Simple German Learning

Simple German Learning

Download on the App Store

Simple German Learning episodes

  • The Alchemy from Gold B2
    Es waren sehr merkwürdige Bücher. Sie sprachen von Quecksilber, Salz, Drachen und Königen, doch er verstand nichts. Immerhin gab es einen Leitfaden, der sich durch fast alle Bücher zog: Alle Dinge sind Offenbarungen des einen großen Ganzen. In einem der Bücher entdeckte er, daß der wichtigste Text der Alchimie sich auf ein paar Zeilen beschränkte, die auf einer Samaragdtafel aufgezeichnet waren. »Es handelt sich dabei um die Tabula smaragdina«, sagte der Engländer, stolz, dem Jüngling etwas beibringen zu können. »Wozu dann all diese Bücher?« »Um diese Zeilen zu deuten«, meinte der Engländer, nicht sehr überzeugt. Das Buch, welches den Jüngling am meisten interessierte, erzählte die Geschichte der bekanntesten Alchimisten. Es waren Männer, die ihr ganzes Leben dem Reinigen von Metallen in Laboratorien gewidmet hatten; sie glaubten, daß, wenn man ein Metall während vieler Jahre erhitzte, es seine ursprünglichen Eigenschaften verlieren würde, und daß an deren Statt nur die Weltenseele zurückbliebe. Dieses eine Ganze sollte es den Alchimisten ermöglichen, alles auf der Erde zu verstehen, weil es
    lle die Sprache war, die a Dinge miteinander verband. Sie nannten diese Entdeckung das Große Werk, das aus einem flüssigen und einem festen Anteil bestand.“
    „Genügt es denn nicht, die Menschen und die Zeichen zu beobachten, um diese Sprache zu entdecken?« fragte der Jüngling. »Du hast eine Art, alles zu vereinfachen«, meinte der Engländer gereizt. »Die Alchimie ist eine ernste Angelegenheit. Es ist erforderlich, daß jeder Schritt genau nach den Anweisungen der Meister ausgeführt wird.« Der Jüngling erfuhr, daß der flüssige Anteil des Großen Werkes sich Elixier des langen Lebens nannte, welches alle Krankheiten heilte und dem Alchimisten das Altern ersparte. Der feste Anteil nannte sich Stein der Weisen.
    »Es ist nicht einfach, den Stein der Weisen zu entdecken«, sagte der Engländer. »Die Alchimisten verharrten viele Jahre in den Laboratorien und schauten der Flamme zu, die die Metalle reinigte. Sie sahen so lange in die Flamme, bis nach und nach alle Eitelkeiten dieser Welt von ihnen abfielen. Dann stellten sie eines Tages fest, daß die Reinigung der Metalle auch sie selber gereinigt hatte.« Da mußte der Jüngling an den Kristallwarenhändler denken. Jener hatte es für gut befunden, daß die Gefäße gereinigt würden, damit sie beide sich von schlechten Gedanken befreien konnten. Nun war er immer mehr davon überzeugt, daß die Alchimie auch im täglichen Leben erlernbar sei. »Außerdem«, so fuhr der Engländer fort, »besitzt[
    „eine faszinierende Eigenschaft. Es genügt ein kleiner Splitter davon, um große Mengen Metall in Gold umzuwandeln.« Als er dies hörte, interessierte sich der Jüngling nun wieder stärker für die Alchimie. Er dachte, mit ein bißchen Geduld könne er alles in Gold verwandeln. Er las das Leben einiger Personen nach, die es erreicht hatten: Helvetius, Elias, Fulcanelli, Geber. Es waren faszinierende Geschichten: Alle waren sie ihren persönlichen Lebensweg bis zu Ende gegangen. Sie reisten, trafen sich mit Weisen, vollbrachten Wunder vor den Ungläubigen, besaßen den Stein der Weisen und das Elixier des langen Lebens.
    Aber wenn er erfahren wollte, auf welche Weise er dieses Große Werk selbst erreichen könnte, war er völlig verloren. Es gab nur Zeichnungen, verschlüsselte Instruktionen, undurchsichtige Texte.
    “
    Auszug aus: Paulo Coelho. „Der Alchimist.“ iBooks.
    6 min
  • 7 reasons why I meditate A2
    1. ich vergleiche mch nicht mehr ständig! 2. ich entsrpeche meinen eigenen Erwartungen 3. ich kenne meine Gefühle 4. ich verstehe meine Gedanken 5. ich akzeptiere mich 6, ich bemerke meine Emotionen 7. ich mag mein Leben
    1 min
  • German Poetry: an sich selbst B2
    Geboren am 2.10.1616 in Glogau, Schlesien; gestorben 16.7.1664 in Glogau. Sohn eines evangelischen Archidiakons. Eigentlicher Name: Greif. Schwere Kindheit während des Dreißigjährigen Krieges. 1631 Gymnasium Görlitz, 1632 Fraustadt, 1634 Danzig. 1638 Sprachenstudium in Leyden (Gryphius beherrschte ca. 10 Sprachen). 1644 Reisen nach Den Haag, Paris, Marseille, Florenz, Rom, Venedig und Straßburg. Ab 1647 in Fraustadt.
    Dichter des deutschen Barock; Verfasser von Dramen, Trauer- und Lustspielen. Ebenso großer Lyriker. Geprägt von tiefem Pessimismus. In den geistlichen Liedern Niederschlag seiner leidgeprüften Zeit.
    An sich selbst
    XLVIII.
    MIr grauet vor mir selbst / mir zittern alle Glider
    Wenn ich Lipp' und Nas' und beyder Augen Klufft /
    Die blind vom wachen sind / des Athems schwere Lufft
    Betracht' / und die nun schon erstorbnen Augen-Lieder.
    Die Zunge / schwartz vom Brand fällt mit den Worten nider /
    Vnd lalt ich weiß nicht was; die müd e Seele rufft /
    Dem grossen Tröster zu / das Fleisch reucht nach der Grufft /
    Die Aertzte lassen mich / die Schmertzen kommen wider /
    Mein Cörper ist nicht mehr als Adern / Fell'/ und Bein.
    Das Sitzen ist mein Tod / das Ligen meine Pein.
    Die Schenckel haben selbst nun Träger wol vonnöthenl
    Was ist der hohe Ruhm / und Jugend / Ehr und Kunst?
    Wenn dise Stunde kompt: wird alles Rauch und Dunst.
    Vnd eine Noth muß uns mit allem Vorsatz tödten.
    2 min
  • 2 monks B1
    Die Unfähigkeit – oder eher Unwilligkeit – des menschlichen Verstandes, die Vergangenheit fahren zu lassen, wird besonders anschaulich in der Geschichte von den zwei Zenmönchen Tanzan und Ekido beschrieben. Sie waren einmal auf einer Landstraße unterwegs, die nach schweren Regenfällen völlig aufgeweicht war. In der Nähe eines Dorfes begegneten sie einer jungen Frau, die die Straße überqueren wollte, aber der Schlamm war so tief, dass er ihren Seidenkimono verdorben hätte. Tanzan hob sie sofort auf und trug sie auf die andere Seite.
    Danach gingen die Mönche schweigend weiter. Fünf Stunden später, als sie sich dem Tempel näherten, in dem sie logierten, konnte Ekido sich nicht länger beherrschen. »Wie konntest du nur die Frau über die Straße tragen«, sagte er. »Wir Mönche dürfen so etwas doch nicht tun!«
    »Ich habe die Frau vor Stunden abgesetzt«, sagte Tanzan. »Trägst du sie noch immer?«
    Wenn du dir einmal vorstellst, wie das Leben für jemanden wäre, der die ganze Zeit über wie Ekido lebte und aus Unfähigkeit oder Unwillen, sich innerlich von einer Situation zu lösen, immer mehr »Zeug« in seinem Innern anhäufte, bekämst du einen Eindruck davon, wie das Leben für die Mehrzahl der Menschen auf dieser Erde aussieht, wie[…]“
    Auszug aus: Eckhart Tolle. „Eine neue Erde: Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung.“ iBooks.
    3 min
  • Steve Jobs and Napoleon B2
    Steve Jobs war bekannt für sein »realitätsverzerrendes Feld«, wie Beobachter es nannten. Dabei handelte es sich zum einen um eine Motivationsstrategie, zum anderen um schieren Willen und Ehrgeiz. In diesem Feld war kein Platz für Sätze wie »das geht nicht« oder »wir brauchen mehr Zeit«.
    Jobs wurde früh klar, dass unsere Realität von den Regeln und Kompromissen eingeschränkt wird, die wir schon als Kinder lernen. Deshalb hatte er sehr ehrgeizige Vorstellungen davon, was möglich war und was nicht. Mit Visionen und Einsatz lassen sich weite Bereiche des Lebens verändern, war er überzeugt.
    In der Frühphase der Entwicklung der Maus steckte Jobs beispielsweise seine Erwartungen sehr hoch. Das Gerät sollte sich flüssig in alle Richtungen bewegen, was damals eine Neuheit war. Einer der Entwickler war pessimistisch: Das sei unmöglich, erklärte er dem leitenden Ingenieur. Was Jobs da wolle, sei unrealistisch und werde nie funktionieren. Als der Ingenieur am nächsten Tag ins Büro kam, war der Entwickler nicht mehr da. Jobs hatte ihn entlassen. Als der neue Entwickler seine Stelle antrat, waren seine ersten Worte: »Ich kann die Maus bauen.«
    Das war Jobs’ Sicht der Realität. Unerbittlich und selbstbewusst. Er gab sich keinen Illusionen hin, es ging ihm nur darum, etwas zu erreichen. Er wusste, dass mittelmäßige Ziele nur mittelmäßige Ergebnisse zeitigen. Aber mit großen Zielen ließ sich, wenn alles gut ging, Großes erreichen. Er war wie Napoleon, der seinen Soldaten zurief: »Es gibt keine Alpen mehr!«
    Den meisten von uns fällt dieses Selbstvertrauen schwer. Das ist verständlich. Zu oft haben wir gehört, wir sollten doch realistisch sein, auf dem Boden bleiben, oder schlimmer noch, keinen Staub aufwirbeln. Das sind nicht die Einstellungen, mit denen man große Ziele angeht. Denn so real sich unsere Selbstzweifel anfühlen, sie haben wenig Einfluss darauf, was tatsächlich möglich ist und was nicht.“
    Auszug aus: Ryan Holiday. „Das Hindernis ist der Weg.“ iBooks.
    4 min

About Simple German Learning

From the publisher's feed

Hi! I am a mexican doctor who is studying to live in Germany. In this Podcast i share my german reading skills with you, so you can listen to me while i read a book, a magazine, an article or else, you can also read alongside with me and learn something for your daily life :)