Rechtsstandpunkt Podcast

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By Bernd TrappmaierBusinessManagement
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Rechtsstandpunkt Podcast episodes

  • Vision und Mission
    Wofür benötigt ein Unternehmen eine Vision oder eine Mission und wie entwickelt man diese?

    Vision

    Das Wort Vision leitet sich aus dem lateinischen Wort visio ab. Visio bedeutet auf deutsch übersetzt Sehen, Anblick, übertragen Idee oder Vorstellung.

    Nach dem Duden gibt es verschiedene Bedeutungen des deutschen Wortes Vision. Nämlich erstens die übernatürliche Erscheinung als religiöse Erfahrung, zweitens die optische Halluzination und drittens ein in jemandes Vorstellung in Bezug auf Zukünftiges entworfenes Bild.
    In unserem Zusammenhang ist die dritte Bedeutung maßgeblich. Es geht um die Vorstellung eines Bildes der Zukunft.

    Die Vision eines Unternehmens beschreibt einen idealen Zustand in der Zukunft, den das Unternehmen erreichen möchte. Sie ist eine wichtige Komponente der Unternehmensführung, weil sie in einer knappen und anschaulichen Formulierung allen Mitarbeitern deutlich macht, worum es geht. Die Vision des Unternehmens kann auch einzelne Elemente auf dem Weg zu diesem Idealzustand umfassen und benennen. Aus der Unternehmensvision lassen sich die wichtigsten Unternehmensziele und Unternehmensstrategien ableiten.

    Viele Unternehmer haben mit den Begriffen Vision und Mission ein Problem, Weil nicht klar ist, wofür das eine und das andere steht. Oft werden die Begriffe vermischt.

    Ich finde es selbst sehr hilfreich, sich die Vision als Vorstellung oder Bild über den zukünftigen Zustand des Unternehmens zu denken.

    Michael Gerber unterscheidet die Rollen des Unternehmers, des Managers und der Fachkraft. Dabei ist der Unternehmer der einzige, der nicht im, sondern am Unternehmen arbeitet. Er ist buchstäblich derjenige, der das Unternehmen erschafft.

    Wenn ein Architekt ein Haus plant, hat er am Anfang in seinem Kopf ein Bild des fertigen Hauses. Dann macht er einen Plan. Und dann beauftragt er einen Baumeister und andere Handwerker, die dann das Haus so bauen, wie es seinem Plan entspricht.

    Der Unternehmer ist der Architekt des Unternehmens. Er hat das Bild des fertigen Unternehmens im Kopf. Er macht sich einen Plan, wie er dieses Bild in die Wirklichkeit umsetzen kann. Dieser Plan ist die Unternehmensstrategie. Dann braucht er Mitarbeiter, die das Unternehmen so bauen, wie der Unternehmer es sich ausgedacht hat.

    Für mich ist also die Vision das Bild oder die Vorstellung des Unternehmers von seinem Unternehmen, wenn es einmal fertig ist.

    Wie kommt man jetzt zu einer Unternehmensvision? Meiner Meinung nach wollen viele Unternehmer hier den ganz großen Wurf. Eine ganz tolle Vision. Etwas, das die Welt verändert und Mitarbeiter mitreißt und motiviert. Das ist eine so gewaltige Aufgabe, dass sie dann oft gar nicht ins Tun kommen. Dann sagen sie, bevor ich keine tolle Vision habe, kann ich mit meinem Unternehmen nicht starten.

    Das sehe ich viel entspannter. Mit einem Unternehmen kann man immer und sofort starten. Die Vision entsteht sowieso nicht am Schreibtisch. Da kannst du dich noch so lange hinsetzen und grübeln. Die Vision entsteht unterwegs. So wie der Weg, der im Gehen entsteht.

    Eine gute Möglichkeit, ist es sich Ruhe zu gönnen. Meditieren kann da helfen oder ein Spaziergang in der Natur. Schließe die Augen und stelle dir dein Unternehmen vor. Wiederhole das so lang, bis dein Bild immer klarer wird.

    Natürlich kann ich mir dazu auch immer wieder Fragen stellen. Wo will ich damit hin? Welche Kunden werden wir haben? Was werden die Kunden von uns bekommen? Welche Mitarbeiter werden wir haben und wie viele? Was werden sie tun? Auf welchem Markt wird das Unternehmen tätig sein? Nur regional oder vielleicht sogar global? Wird es mehrere Standorte oder Filialen geben?

    Bei der Vision geht es wie gesagt um die Zukunft. Da hilft es auch, sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Welche Trends gibt es schon, die die Zukunft bestimmen oder verändern werden? Wie werde ich als Unternehmer selbst in dieser Zukunft leben?

    Wenn ich mir diese Fragen immer wieder stelle, dann bekomme ich irgendwann Antworten. Nicht alle auf einmal, aber nach und nach. Und so entsteht dann ein Bild von meinem Unternehmen. Eben die Vision. Und dann ist es soweit, die Vision mit anderen zu teilen. Damit kann man beginnen, die Vision umzusetzen. Weil ich ja möchte, dass andere mir helfen, die Vision zu realisieren, muss jetzt die Vision andere Menschen begeistern.

    Eine Vision sollte klar sein und zeigen, wohin der Unternehmensweg führt und wo der Unternehmer das Unternehmen in einigen Jahren sieht. Sie sollte mit den Werten und der Unternehmenskultur abgestimmt sein.

    Mission

    Die Mission beschreibt dagegen das Was, das Wie und das Warum des Unternehmens. Was machen wir? Wie machen wir es? Warum machen wir es überhaupt?

    Die Mission beschreibt den Zweck des Unternehmens.

    Simon Sinek hat schon betont, dass die wichtigste Botschaft über ein Unternehmen die über das Warum ist.

    Bei der Mission steht der Kunde im Zentrum. Die Mission beantwortet die Frage, warum es das Unternehmen gibt. Wer sind die Kunden des Unternehmens und warum wird die Welt, zumindest für diese Kunden besser? Hier geht es auch um die Werte des Unternehmens. Wofür steht das Unternehmen? Und warum ist das für die Kunden wichtig?

    Die Mission hat mit der Vision nicht wirklich etwas zu tun. Die Vision entsteht im Kopf des Unternehmers. Die Mission entwickelst du am besten, wenn du mit deiner Zielgruppe sprichst. Frag deine Kunden, was ihre Bedürfnisse sind. Wo ist ihr Engpass oder Schmerzpunkt? Welche Probleme haben deine Kunden? Und wie kann dein Unternehmen diese Probleme am besten lösen?

    Eine gute Mission zieht Kunden magisch an. Im besten Fall kann eine starke Mission nicht nur eine starke Marke erschaffen, sondern sogar einen Kult um das Unternehmen.

    Auch eine Mission wirst du nicht in wenigen Stunden oder Tagen zu Hause am Schreibtisch entwickeln. Bis du eine stake, zugkräftige Mission hast, darf es auch länger dauern und das ist ok. Auch hier gilt, dass der Weg durch das Gehen entsteht.

    Also lautet meine Empfehlung, erst einmal ruhig ohne Mission und Vision zu starten. Ein Unternehmen zu starten ist ja das Wichtigste. Such dir eine Zielgruppe, mit der du gerne arbeitest. Such dir Werte, die dir und deiner Zielgruppe wichtig sind. Und dann sprich mit deinen Kunden und frag sie, was sie wollen und brauchen. So kommst du Schritt für Schritt zu deiner Mission.

    Und parallel wird sich in deinem Kopf eine Vision entwickeln. Und dann, wird sich das Puzzle zusammenfügen und du hast für dein Unternehmen eine Vision und eine Mission.

    17 min
  • Welche Rechtsform ist für mein Unternehmen ideal?
    Einzelunternehmen, Personengesellschaft oder GmbH?

    Die Auswahl der richtigen Rechtsform für mein Unternehmen ist eine komplexe Aufgabe ist, bei der ich mir viele verschiedene Gedanken machen muss.

    Einzelunternehmen

    Das Einzelunternehmen ist die am häufigsten vorkommende Unternehmensform.

    Das Einzelunternehmen kann nur von einem einzigen Unternehmer betrieben werden. Als Einzelunternehmer habe ich also keine Partner oder Mitgesellschafter. Der Einzelunternehmer ist rechtlich vollkommen identisch mit der Person, die das Unternehmen betreibt. Das ist auch aus haftungsrechtlicher Sicht sehr wichtig. Es wird haftungsrechtlich nicht unterschieden zwischen dem unternehmerischen Vermögen und dem Privatvermögen. Zivilrechtlich aber haftet der Einzelunternehmer mit seinem gesamten Privatvermögen für die Schulden aus seinem Unternehmen.
    Steuerlich zahlt der Einzelunternehmer Einkommenssteuer. Das heißt, sein Steuersatz ist von seinem Einkommen abhängig und kann jedes Jahr anders sein.

    Personengesellschaften

    Als Personengesellschaft bezeichnet man die Offene Gesellschaft und die Kommanditgesellschaft. Beiden Gesellschaften ist gemeinsam, dass zur Gründung mehr als eine Person notwendig sind. Möchte ich allein eine Personengesellschaft gründen, dann kann ich aber zum Beispiel die GmbH & Co KG wählen.

    Zur Gründung brauche ich einen Gesellschaftsvertrag, der aber auch mündlich abgeschlossen werden kann.
    Die Personengesellschaften müssen in das Firmenbuch eingetragen werden.
    Haftungsrechtlich besteht ein riesiger Unterschied zwischen der Offenen Gesellschaft und der Kommanditgesellschaft. Bei der offenen Gesellschaft sind alle Gesellschafter haftungsrechtlich gleich. Jeder Gesellschafter haftet für die Gesellschaftsschulden unbeschränkt mit seinem gesamten Privatvermögen.
    Bei der Kommanditgesellschaft gibt es hingegen zwei verschiedene Gesellschafter. Den Komplementär und den Kommanditisten. Der Komplementär haftet so wie der Gesellschafter einer offenen Gesellschaft, also unbeschränkt mit seinem gesamten Privatvermögen. Der Kommanditist haftet dagegen nur mit seiner Haftsumme, die er selbst bestimmen kann und die auch in das Firmenbuch eingetragen wird.
    Steuerlich gibt es auch eine Besonderheit. Die Personengesellschaft zahlt keine Steuern auf den Gewinn. Der Gewinn wird vielmehr auf die Gesellschafter aufgeteilt und diese zahlen dann davon Einkommenssteuer oder, wenn es sich beim Gesellschafter um eine Kapitalgesellschaft handelt, dann eben Körperschaftssteuer.

    Kapitalgesellschaften

    Kapitalgesellschaften sind die Gesellschaft mit beschränkter Haftung und die Aktiengesellschaft.

    Die GmbH kann auch von einem einzigen Gesellschafter gegründet werden. Ich brauche also anders als bei der Personengesellschaft keinen zweiten Gesellschafter.
    Zur Gründung der GmbH ist ein schriftlicher Vertrag notwendig.
    Bei der GmbH muss ich ein Mindestkapital aufbringen. Dieses Mindestkapital beträgt 35.000 Euro. Ich kann aber auch für maximal 10 Jahre die Gründungsprivilegierung in Anspruch nehmen. Dann wird das Mindestkapital für diesen Zeitraum auf 10.000 Euro reduziert.
    Die GmbH zahlt auf den Gewinn Körperschaftssteuer. Diese Steuer hängt anders als die Einkommenssteuer nicht von der Höhe des Gewinns ab, sondern sie ist immer gleich und beträgt 25%.

    21 min
  • Der unternehmerische Jahresrückblick
    Dein Unternehmen im Rückspiegel

    Wie soll es mit dem Unternehmen weiter gehen? Einmal im Jahr sollte sich jeder Unternehmer diese Frage stellen. Reicht es, wenn es so weiter geht, wie im letzten Jahr? Soll das so sein? Will ich das noch so haben? Oder kann es überhaupt so noch weiter gehen?

    Wichtig ist, sich ein paar Stunden, mindestens einen halben Tag, für sein Unternehmen zu reservieren und hier wirklich konzentriert zu arbeiten. Das werden vielleicht die wichtigsten Stunden im ganzen Unternehmerjahr sein.

    Welche Fragen kann man sich hier stellen? Diese zum Beispiel:

    Was ist gut gelaufen?

    Warum ist es gerade so gekommen und nicht anders?
    Habe ich etwas dazu beigetragen, dass es gut gelaufen ist, oder war es Zufall?
    Wie kann ich sicher stellen, dass es im nächsten Jahr wieder so läuft?
    Welche Ziele habe ich erreicht und welche nicht.

    Ich gehe meine **Ziele **durch und schaue, was ich alles geschafft habe. Das ist zum Glück gar nicht so wenig. Und das ist ein guter Zeitpunkt, einmal still zu feiern und den Erfolg zu genießen. Und dann stelle ich mir die Frage, warum ich diese Ziele erreicht habe. War das Ziel gut definiert? War die Strategie gut? Habe ich Glück gehabt? Was kann ich daraus für das nächste Jahr lernen?

    Welche **Fehler **haben wir gemacht? Und warum?

    Wie habe ich und wie hat das Team auf die Fehler reagiert?
    Fehler sind ja in Wahrheit nicht vermeidbar. So ehrlich müssen wir zu uns selbst schon sein. Jeder von uns mach Fehler. Das ist auch gut so.
    Deswegen sollte es in jedem Unternehmen eine **Fehlerkultur **geben, die Fehler zwar nicht unbedingt willkommen heißt, aber dennoch als Möglichkeit zur Verbesserung sieht.
    Ich stelle mir also die Frage: Was haben wir aus unseren Fehlern gelernt? Was waren die größten Fehler? Und haben wir eine Strategie oder ein System entwickelt, damit diese Fehler nicht mehr passieren?

    Hatten wir Probleme mit Kunden? Wenn ja warum und wie haben wir die Probleme gelöst?

    Haben Kunden vielleicht nicht gezahlt? Was können wir hier verbessern? Immerhin geht es da um Ihre eigene Liquidität! Im Ergebnis entsteht ein Kundenranking. Kunden werden eingeteilt in A, B und C Kunden. Ich überlege dann, welche C Kunden wir nicht mehr haben wollen und wie ich die Kundenbeziehung beenden kann. Das macht Ressourcen frei für neue A Kunden oder dafür, bestehende A Kunden besser zu betreuen. In jedem Fall hat es noch immer einen positiven Effekt auf das Unternehmen.

    Kennen wir unsere Lieferanten? Hier kann man zum Beispiel einmal eine **Lieferantenbewertung **machen. Gibt es Lieferanten, von denen das Unternehmen abhängig ist? Wenn ja, ist das ein ganz besonders großes Risiko. Kann man hier etwas machen, um die Abhängigkeit zu verringern?

    Gab es Probleme mit Konkurrenten. Wenn ja, könnte ich mir die Frage stellen, wie es denn wäre, in einem Markt ohne Konkurrenten zu arbeiten. Das würde eine gute **Positionierung **und die Entwicklung eines USP (unique selling proposition / Alleinstellungsmerkmal) voraussetzen. Habe ich schon eine Strategie zur Entwicklung meiner Positionierung? Muss hier noch nachgeschärft werden?

    Haben wir eine Strategie, um die richtigen **Mitarbeiter **zu finden? Wie entwickeln und halten wir gute Mitarbeiter? Wie viele A-Mitarbeiter arbeiten bei uns? Von welchen C-Mitarbeitern werden wir uns trennen?

    Was bedeutet es für unser Unternehmen, wenn ein A-Mitarbeiter uns verlässt? Haben wir ein entsprechendes Wissensmanagement?

    Haben wir alle erforderlichen Bescheide und Genehmigungen? Sind die noch gültig und aktuell? Welche Gesetze und Verordnungen gelten für uns? Kennen wir alle relevanten Gesetze? Und halten wir sie auch ein?

    Haben wir ein aktuelles Organigramm? Sind die Stellenbeschreibungen noch aktuell? Wie sehen unsere Prozesse aus? Können wir etwas bei den Prozessen optimieren oder verbessern?

    Manchmal hilft es, diese Fragen mit einem Partner gemeinsam zu besprechen. Wir als Kanzlei bieten ein jährliches CheckUp Gespräch an. Dabei geht es um diese und noch eine ganze Reihe anderer Fragen, die helfen das eigene Unternehmen besser kennen zu lernen.

    13 min
  • Das neue Verbrauchergewährleistungsgesetz
    Was ist bei der Gewährleistung gegenüber einem Verbraucher zu beachten?

    Das **Verbrauchergewährleistungsgesetz **regelt den Kauf von Waren und die Bereitstellung digitaler Leistungen durch Verbraucher bei einem Unternehmer.

    Nach dem VGG muss ein Unternehmer gewährleisten, dass die von ihm verkaufte Ware keinen Mangel aufweist. Ein Mangel liegt dann vor, wenn die Leistung nicht die **vertraglich vereinbarten Eigenschaften **oder die **objektiv erforderlichen Eigenschaften **hat.

    Liegt ein Mangel vor, kann der Verbraucher die Herstellung des mangelfreien Zustands verlangen. Das geschieht durch **Verbesserung **oder **Austausch **der Ware. Der Unternehmer muss die mangelhafte Ware auf eigene Kosten austauschen. Der Verkäufer darf dem Käufer auch keine Kosten für die Prüfung, ob überhaupt ein Mangel vorliegt in Rechnung stellen oder allfällige Versand-, Beförderungs-, Arbeits- oder Materialkosten.

    Der Verkäufer kann aber die Verbesserung oder den Austausch verweigern. Dann kann der Verbraucher **Preisminderung **oder die **Vertragsauflösung **verlangen. Das gleiche gilt, wenn der Verkäufer eine Frist für die Reparatur oder den Austausch angibt, die unangemessen lang ist.

    Der Verkäufer muss für zwei Jahre gewährleisten (Gewährleistungsfrist). Diese Frist kann im Kaufvertrag auf ein Jahr verkürzt werden, wenn eine gebrauchte Sache verkauft wird.

    Voraussetzung für die Gewährleistung ist aber, dass der Mangel schon bei der Übergabe der Ware an den Verbraucher vorgelegen ist. Das kann im Einzelfall schwer zu beweisen sein. Da hilft das Gesetz dem Käufer: Kommt der Mangel innerhalb eines Jahres nach Übergabe hervor, dann wird vermutet, dass er bereits bei Übergabe vorgelegen ist.

    Der Verbraucher hat nach Ablauf der Gewährleistungsfrist, also in der Regel nach 2 Jahren nach der Übergabe noch drei Monate Zeit, die Klage einzubringen. Das bedeutet also, dass der Verbraucher seine Klage 2 Jahre und 3 Monate nach der Übergabe der Ware einbringen muss.

    Der Regressanspruch des Unternehmers gegenüber seinem Lieferanten verjährt drei Monate nach Erfüllung der eigenen Gewährleistungspflicht des Unternehmers. Hier gibt es aber eine Obergrenze. Fünf Jahre nach der Lieferung durch den Lieferanten ist der Regress nicht mehr möglich.

    17 min
  • Interview mit Dipl.-Ing. Georg Fenzl
    Warum braucht jedes Unternehmen ein Qualitätsmanagementsystem?

    In unserem Interview erzählt Georg Fenzl, wie er als Lebensmitteltechniker selbst zum Qualitätsmanagement gekommen ist und was man darunter versteht.

    Nicht nur große und produzierende Unternehmen können von einem Qualtitätsmanagementsystem profitieren, sondern auch mittlere und kleine Unternehmen. Das gilt besonders dann, wenn zum Beispiel Kundenbeschwerden regelmäßig vorliegen oder Mitarbeiter häufig kündigen.

    10 min
  • Ziele
    Warum sind Ziele wichtig und wie formuliert man ein gutes Ziel?

    Jeder Jahreswechsel ist immer der Zeitpunkt für ganz viele Menschen, Vorsätze zu fassen. Hand aufs Herz: kannst du dich noch an deine Vorsätze vom letzten Jahr erinnern? Wie viele davon hast du umgesetzt oder wirken heute noch nach?

    Vorsätze scheitern regelmäßig schon nach wenigen Wochen. Was ist der Unterschied zwischen einem Vorsatz und einem Ziel? Napoleon Hill sagte,

    ein Ziel ist ein Traum mit einer Deadline.

    Auf den US-amerikanischen Ökonom Peter Drucker geht die berühmte SMART-Formel für Ziele zurück. SMART ist ein Akronym für Specific, Measurable, Achievable, Reasonable, Time-bound.

    Die deutsche Übersetzung lautet in der Regel:

    • Spezifisch
    • Messbar
    • Attraktiv
    • Realistisch
    • Terminiert.
    • Ein Ziel ein Zustand ist, der in der Zukunft liegt und den wir erreichen wollen. Damit wir uns dieses Ziel aber schon heute gut vorstellen können, müssen wir es präzise und klar beschreiben. Wichtig ist also, dass ich bei der Formulierung einen bestimmten Zustand anstrebe. Ich formulieren also mein Ziel hin zu diesem Zustand.

      Messbarkeit ist extrem wichtig. Ich muss ein Kriterium finden, an dem ich festmachen kann, ob ich mein Ziel erreicht habe oder wenigstens einen Teilschritt oder Meilenstein auf dem Weg zur Erreichung meines Ziels geschafft habe.

      Ganz viele Ziele werden nicht erreicht, weil sie in Wahrheit für die Person, die sich das Ziel gesetzt hat, gar nicht attraktiv waren. Häufig übernehmen wir Ziele von anderen und glauben, dass es unsere Ziele sind, aber sie sind es gar nicht.

      Eine Methode, die mir selbst sehr gut gefällt, ist, sich eine 100 Wünsche Liste zu erstellen. Du kannst auch Bucketlist oder Löffelliste dazu sagen. Es handelt sich dabei um Dinge, die du in deinem Leben tun, haben sein oder geben willst. Schreib einfach einmal deine Wünsche auf ein großes Blatt Papier. Napoleon Hill sagt, du musst ein brennendes Verlangen nach deinem Ziel haben. Das Ziel muss für dich so wichtig sein, wie nichts anderes auf der Welt. Es darf für dich undenkbar sein, dein Ziel nicht zu erreichen. Da wirst du auch keine Probleme haben, dir den angestrebten Zustand in der Zukunft genau vorzustellen.

      Hier hilft es dir, das Ziel zu visualisieren. Mach die Augen zu und mal dir genau aus, wie es ist, wenn du dein Wunschziel erreicht hast. Diese Visualisierung ist am Anfang nicht leicht. Visualisieren braucht Übung.

      Schreibe dann dein Ziel auf. Und zwar mit der Hand, nicht elektronisch. Ich verwende dazu ein eigenes Notizbuch, in das ich hineinschreibe, welche Ziele ich erreichen möchte und welche Erfolge ich auf dem Weg schon gemacht habe.

      Also überleg dir genau, welche Schritte du setzen musst, damit aus deinem Ziel ein Plan wird. Manchmal, vor allem bei großen Zielen oder wenn es um etwas Neues geht, das du noch nicht gemacht hast, wirst du nicht alle Schritte kennen. Dann schreib den nächsten Schritt auf. Die anderen Schritte werden dann meistens klarer, wenn du einmal den ersten Schritt gemacht hast.

      Viele halten realistische Ziele für kleine Ziele. Das ist aber nicht richtig. Ob ein Ziel realistisch ist, ist oft nur eine Frage des Zeithorizonts.

      Formuliere dein Ziel in der Gegenwartsform, so als ob du es schon erreicht hast. Auch wenn die Zielerreichung in der Zukunft liegt. Dein Gehirn soll dir das Gefühl geben, wie es ist, das Ziel schon erreicht zu haben.

      Mein Name ist Rudi Schwarz. Bis zum nächsten Mal auf dem Rechtsstandpunkt Podcast.

      17 min
    • Fachkräftemangel
      Es gibt genug Fachkräfte. Sie arbeiten nur woanders.
      Gibt es einen aktuellen Krieg um Talente?

      Immerhin wurde dieser Begriff vom Unternehmensberater Steven Hankin schon 1997, also vor fast 25 Jahren geprägt.

      Dennoch: Viele Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen berichten, dass sie keine Mitarbeiter finden. Aktuell fehlen Unternehmen in Österreich über 200.000 Fachkräfte. Hier sind also Strategien gefragt, an gute Mitarbeiter zu kommen. Eine Strategie ist es, auf Ausbildung zu setzen. Das ist natürlich ein langer Weg zu guten Mitarbeitern. Schneller bist du, wenn du dem Mitbewerb gute Mitarbeiter abwerben kannst.

      Gute Mitarbeiter finden bedeutet in der Regel zwangsläufig, sie von der Konkurrenz abzuwerben. Gleichzeitig müssen Unternehmen darauf schauen, dass sie die guten Mitarbeiter halten, damit sie nicht von der Konkurrenz abgeworben werden.

      Diese zwei Ziele können mit der gleichen Strategie erreicht werden: das Unternehmen attraktiv für Mitarbeiter machen.

      Wie macht man ein Unternehmen attraktiv für Mitarbeiter?

      Davor steht die Frage: was ist überhaupt ein guter Mitarbeiter?

      Der deutsche Unternehmensberater Prof. Jörg Knoblauch unterteilt Mitarbeiter in A-, B- und C-Mitarbeiter.

      • A-Mitarbeiter sind bildlich gesprochen diejenigen, die den Karren ziehen.
      • B-Mitarbeiter gehen neben dem Karren her und
      • C-Mitarbeiter sitzen auf dem Karren und lassen sich somit von den A-Mitarbeitern ziehen.
      • Laut Prof. Knoblauch, der sich dabei auf eine Studie von Gallup bezieht, findet man in Unternehmen üblicherweise 20% A-Mitarbeiter, 65% B-Mitarbeiter und 15% C-Mitarbeiter. Die erfolgreichsten Unternehmen verfolgen dabei eine A-Mitarbeiter Strategie. Diese Unternehmen haben 90% oder mehr A-Mitarbeiter und keine C-Mitarbeiter.

        A-Mitarbeiter zeichnen sich durch ein hohes Maß an **Engagement **aus, sie sind proaktiv, legen Wert auf fachliche und persönliche Weiterentwicklung. Sie begeistern die Kunden des Unternehmens. Die Aufgabe des Unternehmens ist es daher, diese Mitarbeiter zu begeistern.

        Hier hilft es, einmal kritisch das eigene Unternehmen zu analysieren und zu schauen, wer die A-Mitarbeiter sind. Dann muss das Gespräch mit diesen Mitarbeitern gesucht werden.
        Die A-Mitarbeiter sind auch deine Verbündeten, wenn es darum geht, das Unternehmen überhaupt attraktiver für Mitarbeiter zu machen.

        Wenn der Unternehmer sein Unternehmen attraktiv für A-Mitarbeiter gemacht hat, dann gilt es, das für potentielle A-Mitarbeiter bekannt zu machen. Das Unternehmen muss eine positive, anziehende Arbeitgebermarke schaffen. Man spricht hier von Employer Branding.

        Vision und Unternehmenskultur

        Wenn ich keine positive Unternehmenskultur schaffe, werde ich die besten Mitarbeiter nicht anziehen. Deswegen halte ich es auch für extrem wichtig, dass die Werte und die Vision mit den Mitarbeitern, und zwar mit den A-Mitarbeitern gemeinsam erarbeitet werden.

        14 min
      • Interview mit Mag. (FH) Ing. Horst Hochstöger
        Das Unternehmerkraftwerk

        Mag. (FH) Horst Hochstöger ist der Gründer des Unternehmerkraftwerks.

        Unternehmertum hat für ihn damit zu tun, aufmerksam für Chancen am Markt zu sein und diese umzusetzen.
        Als er vor 20 Jahren sein Haus gebaut hat, hat er erlebt, wie Unternehmer mit den Mitarbeitern geschrieen haben. Da wuchs sein Wunsch, Kleinbetrieben die unternehmerische Revolution zu zeigen.
        Als Unternehmensberater verfolgt er strategische Ansätze: Organisationsentwicklung, Führung. Kleinunternehmer stecken häufig bis zum Hals im Tagesgeschäft und haben dafür keine Zeit. Er sieht es als seine Aufgabe an, sie aus dem Tagesgeschäft zu holen, damit sie sich mit den eigentlichen unternehmerischen Aufgaben beschäftigen können. 8 von 10 Kleinunternehmer sind jedoch in einer rein verwaltenden Rolle. Darunter leidet das ganze Leben dieser Unternehmer.
        Horst hat ein Konzept der Unternehmerrolle entwickelt und mit Handlungen versehen. Im Unternehmerkraftwerk teilt er diese Rolle mit seinen Kunden und ermöglicht ihnen so die Wahl, ob sie wirklich Unternehmer im Sinn dieser Rolle werden wollen. Das markiert den Beginn der Zusammenarbeit.
        Im Unternehmerkraftwerk arbeiten die Unternehmer in Teams und unterstützen sich gegenseitig im Erfüllen der Unternehmerrolle.

        14 min
      • Die Unternehmensvision
        Warum eine wertebasierte Unternehmenskultur wichtig ist

        Warum braucht ein Unternehmen eigentlich ein „WARUM“?

        Wir leben heute in einer Welt, in der unsere Kunden unsere Produkte und Dienstleistungen an jeder Ecke kaufen können. Und wahrscheinlich billiger als bei uns. Warum sollten Kunden gerade bei uns kaufen? Bei der Entscheidung für uns sollte es daher nicht primär um den Preis gehen. Sonst wird unser Unternehmen am Markt nicht lange bestehen.

        Die großen Marken sind nicht deshalb so besonders wertvoll, weil die Produkte so herausragend sind oder weil sie so billig sind. Was macht diese Marken so wertvoll? Alle haben eine starke Vision und stehen für eine bestimmte Kultur, die so anziehend ist, dass Kunden Teil dieser Kultur sein wollen.

        Wie erschafft man eine Unternehmensvision?

        Wichtig ist, dass die Vision **authentisch **ist und zum Unternehmen passt. Welche Werte sind mir und meinen Mitarbeitern wichtig?

        Eine Vision ist an einem langen Zeithorizont ausgerichtet. Empfehlenswert sind mindestens 50 Jahre. Was haben unsere Kunden davon, dass es uns in 50 Jahren noch gibt? Was tragen wir dazu bei, dass die Welt oder zumindest unsere Region durch uns zu einem besseren Ort wird? Was brauchen unsere Kunden in dieser Zukunft? Welche Bedürfnisse und Wünsche werden unsere Kunden in 50 Jahren haben? Welche Dienstleistungen werden wir dann erbringen oder welche Produkte verkaufen?

        Die Vision sollte, auch wenn sie auf die Zukunft ausgerichtet ist, in der Gegenwartsform formuliert sein. Also so, als ob sie schon eingetreten wäre.

        Dann kommt der Praxistest: reißt die Vision wirklich andere mit? Wollen Mitarbeiter in so einem Unternehmen wirklich arbeiten? Kann die Vision Kunden begeistern?

        12 min

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      Der Rechtsstandpunkt Podcast ist für Unternehmer und Geschäftsführer etablierter KMU in Österreich.