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Es ist schon ulkig, dass jene, die eben noch für die totale Meinungs- und Redefreiheit plädierten und sich ganz groß #FreeSpeech auf die Fahnen schrieben, plötzlich einen Film oder am liebsten gleich die gesamte Plattform, auf der er zu sehen ist, entfernen wollen. Der Hastag #CancelNetflix war tagelang in den Trends. „Cuties“ (französischer Originaltitel: #Mignonnes) von Maïmouna Doucouré erhielt, als er 2020 auf dem Sundance Festival zu sehen war, freundliche Kritiken, nichts Skandalöses lag in der Luft. Doch #Netflix beging tatsächlich einen Fehler, indem man das ursprüngliche Filmplakat gegen ein sensationslüsternes austauschte, auf dem die 11-jährigen Protagonistinnen nun in hypersexualisierten Posen zu sehen sind. Gewiss, das Bild und auch die anderen, in den asozialen Medien geteilten Fotos stammen aus dem Film, doch der Kontext ist ein völlig anderer. Aber wie schon im Fall „Otto – Der Film“ zeigt sich einmal mehr, dass es inzwischen wohl zu viel verlangt ist, sich einen Film komplett anzusehen und dann zu urteilen. Doch was ist die eigentliche Botschaft des Films? Oder ist die Darstellung von Minderjährigen möglicherweise doch problematisch? Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast. Literatur:Gabriel de Tarde: Die Gesetze der Nachahmung. Suhrkamp. Laura Mulvey: Visuelle Lust und narratives Kino, in: Franz-Josef Albersmeier (Hrsg.): Texte zur Theorie des Films. Reclam.
Den kompletten, über zweistündigen DeepDive zu „Das Schweigen der Lämmer“ gibt es mit einem Abo bei Steady, Patreon, Apple oder über eine YouTube-Kanalmitgliedschaft zu hören (es handelt sich um reine Audio-Formate). Mit einem Abo erhält man zugleich Zugang zu allen vergangenen Q&As und DeepDives.
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Dieser Film ist eine der großen Überraschungen des Kinojahres. 90 intensive Minuten, die mitreißen, wütend machen und begreifen lassen. Der deutsche Film „Ich verstehe ihren Unmut“ wirkt auf den ersten Blick wie ein Dokumentarfilm, ist jedoch keiner: Gezeigt wird die Arbeit von Gebäudereinigern und Raumpflegern, im Mittelpunkt steht die Objektleiterin Heike, die auf die 60 zugeht und in einer Mittlerposition zwischen Chef, Mitarbeitern und Kunden steht. Ihr bürdet man die Quadratur des Kreises auf. Mit Heike und den Kameramännern Frederik Seeberg und Louis Dickhaut hasten wir durch Gänge, schleppen uns Treppen hinauf oder verweilen wir in kleinen Pausenräumen. Regisseur Kilian Armando Friedrich entscheidet sich mit seinem Film „Ich verstehe ihren Unmut“ für einen verdichteten Realismus, der empathisch und analytisch zugleich ist. Dabei erleben wir ein schauspielerisches Wunder: Heike wird von Sabina Thalau gespielt, die keine Schauspielerin, sondern Objektleiterin ist. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der neuen Filmanalyse!
Literatur:
Jana Costas: Im Minus-Bereich. Reinigungskräfte und ihr Kampf um Würde. Suhrkamp.
Das Buch „Selbst schuld“, das ich mitherausgegeben habe, ist jetzt auch als Taschenbuch erschienen: https://shop.autorenwelt.de/products/selbst-schuld?
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Auch am #Broadway in New York kann momentan nicht der übliche Spielbetrieb stattfinden, deshalb hat sich #Disneyplus entschieden, die Aufzeichnung von „Hamilton“, deren Veröffentlichung eigentlich erst für 2021 vorgesehen war, bereits jetzt zu zeigen. Das #Musical ist seit Jahren ein Hit, nicht nur das typische Musical-Publikum ist begeistert, auch Politiker wie Barack Obama und die Feuilletons bedeutender Zeitungen feiern das Stück für seine #Diversity. Erzählt wird die weitgehend vergessene Geschichte des US-Gründervaters Alexander Hamilton, der längst nicht so bekannt ist wie George Washington oder Thomas Jefferson. Doch er war der erster Finanzminister der USA und schrieb maßgeblich an der Verfassung mit. Der eigentliche Coup von Lin-Manuel Miranda, aus dessen Feder das Musical stammt und der auch in der Titelrolle zu sehen ist, liegt jedoch in der Besetzung, die bis auf eine Ausnahme aus nicht-weißen Darstellern besteht, die zudem noch im HipHop- und R&B-Stil von den frühen Glanztagen Amerikas singen. Warum aber ist das Musical ein derart großes popkulturelles Phänomen? An der Qualität kann es wahrlich nicht liegen! In Wahrheit spiegeln sich in ihm gleich mehrere Ideologien unserer Zeit wider – progressiv ist das Werk weder inhaltlich noch ästhetisch, aber damit passt es ausgezeichnet in unsere Gegenwart. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast! Literatur:Theodor W. Adorno: „Kulturkritik und Gesellschaft“, in: Ders: Kulturkritik und Gesellschaft I, Gesammelte Schriften, Bd. 10.1.
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Mit „Das Schweigen der Lämmer“ schrieb Jonathan Demme Filmgeschichte: Dieses Meisterwerk der Erzählkunst etablierte zudem mit Hannibal Lecter eine mörderische Figur, die so ganz anders ist als die sonstigen Serienkiller aus Horrorfilmen. Dr. Lecter ist kultiviert und barbarisch zugleich. Dieser Charakter fasziniert das Publikum, weshalb es nicht bei dem Film von 1991 geblieben ist. Es folgten drei weitere: „Hannibal“, „Roter Drache“ und „Hannibal Rising“. Noch zweimal übernahm Anthony Hopkins die Rolle des sinisteren Gentlemans, anschließend spielte Gaspard Ulliel den jungen Hannibal, um die Genese des Killers zu erzählen. Was lernen durch diese Filme über das Erzählen und über diesen ungewöhnlichen Charakter, der sich interessanterweise in intelligenten FBI-Agents widerspiegeln kann? Häufig übersehen wird bei den Hannibal-Lecter-Filmen Michael Manns „Manhunter – Roter Drache“ aus dem Jahr 1986, der ganz eigene Qualität hat. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der neuen Filmanalyse, die eine Ergänzung zum aktuellen DeepDive zu „Das Schweigen der Lämmer“ bildet!
Literatur:
Norbert Elias: Über den Prozess der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. Bd. 1. Wandlungen des Verhaltens in den weltlichen Oberschichten des Abendlandes. Suhrkamp.
Thomas Harris: Das Schweigen der Lämmer. Heyne.
Robert McKee: Story. Die Prinzipien des Drehbuchschreibens. Alexander Verlag Berlin.
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Geht man aktuell regelmäßig ins Kino, fällt einem immer wieder auf, wie schlecht viele Filme erzählt sind. Hollywood konnte es einmal besser – und im Jahr 1991 wurde die Messlatte für filmisches Erzählen besonders hoch gelegt: Regisseur Jonathan Demme bracht seine Romanverfilmung „Das Schweigen der Lämmer“ („The Silence of the Lambs“) in die Kinos, basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Thomas Harris. Als der Drehbuchautor Ted Tally den Roman zum ersten Mal las, war ihm klar, dieses Werk muss verfilmt werden und könnte so gewichtig wie „Der Pate“ werden. Harris‘ Buch ist 430 Seiten lang – die Kunst des Erzählens beginnt folglich mit der Kunst des Weglassens. Ted Tally verdichtete die Geschichte, Jonathan Demme trieb eine Hitchcock-Technik ins Extrem und Jodie Foster und Anthony Hopkins spielten um ihr Leben. Anhand von „Das Schweigen der Lämmer“ lässt sich studieren, was eine gute Filmerzählung ausmacht und wie das Publikum manipuliert werden kann, auch wenn oder gerade weil man ihm einen Wissensvorsprung gibt. Mehrere Erzählungen verschränken sich in diesem Film, leicht könnte alles zusammenbrechen. Aber die Konstruktion steht fest. Wie ist das zu erklären? Darum geht es im neuen DeepDive der Filmanalyse plus!
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Mit seiner Mieter-Trilogie hat Regisseur Roman Polanski nicht nur drei grandiose #Horrorfilme beziehungsweise #Psychothriller geschaffen, sondern auch drei ausgesprochen feministische Filme: Ob in „Ekel“, „Der Mieter“ oder „Rosemary’s Baby“ – immer muss die Frau unter der bürgerlichen Gesellschaft und unter den patriarchalen Verhältnissen leiden. Polanski beschäftigt sich auf geniale Weise mit der Frage: Wie brutal, gruselig und repressiv ist das, was man für gewöhnlich Normalität nennt? #RosemariesBaby ist mit Mia Farrow, John Cassavetes, Ruth Gordon und Sidney Blackmer hervorragend besetzt, auch ästhetisch setzt Polanski für das Horrorgenre neue Maßstäbe. Was aber sagt uns der Film heute, mehr als 50 Jahre nach seinem fulminanten Kinostart? Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Video! Literatur:Louis Althusser. Ideologie und Ideologische Staatsapparate. Bd 1. VSA.
Das neue Q&A zu David Hain VS. Filmfans, CIA- und Nato-Propaganda in Filmen, dem Horrorklassiker „Cat People“ u.v.m. ist jetzt erschienen. Das komplette 100-minütige Q&As gibt es mit einem Abo bei Steady, Patreon, Apple oder über eine YouTube-Kanalmitgliedschaft zu hören (es handelt sich um reine Audio-Formate). Mit einem Abo erhält man zugleich Zugang zu allen vergangenen Q&As und DeepDives.
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Mit „The Mandalorian and Grogu“ kehrt die „Star Wars“-Saga auf die große Leinwand zurück. In den vergangenen Jahren wurde das Universum lediglich durch Serien erweitert und fortgesetzt. Pedro Pascal spielt den Mandalorian, jedoch bekommt man den Schauspieler nur für wenige Minuten zu Gesicht, die meiste Zeit über trägt er einen Helm mit geschlossenem Visier. An Mandos Seite watschelt Baby Joda Grogu, das Ziehkind und Merchandise-Plüschtier, das außer Kindchenschema wenig zu bieten hat. Die Mission der beiden: Widersacher der neuen Republik aus dem Weg räumen und zwischendurch Unsinn reden. Der Film ist ein einziges Fiasko. Schlechter kann Storytelling nicht mehr werden. Regisseur Jon Favreau lehnt sich hilflos an die „Star Wars“-Filme von J.J. Abrams an, Ludwig Göransson an John Williams. Ein abgeschmacktes Bild folgt dem nächsten. Es ist unerträglich. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Das neue Q&A zu David Hain VS. Filmfans, CIA- und Nato-Propaganda in Filmen, dem Horrorklassiker „Cat People“ u.v.m. ist jetzt erschienen. Das komplette 100-minütige Q&As gibt es mit einem Abo bei Steady, Patreon, Apple oder über eine YouTube-Kanalmitgliedschaft zu hören (es handelt sich um reine Audio-Formate). Mit einem Abo erhält man zugleich Zugang zu allen vergangenen Q&As und DeepDives.
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Im neuen Q&A der Filmanalyse plus geht es zunächst ausführlich um ein Video des YouTube-Filmkritikers David Hain, in dem er seinen Unmut über Filmfans kundtut, die ihn mit hämischen Kommentaren attackieren. Weitere Filmkritiker werden erwähnt, die diese zornigen Reaktionen ebenfalls beklagen und bisweilen aufgehört haben, überhaupt noch Kommentaren zu lesen. Wie damit umgehen? Und woran liegt es, dass insbesondere Fans derart wütend reagieren? Und wie gehe ich persönlich mit solchen Angriffen um? Anschließend berichte ich von guten und schrecklichen Kinoerlebnissen, von der Serie „Bait“, dem Klassiker „Cat People“. Es geht überdies um Künstler und deren Opportunismus – davon handelt ein lesenswerter Roman von Daniel Kehlmann. Außerdem hat der „Guardian“ Informationen darüber erhalten, dass die NATO sich derzeit vielfach mit Filmschaffenden trifft. Worum geht es? Ich länger darüber nachgedacht und pitche ein paar NATO-Propagandafilme. Das und mehr im 100-minütigen Q&A der Filmanalyse!
Das Video von David Hain: https://www.youtube.com/watch?v=dLq4iqdBAdY
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Kaum zu glauben, aber man konnte tatsächlich einst im deutschen Kino lachen. Mit „Ödipussi“ und „Pappa Ante Portas“ hat Loriot (Vicco von Bülow) zwei komödiantische Meisterwerke gedreht, deren Dialoge ins kollektive Gedächtnis eingegangen sind. Nicht nur wegen der Formulierungskunst der großen Humoristen, sondern auch wegen der grandiosen Stimmen, genannt seien hier vor allem: Katharina Brauren, Edda Seipel, Dagmar Biener, Ortrud Beginnen, Irm Hermann. Und selbstverständlich Loriots kongeniale Drehpartnerin Evelyn Hamann, die in beiden Filmen brilliert und komplexe und ungeheuer komische Frauenfiguren auf die Leinwand zaubert. Heute ist ein solcher Humor weit und breit nicht in Sicht. Es wird zwar auf Bühnen und in YouTube-Video wie blöd permanent gelacht, dennoch leben wir eigentlich in humorlosen Zeiten, nicht zuletzt, weil das Handwerk, auf das Loriot größten Wert legt, nicht mehr beherrscht, ja, es sogar geringgeschätzt wird. Doch auch neben Loriots Talent und Disziplin gibt es einen Grund, warum es solche Komödien heute nicht mehr geben kann. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Podcast!Literatur:Sigmund Freud: „Der Humor“, in: Ders.: Studienausgabe, Bd. IV.
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Interview-Podcasts, in denen sich Politiker, Wirtschaftsführer und andere mächtige Akteure als Menschen präsentieren können, sprießen wie Pilze aus dem Boden und werden immer beliebter. Gemenschelt wird immer – ob mit Springer-Chef Döpfner oder AfD-Politiker Höcke. Das Publikum ist wiederum ergriffen von so viel Selbstergriffenheit. Allerweltsemotionen treffen auf Hörer, die nicht gern denken, sondern lieber fühlen. Da trifft es sich gut, dass Regisseur James Vanderbilt mit „Nuremberg“ einen Film über die Nürnberger Prozesse und die Rolle von Hermann Göring vorlegt, der über weite Strecken wie ein Interview-Podcast aufgebaut ist. Russell Crowe spielt mit dem Reichsmarschall die Rolle seines Lebens – und wir hören ihm gern zu, zu gern. Der Film tappt damit in Görings Falle, auch wenn er noch so hemdsärmelig bemüht ist, historische Kontexte zu erklären und die Taten des zweiten Mannes im NS-Staat aufzulisten. Das Kino funktioniert anders. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Literatur:
Douglas M. Kelly: 22 Zellen in Nürnberg. Im Denken der Nazis. Editions du Cercle.
Andreas Molitor: Hermann Göring. Macht und Exzess. Die Biografie. C.H. Beck.
Harald Welzer: Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden. Fischer.
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