage: wenn du dein eigenes Unternehmen, das du aufgebaut hast, mit deinem Herzblut und Schweiß, in das du die besten Jahre deines Lebens gesteckt hast, für das du Opfer gebracht hast; wenn du dieses Unternehmen nicht mehr willst – wieso soll es dann ein anderer haben wollen? Jemand, der überhaupt keine Beziehung dazu hat. Und wieso soll er dann auch noch etwas dafür zahlen?
Diejenigen, die ihr Unternehmen doch irgendwie verkaufen können, interessieren nur zwei Dinge: wie hoch ist der Kaufpreis und wo nehme ich einen Käufer her.
Das sind die falschen Fragen und der ganze Ansatz für den Verkaufsprozess geht am Kern vorbei.
Vergleichen wir hier noch einmal das Unternehmen mit den Produkten, die das Unternehmen erzeugt.
Wenn ich ein Produkt verkaufen möchte, werde ich zuerst schauen, ob es dafür einen Markt, eine Zielgruppe gibt. Dann, welche Wünsche und Bedürfnisse die Zielgruppe hat und wie ich mit meinem Produkt diese Wünsche und Bedürfnisse befriedigen kann. Ich werde schauen, ob das schon andere Unternehmen machen, ob es also Mitbewerber gibt und was diese Mitbewerber tun. Dann werde ich das Produkt nach den Wünschen und Bedürfnissen des Marktes erzeugen. Ich werde Werbung machen, damit der Markt auf mein Produkt aufmerksam wird. Ich werde den Preis für mein Produkt kalkulieren und dann werde ich das Produkt zu diesem Preis verkaufen.
Wenn es jetzt aber so ist, dass das Produkt des Unternehmers sein Unternehmen ist, warum glauben wir dann, dass wir alle diese Schritte auslassen können? Wieso machen wir uns keine Gedanken über unsere Zielgruppe, sondern beauftragen einen Makler damit, irgendeinen Käufer zu bringen, der einen Puls hat und bereit ist, annähernd so viel für unser Unternehmen zu bezahlen, wie ein Gutachter, der das Unternehmen nicht kennt, mit keinem Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten gesprochen hat, für angemessen befunden hat?
Der Unternehmensverkauf ist viel mehr, als das ruhmlose Ende eines entbehrungsreichen Unternehmerlebens. Der Unternehmensverkauf ist der einzige Zweck, warum ich ein Unternehmen gründe. Daher sollte ich mich mit dem Verkauf schon vor der Gründung beschäftigen. Jedenfalls aber so früh wie möglich. Es ist niemals zu früh, sich mit dem Unternehmensverkauf zu beschäftigen. Leider aber ist es irgendwann zu spät.
Um Unternehmer genau dabei zu unterstützen, habe ich die Rechtsstandpunkt Akademie gegründet. Hier geht es um den Unternehmensverkauf und was alles dabei beachtet werden muss. In der Rechtsstandpunkt Akademie gibt es einen Praktikerlehrgang, bei dem du alles lernst, was für den erfolgreichen Verkauf deines Unternehmens notwendig ist. Und du kannst dich mit anderen Kursteilnehmern über den Unternehmensverkauf aber auch über andere unternehmerische Fragen austauschen und an den Erfahrungen anderer Unternehmer partizipieren.
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Wann bin ich im Job erfolgreich? Wann ist mein Leben oder meine Partnerschaft ein Erfolg? Und wer entscheidet das? Können fremde Maßstäbe meinen Erfolg messen?
Offensichtlich ist die einfache Frage „Was ist Erfolg?“ für viele schwer zu beantworten.
Interessant ist, dass man im Internet lesen kann, woran man erfolgreiche Menschen erkennt:
Erfolgreiche Menschen haben eine positive Grundeinstellung zum Leben und zur Arbeit, sie sind motiviert und verspüren schon in der Früh den Drang, etwas Sinnvolles zu tun; sie sind effizient und authentisch; sie haben ein Wertesystem und wissen, was sie im Leben erreichen wollen.
Das mag ja für den Autor dieser Zeilen schön und gut sein, aber ganz ehrlich: mir sagt bestimmt keiner, wie ich meinen Erfolg für mich definieren soll.
Aber es ist eben für viele nicht leicht. Wir schauen eben immer auf andere. Unsere Erziehung und unser Schulsystem führen uns da schon in jungen Jahren, wo wir uns noch nicht dagegen wehren können, auf den unheilvollen Pfad des Vergleichs. Unsere Eltern wollen, dass wir so sind wie andere Kinder – wenn sie sich aus ihrer Sicht gut und daher richtig benehmen. Schau wie dieses Kind brav sitzen und ruhig sein kann. Nimm dir daran ein Beispiel!
Im Fernsehen und in der Werbung sehen wir schöne und angeblich erfolgreiche Menschen. Dann müssen wir das Shampoo oder Parfum kaufen, uns so anziehen, bestimmte Autos fahren, oder dorthin auf Urlaub fahren, wo auch unsere Vergleichsobjekte hinfahren.
Wer kann da erfolgreich sein? Bei so vielen Vergleichsmöglichkeiten!
Unsere Verwirrung ist da völlig verständlich. Deswegen suchen wir Rat. Auf Amazon gibt es mehr als 60.000 deutschsprachige Bücher zum Thema Erfolg.
LinkedIn, das nach eigenen Angaben größte berufliche Netzwerk der Welt, hat im Jahr 2017 eine Umfrage unter deutschen Arbeitnehmer:innen durchgeführt und ist dabei der Frage nachgegangen: Was bedeutet Erfolg für Arbeitnehmer?
Das Ergebnis: Für 72% der Befragten bedeutet Erfolg, glücklich zu sein. Da könnten wir sofort weiter philosophieren darüber, was Glück ist.
Für weniger als die Hälfte der von LinkedIn befragten ist es Erfolg, eine Familie und Freunde zu haben. Das ist doch dramatisch! Wir Menschen sind doch soziale Wesen. Wieso ist es für jeden zweiten von uns nicht relevant, einen sozialen Rückzugsort zu haben?
Ein sechsstelliges Gehalt ist übrigens nur für 12% der Befragten Erfolg. Naja, da kann man sich schon auch fragen, wie viele tatsächlich jemals ein sechsstelliges Gehalt erreichen werden. Wenn etwas für mich nicht erreichbar ist, dann wird das für mich vielleicht auch nicht so viel ausmachen.
Das "überraschende" Studienergebnis ist, dass für 66% der Befragen Erfolg etwas individuelles ist.
Ja natürlich ist Erfolg individuell!
Aber das beantwortet die Frage nicht, woran ich meinen individuellen Erfolg erkennen und messen kann oder soll. Und dann bin ich wieder beim Vergleich mit dem Auto des Nachbarn, seiner Frau, seinem letzten Urlaub oder was immer.
LinkedIn hat auch erhoben, was die wesentlichen Faktoren für Erfolg sind. Und da steht an erster Stelle die Ausbildung.
Was also ist das Geheimnis des Erfolgs? Es ist, wie der Name schon sagt, ein Geheimnis.
Was man sagen kann, ist dass Erfolg unter dem Strich für jeden etwas anderes ist. Für mich ist es hilfreich, sich bewusst zu machen, dass wir unser Leben nicht geschenkt, sondern nur geborgt erhalten haben. Irgendwann müssen wir alle es wieder zurückgeben. Und woran wollen wir uns dann, wenn es einmal so weit ist, mit einem Lächeln erinnern?
Wahrscheinlich wird es nicht das Auto sein oder die Karriere. Insbesondere dann nicht, wenn unter den Überstunden für Projekte, die die Zeit längst irrelevant gemacht hat, Beziehungen oder Freundschaften zerbrochen sind.
Ich glaube ich werde mich gerne daran erinnern, Menschen zum Lachen gebracht zu haben. Wobei mir ein Schmunzeln auch schon reichen würde. Ich glaube, dann werde ich sagen, ich hatte Erfolg im Leben.
Ist es dir auch schon so gegangen, dass du irgendwo eingeladen warst, zum Beispiel auf einer Party oder einer Netzwerkveranstaltung. Du kennst die Leute dort nicht, sie kennen dich nicht. Aber irgendwie stehst du neben jemand und man versucht, ins Gespräch zu kommen. Und was ist dann eine der ersten Fragen?
Was machen Sie denn beruflich?
Und natürlich weißt du, was du beruflich machst. Aber in dieser Situation willst du jetzt etwas total Geistreiches sagen, um dein Gegenüber, das du gar nicht kennst, voll zu beeindrucken.
Mit dem elevator pitch soll man dem Gegenüber während einer Aufzugfahrt erklären können, was man macht – oder warum das Gegenüber meine Dienste unbedingt braucht.
Man sagt ja, es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Und dass dieser erste Eindruck im Bruchteil einer Sekunde gebildet ist. Wenn das stimmt, dann wäre das eine recht kurze Aufzugfahrt.
Es macht also Sinn, einen elevator pitch vorzubereiten. Oder gleich mehrere verschiedene für unterschiedliche Anlässe.
**Wie baut man jetzt einen elevator pitch auf? **
Da gibt es ganz verschiedene Herangehensweisen. Was muss jedenfalls in der Präsentation enthalten sein? Da ist einmal ganz wichtig der Nutzen für den Zuhörer. Wenn der Zuhörer nicht rasch erfährt, was für ihn drin ist, ist er nicht interessiert.
Dann kommt etwas, das ich schon öfter hier im Podcast erwähnt habe. Dein Warum. Warum machst du, was du machst? Was begeistert dich daran? Und warum könnte das für deinen Gesprächspartner wichtig sein?
Im Grunde genommen war es das dann auch schon wieder. Die meisten überbewerten meiner Meinung nach den elevator pitch und den ersten Eindruck.
Bei einer Netzwerkveranstaltung wirst du selten auf einen Gesprächspartner treffen, der dich nicht kennt und nach einer Präsentation von 60 Sekunden dein Produkt oder deine Dienstleistung kauft. Außer er braucht das zufälligerweise gerade wirklich. Aber wie wahrscheinlich ist das? Also brauchst du dir keine geistreiche Verkaufspräsentation zurecht legen. Sie wird nicht funktionieren und der Abend wird sich für dich nicht auszahlen.
Viel wichtiger ist es, einen guten **Gesprächsanfang **zu finden.
Ganz wichtig ist auch, den Gesprächspartner bei seinem Namen zu nennen. Daher solltest du gleich zu Beginn des Gesprächs den Gesprächspartner um seinen Namen fragen und den Namen sofort wiederholen. Denn nichts hört ein Mensch so gern wie seinen eigenen Namen. Eigentlich hast du dann schon gewonnen. Zeige ehrliches Interesse und frage den anderen, was er macht und warum ihn begeistert was er macht.
Irgendwann wird dich dein Gesprächspartner auch fragen, was du machst. Dann – und erst dann – kommt dein elevator pitch zum Einsatz. Und wie gesagt, dann reicht der Nutzen und dein Warum.
Wenn ihr beide euch dann sympathisch seid, dann könnt ihr ein weiteres Treffen vereinbaren, um einander besser kennen zu lernen. Worum es dann in diesem Gespräch geht, das wird Thema einer anderen Episode sein.
Und da passieren oft mehr Fehler als beim elevator pitch. Wenn du zu lange bei einer Person bleibst, nur weil ihr einander jetzt kennen gelernt und das Eis gebrochen habt.
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