RegalGeflüster

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RegalGeflüster episodes

  • Lisa Ridzén: Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
    Ein leiser Roman über Bo (89), Pflege, Familie und den Hund Sixten – und die Frage, wie Selbstbestimmung im Alter bleibt.

    In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ von Lisa Ridzén. Im Mittelpunkt steht Bo, 89 Jahre alt, der nach einem arbeitsreichen Leben nun auf häusliche Pflege angewiesen ist. Seine Frau lebt dement in einem Pflegeheim und erkennt ihn nicht mehr. Halt gibt ihm vor allem sein Hund Sixten, der nachts auf der Küchenbank schläft.

    Doch Sixten braucht Auslauf, und wenn Bo mit ihm in den Wald geht, stürzt er manchmal. Bos Sohn Hans will ihm deshalb den Hund wegnehmen – und genau daran entzündet sich ein Konflikt, der weit zurückreicht: Distanz, alte Verletzungen, Missverständnisse, aber auch verlässliche Fürsorge. In kurzen Kapiteln blickt der Roman auf die letzten sechs Monate in Bos Leben und verhandelt Themen wie Selbstbestimmung, Einsamkeit im Alter, Generationenbeziehungen, Loslassen sowie Schuld und Vergebung.

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    Zum Buch: Wenn die Kraniche nach Süden ziehen

    5 min
  • Rachel Khong: Real Americans
    New York 1999: Lily trifft Matthew. Jahre später sucht Sohn Nick nach seinem Vater – und stößt auf Familiengeheimnisse und Identitätsfragen.

    In „Real Americans“ von Rachel Khong trifft in New York City an Silvester 1999 eine junge Frau auf eine Welt, die zugleich nah und unerreichbar wirkt. Lily Chen, 22, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen, begegnet Matthew: charmant, privilegiert, Erbe eines Pharmaimperiums. Zwischen ihnen funkt es – doch Jahre später lebt Lily mit ihrem Sohn Nick allein auf einer abgelegenen Insel vor der Westküste und verschweigt ihm konsequent, wer sein Vater ist.

    Nick spürt die Lücke in seiner Geschichte und beginnt zu suchen. Dabei stößt er auf Geheimnisse, die alles verändern. Der Roman entfaltet sich als mehrstimmiger Generationenroman und kreist um Herkunft, Identität, Genetik und Familie. Er bezieht auch die Kulturrevolution in China sowie aktuelle Debatten über Migration und Integration ein – und stellt die globale Frage, wer „richtig“ in dem Land ist, in dem er lebt.

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    Zum Buch: Real Americans

    5 min
  • Megan Hunter: Tage des Lichts
    Sechs Tage, achtzig Jahre: „Tage des Lichts“ erzählt Ivys Leben zwischen Verlust, Sehnsucht und einer Liebe, die alles verändert.

    In „Tage des Lichts“ erzählt Megan Hunter ein ganzes Frauenleben – konzentriert auf sechs Tage, die zu Meilensteinen werden. Im Mittelpunkt steht Ivy: England, 1938, Ivy ist 19 und träumt von einer besonderen Zukunft. Doch am Ostersonntag endet eine Nacht am Fluss in einer Tragödie. Ein sonderbares Licht fesselt Ivy so sehr, dass sie nicht bemerkt, wie ihr Bruder ertrinkt.

    Das Mysterium dieses Lichts und seine spirituelle Bedeutung begleiten sie fortan. Statt den eigenen Weg zu suchen, heiratet Ivy schnell, bekommt Kinder und lebt angepasst. Jahre später kehrt Frances zurück, die Freundin des verstorbenen Bruders – und mit ihr eine Anziehung, die nicht sein darf und doch unausweichlich scheint. Ein Roman über Sehnsucht, Schuld und den Mut, das eigene Herz nicht zu verraten.

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    6 min
  • Sara B. Elfgren: Die Insel meiner Schwester
    Sturm, Schwestern, Schuld: Ein psychologisch dichter Inselroman über Manipulation, Loyalität und den Mut, nicht wegzusehen.

    Eine stürmische Schäreninsel, ein Geburtstag und zwei Halbschwestern, die sich längst voneinander entfernt haben: In „Die Insel meiner Schwester“ von Sara B. Elfgren wird aus einer scheinbar persönlichen Einladung ein beklemmendes Kammerspiel. Mirjam reist trotz eigener Krise zu Nias 40. Geburtstag auf Tallholmen – den Ort, der früher ihr gemeinsames Sommerparadies war. Doch Nia lebt dort mit ihrem Mann Konrad, der sie psychisch und körperlich misshandelt und sie so manipuliert, dass Hilfe von außen kaum durchdringt.

    Als ein heftiger Sturm aufzieht, wird die Insel zur Falle, die Spannung zieht an, und der Roman entwickelt sich zunehmend wie ein Thriller. Im Mittelpunkt stehen destruktive Beziehungen, häusliche Gewalt und die Frage, wie weit Loyalität und Liebe tragen können – auch wenn es wehtut. Notrufkontakte für Betroffene sind im Anhang enthalten.

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    5 min
  • Judith Hoersch: Niemands Töchter
    Familienschweigen, Polaroids und zwei Lebenslinien: „Niemands Töchter“ zeigt, wie Herkunft Identität formt – als Puzzle-Roman.

    In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Niemands Töchter“ von Judith Hoersch. Der Roman erzählt eine berührende Familiengeschichte über Mütter und Töchter und fragt danach, wie Schweigen, Verlust und verdrängte Vergangenheit die eigene Identität formen. Im Zentrum stehen mehrere Frauen und zwei Zeitebenen: West-Berlin in den 1980er Jahren und Berlin im Jahr 2019. Alma wächst in der Eifel auf und spürt, dass um ihre Herkunft etwas nicht ausgesprochen wird.

    Isabell lebt Jahrzehnte später mit einer schmerzhaften Leerstelle, die ihre Gegenwart beeinflusst. Als sich ihre Wege kreuzen, verbinden Polaroids, Erinnerungen und offene Fragen die Generationen miteinander. Erzählt wird in kurzen, zeitlich verschachtelten Kapiteln, wie ein Puzzle, das sich erst nach und nach schließt.

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    5 min
  • Abbas Khider: Der letzte Sommer der Tauben
    Wenn Freiheit schrumpft: Noah, seine Tauben und ein Alltag unter dem Kalifat – zart erzählt, mit feinem Humor.

    In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Der letzte Sommer der Tauben“ von Abbas Khider. Im Mittelpunkt steht der vierzehnjährige Noah, dessen Leben sich schlagartig verändert, als das Kalifat die Macht übernimmt. Was vorher Alltag war, wird plötzlich riskant: In der Familie zeigen sich die neuen Regeln in ganz konkreten Details – im Geschäft des Vaters, im geschlossenen Café des Onkels, in der Freiheit der Frauen und in den Entscheidungen der Geschwister. Noahs Tauben werden dabei zum Symbol für Halt, Kontinuität und den Wunsch nach Freiheit.

    Der Roman erzählt in kurzen, dichten Kapiteln von Willkür, Gewalt und dem Verlust der Kindheit – und findet dabei dennoch Zartheit und feinen Humor. Eine nachdenklich stimmende Buchempfehlung für alle, die literarische Geschichten über Freiheit, Mut und Alltag unter Druck suchen.

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    5 min
  • Kai Meyer: Das Antiquariat am alten Friedhof
    Leipzig zwischen 1930 und 1945: Bücherdiebe, okkulte Bände und eine Spur ritueller Morde – spannender historischer Krimi.

    In dieser Folge von „RegalGeflüster“ geht’s nach Leipzig – ins Graphische Viertel, zwischen Antiquariat, Bücherleidenschaft und dunklen Geheimnissen. „Das Antiquariat am alten Friedhof“ von Kai Meyer erzählt im Wechsel zwischen 1930 und 1945: Vier junge Männer gründen den „Club Casaubon“ und werden zu Bücherdieben, spezialisiert auf kostbare, okkulte Bände. Als Eva, Eddies rätselhafte Schwester, in den Kreis drängt, gerät die Freundschaft unter Druck.

    Fünfzehn Jahre später kehrt Felix Jordan in das zerstörte Leipzig zurück, arbeitet als Bibliothekar für die Amerikaner und wird in ein Netz aus Verrat und tödlichen Geheimnissen gezogen. Eine Mordserie mit Verbindung zu okkulten Schriften führt zurück in die Vergangenheit – und zum Club. Eine Folge für alle, die Zeitgeschichte, Krimispannung und die Welt der Bücher gern zusammen erleben.

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    5 min
  • Liz Moore: Der andere Arthur
    Zwei Außenseiter, zwei Perspektiven: ein Roman über Einsamkeit, Freundschaft und Neuanfänge – leise, menschlich, berührend.

    In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Der andere Arthur“ von Liz Moore: ein feinfühlig erzählter Roman über Einsamkeit, Verlust und die stille Kraft von Beziehungen. Im Mittelpunkt steht Arthur Opp, ein ehemaliger Literaturprofessor, der sich seit über einem Jahrzehnt in seinem Haus in Brooklyn von der Welt zurückgezogen hat. Als Yolanda als Haushaltshilfe in sein Leben tritt und sich zugleich eine alte Bekanntschaft meldet, gerät seine starre Ordnung ins Wanken. Parallel kämpft der 17-jährige Kel um Schulabschluss und Sportstipendium – und ringt mit Erwartungen, Zukunftsplänen und der Sorge um seine Mutter. Der Roman erzählt abwechselnd aus den Perspektiven von Arthur und Kel und zeigt, wie unerwartete Begegnungen neue Wege öffnen können.

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    5 min
  • Anne Stern: Die weiße Nacht
    Ein Mord im Hungerwinter 46/47: Fotografin Lou und Kommissar König ermitteln in Berlins Ruinen – dicht, frostig, spannend.

    Berlin, Hungerwinter 1946/47: Schnee, Ruinen, zu wenig zum Leben – und kurz vor Weihnachten ein Fall, der keine Ruhe gibt. In „Die weiße Nacht“ von Anne Stern startet der erste Fall für Lou und König. Kommissar Alfred König, kriegsversehrt und von vielem gezeichnet, trifft auf Lou Faber, eine junge Fotografin. Als Lou eine Frauenleiche im Schnee findet und ihre Fotos unfreiwillig Teil der Ermittlungen werden, entwickelt sich ein Sog aus Angst, Intuition und unausgesprochenen Verbindungen.

    Während weitere Leichen auftauchen und der Druck steigt, führt die Spur in eine finstere Vergangenheit – und mitten hinein in eine Stadt, in der Neubeginn kaum spürbar ist. Eine dichte, spannende Mischung aus historischem Setting und klassischer Ermittlungsarbeit.

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    5 min
  • Kjell Westö: Dämmerung
    Krieg, Liebe, Zensur: „Dämmerung“ zeigt Helsinki 1940/41 und wie Trauma Beziehungen und Wahrheit zerreibt.

    In „Dämmerung“ von Kjell Westö führt dich der Roman nach Helsinki/Helsingfors in die Jahre 1940/41 – in eine Zeit, in der Frieden nur „Zwischenfrieden“ ist. Im Zentrum stehen Molly, eine junge Schauspielerin, und Henry, Journalist und Kriegsberichterstatter. Während Molly mit ihrer Theatergruppe unterwegs ist und Erfolge feiert, trägt Henry die Bilder des Krieges mit sich weiter.

    Zurück in Helsingfors prallen zwei Erfahrungen aufeinander: Henrys Albträume, Frust und das Ringen um ungeschönte Berichte – und eine Öffentlichkeit, die vieles nicht mehr hören will. Der Roman zeigt, wie Trauma, Zensur und gesellschaftlicher Druck in eine Beziehung hineinwirken. „Dämmerung“ ist damit nicht nur eine elegische Liebesgeschichte, sondern auch ein eindringliches Anti-Kriegs-Buch über Schrecken, Leiden und Sinnlosigkeit des Krieges.

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    Zum Buch: Dämmerung

    5 min

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