Rückfahrt von der Bremer Brücke - der VfL Podcast der Hasepost Osnabrück

Rückfahrt von der Bremer Brücke - der VfL Podcast der Hasepost Osnabrück

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Rückfahrt von der Bremer Brücke - der VfL Podcast der Hasepost Osnabrück episodes

  • “Mein VAU-EFF-ELL!”: Peter von Koss – … doch die Strafe folgt sogleich!
    “Mein VAU-EFF-ELL!”
    Bis der Ball wieder rollt, wird aus dem Buch “Mein VAU-EFF-ELL” jeden Samstag um 13.00 Uhr bis zum Wiederanpfiff eine Geschichte in der HASEPOST erscheinen, verbunden mit einer vom jeweiligen Autor vorgetragenen Podcast-Lesung.
    “Mein VAU-EFF-ELL!” ist bei Bücher Wenner in Osnabrück für nur 10,00 € als Sonderdruck erhältlich.
    Hier geht es zu allen bereits online erschienenen Folgen, inklusive Podcast.


    Peter von Koss – ... doch die Strafe folgt sogleich!

    Wer als Junge nur einen Steinwurf entfernt von der Bremer Brücke an der Kreuzstraße aufwuchs, zudem sport- und fußballbegeistert war, konnte sich nur schwer dem Einfluss des VfL entziehen, da man gewissermaßen das Stadion ständig vor Augen hatte.
    In den 50er Jahren stammten zahlreiche Spieler des VfL aus Osnabrück oder der unmittelbaren Umgebung. Einige hatten hier nach dem Krieg Wurzeln geschlagen, fanden ihren Arbeitgeber oft durch Vermittlung des VfL und wohnten nicht selten im Dunstkreis der Bremer Brücke.
    Lutz Gerdes, mit dem ich gelegentlich Tipp-Kick spielte, besuchte oft in der Kreuzstraße die Familie Grotemeyer. Günther Grotemeyer übertrug die Spiele des VfL für die Sportsendungen im Hörfunk des NDR.

    Mindestens einmal im Jahr – wenn der HSV in Osnabrück spielte – bekam Günther Besuch von Herbert Zimmermann, dem Radioreporter der WM Endspiele von 1954 und 1966. Zimmermann, der 1966 an den Folgen eines Autounfalls in Bassum starb, kam immer schon – meistens im langen Ledermantel – einige Stunden vor Spielbeginn und hat nicht nur bei Grotemeyers zu Mittag gegessen, sondern oft auch gemeinsam mit seinem Freund Günther im Wechsel die Radioreportage des Fußballspiels übernommen.
    Immer wieder begegneten uns Spieler des VfL, wenn sie zu Fuß auf dem Weg zum Training waren, das je nach Witterung und Jahreszeit an der Brücke, in der kleinen Halle der Kreuzschule, in der Halle Gartlage oder auch schon mal auf dem Sportplatz am Haster Weg in der Gartlage stattfand. In Ermangelung sanitärer Einrichtungen und Umkleidekabinen am Stadion zog man sich zum Training und zu den Spielen in den Kellerräumen der Kreuzschule um. Dort gab es große Duschräume, aber auch Einzelkabinen, die der Bevölkerung freitags und samstags kostenpflichtig für ein dreißigminütiges Wannenbad oder für ein zwanzigminütiges Brausebad zur Verfügung standen.

    In den fünf Oberligen, damals die höchsten Spielklassen in der Bundesrepublik, war es wohl einmalig, dass sich die Mannschaften in Osnabrück vor den Spielen nicht im Stadion umziehen konnten, sondern dieses in der etwa dreihundert Meter entfernten Kreuzschule erledigen mussten. Sofern sich die Spieler aufwärmen wollten, standen dafür die kleine Turnhalle oder die Asphaltfläche des Schulhofs zur Verfügung. Es kann aber auch sein, dass Fußballer sich in den fünfziger Jahren gar nicht aufgewärmt haben. Da das Auswechseln von Spielern erst seit 1967 schrittweise erlaubt wurde, ist anzunehmen, dass die Jungs damals wirklich aus anderem Schrot und Korn gebaut waren. Wer verletzt war, ging nicht raus, er stellte sich notfalls auf Linksaußen als Anspielstation zur Verfügung.

    In Osnabrück legten Spieler und Schiedsrichter vor und nach den Spielen den Weg zwischen Kreuzschule und Stadion gemeinsam mit den Zuschauern zurück. Über die Ostkurve, sich durch die Zuschauer drängend, betraten die Mannschaften das Spielfeld. In der Halbzeit blieben sie normalerweise auf dem Feld oder zogen sich hinter die Westkurve zurück, wo es im Eingangsbereich einen kleinen Kiosk und einen Geräteraum gab. Nach dem Spiel war der Rückweg zur Kreuzschule nicht immer ungefährlich.
    16 min
  • “Mein VAU-EFF-ELL”: Christian Hardinghaus – Cocktails & Burger an der Brücke
    “Mein VAU-EFF-ELL!”
    Bis der Ball wieder rollt, wird aus dem Buch “Mein VAU-EFF-ELL” jeden Samstag um 13.00 Uhr bis zum Wiederanpfiff eine Geschichte in der HASEPOST erscheinen, verbunden mit einer vom jeweiligen Autor vorgetragenen Podcast-Lesung.
    “Mein VAU-EFF-ELL!” ist bei Bücher Wenner in Osnabrück für nur 10,00 € als Sonderdruck erhältlich.
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    Christian Hardinghaus – Cocktails & Burger an der Brücke


    „Willste nicht auch was für das VfL-Lesebuch schreiben?“, fragt mich Kalla am Telefon. „Fällt dir was ein?“
    „Klar“, sage ich und lege auf.
    Also, Rechner an, Word-Dokument auf und die erste Kindheitserinnerung an meinen Verein abrufen:
    Es ist kalt. Ich stehe mit meinem Schnuller im Mund vor der Ostkurve und kann zwischen den vielen Bier trinkenden Männern mit Jeansjacke und Schals nichts erkennen. Mein Vater hat mich an der Hand, damit ich nicht verlorengehe in der lila-weißen Traube. „Wer spielt noch mal?“, frage ich.
    „Wir gegen Schalke 04“, antwortet er.
    Schalke 04 sagt mir nichts, auch heute noch nicht. Aber egal! Ich öffne 33 Jahre später Google und finde heraus, dass ich mich an Samstag, den 31. Januar 1982, erinnere. Zweite Liga, 22. Spieltag, Endergebnis 1:1.

    Zurück zu meinem Kindheitserlebnis: „Doktor Hardinghaus“, höre ich jemanden von oben schreien und dann: „Lassen Sie sofort den Arzt durch!“ Alle Jeansjacken rücken auf der Treppe nach rechts, als wären sie Autos und ich ein Krankenwagen. Mein Vater, der übrigens wirklich Arzt ist, rennt mit mir die Stufen hoch und schüttelt dem freundlich lächelnden Ordner in orangefarbener Weste die Hand. Der hatte nämlich gerufen, doch verletzt ist er gar nicht und auch sonst keiner. Da kann ich aber nicht weiter drüber nachdenken, denn in diesem Augenblick sehe ich das erste Mal ein Fußballstadion in vermutlich vollendeter Pracht. Ich hatte es mir nicht so groß vorgestellt. Ich bin überwältigt, der Schnuller fällt mir aus dem Mund. Schon mit vier Jahren werde ich zum Mann.

    Allerdings musste ich als frischgebackener Mann und VfL-Fan nach meinem ersten Spiel zunächst ein paar andere Dinge ausprobieren und durchleben. So dauerte es bis zur Saison 2003/2004, bis ich Dauerkartenbesitzer wurde und mit Vaddern und Bruder Konstantin regelmäßig die Südtribüne besuchte.
    Zum Leidwesen meines Vaters bin ich kein Mediziner geworden, zu seiner Freude aber VfL-Fan und beides hat ja schließlich auch mit Herzblut zu tun. Geworden bin ich Historiker. Was ja an sich nicht schlechter ist, vor allem nicht, wenn der Lieblingsverein 116 Jahre alt ist, zwei Weltkriege und eine Reihe ‚kriegsähnlicher Zustände‘ überlebt hat.

    Südtribüne: ein historischer Ort. Zum Beispiel der 19. November 1939. Die 13.000 Zuschauer umjubelten den 3:2 Sieg gegen wen? Tja, wieder dieses Schalke 04. Ich frage mich, wieso wir heute so selten gegen die spielen.
    Und für mich gab‘s auf dieser legendären Südtribüne irgendwann auch den ersten Cocktail. Richtig: Aufmerksame Leser haben schon bemerkt, dass es den an der Brücke nicht zu kaufen gibt. Zumindest nicht den, den man trinken kann, wohl aber spüren, und das ganz umsonst: der Hormoncocktail. Ihr kennt ihn alle!

    Der Morgen am Tag des Spiels. Irgendwas ist anders. Nervosität. Die erste Zutat kommt in den Shaker: Adrenalin. Der Pegel steigt und steigt, bis man im Stadion steht oder sitzt. Dann wird die Hymne gesungen. Das beruhigt und das liegt am Dopamin, das jetzt in den Körpermixer geschleudert wird.
    Dann der Anstoß und wieder ist es Adrenalin,
    6 min
  • “Mein VAU-EFF-ELL”: Kalla Wefel – Meine lila-weiß durchtränkte Kindheit
    “Mein VAU-EFF-ELL!”
    Bis der Ball wieder rollt, wird aus dem Buch “Mein VAU-EFF-ELL” jeden Samstag um 13.00 Uhr bis zum Wiederanpfiff eine Geschichte in der HASEPOST erscheinen, verbunden mit einer vom jeweiligen Autor vorgetragenen Podcast-Lesung.
    “Mein VAU-EFF-ELL!” ist bei Bücher Wenner in Osnabrück für nur 10,00 € als Sonderdruck erhältlich.
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    Kalla Wefel - Meine lila-weiß durchtränkte Kindheit
    Vorwort
    Udo Lattek war der erfolgreichste deutsche Vereinstrainer aller Zeiten. Er hat Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und mich trainiert.
    Ich weiß nicht, ob er bei den Kollegen noch Schulden hat. Mir gegenüber hat er über seinen Tod hinaus seine Schulden nie beglichen.
    Noch ein Vorwort
    Im Jahr 1963 wetteiferten die Beatles und Schnulzensänger Freddy Quinn um die Gunst der deutschen Radiohörer. Deutschland war erst einmal Weltmeister und die Bayern nur einmal Deutscher Meister geworden. Die Bundesliga befand sich im Gründungsjahr. Das Match Beatles gegen Freddy endete mit einem in der Geschichte unvergleichlichen Kantersieg der Liverpooler.
    Die Zeiten, die Musik und der Fußball waren hart und im raschen Wandel begriffen.
    Jetzt geht's los ...
    Zu meinem 12. Geburtstag bekam ich Fußballschuhe und Samba-Treter geschenkt. „Die Fußballschuhe sind von uns, die Samba Schuhe von Onkel Friedel“, klärte mich mein Vater auf und fügte augenzwinkernd hinzu: „Natürlich hat er dabei einen Hintergedanken gehabt.“
    „Hä, wie meinst du das, Papa?“
    „Das will er dir erst morgen selbst verraten. Du brauchst die Schuhe jedenfalls für die Halle, mehr weiß ich auch nicht. Du sollst morgen Nachmittag zu ihm unten ins Büro kommen, bevor du zu Frieder hoch gehst.“
    „Klingt ja spannend. Du weißt doch ganz bestimmt, worum es geht, oder? Du veräppelst mich doch nur schon wieder …“
    „Keine Ahnung“, log mein Vater grinsend und winkte ab. Nachhaken hatte nun keinen Sinn mehr, das wusste ich, denn dazu kannte ich ihn seit meiner Geburt zu gut.
    In der Schule wurde ich mit großem Hallo begrüßt. Von den Beatles hatte außer mir noch nie jemand etwas gehört, aber die Samba Schuhe von Adidas waren zumindest Claus und Harald ein Begriff und wurden entsprechend gewürdigt: „Arschteuer die Dinger, aber der dicke Schwarze hat’s ja!“
    Mit ‚der dicke Schwarze‘ war natürlich Friedel Schwarze gemeint, der, seitdem ich sprechen konnte, mein Nennonkel Friedel und der beste Freund meines Vaters war.
    Er war damals der Präsident des VfL Osnabrück und wurde aufgrund seiner Leibesfülle oft nur ‚der Dicke‘ oder aber eben in Abgrenzung zum Dicken aus Hamburg, nämlich Uwe Seeler, der dicke Schwarze genannt.
    Mein Vater war Mannschaftsarzt und saß über all die Jahrzehnte auch häufig im Vorstand des Vereins. Natürlich alles ehrenamtlich. Von Freunden wurde er immer nur kurz und knapp ‚Karl‘ und von den VfL-Spielern meistens ‚Doc‘ genannt.
    Tante Hilde und Onkel Friedel hatten einen Sohn namens Frieder, mit dem ich mich hin und wieder zum Spielen in der Großen Gildewart 11 verabredete. Tante Hilde war eine Seele von Mensch und verwöhnte uns Kinder nach Strich und Faden. Pünktlich um 15.30 Uhr gab es Kuchen und Blümchenkaffee und manchmal kam zu diesem Anlass auch Onkel Friedel von unten kurz hoch.
    Das Gartenhaus in der Großen Gildewart 11 war gleichzeitig die Geschäf...
    26 min
  • “Mein VAU-EFF-ELL!”: Heiko Schulze – Woanders sind nur Doppelte …
    “Mein VAU-EFF-ELL!”
    Bis der Ball wieder rollt, wird aus dem Buch “Mein VAU-EFF-ELL” jeden Samstag um 13.00 Uhr bis zum Wiederanpfiff eine Geschichte in der HASEPOST erscheinen, verbunden mit einer vom jeweiligen Autor vorgetragenen Podcast-Lesung.
    “Mein VAU-EFF-ELL!” ist bei Bücher Wenner in Osnabrück für nur 10,00 € als Sonderdruck erhältlich.
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    Heiko Schulze - Woanders sind nur Doppelte ...
    Mein VAU-EFF-ELL???
    Mein Vau-Eff-Ell!? Der Titel lässt mich abgrundtief verzweifeln. Denn Fußball kenne ich nur als Massenerlebnis. Es ist kollektiv und solidarisch. Vor meinem inneren Augen sehe ich es: Spannendes, aufregendes, langweiliges oder schiere Wut erzeugendes Geschehen im großen, wahrhaft ‚einmaligen‘ Rund der Bremer Brücke. Alles erlebt im absoluten ‚Wir‘-Gefühl. Nach dem Motto „Wisst ihr noch, wir damals …“. „Unser Vau-Eff-Ell!“ eben. Aber ‚mein‘ VfL? Nee! Nicht wirklich, oder?
    Ich könnte jetzt irgendwie großkotzig und langweilig ausführen, mit welcher lila-weißen Berühmtheit ich mal Augenblicke des Handabklatschens, kurze Floskeln oder sogar längere Gespräche verbracht habe. Von wem ich gar die Handynummer besitze. Oder mit wem ich irgendetwas und danach wie gemeinsam organisiert habe.
    All dies wäre also ‚Mein‘, also der ganz individuelle ‚Heiko-Vau-Eff-Ell‘. Na ja. Ich fürchte, ein ‚Gähnen‘ wäre die Folge. Mit Recht! Denn wirklich interessieren dürfte das weder die berühmte Sau noch einen toten Sheriff.
    Wie fange ich es also an, jenen waghalsigen Versuch, vom ‚Wir‘ trotzdem zum ‚Ich‘ zu gelangen? Alles natürlich nur, um am Ende trotzdem wieder im ‚Wir‘ zu landen, um allgemein verstanden zu werden. Vielleicht beginne ich deshalb mal mit kleinen Anekdoten, in denen ich jenes eigenartige ‚Wir‘ erlebt habe, das wir im Grunde weder sehen, tasten, riechen noch schmecken können.
    Ein Album schmäht die ‚Doppelten‘
    Ob man es mir glaubt oder nicht: Am Ende führen solche Ausgangsfragen zu einem Papierbündel, dessen hohe Bedeutung mir im Grunde erst beim Schreiben dieser Zeilen klar geworden ist. Denn angefangen hat bei mir alles mit dem legendären Bergmann-Fußballalbum gegen Mitte der 60er Jahre …
    Wie fange ich diese eigenartige Geschichte an?
    Klar!
    Zeitreise.
    Schauplatz Ratsgymnasium: trister Flur vor dem Bio-Raum, irgendwie um 1966 herum.
    „Ach, VfL … diese Pullen!“, grölt einer aus meiner Klasse. Eine kleine Gruppe ist gerade dabei, bunte Spielerfotos für ein dickes Bundesliga-Sammelalbum zu tauschen. Diese Bergmann-Publikation gilt als Qualitätsprodukt.
    Ich geselle mich also genervt dazu. Irgendjemand hat soeben voller Stolz seinen ‚doppelten‘ Lothar Emmerich gegen das Konterfei von Radi Radenković erstanden. Alle anderen haben nur noch ,Doppelte‘ und erzeugen Sammlerfrust.
    VfL? Von dem gibt es ‚natürlich‘ weder Einzelstücke noch ‚Doppelte‘. Denn die Lila-Weißen tauchen damals in keinem einzigen Sammelalbum auf. Sonst hätte man gerechterweise ja auch bunte Pappkärtchen der anderen Nord-Regionalligisten wie Barmbek Uhlenhorst, Sperber Hamburg oder Bremerhaven 93 unters Sammlervolk bringen müssen. Oder gar solche von Schweinfurt 05 aus der Regionalliga Süd. Und wer hätte schon Kärtchen aus der Regionalliga Berlin gesammelt mit dramatisch interessanten Abbildungen von den Reinickendorfer Füchsen?
    Bei den ‚Doppelten‘ aus Bundesliga-Teams kann ich mitreden. Denn die besitze auch ich zur Genüge. Mir fehlte gerade Günter Sawitzki, wie ein Opa aussehender Keeper vom VfB Stuttgart, abgebildet mit riesiger Schirmmütze. Den hat aber keiner doppelt.
    22 min
  • “Mein VAU-EFF-ELL”: Burkhard Tillner – Und immer wieder grüßt der Flashback …
    "Mein VAU-EFF-ELL!"
    Bis der Ball wieder rollt, wird aus dem Buch "Mein VAU-EFF-ELL" jeden Samstag um 13.00 Uhr bis zum Wiederanpfiff eine Geschichte in der HASEPOST erscheinen, verbunden mit einer vom jeweiligen Autor vorgetragenen Podcast-Lesung.
    "Mein VAU-EFF-ELL!" ist bei Bücher Wenner in Osnabrück für nur 10,00 € als Sonderdruck erhältlich.
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    Burkhard Tillner - Und immer wieder grüßt der Flashback ...
    Die Farbe Lila
    Ihr Halstuch ist lila, das reicht. Die Stewardess steht vor ihrem Auditorium im Inneren eines Airbus und sendet mit wundersamen Bewegungen grobe Richtungsempfehlungen aus, anhand derer sich bei Bedarf Notausgänge finden lassen sollen. Meine Augen folgen aber nicht ihren vagen, offensichtlich im Mr.-Bean-Ausbildungscamp einstudierten Hinweisen. Mein Blick bleibt auf ihren Hals gerichtet, genauer gesagt fixiere ich ihr lila Halstuch.
    Es ist eindeutig lila!
    Das reicht, ein Trigger, ein Auslöser, und ratzfatz lässt die gerade noch in einer Schwimmweste steckende Notausgangeinweiserin in meinen Gedanken statt der Sauerstoffmaske meine erste VfL-Fahne (erschütternd klein), meine zweite VfL-Fahne (akzeptabel) und meine dritte und letzte VfL-Fahne (übertrieben groß) über die Sitzreihen des Fliegers wehen.
    Ich habe mir abgewöhnt darüber zu sinnieren, ob es ansatzweise normal sein könnte, dass bei mir eine Situation, eine Geste, ein Geruch oder ein Ausspruch eine Reaktion auslöst, in der bei mir unverzüglich Erinnerungen an den – Quatsch! – an meinen VfL Osnabrück hervorgerufen werden.
    Einer einfühlsamen und bis zu diesem Zeitpunkt liebenswerten Kollegin habe ich einmal bei einem Gang über den Osnabrücker Marktplatz unverzeihlicherweise von diesem Phänomen berichtet. Den Kopf besorgt zur Seite geneigt, schaute sie mich mitfühlend an, bevor sie sich an ihren Psychologie-Workshop auf der Hallig Hooge erinnerte:
    „Na ja …“ – in ihrer anschließenden Atempause hätte ich auf den Marienkirchturm rauf und wieder runter klettern können – „… es ist wohl ein Schlüsselreiz, der deine Gedanken an den VfL heraufbeschwört. So ein Flashback steht oft für ...“ – die jetzt eingetretene Nachdenkphase hätte für zwei Crêpes und einen Espresso gereicht, wurde aber dafür benötigt, ihren Kopf noch sorgenvoller seitlich zu neigen – „... für eine posttraumatische Belastungsstörung, also irgendwie ...“ – ihr Ohr und ihre Schulter schienen jetzt zu einer Einheit verschmolzen zu sein – „... ist da vielleicht irgendwann bei dir eine schwere seelische Verletzung entstanden. Kann das sein?“
    Meine Schuld, ich bin angefangen, ich habe es ihr erzählt, ich hätte alleine mit den Crêpes auf den Kirchturm steigen sollen, bin ich aber nicht.
    Immerhin versuchte sie den gemeinsamen Gang durch Osnabrück zu retten: „Echt schönes Rathaus mit dieser Treppe!“
    „Ja echt klasse! Da oben ...“ – fast hätte ich ihr gesagt, wie das war, als Kaniber, Burose, Diehl, Baumann, Mumme 1969 da oben standen, aber ich brach das dann mal lieber ab – „ … da oben hast du ‘ne echt gute Sicht über den Platz. Findest du nicht auch?“
    Puh! Gerade noch die Kurve gekriegt, das war’s.
    Sicherlich wird ihr seither vor meiner Gedankenwelt grauen. Ich hingegen habe mich aufrichtig für sie gefreut, dass sich ihr Ohr und ihre Schulter ohne chirurgischen Eingriff voneinander lösen konnten.
    Posttraumatische Belastungsstörung und der VfL Osnabrück? Also, geht‘s noch? Obwohl ...
    ... was sind das genau für Momente, die einen solchen Flashback in mir auslösen? Ein Beispiel. Ich bin irgendwo draußen und im Biergarten oder bei der Gartenparty fallen ...
    22 min
  • “Mein VAU-EFF-ELL”: Todor Tosho Todorovic – Alter schützt vor Toren nicht!
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    Todor Tosho Todorovic
    Alter schützt vor Toren nicht
    Eigentlich bin ich ja Fußballhasser.
    Ach, Blödsinn! Aber ich war es mal ... ... und warum?
    Über die Jahre war es nämlich häufig so: Wenn ich mit meiner Blues Company irgendwo ein Konzert gab und gleichzeitig ein wichtiges Fußballspiel – also in der Champions League oder ein Länderspiel – im TV übertragen wurde, war bei uns nix oder zumindest weniger los als erwartet. Die Folge war, dass bei diesen schlecht besuchten Konzerten entweder der Veranstalter draufzahlen musste oder wir – bei sogenannten Prozente- oder Türdeals (bei denen die Band einen bestimmten Prozentanteil der Eintrittseinnahmen bekommt) – so gut wie nichts oder nur sehr wenig Geld mit nach Hause nehmen konnten.
    Jetzt kann man sicherlich argumentieren: „Warum habt ihr denn Gigs an solchen Tagen überhaupt angenommen?“
    Richtig, jedenfalls erst einmal.
    Wenn man sich aber nicht für Fußball interessiert, weiß man auch nicht, wann solche angeblich wichtigen Spiele stattfinden.

    So ging das jahrzehntelang, aber dann ...
    Eines Sonntags, Birgit (die allerbeste Ehefrau von allen, um mich der Worte Efrahim Kishons zu bedienen) war ein paar Tage nicht in Osnabrück, bin ich in die Lagerhalle zum Frühstücken gefahren und siehe da: Die Kneipe war brechendvoll, denn auf der Großleinwand lief irgendein VfL-Spiel.
    Das muss also noch in der guten, alten Zweitligazeit gewesen sein.
    Ich traf ein paar Freunde und blieb da.
    Die Stimmung war ,aufgeladen’ und ich fand das irgendwie spannend und klasse! Also bin ich zwei Wochen später wieder hingefahren und dann wieder und wieder.
    Ich habe damals schon überlegt, auch mal ins Stadion zu gehen, aber so ganz alleine hatte ich auch nicht die große Lust.

    Eines Tages rief mich Kalla an:
    „Sag mal, im August gibt Joe Enochs sein Abschiedsspiel. Hättest Du Lust, mit mir hinterher ganz nach dem Musikermotto ,ohne Proben ganz nach oben‘ ein wenig Musik im VIP-Raum zu machen?“
    Wenn ich mich richtig erinnere, hat er nicht VIP-, sondern VUP-Raum gesagt – very unimportant people also.
    Gesagt, getan.
    Ich habe meine Gitarre gepackt und war zum besagten Termin zum ersten Mal in meinem Leben im Stadion an der Bremer Brücke, das ich bislang nur vom Vorbeifahren und von Fotos in Zeitungsberichten kannte.
    Ich muss gestehen, dass mich die Stimmung umgehauen hat, obwohl es nur ein Freundschaftsspiel war. Die Fangesänge besonders, die Fahnen und überhaupt die ganze familiäre Atmosphäre empfand ich als sehr schön und ausgesprochen angenehm. Das heißt: Wegen Kallas Einladung zu Joe Enochs Abschiedsspiel war ich am 23. August 2008 das erste Mal live bei einem Fußballspiel persönlich anwesend!

    Die Geschichte geht aber eigentlich erst los …
    Ich habe weiterhin die Spiele des VfL im TV verfolgt, inzwischen ,bei mir umme Ecke‘ in der Uhlhornklause, kam aber immer noch nicht auf die Idee, auch mal ein Pflichtspiel live im Stadion anzusehen. Dann wieder: Anruf von Kalla!
    „Hömma, am 23.September 2009 ist das völlig ausverkaufte DFB-Pokalspiel gegen den derzeitigen Bundesliga-Spitzenreiter HSV! Haste Lust mit mir vor der Ostkurve die Vereinshymne zu singen? Nein sagen gilt nicht, denn Singen ist ohnehin die einzige Möglichkeit, noch ins Stadion zu kommen.“
    Da ich nicht allzu oft die Chance habe, vor gut 16.000 Leuten zu singen, habe ich sofort zugesagt.
    Unsere kurze Gesangseinlage war ,so la la‘. Wenn man unten auf dem Spielfeld steht, hört man durch die große Entfernung zu den Lautsprechern alles mehrfach und mit großer Verzögerung. Schwierig genug, da im Timing zu bleiben, aber nach ein paar Takten hatten wir uns einigermaßen daran gewöhnt.

    Was ich dann erleben durfte,
    9 min
  • Rückfahrt von der Bremer Brücke: Vor dem BrückenTag des VfL Osnabrück gegen den SV Wehen Wiesbaden
    Kein Verein ist so schlecht in die Rückrunde gestartet, wie der VfL – dennoch gibt es keinen Grund zur Panik!

    Und "warum sollen sie jetzt den Kopf in den Sand stecken?" Kalla ist relativ entspannt, doch gegen Wehen am Freitag sollten sie nicht verlieren, denn mit den weiteren Spielen zum Beispiel gegen Bochum, Hannover und in Bielefeld, Stuttgart und beim HSV wird es nicht leichter.

    Gegen Wehen darf man einfach nicht verlieren!

    Unser Spielbericht zum Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden an der Bremer Brücke folgt kurz nach dem Abpfiff auf Hasepost.de.
    10 min
  • Rückfahrt von der Bremer Brücke: Vor dem Auswärtsspiel des VfL Osnabrück gegen den FC St. Pauli
    Vor dem wohl interessantesten Spiel der Rückrunde, am Sonntag gegen den FC St. Pauli, plaudern Kalla und Heiko wieder bei unserem Podcast "Rückfahrt von der Bremer Brücke", diesmal in der Küche von Kalla.

    Kalla berichtet, wie er seine Tochter in St. Pauli im Séparée abgeben wird (das klären wir natürlich auf). Zudem verrät unser VfL-Kenner, welcher Spieler bereits beim letzten Spiel der Lila-Weißen vor 12 Jahren im Aufgebot war und auch an diesem Sonntag wieder dabei sein wird. Und wir erfahren, wann Kalla zum ersten Mal "einen sitzen" hatte - natürlich in Zusammenhang mit einem St. Pauli Spiel.

    Kurz blicken wir auch noch auf das Spiel gegen Karlsruhe zurück und das DFB-Verfahren gegen Assan Ceesay. Tatsächlich hält das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach der mündlichen Verhandlung am Freitagvormittag die Strafe aufrecht. Osnabrücks Angreifer bleibt für drei Meisterschaftsspiele gesperrt, eins davon hat er mit dem Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue bereits abgesessen.

    Unser Spielbericht zum Spiel gegen St. Pauli folgt kurz nach dem Abpfiff auf Hasepost.de.
    16 min
  • Rückfahrt von der Bremer Brücke: Vor dem “BrückenTag” des VfL Osnabrück gegen den FC Erzgebirge Aue
    Erneut ging der VfL Osnabrück mit nur 10 Mann vom Platz. Das Auswärtsspiel gegen Karlsruhe am vergangenen Sonntag beschäftigt uns auch noch vor dem Spiel gegen Erzgebirge Aue.

    War die Rote Karte gegen den Neuzugang Assan Ceesay wirklich gerechtfertigt? Kalla stellt in den Raum, dass der Unparteiische die Situation auch ganz anders hätte pfeifen können.
    Ansonsten beschäftigt uns mal wieder die grundsätzliche Frage "wie sicher ist der VfL auf seinem aktuellen Tabellenplatz" ... ach hört doch einefach selber rein!

    Unser Spielbericht folgt kurz nach dem Abpfiff auf Hasepost.de.
    11 min
  • Rückfahrt von der Bremer Brücke: Vor dem Auswärtsspiel des VfL Osnabrück gegen den Karlsruher SC
    Sie sind gemeinsam in die 2. Bundesliga aufgestiegen, der VfL Osnabrück und der Karlsruher SC. Doch während der VfL sich bislang gut im Mittelfeld der Tabelle behaupten konnte, droht den Badensern schon wieder der Abstieg.

    Bei unserem Podcast, der mal wieder im wirklich empfehlenswerten Café Wiking in der Dodesheide aufgezeichnet wurde (nein, wir bekommen kein Geld für diese Empfehlung), geht es natürlich auch darum, wie sicher sich die Lila-weißen in der Tabelle fühlen dürfen. Spannend wird sein, ob Karlsruhe, frisch mit dem neuen Trainer Christian Eichner an der Spitze, mit der Macht der Verzweiflung bislang ungenützte Energien freisetzt? Angesichts sechs Niederlagen in Folge ,sieht es aber nicht gut aus. Kalla vermutet aber dennoch, dass es bei einem Unentschieden bleiben könnte am Sonntag.

    Unser Spielbericht folgt kurz nach dem Abpfiff auf Hasepost.de.
    12 min

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