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„Star Wars“, „Indiana Jones“, „Harry Potter“ – die Populärkultur liebt das Mythische, es ist daher kein Wunder, dass Peter Jacksons dreiteilige Verfilmung von „Der Herr der Ringe“ ebenso opulent wie erfolgreich war. #Tolkien schuf aus den Versatzstücken aus nordischen Sagen ein eigenes #Fantasy-Universum, das zum einen heidnisch anmutet, zum anderen jedoch stark vom Katholizismus des Autors geprägt ist. Diese Welt ist eingeteilt in Gut und Böse – Sauron ist der dunkle Herrscher, der nach der Macht strebt und mit dem Ring alle unterjochen will. Der #Hobbit Frodo Beutlin und die Seinen versuchen dies zu verhindern und begeben sich auf eine lange, abenteuerliche Reise, kämpfen brutale Schlachten und wachsen über sich hinaus. Das manichäische Weltbild jedoch, das der Trilogie zugrunde liegt, ist mehr als fragwürdig, ja, es ist zutiefst ideologisch. Parallelen zur Geopolitik der vergangenen zwei Jahrzehnte drängen sich auf, aber auch innenpolitisch kommen wir der Ideologie der Film sehr nahe. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast!Literatur:Chantal Mouffe: Das demokratische Paradox. Turia + Kant.Carl Schmitt: Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum. Duncker & Humblot.
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Zweieinhalb Stunden quält uns Regisseur Destin Daniel Cretton mit „Spider-Man: Brand New Day“: Tom Holland spielt erneut Peter Parker, der ein Doppelleben als Spider-Man führt. Jedoch kann sich in seinem Freundeskreis niemand mehr an die Existenz von Peter Parker erinnern. MJ und seine Freunde haben ihn vergessen, unklar ist, ob er in ihnen wieder die Erinnerung wecken kann. Das Leben schwer macht ihm jedoch Jean Grey, die mit ihren telepathischen Kräften sein Umfeld manipulieren kann. Außerdem ist seine Work-Life-Balance durcheinandergeraten, schlüpft er doch die meiste Zeit in die Rolle von Spider-Man und nimmt sich nicht genügend Zeit, Peter Parker zu sein. Schwerfällig und schwermütig hüpfen wir mit Spidey durch einen trostlosen Film, der typisch ist für die aktuelle depressive Kulturindustrie. Übersehen sollten wir dabei nicht, wie sehr sich der Protagonist mit den staatlichen Institutionen identifiziert und Massenüberwachung umsetzt. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Literatur:
Judith Butler: Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung. Suhrkamp.
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David Lynch ist einer der bedeutendsten Regisseure der Filmgeschichte. Er schuf neue Bildwelten aus roten Vorhängen, nachtschwarzen Wohnzimmerecken, eigenartigen Lichtquellen, unheimlichen Fluren, Stimmen, die sich vom Körper lösen, und durch Soundkulissen, die ständiges Unbehagen auslösen. Die Räume, durch die wir schreiten, sind Reisen ins labyrinthisch aufgebaute Bewusstsein. Wer es sich zur Aufgabe macht, die David-Lynch-Filme zu ordnen, Stringenz und Linearität herstellen will, wird bald auf nicht lösbare Paradoxien treffen. David Lynch entzieht sich damit einer auf den Plot ausgerichteten Interpretation, was jedoch die Filme nicht beliebig werden lässt. Auffallend ist die Wiederkehr von Formen und Mustern und von Themen wie Ekel, Verwandlung und reale Imagination beziehungsweise imaginierte Realität. Schon in seinem Langfilmdebüt „Eraserhead“ finden wir dies, mit einem Umweg über „The Elephant Man“ führt Lynch uns auf den „Lost Highway“ und den „Mulholland Drive“. Im aktuellen DeepDive geht es um diese zutiefst irritierenden Meistwerke von David Lynch!
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Als die Kinos geschlossen waren, diskutierte man über diesen Netflix-Film: „Der Schacht“ reihte sich ein in eine Vielzahl von Filmen, die den Kapitalismus beim Wort nehmen. Wie in „Snowpiercer“ und „Parasite“ soll auch hier ein Machtsystem exemplarisch, reduziert auf das Notwendigste illustriert werden. Eingenommen wir ein wirklich globaler Blick auf die Welt, auch wenn alles nur in einem Turm spielt. Die Höhe von Bong Joon-ho erreicht Regisseur Galder Gaztelu-Urrutia allerdings nicht, wenngleich der Film sehenswert ist und sich von vielen #Streaming-Angeboten positiv abhebt. Doch der englische Titel „The Platform“ legt einen blinden Fleck des Films bloß: In „Der Schacht“ ist das Essen nicht per se knapp, es ist nur falsch verteilt. Doch wie funktioniert Knappheit heute eigentlich in der digitalen Ökonomie der Unknappheit? Und haben wir es hier wirklich mit einer #Dystopie zu tun? Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast!
Literatur:
David Harvey: Siebzehn Widersprüche und das Ende des Kapitalismus. Ullstein.
Jessica Chastain spielt eine reiche US-Amerikanerin, die sich alles leisten kann. Zu arbeiten braucht sie nicht, das Familienerbe wirft genug ab, um sich nur um die Familienstiftung kümmern zu können, die zugleich ordentliche Steuererleichterungen bietet. Auch die Liebe zu einem mexikanischen Balletttänzer, der aufsteigen und in San Francisco Karriere machen will, kann sie sich leisten. Solange die Öffentlichkeit davon keinen Wind bekommt. Isaac Hernández, ein Star des Balletts, übernimmt die Rolle des Aufsteigers und Verführers. Diese ungleiche Beziehung ist nicht als Dark Romance angelegt, sondern „Dreams: Gefährliches Verlangen“ lotet intelligent Klassenfragen aus und zeigt, wie man durch die Staatsbürgerschaft entweder privilegiert oder gestraft ist. 2025 lief der Film bei der Berlinale, jedoch wurde kaum jemand auf dieses analytisch starke, brillant gespielte Werk aufmerksam. Auch jetzt droht der Kinostart sang- und klanglos unterzugehen. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Literatur:
Branko Milanovic: The World Under Capitalism: Observations on Economics, Politics, History, and Culture. Polity.
Thomas Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert. C.H. Beck.
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Verboten ist Uwe Bolls „Citizen Vigilante“ nicht, auch wenn dies gerade gern kolportiert wird. Der Rache-Thriller mit Armie Hammer in der Hauptrolle hat jedoch keine FSK-Freigabe erhalten, wodurch der Film öffentlich nicht beworben oder angepriesen darf, auch sind die Vertriebswege eingeschränkt. Was aber erzählt dieser Film? Und wie konnte die FSK zu einer solchen Entscheidung kommen? Der Protagonist greift zur Selbstjustiz und der Film verhält sich dazu affirmativ, mehr noch: die Gewalt richtet sich auch gegen den Staat selbst. Der migrationsfeindliche Film kann als der erste AfD-Film beschrieben werden, denn nicht nur Migration, sondern auch das Eigentum spielt eine wichtige Rolle. Gewiss, Uwe Boll gilt als der schlechteste Regisseur der Welt, aber politisch ist damit zunächst einmal nichts gesagt. Vor zehn Jahren habe ich Uwe Boll einmal getroffen, es war ein angenehmes Gespräch, auch wenn ich seinen Werken wenig abgewinnen kann. Das war nicht meine einzige Begegnung mit Bolls Filmen: In einem Dokumentarfilm über Boll, der nie veröffentlicht wurde, habe ich mich zu der mangelnden Systemkritik in den Filmen geäußert und warum der Regisseur oft einen richtigen Schritt, aber immer in die falsche Richtung geht. Eine Stunde spreche ich über Boll und „Citizen Vigilante“ im 9. Q&A der Filmanalyse plus. Außerdem geht es um JACKASS, SUPERGIRL, Opernfilme, Abstraktion und Film und die Darstellung von Gewalt.
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Wenn jetzt überall in der Welt das Streamingportal #Disneyplus verfügbar ist, werden dort alle Klassiker des Studios, die man bereits den Konkurrenzplattformen entzogen hat, zu sehen sein. Ein Film, so zeigt sich jetzt bereits in den USA, wird aber fehlen: "Song Of The South" (#OnkelRemusWunderland). Der Film erschien 1946, Zeichentrickfiguren treffen darin auf Schauspieler, die technischen Innovationen sind enorm - und für das heute immer noch bekannte Lied "Zip-a-Dee-Doo-Dah" gab es einen Oscar, auch der schwarze Hauptdarsteller James Baskett wurde mit einem Academy-Award ausgezeichnet. Heute geht der Disney-Konzern zu diesem Film, der auf einer Plantage im 19. Jahrhundert in Georgia spielt, auf Distanz - beziehungsweise Disney duckt sich einfach feige weg. Der Film, lautet der Vorwurf, stelle die Schwarzen auf hochgradig diskriminierende Weise dar und verkläre deren Situation auf den Plantagen. Stimmt, doch es ist noch viel schlimmer: In dem Film ist sehr transparent, wie die #Ideologie von Disney grundsätzlich funktioniert. Aber wie sollte man mit diesem heiklen Filmerbe umgehen? Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast!Literatur:Roland Barthes: Mythen des Alltags. Suhrkamp.
Die DeepDives zu PSYCHO und DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER gibt es mit einem Abo bei Steady, Patreon, Apple oder über eine YouTube-Kanalmitgliedschaft zu hören (es handelt sich um reine Audio-Formate). Mit einem Abo erhält man zugleich Zugang zu allen vergangenen Q&As und DeepDives.
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Matt Damon, Anne Hathaway, Robert Pattinson, Zendaya, Tom Holland und viele weitere Stars schlüpfen in antike Gewänder, um in Christopher Nolans Verfilmung von Homers „Odyssee“ mitzuspielen. Knapp drei Stunden dauert „Die Odyssee“, mit der Nolan sein filmisches Erzählen mit einem der wichtigsten Ursprungstexte der Weltliteratur verbindet. Odysseus, gespielt von Matt Damon, soll nach dem Trojanischen Krieg heimkehren, um die Freier an seinem Hof, die seine Frau Penelope bedrängen, zu bekämpfen. Dieser große Bogen ist durchsetzt mit Binnenerzählungen, Erinnerungen und Irrfahrten. Nolan zeigt keinen Helden, sondern einen Mann, der mit seinen Taten hadert und selbst kaum noch weiß, weshalb er heimkehren soll. Bildgewaltig und dröhnend laut ist dieser Film, der nicht nur berühmte Episoden des Epos illustriert, sondern einen eigenen Zugang findet. Politische Botschaften, wenn auch nie explizit gemacht, enthält „Die Odyssee“ ebenfalls. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der neuen Filmanalyse!
Literatur:
Erich Auerbach: Die Narbe des Odysseus. Horizonte der Weltliteratur. Berenberg.
Homer: Die Odyssee. Übersetzt von Kurt Steinmann. Penguin.
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Selbst viele „Herr der Ringe“-Fans sind mit „Der Hobbit“ nicht besonders glücklich. #PeterJackson hat den gerade einmal 300 Seiten umfassenden Roman „Der kleine Hobbit“ von #Tolkien auf acht Stunden gestreckt und damit zwar dem Werk keinen Gefallen getan, sondern lediglich Profitinteressen verfolgt. Um die Schwachstellen der Handlung zu kompensieren, hat man beim Marketing vor allem auf die neue Technik gesetzt: statt 24 nun 48 Frames. Doch ist die Trilogie nur das das Vorspiel zu „Der Herr der Ringe“? Keineswegs, der Film beinhaltet einen ganz anderen ideologischen Kern, dieser ist in der der Erzählweise zu finden. Das #Fantasy-Genre verspricht einen Ausweg aus der Realität, ja, eine Gegenwelt – sieht man sich „Der Hobbit“ allerdings genauer, das heißt, kontraintuitiv an, dann wird einem plötzlich klar, dass die technische und funktionale Welt der Moderne hier lediglich in ein anderes Gewand gekleidet ist. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast!
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Zehn Jahre ist es her, dass der Animationsfilm „Vaiana“ („Moana“) in die Kinos kam. Die Titelfigur will sich nicht der väterlichen Ordnung fügen, will nicht auf der Insel bleiben, sondern in See stechen, um auf diese Weise auch die Natur und ihr Volk, deren Herrscherin sie einmal sein wird, wiederzubeleben. Disney variiert einmal mehr die Heldenreise. Nun ist die Realverfilmung in den Kinos gestartet, in den Hauptrollen zeigen sich Dwayne Johnson und Catherine Laga’aia. Das ist aber auch fast der einzige Realitätsbezug, den es gibt. Ja, die Schauspieler existieren wirklich. Die anderen Bildwelten aber sind keineswegs real, sondern digital erzeugt, sodass sich die Frage aufdrängt: Ist das ein live-action-movie oder doch eher ein Animationsfilm mit ein paar echten Schauspielergesichtern? Wir begeben uns mit diesem schrecklichen Film jedenfalls mitten hinein in unsere generellen Digitalisierungserfahrungen. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Literatur:
Dirk Baecker: Digitalisierung. Suhrkamp.
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