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Sieben Jahre zogen ins Land, bis nach dem Erfolgsfilm „Das perfekte Geheimnis“ nun eine Fortsetzung unter dem Titel „Der perfekte Urlaub“ erscheint. Bora Dağtekin hat das debile Drehbuch geschrieben und auf dem Regiestuhl Platz genommen, um erneut Trostlosigkeit als Komödie zu inszenieren. Die Freunde verbringen dieses Mal einen Urlaub auf Mallorca, zunächst in einem Ferienhaus, bald in einem Club-Hotel am Ballermann. Wieder sollen ein paar irrelevante Geheimnisse ans Licht kommen. Und noch immer ist es eine Sensation, über die der Film noch weniger hinwegkommt als seine Figuren, dass die von Florian David Fitz gespielte Figur Pepe sein Coming-Out hatte. Diese Verklemmtheit passt zwar überhaupt nicht zu dem urbanen Milieu der Freunde, aber zu der adressierten Zielgruppe. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Den zweistündigen DeepDive zu „Naza“, „The Zone of Interest“, „Shoah“ und „Eye in The Sky“ gibt es mit einem Abo bei Steady, Patreon, Apple oder über eine YouTube-Kanalmitgliedschaft zu hören (es handelt sich um reine Audio-Formate). Mit einem Abo erhält man zugleich Zugang zu allen vergangenen Q&As und DeepDives.
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Über diesen Film spricht die Welt: „Naza“ ist ein nur 80 Minuten langer, dichter, intensiver Dokumentarfilm von Yuval Abraham und Rachel Szor. Ihnen gelang es, 24 Mitglieder des israelischen Militärs und Nachrichtendienstes zu interviewen, die am aktuellen verbrecherischen Krieg gegen Gaza beteiligt sind. Es sind erschreckende Äußerungen, die wir hören: „Wie in einem Videospiel“ verlaufe das Targeting, „Spaß“ habe es gemacht, und die Kollateralschäden hat man billigend in Kauf genommen, mehr noch: einige Interviewte lassen keinen Zweifel daran, dass es darum ging, viele zivile Opfer zu produzieren. Es geht jedoch um mehr als eine reine Dokumentation der Äußerungen, die gewählte Ästhetik zeigt eine Gesellschaft, die dem Prinzip „Neben uns die Sintflut“ folgt. Dabei zweigen sich von „Naza“ drei filmische Wege ab: Einer führt zu Claude Lanzmans „Shoah“, der zweite zu Jonathan Glazers „The Zone of Interest“ und der dritte zu einem mit Helen Mirren besetzten Film über Drohneneinsätze. Im DeepDive geht es um diese vier Filme und um eine Ästhetik, die uns nicht wegschauen lässt. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im DeepDive der Filmanalyse+.
Filme:
EYE IN THE SKY von Gavin Hood (2015)
NAZA von Yuval Abraham und Rachel Szor (2026)
SHOAH von Claude Lanzmann (1985)
THE ZONE OF INTEREST von Jonathan Glazer (2023)
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„Snowpiercer“ war sehr gut, #Oscar-Preisträger „Parasite“ ist noch besser! Bong Joon-ho liefert in seinem raffinierten Thriller, der zugleich Horrorfilm, Komödie und Drama ist, eine kluge Analyse der #Klassengesellschaft, in der wir heute leben. Eine arme Familie dringt in das Haus einer reichen Familie ein und beginnt für diese zu arbeiten. Aber wer sind hier die eigentlichen Parasiten? Die Gesellschaft der Reichen ist geprägt von Freundlichkeit und Gelassenheit – aber eben diesen #Habitus muss man sich erst einmal leisten können. Und er sollte uns nicht über das ökonomische Machtverhältnis hinwegtäuschen. Wir sehen in „Parasite“ weniger gute oder böse Individuen, vielmehr hat Bong Joon-ho seinen Figuren Charaktermasken angelegt, um die Klassenverhältnisse bloßzulegen. Überdies ist „Parasite“ ein spannender und ästhetisch brillanter Film, in dem es kein einziges falsches Bild gibt. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast!Literatur:Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Suhrkamp. Karl Marx. Das Kapital. Bd. 1. MEW Bd. 23. Dietz Verlag.
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Colleen Hoover ist eine der erfolgreichsten Autorinnen unserer Zeit. Über #BookTok gehen ihre Romane viral, eine Verfilmung jagt die nächste. „Verity“, die Adaption ihres gleichnamigen Romans, ist mit Dakota Johnson, Josh Hartnett und Anne Hathaway hochkarätig besetzt, zaubern können jedoch diese Schauspieler nicht, immer aber werten sie die dürren Dialoge des Romans auf. Das ist nicht die einzige Aufwertung. Regisseur Michael Showalter lässt sich von Brian de Palma und Paul Verhoeven inspirieren, manchmal kopiert er sie auch nur schamlos, um Stimmung zu evozieren, wo der Roman diese lediglich behauptet. Verfilmte Schundliteratur rettet häufig, was zu retten ist. Beim Sehen des Films fragt man sich jedoch unwillkürlich, ob das Publikum Roman und Film nur naiv rezipiert oder ist es ein selbstreflexives Schwelgen im Klischee? Mehr dazu in der Filmanalyse von Wolfgang M. Schmitt!
Literatur:
Colleen Hoover: Verity. Übersetzt von Katarina Ganslandt. DTV.
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Die „Terminator“-Reihe endet mit einem Fiasko: Der sechste Teil von Tim Miller kann an die großen Filme von James Cameron nicht anknüpfen, ja, er bemüht sich nicht einmal. „Terminator: Dark Fate“ weiß zu brisanten Themen wie Künstliche Intelligenz, #Digitalisierung und #Transhumanismus nichts zu sagen, seine Bildsprache ist nicht der Rede wert, stattdessen muss Arnold Schwarzenegger als T-800 noch einmal ran, um einer hohlen Haudrauf-Logik zu folgen und um das #Blockbuster-Kino in einen Rummelplatz mit Preisboxern zu verwandeln. Irrelevanter könnte ein Film kaum sein, langweiliger auch nicht. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast!
Literatur:Peter Sloterdijk: „Sendboten der Gewalt. Zur Metaphysik des Action-Kinos. Am Beispiel von James Camerons ‚Terminator 2‘“, in: Bilder der Gewalt. Verlag der Autoren.
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Aaron Sorkin verfasste das großartige Drehbuch zu „The Social Network“ von David Fincher. Nun setzt er sich leider auch in den Regiestuhl und widmet sich erneut Mark Zuckerberg und dessen Meta-Konzern, der vor ein paar Jahren noch Facebook hieß. Nicht zuletzt die Enthüllungen der Whistleblowerin Frances Haugen haben dazu geführt, dass das Unternehmen unbenannt wurde. Haugen bildet eines der zwei Zentren in „The Social Reckoning“: Als Facebook-Mitarbeiterin kann sie nicht länger ertragen, wie der Konzern zwecks Profitoptimierung die gesellschaftlichen Nebeneffekte ignoriert und vertuscht. Haugen wendet sich an einen Investigativ-Journalisten des „Wall Street Journals“, um ihm interne Dokumente zu geben, die belegen, dass Zuckerberg sehr wohl weiß, welche negativen Folgen Instagram und Facebook auf die Nutzer haben. Dabei bleibt es jedoch nicht, das zweite Zentrum des Films besteht aus Zuckerberg, der von seinem PR-Team auf eine Anhörung im Senat zu Section 230 vorbereitet wird. Es geht um die Meinungsfreiheit und die Neutralität der Plattformen. „The Social Reckoning“ stiftet vor allem Verwirrung und nimmt billigend in Kauf, das freie Internet abzuwickeln. Suggestiv und geradezu anti-aufklärerisch sagt er Big Tech vermeintlich den Kampf an und ist dabei so dumm wie die Debatten, die derzeit um Social Media geführt werden. Mehr dazu in der Filmanalyse von Wolfgang M. Schmitt!
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Deutsche Komödien sind nicht nur dumm, unlustig und primitiv, sie verbreiten auch brandgefährliche Ideologien: Til Schweiger ist kein Einzelfall, auch sein Kollege Bora Dagtekin hat bereits mit seiner „Fack Ju Göhte“-Reihe die Zuschauer gelehrt, die Armen zu verachten. Integriert wird nur, wer sich dem Diktat der Mehrheit unterwirft. Dieses Motiv kehrt jetzt auch in Dagtekins neuer Komödie „Das perfekte Geheimnis“ wieder, doch dieser Film hat nun neue Opfer: Frauen und Schwule. Bereits Til Schweigers Film „Klassentreffen 1.0“ war schwulen- und frauenfeindlich, Dagtekins Machwerk knüpft daran an, obgleich er etwas subtiler vorgeht – und dadurch eigentlich nur noch perfider ist. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast!Literatur: Jean Cocteau: Das Weissbuch, in: Ders: Werkausgabe. Erzählende Prosa I. Fischer.Friedrich Schiller: Die berühmte Frau, in: Ders.: Sämtliche Gedichte. Suhrkamp.
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Alejandro González Iñárritu nervt wieder: In seinem neuen Film „Digger“ verspricht er, dass wir Tom Cruise sehen, wie wir ihn noch nie auf der Leinwand erblickt haben. Es erweist sich jedoch nicht als ergiebig oder witzig, Tom Cruise in einen alten Mann zu verwandeln, denn die Titelrolle bleibt eindimensional. Mit den weiteren Figuren, die diese Farce besiedeln, ist es nicht besser. Offenbar soll dies ein politischer Film sein über das verantwortungslose Handeln von Politik und Wirtschaft angesichts des Klimawandels. Parallelen zur Wirklichkeit drängen sich so sehr auf, dass es ermüdet. Dekadenter Ölmagnat trifft auf egozentrischen US-Präsidenten. Was haben wir gelacht! Vermutlich wegen dieser Simplizität behilft sich der Regisseur damit, eine Meta-Ebene in Form eines Spiels-im-Spiel einzuführen, um pseudo-intelligent postmoderne Theatermätzchen treiben zu können. Es ist eine große Qual. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
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Im elften Q&A der Filmanalyse+ gibt es drei ausführliche Schwerpunkte: Ich habe mir die auf YouTube veröffentlichte Bundeswehr-Serie „Generation Wehrdienst“ angesehen und bin entsetzt und überrascht. Zunächst ist auffallend, dass hier keinesfalls in heroischer Weise das Soldatenleben oder das Militär inszeniert werden, vielmehr erzählt die Doku vom Alltag der jungen Wehrdienstleistenden, der aus allerlei Schikanen besteht, um Disziplin zu lernen. Interessant sind dabei der Aussagen der jungen Frauen und Männer, die ganz und gar schon die Ideologie der Militarisierung im Inneren vollzogen haben. Die Serie versucht geschickt, die Orientierungslosigkeit junger Menschen auszunutzen – und in gewisser Weise leistete Jordan Peterson die Vorarbeit. Anschließend spreche ich über zwei Filme, die seit Wochen heiß diskutiert werden: „Camp Miasma“, mit dem Jane Schoenbrun das Horrorgenre dekonstruiert und die Lust befreit, und über Faraz Shariats „Staatschutz“, der richtig fühlt, aber falsch denkt. Mehr dazu im neuen Q&A!
Das SWR-Forum zu Biopics: https://www.swr.de/kultur/gesellschaft/popstars-auf-der-leinwand-warum-sind-musik-biopics-so-erfolgreich-forum-2026-04-17-100.html
Das SWR-Forum zu Douglas Adams: https://www.swr.de/swrkultur/programm/swr-kultur-forum-sendung-uebersicht-100.html
„Generation Wehrdienst“: https://www.youtube.com/@BundeswehrExclusive
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Das Format „To Catch a Predator“ war ein besonders dunkles Kapitel des Reality-TVs. Der narzisstische Host Chris Hansen überführte vor laufender Kamera Täter, inszenierte sich als Messias der Wahrheitsfindung und Kämpfer gegen das Böse. Um die betroffenen Kinder ging es dabei allerhöchstens am Rande, vielmehr gehorchte man dem Gesetz der Quote, was bald belohnt wurde. Die Sendung wurde von MSNBC in die Primetime verlegt und lief in direkter Konkurrenz zu Erfolgsserien wie „Lost“. Lance Oppenheims Film „Primetime“ blickt nun hinter die Kulissen und lässt Robert Pattinson auf der gesamten Klaviatur seines Könnens spielen, um den egomanischen Chris Hansen zu verkörpern. Die beabsichtigte Medienkritik ist rasch verstanden und bald wird der Mechanismus des Films durchschaubar. Was, wenn der Film nicht besser ist als das, was er zu kritisieren vorgibt? Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Literatur:
Thomas Arnold, Thomas Fuchs: Das unersättliche Selbst.
Pierre Bourdieu: Über das Fernsehen. Suhrkamp.
Den zweistündigen DeepDive zu „Das Wunder von Bern“, „Deutschland. Ein Sommermärchen“ und „Deutschland. Dein Selbstporträt“ gibt es mit einem Abo bei Steady, Patreon, Apple oder über eine YouTube-Kanalmitgliedschaft zu hören (es handelt sich um reine Audio-Formate). Mit einem Abo erhält man zugleich Zugang zu allen vergangenen Q&As und DeepDives.
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