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Mit "Unsere kleine Farm" (4:33) bringt Netflix einen Megaerfolg aus den 1970er Jahren zurück. Die Autobiografie von Laura Ingalls Wilder, die ihren Familienumzug von Wisconsin in den Wilden Westen Kansas' niedergeschrieben hat, sorgten einst mit Michael Landon in der Hauptrolle für pures Wohlfühlfernsehen. Kann sie das auch 50 Jahre später erreichen? Oder viel wichtiger: Sollte sie das auch 50 Jahre später erreichen wollen? Über diese Frage werden sich Michael, Holger und Rüdiger in dieser Woche nicht ganz einig. Allerdings ist ihre Diskussion geradezu erbaulich verglichen mit den Diskussionen, die die Arte-Serie "After the Party" (31:23) auslöst. Die neuseeländische Miniserie über eine Lehrerin, die ihren Ex-Mann für einen Pädophilen hält und dies gegen alle Widerstände beweisen will, ist harter Tobak zu schauen, aber ein Sechsteiler, der zumindest für extrem viel Gesprächsstoff sorgt. Um nach diesem bedrückenden Stoff auf einer heiteren Note zu enden, besprechen wir schließlich noch die Experimental-Comedy "Das Manko" (53:42) in der ZDFmediathek, die die fast vergessene Physical-Comedy-Tradition von Jacques Tati, Buster Keaton, Jim Carrey und, ja, Holger, "Jackass" zurückbringt.
Cold-Open-Frage: "Welche Serien-Entscheidung hätte Donald Trump per Telefonanruf rückgängig machen sollen?"
Das zweite Quartal gilt als heimliches Serien-Juwel, liegt hier doch die Deadline für die Emmy-Nominierungen. Hat dies dazu geführt, dass in den Monaten April bis Juni jede Menge Serien gestartet sind, die das Zeug haben, auch am Jahresende ganz oben in den Bestenlisten zu stehen? Das diskutieren Michael und Rüdiger genauso wie den Streaminganbieter, der sich ihrer Meinung nach in diesem Quartal besonders hervorgetan hat, und weitere Tendenzen, die sich abgezeichnet haben. Aber vor allen Dingen listen sie ihre fünf liebsten Serien plus eine weitere lobende Erwähnung auf, die ihrer Meinung nach alle Serienfans gesehen haben sollten.
Wenn in dieser Woche die Fußball-WM startet, hofft England erneut darauf, nach 1966 endlich mal wieder den WM-Titel heimzubringen. Da passt es gut, dass das ZDF mit „Dear England“ (37:00) eine Miniserie über das nationale Trauma zeigt. Die Theaterverfilmung mit Joseph Fiennes als Trainer Gareth Southgate deckt vier große Turniere ab und hätte eigentlich ganz nach dem Gusto von Holger und Rüdiger sein müssen – doch ist sie das auch? Oder teilen sie nach dem Vierteiler, der eigentlich „Die Angst des Engländers beim Elfmeter“ heißen müsste, Michaels Meinung und verabschieden sich vom Fußball? Britische Geschichten werden auch in zwei weiteren Serien der heutigen Folge erzählt. Der Netflix-Hit „The Witness“ (1:17:17) erzählt von den Folgen des Mordes an Rachel Nickell im Jahr 1992, „The Hack“ (58:00) vom Abhörskandal des Boulevardblatts „News of the World“ zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Dabei ist die Zeitungsserie mit David Tennant eigentlich gleich zwei Serien auf einmal. Ob Spannung und Spaß darunter ist oder man Schokolade zum Trost braucht, bleibt zu diskutieren. Der größte Name in dieser Woche ist allerdings die einzige US-Serie, denn Apple TV verfilmt mit „Cape Fear“ (4:39) zum dritten Mal eine klassische Gut-gegen-Böse-Geschichte. Kann der Zehnteiler mit Javier Bardem und Amy Adams an die Filme mit Gregory Peck und Robert Mitchum bzw. Robert De Niro und Nick Nolte heranreichen?
Cold-Open-Frage: „Von welchem Filmcast würden wir gerne eine Serien-Reunion sehen?“
Zwei totgeglaubte Serien kehren nach langer Pause auf die Bildschirme zurück. Bei Arte ist die gefeierte Krimiserie „Happy Valley“ (4:56) nach zehn Jahren mit einer dritten Staffel wieder da, was Holger freut und Rüdiger dazu gebracht hat, gleich auch zum ersten Mal die ebenfalls bei Arte verfügbaren ersten beiden Staffeln durchzubingen. Um sowohl Fans als auch Neulingen gerecht zu werden, sprechen wir über die dritte Staffel, ohne die ersten beiden zu spoilern, sondern beschäftigen uns mit generellen Themen und Stärken der Serie von „Gentleman Jack“-Macherin Sally Wainwright. Dabei gehen wir auch darauf ein, warum man sich für die dritte Staffel bewusst so viel Zeit gelassen hat.
Bei „The Terror“ (48:11) war die Pause dagegen weniger freiwillig. Die Horror-Anthologie schien weder bei Zuschauern (außer bei Roland) noch bei den Verantwortlichen Lust auf eine Fortsetzung gemacht zu haben, bis Victor LaValle vorgeschlagen hat, seinen eigenen Roman „The Devil in Silver“ mit Dan Stevens zu adaptieren. Hat sich die große Schaffenspause gelohnt, oder ist die Verkürzung der Staffel auf sechs Folgen mehr als ein Alarmsignal?
Große Töne spuckt derweil Apple mit „Maximum Pleasure Guaranteed“ (34:50). Kann die schwarze Thrillerkomödie mit „Orphan Black“-Star Tatiana Maslany wirklich für großes Vergnügen sorgen? Oder bietet uns der Titel Anlass, sie mit Hohn und Spott zu übergießen?
Cold-Open-Frage: „Welche Regisseure hätten wir gerne zu welcher Serie im Podcast zu Gast?“
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