Simple Smart Buildings

Simple Smart Buildings

By Friedrich Idam und Günther KainSociety & CultureScienceNaturePhysics
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Simple Smart Buildings episodes

  • Gedanken zur Zweitverwendung
    vom energetischen Potenzial der Kreativität
    Zweitverwendung meint nicht nur die Weiternutzung der baulichen Kern-Substanz als Träger für neue Oberflächen sondern die Wieder-und/oder Weiterverwendung von Ausbauelementen und Einrichtungsgegenständen. Dabei ist es nicht notwendig die ursprüngliche Funktion weiterzuführen, sondern mit möglichst wenig Ressourcenverbrauch Anpassungen an neue Bedürfnisse zu erreichen. Recycling bedeutet im Regelfall die Wiederverwendung der materiellen Substanz, etwa das Einschmelzen von Altglas mit hohem Energieeinsatz. Zweitverwendung bedeute das Auswaschen einer gläsernen Einwegverpackung und deren modifizierte Verwendung als Behältnis für selbstgemachte Marmelade. Dieses Prinzip der Zweitverwendung ist immer in krisenhaften Situationen des materiellen Mangels eine natürliche Reaktion zu beobachten, sofern Kreativität und handwerkliches Geschick vorhanden sind.
    Zweitverwendung kann aber auch die Weiternutzung von funktionsfähigen Objekten sein, deren Gestaltung aus der Mode gekommen ist. So finden sich manchmal noch aufwändig geschweifte barocke schmiedeeiserne Beschläge auf Türen untergeordneter Gebäude, wie Holzhütten, weil sie im 19. Jahrhundert von den damals modernen, industriell produzierten Nussbändern aus den Wohnhäusern verdrängt wurden. Sie wurden aber selten als Altmetall energieintensiv eingeschmolzen, maximal umgeschmiedet im Regelfall einfach aufbewahrt und zu einem praktischen Zweck, bei dem Repräsentation unwichtig war, zweitverwendet.
    Die Möglichkeiten des "urban mining" können auch unter dem Aspekt der ressourcenschonenden aber kreativitätsintensiven Zweitverwendung betrachtet werden.
    12 min
  • Gespräch über Proportionen
    Zusammenklang und Irritation
    Ordnung und Chaos beschäftigen die Menschheit seit Anbeginn. Welche Prinzipien stehen hinter Ordnungen? Lassen sich universelle Ordnungsprinzipien finden? Die Musikwissenschaftlerin und Instrumentenbauerin Simone Zopf und der Bauforscher Friedrich Idam sprechen über Harmonik, über Zusammenhänge von Intervallen in der Musik, Proportionen von Musikinstrumenten und Proportionssystemen unseres baukulturellen Erbes.
    1 hr 3 min
  • Gedanken zur handwerklichen Fertigung
    vom Luxusprodukt zur Resilienzstrategie
    Die laufende Verteuerung der manuellen Arbeitsleistung hat zu einer weitgehenden Substitution handwerklicher Produkte durch billigere maschinelle Erzeugnisse geführt. Die zu Beginn dieses Prozesses als Mängel wahrgenommene Ungenauigkeit und Uneinheitlichkeit der Handwerksarbeit hat mittlerweile einen Wertewandel zu Individualität und Exklusivität erfahren. Maßgeschneidertes von der Lederhose bis zum Maßschuh wird wieder wertgeschätzt und erzeugt sozialen Status. Warum sich diese Trendumkehr noch nicht im Bauwesen durchgesetzt hat ist wohl im ungleich größeren Investitionsumfang für ein Gebäude begründet. Die Kosten handwerklicher Arbeit können aber durch Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe deutlich gesenkt werden.
    Ein objektiver Vorteil der handwerklicher Produkte ist die Wartungskompetenz des Handwerkers, der ja weiß wie sein Werk hergestellt ist und damit auch am besten weiß wie es gewartet und auch wieder repariert werden kann. Auf diese Weise lokal, auch in Eigenleistung oder in wechselseitiger nachbarschaftlicher Hilfe, gefertigte Produkte besitzen damit auch den Vorzug des leicht zugänglichen Wartungs- und Reparaturmöglichkeiten, was zu ein deutlichen Verlängerung der Lebenszyklen führt.
    9 min
  • Gespräch über das Bauhandwerk
    aus der Tradition des Salzkammerguts Neues entwickeln

    Die Architekturstudentin Alexandra Scheibl fragt, wie früher gearbeitet und wie mit den Ressourcen umgegangen wurde. Im Gespräch entstehen Bilder welche Zukunftspotenziale in unserem kulturellen Erbe stecken und welche Strategien daraus entwickelt werden können.

    Tetsuro Yoshida, Das japanische Wohnhaus, Berlin 1935

    Youtube Kanal über Handwerkskunst

    41 min
  • Torfmoos (Sphagnum) im Bauwesen
    Ein Dichtstoff mit Vergangenheit und Zukunft

    Weiterführende Informationen finden Sie auch auf der website von Friedrich Idam

    Literaturlinks

    Erste Ergebnisse zum bauphysikalischen Verhalten von Torfmoos wurden in der deutschen Fachzeitschrift Bauphysik publiziert.

    Im Jahrbuch der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege OÖ ist ein Beitrag zur historischen Verwendung von Torfmoos erschienen.

    31 min
  • Gedanken zur Authentizität von Oberflächen
    vom Zeigen und Verkleiden
    Nicht alle Bauteile sind aus dem Material, das ihre Oberflächenerscheinung vorgibt. Zahlreiche Beispiele belegen den naheliegenden Gedanken, einem minderen Kern mit einer dünnen Schicht höherwertigeren Materials zu überziehen, um damit wertvolle Substanz vorzuspiegeln. In diese Gruppe fällt das furnierte Möbel oder auch die vergoldete Skulptur. In unserem kulturellen Erbe finden sich aber auch Beispiele wo ein, zumindest aus heutiger Sicht wertvolles Material lediglich einen Anstrich erhalten hat, der ein anderes Material suggeriert, wie etwa die steinfärbige Fassung gotischer Pfeiler oder die Holztexturmalerei auf Weichholzmöbeln. Die Baustoffindustrie des 21 Jahrhunderts liefert Imitate, die auf den ersten Blick immer täuschender vorgeben etwas Anderes zu sein. So übernehmen großformatige Feinsteinzeugfliesen nicht nur Textur und Farbigkeit von Holz, sondern bilden auch die Strukturmuster der Oberflächen genau nach. Ganz anders stellt sich in diesem Zusammenhang "beton brut" dar, dessen Oberfläche zwar die groben Bretter der Schalung widerspiegelt und dennoch auf den ersten Blick hin als Beton zu erkennen ist.
    Entscheidend für die positive oder negative Wahrnehmung solcher Hybride scheint deren Zuordenbarkeit auf den ersten Blick zu sein. Perfekte Imitate werden erst später entlarvt und lösen so Frustrationen aus, während etwa die Furniermalerei auf einem bäuerlichen Möbel aus dem 18. Jahrhundert unvermittelt als solche erkennbar ist, und so bereits wieder Wertigkeit repräsentiert. Die Akzeptanz oder Ablehnung von Imitaten und Surrogaten, von Naturstoffen oder Artefakten aber auch bestimmter Materialien ist ein kultureller Prozess, dessen Bewertungsmaßstäbe sich im Laufe der Zeit verschieben.
    Vom bauphysikalischen Standpunkt aus betrachtet ist ein mehrschichtiger Bauteilaufbau immer komplexer als ein durchgehend einheitliches Material mit einheitlichen Materialeigenschaften. Unterschiedliches Dehnungsverhalten führt of zu Schichtablösungen und dicht Überzüge behindern die Dampfdiffusion. es gibt aber auch Beispiele symbiotischen Zusammenwirkens, wie Lehmüberzüge von Holz, die für Trockenheit sorgen und so das Holz vor Mikroorganismen schützen. Ein Grundgedanke der Simple Smart Buildings ist in diesem Zusammenhang Werkstoffsymbiosen aufzuspüren, die sich technisch bewährt haben und kulturell akzeptabel geworden sind.
    16 min
  • Ökologisch Bauen
    Handlungsoptionen zum nachhaltigen Bauen

    Bauen

    Ökologisch Bauen bedeutet auch den ererbten Kulturraum in seiner spezifischen Qualität zu erkennen, bewährte Konzepte weiterzuführen und vermeintlich Ausgedientes ressourcenschonend wieder in Lebensräume zu verwandeln, die schön und brauchbar sind.
    Oft ist weniger mehr, und der bedachtsame Umgang mit der Substanz bei gering gehaltenem Bauaufwand erlaubt eine effiziente Weiternutzung unseres baulichen-kulturellen Erbes für lange Zeit.
    Ein längeres Gespräch über das Bauen finden Sie auch im Podcast "Physikalische Soriee"

    36 min
  • Archaisches Bauen
    Die lange Dauer von Bauweisen

    Cicero - Format

    Der römische Rhetoriker Cicero stellte sein Wissen über die Redekunst als Dialog mit seinem Sohn dar. Sein Buch über "Rhetorik in Frage und Antwort" wird mit der Bitte des Sohnes "Ich möchte, mein lieber Vater das von dir [nochmals] hören, was Du mir über die Redekunst mitgeteilt hast, vorausgesetzt, du hast Zeit und Lust dazu" worauf der Vater antwortet "Gibt es etwa mein Sohn, etwas anderes, das ich lieber wollte, als dass Du möglichst gut unterrichtet bist? […] und ich würde diesen deinen Interessen gerne sogar vor meinen wichtigsten Beschäftigungen den Vorrang einräumen." Ich nehmen nun dieses antike Format für einen Podcast. Mein Sohn stellt mir Fragen zu Simple Smart Buildings, zum einfachen, guten Bauen.

    38 min
  • Gedanken zum menschlichen Maß
    Der Körper als Maßstab
    Das metrische System geht von der Dimension unseres Planeten aus. Das Metermaß wurde zur Zeit der französischen Revolution als ein Vierzig-millionstel des Erdumfangs festgelegt. Alle alten Maßsysteme gehen vom Menschen aus. Ob österreichischer Klafter, englischer Fathom oder japanisches Ken: immer ist damit die Weite der ausgestrecktem Arme. gemeint. Und der berühmte vitruvianische Mensch wird von einem Quadrat umschlossen, die ausgebreiteten Arme entsprechen der Körpergröße. Der menschlich Körper und seine Funktionen, wie etwa das Schrittmaß, werden zum Modul, dessen Vervielfachung die Dimensionen von Räumen und Gebäuden bestimmt. Auch die Zählmaße der Vervielfachung haben sich gewandelt. Während in unserer heutigen materiellen Wirklichkeit das Zehnersystem vorherrscht, finden sich im unserem kulturellen Erbe wesentlich komplexere Systeme.
    10 min
  • Gedanken zur natürliche Größe
    Über das unnötige Zerkleinern
    Natürlich und künstliche Baustoffe unterscheiden sie auch in ihrer Homogenität beziehungsweise Heterogenität. Natürlich gewachsenes Holz ist anisotrop. Das bedeutet die Werkstoffeigenschaften sind von der natürlichen Zellstruktur abhängig. So ist Holz in Längsrichtung druckbeständiger und schwindet weniger. Zur Homogenisierung wird Holz nun in möglichst kleine Teile zerlegt und dann wieder neu zusammengesetzt. Der neu geschaffene Werkstoff weist nun gleichförmigere Eigenschaften und ein gleichmäßiges Erscheinungsbild auf. Dieser Homogenisierungsprozess ist energieintensiv. Wenn Holzteile hingegen möglichst so groß wie sie gewachsen sind eingebaut werden, reduziert sich der Energieverbrauch und die Gestaltung wird, etwa durch unterschiedliche Breiten von Brettern, lebendig.
    Unser baukulturelles Erbe ist durch den sorgsamen Umgang mit dem Werkstoff Holz geprägt. Für die vorindustrielle Zeit ist auch die Bezeichnung "hölzernes Zeitalter" gebräuchlich. Holz wurde neben seiner Funktion als primärer Energieträge umfassend als Rohstoff für Handwerksprodukte eingesetzt, was bereits ab dem Ende des Mittelalters zu einer Verknappung führte. So versuchte man beim Zersägen der Baumstämme den Verschnitt möglichst gering zu halten, sodass die Holzteile möglichst so groß wie sie gewachsen waren eingebaut wurden.
    10 min

About Simple Smart Buildings

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Simple Smart Buildings steht für Gebäude die einfach und dauerhaft gebaut sind. Für die Generationen vor uns war es ganz normal mit einfachen Mitteln dauerhafte Gebäude zu errichten. Diese Art zu bauen hat sich über Jahrhunderte bewährt und wir können daraus lernen. In den verschiedenen Regionen entwickelten sich aus lokal vorhandenen Baustoffen resiliente Baukonstruktionen und Gebäudetypen, welche Jahrhunderte überdauert haben und gerade deshalb immer noch eine hohe Nutzungsqualität bieten. Dieser Podcast erzählt von Möglichkeiten einfach gut zu bauen.