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Jeder von uns kennt es. Es herrscht Druck. Es kann nicht schnell genug gehen. Es muss JETZT etwas passieren. Hauptsache handeln. Wir versuchen förmlich, am Gras zu ziehen, damit es schneller wächst. Kurz gesagt: wir verfallen in Aktionismus.
Als reine Begrifflichkeit unterstellt Aktionismus ein betriebsames, unreflektiertes oder zielloses Handeln, hinter dem sich kein Konzept verbirgt. Bei Themen im Zwischenmenschlichen, wie der Entwicklung einer Kultur des Vertrauens, einer Beziehungskultur führt Aktionismus jedoch zu nichts. Denn diese Dinge brauchen Zeit. Wozu also lebe ich blinden Aktionismus?
Bin ich in diesem Modus, bin ich nicht bei mir selbst, oder gar beim anderen. Die Beziehungsebene bleibt ein Stück weit auf der Strecke. Es ist ein reines Tun um des Tuns Willen, welches nicht durchdacht ist, sondern lediglich der handelnden Person ihren Wert sichern soll. Als Gründe für Aktionismus werden in der Literatur häufig Panik, Langeweile oder Beruhigung angeführt. Doch es geht noch einen Schritt weiter.
Vor dem Hintergrund meines Lebensstils verfalle ich oft genau dann in Panik und somit in Aktionismus, wenn ich eine Situation erlebe, in der ich auf der Gefühlsseite Hilflosigkeit, Ohnmacht oder Kontrollverlust erlebe. Dabei entsteht in mir eine Angst, meine Sicherheit und Bedeutung zu verlieren. Somit greife ich zu einem Überkompensationsmodus.
In Unternehmen kann ein solches Muster zu einer unglaublichen Hektik führen, in der man letztlich nur noch damit beschäftigt ist, vermeintliche „Brandherde“ zu löschen. Zeit für Achtsamkeit, Selbstreflektion oder gar bewusste Persönlichkeitsentwicklung ist dadurch gar keine mehr vorhanden. Kennt ihr diese Situation? Wie schaut es in euren Unternehmen aus? Und was würde passieren, wenn ich nicht in Aktionismus verfalle? Würde das einen Unterschied auf der Beziehungsebene zu anderen Menschen machen?
Teilt eure Gedanken gerne mit uns. Gerne begleiten wir euch auf diesem Weg, wenn ihr Unterstützung benötigt – in einem unserer Trainings der „führen mit Herz“-Academy, oder extra für euch maßgeschneidert. Kontaktiert uns unter [email protected] oder über LinkedIn. Wir freuen uns auf eure Nachrichten.
In der zurückliegenden Podcastfolge des „shipLeader“ hat Peter Becker eine „Selbsterfahrung“ mit uns geteilt. Es ging um seine persönliche Haltung, mit der er in ein Feedbackgespräch gegangen ist, zu dem ihn ein Kunde eingeladen hat. Dieses Thema greifen wir im aktuellen „Espresso für die Führungskraft“ noch einmal auf.
Denn seine innere Haltung hat dazu geführt, dass er mit Vorfreude und ohne selbst erzeugten Druck zum Termin fahren konnte. Es hat ihm in dem Feedbackgespräch selbst ein aktives Zuhören ohne Wertung ermöglicht und somit zu einem Dialog auf Augenhöhe mit dem Kunden und sehr vielen wertvollen Einsichten geführt. Denn auch etwas heftigere Kritik hat bei ihm keinen Abwehrmechanismus ausgelöst, vielmehr hat sie ihn überrascht und neugierig gemacht, was den Kunden zu dieser Bewertung veranlasst hat.
„Wenn ich weiß, wer ich bin, wenn ich mir meiner Identität und meines Wertes sicher bin, darf doch der andere denken, was er möchte. Es ist sein Thema, seine Wahrnehmung“, erklärt Peter Becker. Diesen Standpunkt des Gegenübers gelte es, wahrzunehmen. Aber man dürfe ihn nicht als persönlichen Angriff werten, der Kritik also keinen emotionalen Landeplatz in seinem Herzen geben.
Das mag zunächst leichter gesagt als getan klingen. Wir haben es hier mit dem Ergebnis einer jahrelangen Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Diese geschieht nie von heute auf morgen. Sie erfordert Zeit und braucht Begleitung. Es bringt also nichts, in Aktionismus zu verfallen, um es Peter Becker in einer ähnlichen Situation sofort gleichzutun. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre jedoch, mir klar zu werden, dass ich als Mensch bin und sein darf – mit all meinen Begrenzungen und Stärken – und dass der andere anders ist als ich.
Das hindert mich daran, mich selbst minderwertig zu machen und mich dann über andere zu stellen, mich selber überhöhen und andere Menschen zu missbrauchen, damit sie mir meinen Wert geben. Denn dann begebe ich mich in eine emotionale Abhängigkeit. Ich selbst bin dafür verantwortlich, mir meinen Wert zu geben.
Gerne begleiten wir euch auf eurem Weg der Persönlichkeitsentwicklung. Gleiches gilt für euer Unternehmen und eure Führungskräfte – in einem unserer Trainings der „führen mit Herz“-Academy, oder mit einem maßgeschneiderten Prozess und Angebot. Kontaktiert uns unter [email protected] oder über LinkedIn. Wir freuen uns auf eure Nachrichten.
In den zurückliegenden Podcastfolgen des „shipLeader“ ging es vermehrt um Achtsamkeit, die zu innerer Freiheit führen kann, um eine innere Haltung, die auch im Außen etwas verändern kann. In der aktuellen Folge teilt Peter Becker ein spannendes Praxisbeispiel, sozusagen eine „Selbsterfahrung“, mit uns.
Der Geschäftsführer eines Kunden hatte ihn eingeladen, um Feedback zur Zusammenarbeit zu geben. Ein erster Impuls hätte ihn fast dazu verleitet, sich zu überlegen, welche kritischen Punkte kommen könnten und was er in diesem Falle entgegnen könnte. Peter Becker beschreibt dieses eher impulsive Verhalten als „regelrechtes Aufmunitionieren“, um sich für eine Auseinandersetzung zu wappnen. Das war für ihn das Alarmsignal, sofort aus diesem Denkmuster auszusteigen.
Als er sich dem Thema jedoch achtsam genähert hat, ist es ihm gelungen, diese Haltung zu verändern. Er hat die Ausgangslage sachlich und durchaus positiv erfasst: „Hier ist ein Kunde, der uns eine Rückmeldung geben möchte. Wir sind ihm so wichtig, dass er sich als Geschäftsführer eine ganze Stunde Zeit für uns nimmt.“ Er hat sich vergegenwärtigt, dass Feedback eine wertvolle und wichtige Quelle an Informationen ist. Daher ist es ihm gelungen, nicht aufzumunitionieren, sondern sich voll und ganz auf sein Gegenüber einzulassen. Seine Entscheidung: Vor mir wird ein Mitmensch sitzen, dem es wichtig ist, seine Wahrnehmungen mitzuteilen. Ich werde in dem Gespräch zuhören, Verständnisfragen stellen und all die Informationen ohne Wertung mitnehmen.
Das hat dazu geführt, dass Peter Becker mit Vorfreude und ohne inneren Druck zum Termin fahren konnte. Sein aktives Zuhören ohne Wertung hat zu einem Dialog auf Augenhöhe und sehr vielen wertvollen Einsichten geführt. So ist er weg von sich selbst und seiner persönlichen Sicht der Dinge gekommen und konnte sich komplett in sein Gegenüber und dessen Wahrnehmung hineinversetzen. Es eröffnete ihm eine neue Sicht der Dinge. Eine Auswertung des Feedbacks und ein Nachdenken über all die Impulse erfolgte erst nach dem Gespräch.
Peter Beckers Erfahrung war letztlich „die Fremdwahrnehmung völlig vorurteilsfrei aufzunehmen und damit das Essenzielle fürs eigene Lernen mitzunehmen“. Denn am Ende hat jeder seine subjektive Sicht und seine ganz persönlichen Stärken. Im Miteinander geht es darum, daraus das Beste für alle Beteiligten zu machen. Daher möchten wir auch euch dazu einladen, in solche Gesprächssituationen nicht mit dem Gefühl hineinzugehen, dass ihr euch durchsetzen oder verteidigen müsst, sondern einfach zuzuhören und die für euch wertvolle Essenz mit aus dem Gespräch herauszunehmen, um daraus für euch selbst zu lernen.
Wie geht ihr in Feedbackgespräche mit Kunden oder auch mit Mitarbeitern? Seht ihr einen Mitmenschen, oder einen Gegner in eurem Gegenüber?
Die Quelle des Glücks liegt in uns selbst. Das bedeutet, dass wir unabhängig davon, was andere Personen, Ereignisse oder Situationen mit uns machen, die Entscheidung treffen können, glücklich zu sein. Das mag auf den ersten Blick sehr abstrakt klingen, aber Peter Becker hat euch in der aktuellen Podcast-Folge ein Beispiel dafür mitgebracht:
„Als wir die Idee hatten, diesen Podcast ins Leben zu rufen, haben ich mir andere Podcasts angehört und war sofort vollkommen im Vergleichsmodus. Die anderen waren aus meiner Sicht souverän, überzeugend, echte Profis. Ich hingegen war eher ein Anfänger, der sich mal mit einem solchen Projekt versucht. Ein Schüler, der sich mit dem Podcast in die Öffentlichkeit traut.“ Diese Haltung hat bei ihm zu einer eher verkrampften Art der Vorbereitung geführt; zu der Tendenz, mit minutiös vorbereiteten Moderationskärtchen andere Podcasts zu imitieren. „Ich habe daraufhin von vielen das Feedback bekommen: ‚Das bist doch gar nicht du‘“, verrät Peter Becker. Anstatt nun also im permanenten Vergleich zu bleiben, der zu einem massiven Minderwertigkeitskomplex hätte entarten können, entschied sich Peter Becker dafür, bei sich selbst zu bleiben, verabschiedete sich von den zu akribischen und an anderen Podcasts angelehnten Vorbereitungen – und nun erleben wir ihn als völlig unveränderte Persönlichkeit im „shipLeader“.
Nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch innerhalb unserer eigenen unterschiedlichen Lebensbereiche können wir in einen Vergleich geraten, der zu einer Überkompensation führen kann. Zum Beispiel, wenn es in einer Lebensphase zu Hause mal sehr anstrengend ist, wir im Beruf aber viel Anerkennung erfahren. Dann tendieren wir dazu, uns viel mehr Zeit für den Beruf zu nehmen, was sicherlich nicht zu einer Verbesserung der familiären Situation beiträgt. Andere Menschen flüchten sich in die Gemeinschaft. Um zu sehen, wo wir selbst stehen, können wir alle unser Leben selbst durchrastern, um herauszufinden, wo genau wir in Vergleichen feststecken.
Letztlich ist es eine aktive Entscheidung, auf die Herausforderungen des Lebens mit einem lebenslangen Lernprozess zu antworten, und sich selbst zu entscheiden „ich bin glücklich“. Das bedeutet nicht, dass ein Mensch sich in jeder Situation direkt glücklich fühlt, denn natürlich gibt es Leid, Einschränkungen und Krankheit. Es bedeutet, dass er sich für Eigenverantwortung entscheidet, um nach guten, konstruktiven Lösungen zu suchen, die ihm aus seiner möglicherweise misslichen Lage heraushelfen.
Manch einem fehlt das Selbstvertrauen, seine Ressourcen zu nutzen, um aus der Situation herauszukommen. Daher trifft er die Entscheidung zur Veränderung nicht und braucht dann Gründe, die im Außen liegen, um die fehlende Entscheidung zu rechtfertigen. Für euch als Führungskräfte gilt das übrigens ebenso, wie für eure Mitarbeiter. Diese brauchen für die Übernahme von Eigenverantwortung eine wertschätzende Führungskraft, die den Mitarbeiter dazu bewegt, Verantwortung zu übernehmen. Mitarbeiter benötigen Vertrauen, Raum für eigene Entscheidungen und für Fehler. Sie müssen befähigt werden, Verantwortung zu übernehmen
Wenn du dich selbst überprüfst, als wie glücklich würdest du dich einschätzen? Entscheidest du dich für den Weg, aktiv Lösungen zu finden? Und möchtest du mit deinen Mitarbeitern diesen Weg gehen? Teilt eure Gedanken gerne mit uns. Gerne begleiten wir euch auf diesem Weg, wenn ihr Unterstützung benötigt – in einem unserer Trainings der „führen mit Herz“-Academy, oder extra für euch maßgeschneidert. Kontaktiert uns unter [email protected] oder über LinkedIn. Wir freuen uns auf eure Nachrichten.
„Es geht bei Hochleistung nicht um mehr Arbeit, sondern um effizientere, die auf Vertrauen aufbaut“, erklärt Dr. Peter von Wartenberg im aktuellen „Latte Macchiato mit Schuss“. Der 53-Jährige ist Executive Vice President im Automotive After Market von Bosch. In der aktuellen Podcast-Folge verrät er Gastgeber Aleko Vangelis, inwieweit seine Karriere von einer Legasthenie-Diagnose und vom Film „Top Gun“ beeinfluss wurde und wie er vom professionellen Disc-Jockey zur Führungskraft bei Bosch wurde.
Das Leben und der Weg von Peter von Wartenberg sind facettenreich. Seit nunmehr 26 Jahren ist er bei Bosch tätig, hat in dieser Zeit an zehn verschiedenen Standorten in unterschiedlichen Funktionen gearbeitet. Stärkenorientierung ist ein wichtiger Leitfaden seines Führungsstils, denn sie bedeutet automatisch Wertschätzung. Hinzu kommen psychologische Sicherheit in Teams, Grundvertrauen und Selbstreflektion. Er differenziert zwischen Ergebnisgrößen und Erfolgsgrößen und verrät uns, was für ihn Erfolg im Leben bedeutet. Spannend ist auch sein Exkurs zur Entwicklung von Hochleistungsteams, die über fünf Stufen erfolgt. Dabei betont er, dass Hochleistung nicht gleichzusetzen ist mit mehr Arbeit, sondern mit effizienterer Arbeit, die auf Vertrauen fußt.
Unsere Impulsfrage aus der vergangenen Podcast-Folge hat viel mit dem Thema Glücklichsein zu tun: „Was würdest du augenblicklich lassen, wenn du keine negativen Konsequenzen zu befürchten hättest, und was würdest du stattdessen tun?“
Die Harvard Universität hat eine sehr interessante Studie zu dem Thema „Glück und Sorge“ gemacht. Seit 1938 begleitet sie 724 damals ca. 16-jährige Versuchspersonen, von denen 60 noch leben. Dabei analysiert sie anhand regelmäßiger Fragebögen, wie und unter Einfluss welcher Faktoren sich Leben entwickeln. Das Ergebnis lässt sich relativ einfach zusammenfassen: Gute, enge Beziehungen machen uns glücklicher und gesünder.
In unterschiedlichen Lebensbereichen kann ich mich selbst in unterschiedlichem Maße glücklich erleben. Doch was ist Glück überhaupt? Ein Gefühl? Ein Zustand? Ist es ad hoc da, oder stellt es sich über einen längeren Zeitraum ein? Der rote Faden dieser Podcast-Staffel ist das Arbeitsbuch von „Achtsam morden“. Hier wird sehr klar gesagt, dass die Quelle des Glücks in uns selbst liegt und wir uns nicht anstrengen müssen, das Glück im Außen zu suchen.
Einen ähnlichen Ansatz finden wir bei Alfred Adler. Betrachten wir die drei Lebensaufgaben nach Adler – Gemeinschaft, Beruf, Liebe & Partnerschaft – können wir selbst überprüfen, inwieweit wir in welchem Bereich gesund unterwegs sind. Wo habe ich welche Verantwortung? Was kann ich beitragen? Wenn ich dazu meine Identität kenne – also, wer ich bin, wo meine Ressourcen, aber auch meine Grenzen liegen – kann ich eine gesunde Selbstführung anstreben. Denn dieses Wissen macht mich unabhängig von dem, was andere über mich denken und sagen, und von ihren Erwartungen an mich.
Dann kann sich das Gefühl des Glücks einstellen und der Antrieb, über mich und meine eigenen Bedürfnisse hinaus zu wachsen, sie aber auch ggf. zurückzustellen, sollten Interessen anderer wichtiger sein. Glück hängt in hohem Maße davon ab, inwieweit ich in zwischenmenschlichen Beziehungen beispielsweise aus dem Vergleich aussteige und im anderen nicht den Wettbewerber oder gar Angreifer sehe, sondern den Mitmenschen. Wir Menschen sind auf Wachstum und Entwicklung ausgelegt. Aber eben aus uns selbst heraus und nicht, weil wir im Vergleich mit anderen besser oder der Sieger sein möchten.
An dieser Stelle möchten wir dich einladen, in dich hineinzuhören, wie du den anderen siehst – die andere Führungskraft, oder den Mitarbeiter. Wir möchten mit euch in den Diskurs einsteigen: was aus dieser Folge hat euch angeregt, wo habt ihr noch Fragen? Teilt eure Gedanken gerne mit uns unter [email protected] oder über LinkedIn. Wir freuen uns auf eure Impulse.
Das Thema „Erwartungshaltung“ ist ein sehr spannendes, wenn wir uns mit innerer Freiheit und in diesem Kontext mit den Motiven für unser Handeln beschäftigen. Erwartungen begegnen uns immer und überall. Nicht nur diejenigen, die wir an uns selbst haben, sondern auch die, die im Außen existieren – bei allen Menschen, mit denen wir interagieren.
Man kann dieses Phänomen in der Familie oder im eigenen Freundeskreis beobachten, wenn wir uns anders verhalten, als wir es gewöhnlich tun. Und wenn es nur so eine vermeintliche Kleinigkeit ist, sich als sehr extrovertierter Mensch in einem Gespräch komplett zurückzuhalten und mehr zuzuhören als zu sprechen. Wie reagieren dann die anderen? Und was macht das mit uns?
Peter Becker und Aleko Vangelis diskutieren in dieser Podcast-Folge das Beispiel einer Influencerin, die Projekte zu Ende gebracht hat, obwohl sie krank war. Nachdem es körperlich nicht besser, sondern schlechter wurde und sie das erste Mal in ihrem Leben abgesagt hat, stellte sie die Frage, ab wann man denn eigentlich krank sei und entschuldigte sich quasi per Post dafür, dass sie sich nun Ruhe gönnt.
Aus unserer Sicht hat sie damit ein vermeintliches Pflichtbewusstsein sowie eine große Leidenschaft für ihren Job als Argument dafür herangezogen, dass sie sich nicht schon vorher auskuriert hat. Steigt man tiefer in diese Mechanismen, die jeder von uns hat, ein, stellt man fest, dass sich hinter der Tarnung eines ausgeprägten Verantwortungsbewusstseins meistens eine Ich-Bezogenheit verbirgt. Denn die junge Frau macht ihren Wert und ihre Identität im zwischenmenschlichen Bereich wahrscheinlich davon abhängig, was andere über sie denken. Und das ist alles andere als innere Freiheit.
In diesem konkreten Fall wäre es nicht nur gesünder, sondern auch deutlich reifer von der Influencerin gewesen, zu spüren, dass sie an eine Grenze stößt. Dann hätte sie sich eine Pause gönnen können, bevor der Körper sich in Form von gesundheitlichen Beschwerden meldet. Doch sehr wahrscheinlich wurde sie als Mensch, der von der Öffentlichkeit lebt, unter anderem, von der Angst zurückgehalten, was andere über sie denken und was die Konsequenzen daraus sein könnten. Daher nimmt sie lieber körperliche Einschränkungen in Kauf, um sich im Gewohnten zu bewegen, das ihr Sicherheit und Bedeutung gibt.
Daher möchten wir dich einladen, herauszufinden, in welchen Bereichen bei dir eine Stärke eine solche Intensität bekommen hat, dass sie zur Schwäche wird. Was in deinem Leben würdest du sofort einstellen und was würdest du stattdessen tun, wenn du keine negativen Konsequenzen erwarten müsstest? Ein Bewusstsein darüber ist ein erster Schritt zu innerer Freiheit. Teilt eure Gedanken gerne mit uns unter [email protected] oder über LinkedIn. Wir freuen uns auf eure Impulse.
Aktuell begleitet uns das Thema Achtsamkeit im „shipLeader“. Was ein achtsames Leben mit innerer Freiheit zu tun hat, erfahren wir in der aktuellen Folge. Dabei geht es um die Freiheit, selbst entscheiden zu dürfen, auf was ich mich heute konzentrieren möchte, was ich tun will und was ich vielleicht lieber lasse – frei von fremden Erwartungen und ohne die jeweiligen Konsequenzen fürchten zu müssen.
Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein Mittagsschlaf in Bezug auf Achtsamkeit und Resilienz ein ganz wichtiges Element ist, um Kraft zu schöpfen. Es ist etwas, das uns guttut. Nichts, wofür wir uns schämen müssten. Wir aber erleben eine Unfreiheit, indem wir uns den Satz „Ich mache einen Mittagsschlaf“ einfach verbieten. Frei wären wir, wenn wir es einfach aussprechen könnten, wenn wir uns die Haltung erlauben würden, zu sagen: „Ich kann frei entscheiden und ich muss gar nichts.“
Daher möchten wir dich zu einem Experiment zum Thema Freiheit einladen.
Nimm einen Stift und notiere drei Dinge, die du heute tun möchtest.
Dann greife wieder zum Stift und streiche diese drei Dinge durch. Was passiert mit dir, wenn du das tust, was geschieht gedanklich und emotional mit dir?
Und dann nimm den Stift erneut zur Hand. Schreibe auf, was du heute auf gar keinen Fall tun möchtest – und zwar, ohne nach außen z.B. körperliche Beschwerden als Entschuldigung heranzuziehen.
„Ich nehme in den letzten Jahren eine Shift wahr, dass das Human bei Human Ressources mehr betont wird“, sagt Alexander Barion, Head of Marketing Central Europe & Digital Marketing Europe beim Vermögensverwalter Fidelity International. Gerade in der Finanzindustrie sei oftmals der Hauptantrieb, aus Geld noch mehr Geld zu machen. Barion hat für seinen Arbeitskosmos ein Koordinatensystem entwickelt, dies nicht um jeden Preis zu tun, sondern mit Werten zu agieren. Hierfür erfährt er Anerkennung in seiner Branche.
Auch im Umgang mit seinen mehr als 40 Mitarbeitern ist es für ihn wichtig, zu erkennen, dass er es nicht nur mit einer Arbeitskraft, sondern mit einem Menschen zu tun hat. Das heißt allerdings nicht, dass er gänzlich auf Hierarchien verzichten möchte. Ihm ist Führungsvielseitigkeit wichtig und ein Bewusstsein dafür, dass es in einem Team nicht nur darum geht, was der Einzelne braucht, damit es ihm gut geht, sondern auch darum, was der Einzelne ins Team einbringt, damit es dem Team gut geht. Um Herausforderungen durch die Corona-Pandemie für Unternehmen, insbesondere für Teams, und um die Etablierung einer gesunden Fehlerkultur im Sinne des Unternehmenserfolgs geht es außerdem in dieser Folge.
Selbstfindung und damit Achtsamkeit sind die Themen, mit denen wir uns aktuell beschäftigen. Nicht aus einer Sozialromantik heraus, sondern aufgrund klarer betriebswirtschaftlicher Erkenntnisse. Studien zeigen immer wieder, dass Unternehmen, deren Mitarbeiter Achtsamkeitstrainings machen, produktiver sind. Bei den Mitarbeitern werden mehr Potenziale freigesetzt, sie leiden nicht an psychischen Erkrankungen und das Unternehmen entwickelt sich weiter. Das wirkt sich positiv auf die Gewinne aus.
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