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Yorick Thiede ist ein Stand-up-Comedian aus Hamburg, der die ersten 20 Jahre seines Lebens auf einem Bauernhof verbracht hat. Trotzdem spielen Trecker, Grünkohl und Plattdeutsch in seiner Comedy nur eine kleine (bzw. immer kleinere) Rolle. Yorick dreht in unregelmäßigen Abständen Episoden seiner eigenen Dokuserie OFF STAGE, in der er hinter die Kulissen der Hamburger Stand-up-Szene und seiner eigenen Karriere schaut. Ferner organisiert und moderiert er in Hamburg mittlerweile die Show Moinhaha und ist außerdem Träger des Nightwash Talent Award 2020.
In der heutigen Episode spricht Yorick über ein Bit, das er im Herbst 2020 bei eben diesem Talent Award in Köln gespielt hat. Dabei geht es um einen verstopften Abfluss auf dem Bauernhof und vor allem um all die Hebel, die Yoricks Vater in Bewegung setzt, um das Problem zu beheben, vom Hochdruckreiniger bis zum Güllewagen. Wir begeben uns auf die Suche nach dem perfekten Timing und wundern uns darüber, dass ein- und derselbe Inhalt, jedoch unterschiedlich angeordnet, einen Comedian mal bomben und ein ander‘ Mal abräumen lässt. Außerdem gehen wir der Frage nach, wie und wann ein Comedian eigentlich zu einem eigenen Stil kommt.
Yoricks Bit beim Nightwash Talent Award
Yoricks zweites Set beim Talent Award
Yorick Thiede auf Youtube (mit allen Folgen OFF STAGE)
Yorick auf Instagram | Yorick auf Twitter | Yorick auf Facebook
Moinhaha Stand-up Comedy Club
Rezension zu OFF STAGE bei Setup/Punchline
Ist das nur Komik? Oder ist es vielleicht sogar schon Literatur? Das fragte ein Interviewer einmal Vicco von Bülow, a.k.a. Loriot, und die Frage zeigt eine für Deutschland typische Ambivalenz: Man schmückt sich gern mit dem Humoristen und seinen Werken. Mit dem Gedanken allerdings, dass da einer mit professioneller Herangehensweise scheinbar lockere Komik produziert, tut man sich schwer. Womöglich war das auch der Grund, warum Loriot trotz seiner Berühtmheit bisher auch von den Geisteswissenschaften nur am Rande behandelt wurde.
Dabei muss sich beides gar nicht ausschließen: Etwas kann lustig sein und trotzdem ideenreich und künstlerisch durchgearbeitet. Ein im Frühjahr 2021 erschienener Text+Kritik-Band über Loriot zeigt das eindrucksvoll. Und er stellt ihn, ganz nebenbei, auf eine Stufe mit großen (zumeist ernsten) anerkannten Künstler:innen. Immerhin widmet sich die Reihe seit den 1960er Jahren wichtigen deutschen Schriftsteller:innen.
Der Band über Loriot versammelt nun Aufsätze aus den Literatur- und Medienwissenschaften, von Linguist:innen und Historiker:innen und beleuchtet verschiedene Aspekte von Loriots Schaffen: seine Modernisierungskritik, seine „Komische Oper“, seine Stellung in der Nachkriegsgesellschaft oder auch, welche Rolle Hunde in seinem Werk spielen. Herausgegeben wurde er von Claudia Hillebrandt (rechts) und Anna Bers (links), zwei Germanistinnen von den Universitäten Jena und Göttingen.
Sie berichten von ihren eigenen Beiträgen im Band und ferner von ihren Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit dem Künstler Loriot, den man heute gerne vorschnell als altbacken einordnet, der sich bei näherer Betrachtung aber als sehr vielschichtig erweist.
Link zum Loriot-Band bei edition Text+Kritik
Seite von Claudia Hillebrandt bei der Universität Jena
Seite von Anna Bers bei der Universität Göttingen
Sketch „Die Nudel“ (auf Facebook)
Im Frühjahr 2020 hat der US-Comedian Sam Tallent den Roman Running the Light vorgelegt. Darin stellt sich Tallent als Autor der schwierigsten Herausforderung: Wie beschreibt man die Magie einer Comedyperformance, wo doch die meisten Comedians kaum Worte finden für das, was da auf der Bühne passiert? Tallent erzählt das anhand von Billy Ray Schafer, einem Comedian auf dem absteigenden Ast, der sich durch die US-amerikanische Provinz von miesem Auftritt zu miesem Auftritt hangelt. Running the Light gelingt eine eindrucksvolle Schilderung der Welt der Stand-up-Comedians, die die Welt vergessen hat, und der unglaublichen Tristesse des Lebens eines road comic: „While he was killing, Billy Ray Schafer was completely and hopelessly bored.“ Es ist ein beachtliches Debut für Tallent, der nebenbei das Genre des Stand-up-Romans begründet hat.
Zu Gast in dieser Folge ist der Kölner/Euskirchener Comedian Juri von Stavenhagen, bekannt vom Comedy- und Literaturpodcast Observational. Mit Juri spreche ich über Running the Light und unter anderem über Erzählweise, Struktur und Story des Romans. Wir widmen uns außerdem den Fragen: Wer oder was ist eigentlich dieser Norm MacDonald, der ab der Mitte der Geschichte auftritt? Wieso ist das Publikum manchmal der Gegenspieler eines Comedians? Und, schlussendlich: Verhindert Comedy, dass sich Comedians als Menschen weiterentwickeln?
Homepage des Autors Sam Tallent
Sam Tallent auf Instagram
Link zu Observational – Der Story-Podcast
Juri von Stavenhagen auf Instagram
Stand-up comedy has been booming, and the most common manifestation of this boom is the rise of the stand-up special, the audiovisual recording of a comic’s set. This was especially obvious during the Covid pandemic, but even before there were signs that the cultural importance of specials has quite increased. Streaming services like Netflix or HBO are releasing more and more specials, even smaller comedians try their luck shooting DIY specials, comedy fans debate about their favourite specials and exchange their favourite jokes with friends.
But what exactly is a stand-up special? It is not just a mere recording of a set, it is more: comedians have found different ways to play not only with the art form of stand-up, but also with the form of
Today’s guest is Josh Kingsford, a Welsh comedian living in New Zealand. Josh is running the Youtube channel Comedy Without Errors where he publishes in-depth-analyses about comedians, specials and stand-up related phenomena. He argues that there are indefinite ways of filming a stand-up special, and, by embracing cinematic means, comedians can enhance their jokes and their comic persona. And he shows how, vice versa, sticking to the prevalent notion of the special and doing the recording in huge theatres or arenas can, after all, do harm to the comedic act.
Specials we mention throughout the episode: Jerrod Carmichael: 8 (2017) | Bo Burnham: Inside (2021) | Norm MacDonald: Me Doing Stand-Up (2011) | Drew Michael: Drew Michael (2018) | Stewart Lee: Stand-Up Comedian (2005), 90s Comedian (2006) | Chelsea Peretti: One of the Greats (2014) | James Acaster: Repertoire (2018) | Maxi Gstettenbauer: Lieber Maxi als normal (Comedy Central filming 2020)
Youtube channel Comedy Without Errors
Normalerweise sprechen im Podcast Comedians über eine ihrer Bühnennummern. Das Problem: Live-Comedy liegt immer noch darnieder. Die Aufnahmen, über die wir sprechen können, werden immer älter und geben oft nur noch ein unscharfes Bild von der Arbeit der jeweiligen Comedians.
Darum weichen wir in der heutigen Sonderfolge aus, nämlich auf das Gebiet des komischen Films bzw. der Filmkomödie. Zu Gast ist Autor, Journalist und Youtuber Wolfgang M. Schmitt. Seit etwa zehn Jahren bespricht er auf seinem Kanal Filmanalyse – Kino anders gedacht Filme und Phänomene aus der Welt des Kinos (und manchmal auch Streamings).
Wir sprechen über Wolfgangs ideologiekritische Herangehensweise ans Kino und widmen uns der Frage, warum sich Unterhaltungsfilme und Komödien dafür besonders eignen. Ferner geht es um den Authentizitätswahn und den Verlust der Etikette, der deutschen Komödien zu schaffen macht, und darum, warum Figuren in Komödien eigentlich nie lachen – außer in deutschen. Außerdem behandeln wir die große Herzlosigkeit mancher deutscher Komödie und einen Aspekt der Komödie,
Das Format wird bei Setup/Punchline in unregelmäßiger Folge mit weiteren Gesprächen über Comedy fortgesetzt. Es wird auch noch einen eigenen RSS-Feed bekommen, sobald ein paar Folgen zusammengekommen sind.
Youtube-Kanal Filmanalyse
Podcast Wohlstand für alle (mit Ole Nymoen)
Podcast Die neuen Zwanziger (mit Stefan Schulz)
Das Buch Influencer – Die Ideologie der Werbekörper
Wolfgang M. Schmitt auf Twitter
Wolfgang bei Instagram
Toby Käp ist ein Stand-up-Comedian aus Deidesheim in der Weinpfalz, einer kleinen (kleinen!) Stadt zwischen Mannheim und Kaiserslautern. Toby ist studierter Theologe, arbeitet an einem Theater und ist normalerweise in ganz Deutschland auf Stand-up-Bühnen zu sehen.
In der heutigen Episode spricht Toby über ein Bit, das er im Sommer 2020 gespielt hat. Dabei geht es vordergründig um seine Vorstellung einer merkwürdigen sexuellen Erfahrung, auf den zweiten Blick aber um die Vorstellung, die eine hetero-normative Gesellschaft von bisexuellen Menschen hat. Und natürlich: um die Erwartungen, die sie an diese Menschen heranträgt.
Außerdem erzählt Toby, wie er sich seine Stand-up-Anfänge hilfsweise mit einem Kredit finanziert hat; warum Witzeschreiben ist wie Holzschleifen; und wie man mit geeigneten sprachlichen Bildern
Tobys Bit beim Chaos Comedy Club
Zur Homepage von Toby Käp
Toby Käp auf Instagram
Tobys Seite bei Facebook
Toby auf Twitter
Philipp Uckel ist ein Stand-up-Comedian, Showhost und Podcaster aus Berlin. Er steht seit etwa 2013 auf der Bühne und gehört auch zu denen, die ihre ersten Stand-up-Versuche in der Scheinbar gemacht haben, dem (zumindest unter Kleinkünstler:innen) berühmten Varietétheater in Berlin. Er gehört somit, wie er sagt, zur „zweiten Generation“ von Stand-up-Comedians – davor kamen die, die lange auftraten, als es das lose Gebilde noch gar nicht gab, das sich heute Stand-up-Szene nennt.
Philipp spricht in dieser Episode über ein Bit über sein Wunschgewicht, Pizza-Fressattacken, gesundes Essen, das eben nie schmeckt, und die ständig mäkelnde (bzw. beleidigende) Stimme im Kopf dicker Menschen. Außerdem geht es darum, warum man manchmal liebgewonnene Witze aus dem Programm streichen muss. Der Ausschnitt stammt von einer Aufzeichnung bei Späti Comedy, Anfang 2020 in Berlin.
Link zu Philipps Bit bei Späti Comedy
Philipp auf Instagram
Philipp Uckel auf Facebook
Mad Monkey Podcast
Show Shabby Comedy | Monster Comedy
Link zu Philipps Bit bei Comedy Central (über das wir auch reden)
Michelle Kalt ist Anwältin und Stand-up-Comedienne aus Zürich bzw. Zug. Sie macht seit etwa drei Jahren Stand-up-Comedy, auf Deutsch und Englisch. In der Schweiz tritt sie regelmäßig auch in der Late-Night-Show von Dominic Deville auf und trägt einen komisch-juristischen Blick auf tagesaktuelle Themen bei. Bei ihren Stand-up-Auftritten sind die Themen naturgemäß breiter gefächert und persönlicher.
In der heutigen Episode spricht Michelle über die schädlichen Nebenwirkungen von Zigaretten und Geschlechtsverkehr. Außerdem geht es um Comedy in der Schweiz, die Stand-up-Szene in Zürich, Stand-up-Schreibspiele in Zeiten von Corona, die Engführung des Publikums (!) und die Schwierigkeit, einzeln geschriebene Witze auf der Bühne in einen großen Zusammenhang zu bringen. Der kleine Ausschnitt stammt aus der Show Comedy Talent, im vergangenen Herbst im öffentlich-rechtlichen Schweizer Sender SRF.
Link zu Michelles Bit beim SRF
Michelle Kalt auf Instagram
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Elena Wolff ist Schauspieler*in und Kabarettist*in aus Wien, die vom Poetry-Slam zu Stand-up bzw. Comedy bzw. Kabarett (bzw. Österreichisch gesprochen: Cabaret) kam. Kurz und gut: Elena steht auf der Bühne und erzählt Dinge, die Menschen zum Lachen, Diskutieren, Reagieren bringen sollen.
In der heutigen Episode spricht Elena über ein Set, das schwer auf einen thematischen Nenner zu bringen ist. Comedians schildern Themen durch ihre je eigene, persönlich gefärbte Linse. In dieser Aufnahme sind Persönlichkeit und Themen aber kaum voneinander zu trennen. Am ehesten täte es darum wahrscheinlich die Überschrift: Elena Wolff spricht über das Leben von Elena Wolff. Außerdem geht es: um Sicherheitsgefühle auf der Bühne, geistigen Wankelmut, Sprunghaftigkeit in der Themenwahl und um den individuell-eigenen Anteil an der Misere der Welt. Der Auftritt stammt von Ende 2019, bei der Show des PCCC* im Wuk in Wien.
Elenas Bit beim PCCC* im Wuk in Wien
Homepage von Elena Wolff
Elena auf Instagram
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