RegalGeflüster

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RegalGeflüster episodes

  • Bodo Kirchhoff: Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt
    Fünfzig Jahre Ehe, Indien als Wendepunkt: Ein Mann schreibt aus der Sicht seiner Frau – und ringt um Nähe, Wahrheit, Neubeginn.

    In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um Bodo Kirchhoffs Roman „Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt“. Nach fünfzig Jahren Ehe steht für Viktor „Vigo“ Goll und Terese Weiler alles auf dem Spiel: Vigo geht nach Indien, Terese reist ihm nach – besorgt und wütend. Dort wird die Frage plötzlich unausweichlich: zusammen alt werden oder getrennte Wege gehen?

    Als Vigo um eine letzte Chance bittet, reagiert Terese mit einem Satz, der nachhallt. Und Vigo beginnt zu schreiben: einen Roman aus Tereses Perspektive, der die gemeinsame Geschichte neu erzählt. So wird aus einer Ehekrise auch eine Erkundung von Nähe, Erinnerung und dem Versuch, die Sicht des anderen wirklich einzunehmen – mit all den Spannungen, die darin stecken.

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    Zum Buch: Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt

    5 min
  • Gisèle Pelicot: Eine Hymne an das Leben
    Eine Autobiografie über Mut, Öffentlichkeit und Neubeginn: Wie aus Scham eine Stimme wird – und aus einer Nacht wieder Leben.

    In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Eine Hymne an das Leben“ von Gisèle Pelicot. Die Autobiografie erzählt die Geschichte einer Frau, die jahrelang missbraucht wurde und sich dennoch entschlossen hat, nicht zu schweigen. Statt anonym zu bleiben, wählte sie den öffentlichen Gerichtsprozess und machte eine Botschaft stark, die weit über ihren eigenen Fall hinausweist: „Die Scham muss die Seite wechseln“.

    Das Buch blickt zurück auf Kindheit, beruflichen Weg und eine fünfzigjährige Ehe, und es beschreibt offen die Zeit vor, während und nach dem Prozess – inklusive Demütigungen und den Folgen für die Familie. Gleichzeitig zeigt es, wie ein Leben nach massiver Gewalt neu aufgebaut werden kann: mit Freundschaften, Solidarität, Resilienz und neuer Lebensfreude. Eine eindringliche, persönliche Stimme und ein wichtiges zeitgeschichtliches Dokument.

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    5 min
  • Ursula März: Mein gelber Pullover
    Ein gelber Pullover als Symbol: Ursula März erzählt von Kindheit, Stromboli und weiblicher Eigenständigkeit in klaren Episoden.

    In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Mein gelber Pullover“ von Ursula März. Der Roman erzählt in lakonischer, episodenhafter Sprache von weiblicher Eigenständigkeit und Emanzipation – zwischen Kindheit im mittelfränkischen Herzogenaurach und einem späteren Aufenthalt auf der italienischen Insel Stromboli. Ein gelber Nylon-Pullover wird dabei zum Symbol: erst als Wunsch zur Einschulung an der katholischen Mädchenvolksschule, dann als Moment der Abgrenzung – und schließlich als Erfahrung von Verletzung durch die beste Freundin Siggi.

    Später rückt ein Urlaub auf Stromboli in den Fokus, inklusive einer eigenwilligen Künstlerin als Gastgeberin und der sechsjährigen Gwendolyn, die unbedingt zur Vulkanbesteigung aufbrechen will. Der Roman beobachtet Rollen wie Freundin, Tochter, Mutter, Künstlerin und zeigt, wie Nähe und Distanz, Fürsorge und Rückzug, Aufbruch und Verantwortung ineinandergreifen.

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    6 min
  • Son Lewandowski: Die Routinen
    Leistungsturnen ohne Glanzspray: „Die Routinen“ zeigt Druck, Körperkontrolle und Emanzipation – intensiv, bildstark, unbequem.

    In „Die Routinen“ erzählt Son Lewandowski von Leistungsturnen als System aus Kontrolle, Druck und verschobenen Grenzen. Im Mittelpunkt stehen die über 30-jährige Turnerin Amik und die 15-jährige Izzy, die im Nationalkader für die Europameisterschaften 2023 trainieren. Zwischen Freundschaft und Konkurrenz zeigt der Roman, wie Körper auf Höchstleistung getrimmt werden: tägliches Wiegen, strenge Abläufe, tausendfach wiederholte Übungen, bis alles elegant und schwerelos wirkt.

    Gleichzeitig macht das Buch sichtbar, wie Machtmissbrauch, Gewalt und Übergriffe systematisch werden können. Besonders eindrücklich ist die Verbindung aus Amiks Perspektive und dokumentarischem Material zu berühmten Turnerinnen wie Nadia Comaneci oder Simone Biles sowie zu strukturellen Problemen im Spitzensport. Eine intensive, bildstarke Lektüre, die lange nachhallt.

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    6 min
  • Alexandra Flint: Mont Lacroix - Longing for Lelibeth
    Luxushotel in den Alpen, Rivalität und ein verborgenes Spiel: Wenn Nähe zur Gefahr wird, geraten Pläne und Gefühle ins Wanken.

    Ein historisches Luxushotel in den Alpen, malerische Berge und eine Atmosphäre wie aus einem exklusiven Winterurlaub: In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Mont Lacroix (Band 1) – Longing for Lelibeth“ von Alexandra Flint. Lelibeth lebt für das Hotel ihrer Familie und will sich als angehende Hotelmanagerin beweisen. Dafür plant sie eine neue Ausrichtung: Das Mont Lacroix soll Eventlocation werden, starten soll alles mit einer luxuriösen Hochzeit.

    Doch ausgerechnet bei der Suche nach einem Floristen wird es kompliziert – denn Noah Benz ist plötzlich die einzige Option. Was niemand weiß: Noah ist in Wahrheit der Sohn der größten Konkurrenz und soll als Spitzel Schwachstellen finden. Zwischen Widerstand, Nähe und aufgewühlten Gefühlen entfaltet sich eine Romance mit Hidden-Identity-, Haters-to-Lovers- und Forced-Proximity-Vibes, inklusive Drama und Wohlfühlsetting.

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    5 min
  • Torsten Woywod: Mathilde und Marie
    Ein Roman im Bücherdorf Redu: Paris hinter sich lassen, Zeit neu lernen, Freundschaft finden – warmherzig und entschleunigend.

    In dieser Folge von „RegalGeflüster“ geht es um „Mathilde und Marie“ von Torsten Woywod. Der Roman führt ins belgische Bücherdorf Redu, eingebettet in die Ardennen: Wälder, Flüsse, Anhöhen – und ein Dorfleben, das bewusst langsamer tickt. Marie Ledoux, Mitte zwanzig, lässt Paris hinter sich, weil Studium, Nebenjobs und Großstadthektik zu viel werden. Im Zug begegnet sie Jónína, die sie nach Redu mitnimmt, in eine kleine Buchhandlung und in eine Gemeinschaft, die nach dem Prinzip „Weniger ist mehr, mehr ist weniger“ lebt.

    In Redu wird Zeit als Freund verstanden, Internet gibt es nur eine Stunde am Tag, und selbst eine aus dem Takt geratene Turmuhr wirkt wie ein Zeichen: Hier darfst du runterkommen. Im Mittelpunkt steht außerdem die besondere Freundschaft zwischen Marie und der zunächst unnahbaren Mathilde – und die Frage, was im Leben wirklich zählt.

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    5 min
  • Linus Geschke: Das Camp
    Ein Campingplatz mit dunkler Vergangenheit, ein Auftragskiller und eine Kommissarin auf der Flucht – Spannung zwischen Ardennen und Hamburg.

    In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Das Camp“ von Linus Geschke, den zweiten Band der Donkerbloem-Reihe. Schauplatz ist Camp Donkerbloem, ein abgelegener Campingplatz in den Ardennen, der eine grausame Vergangenheit mit sich trägt. Der neue Besitzer Wout Meertens setzt seinen Freund Tayfun als Verwalter ein – für den ehemaligen Boxer wirkt der Ort zunächst wie ein Rückzugsraum. Doch während im Camp scheinbar Ruhe einkehrt, geraten in Deutschland Menschen ins Visier eines Auftragskillers.

    Als auch die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke bedroht wird, sucht sie ausgerechnet im Camp Schutz. Parallel deckt die IT-Expertin Kathinka zusammen mit einem Hacker brisante Machenschaften auf – nicht immer auf legalem Weg. „Das Camp“ verbindet Intrigen, Korruption und moralische Abgründe zu einem abgründigen Thriller mit wechselnden Perspektiven und hohem Tempo.

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    5 min
  • Susanne Mischke: Du musst mir glauben
    Hannover-Krimi mit Pferdehof-Milieu: Ein Mord im Kaminzimmer, Erbstreit und alte Feindschaften – Kommissar Völxen ermittelt.

    Ein Tag der offenen Tür auf dem traditionsreichen Gestüt Sieben Eichen – und plötzlich liegt eine Tote im Kaminzimmer: In „Du musst mir glauben“ von Susanne Mischke (Band 15 der Hannover-Krimis) ermittelt Hauptkommissar Bodo Völxen in einem Fall, der nach außen geschniegelt wirkt, innen aber von Misstrauen, Gier und alten Konflikten zerfressen ist. Völxen kennt Familie und Hof bereits, denn der Gutsherr Gustav von Rath hatte vor Monaten einen schweren Reitunfall und liegt seitdem im Koma – schon damals stand die Frage nach möglicher Fremdeinwirkung im Raum.

    Jetzt eskaliert der Streit um lebensverlängernde Maßnahmen, Erbe und die Zukunft des Gestüts. Für zusätzliche Spannung sorgt Oda Kristensen, früher Teil des Teams und heute Psychotherapeutin in Hannover, die überraschend entscheidende Hinweise liefert.

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    4 min
  • Mechtild Borrmann: Lebensbande
    Drei Frauen, ein Geheimnis, Jahrzehnte Zeitgeschichte: Ein Roman über Mut, Verrat und Hoffnung – spannend erzählt auf zwei Zeitebenen.

    „Lebensbande“ von Mechtild Borrmann verbindet Zeitgeschichte mit hoher Spannung: Drei Frauen – Lene, Nora und Lieselotte – geraten zwischen Zweitem Weltkrieg und Mauerfall in ein Geflecht aus Loyalität, Schuld und Hoffnung. Im Zentrum steht Nora, die als Krankenschwester in den frühen 1930er-Jahren in einer Bonner Klinik erlebt, wie behinderte Kinder vergiftet werden.

    Als sie versucht, den kleinen Leo zu retten, eskaliert die Situation – mit Folgen, die Jahre später bis in Verhaftung, Verschleppung und den Gulag reichen. Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen und wechselt zwischen Gegenwart und einer rückblickenden, kursiv gesetzten Ich-Erzählung. So entsteht ein Sog, der „spannend wie ein Krimi“ wirkt und dennoch ohne Pathos bleibt.

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    5 min
  • Julian Barnes: Abschied(e)
    „Abschied(e)“ von Julian Barnes: Erinnerung, Freundschaft und das Loslassen – essayistisch, melancholisch, humorvoll und mutmachend.

    In „Abschied(e)“ öffnet Julian Barnes einen literarischen Raum für Erinnerung, Verlust und das Abschiednehmen. Ausgangspunkt ist eine Krankheit, die für ihn tödlich sein kann, aber nicht sein muss – und der Wunsch, das eigene Leben zu ordnen: Was zählt wirklich, welche Zeit war prägend, und wie zuverlässig ist Erinnerung überhaupt? Der Roman verbindet Rückschau und fiktive Erzählung. Besonders in der ersten Hälfte führt die Erinnerung zurück nach Oxford, in die Studienzeit und in die enge Freundschaft zu Stephen und Jean.

    Nach vierzig Jahren kommt es zu einer schicksalhaften Wiederbegegnung. Abschied erscheint dabei als ein Mittelding zwischen Gehen und Bleiben – als roter Faden eines essayistisch angelegten, nachdenklichen, melancholischen und zugleich humorvollen, mutmachenden Buches.

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    Zum Buch: Abschied(e)

    5 min

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