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Diesmal geht es um die Anfänge der Sozialen Arbeit in der Schweiz. Wie haben sich diese gestaltet zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Es geht um paternalistische Haltungen und Behörden, die moralisch rigoros unterschieden zwischen richtiger und falscher Lebensart. Gerne schickten sie die Fürsorgerinnen direkt vor dem Zmittag in die Familien, und wenn das Essen nicht pünktlich auf dem Tisch stand, wurde das als Verstoss gegen die bürgerliche Norm gewertet.
Dozentin Nadja Ramsauer erzählt im Gespräch mit Regula Freuler, wie sich die Armenfürsorge anfing zu einer Profession - zunächst nur für Frauen – zu entwickeln. Und wie es trotz rigider Moralvorstellungen auch immer wieder Sozialarbeiterinnen gab, die «out of the box» dachten, zum Beispiel Mentona Moser.
Erwähnte Literatur:
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Ein Nazi in der Sozialen Arbeit: Das kann sich kaum jemand vorstellen. Denn eine rechtsextreme Gesinnung geht von einer naturgegebenen Ungleichheit der Menschen aus. Aber müssen Sozialarbeitende zwingend politisch links sein? Diese Frage beschäftigt ZHAW-Dozent Konstantin Kehl, seit ein Student ihm mitteilte, dass er einige konservative Positionen vertrete, die nicht mit der Mehrheit seiner Kommiliton:innen übereinstimme.
In der neusten Episode des Podcasts «sozial» diskutiert Kehl darüber mit Tobias Kindler von der Fachhochschule OST, der seine Doktorarbeit zum Thema Politische Soziale Arbeit («Social workers in the policy process») schreibt. Kindler verweist auf den Berufskodex, nach dem Soziale Arbeit eine normative Profession ist.
Doch was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn es einen politischen Rechtsruck gibt? Wie viel «Rechts» müssen Sozialarbeitende tolerieren? Und inwiefern könnten sie sich an Rosmarie Dormann, die von 1987 bis 2003 für die CVP (heute Die Mitte) im Nationalrat sass, ein Beispiel nehmen?
Literatur:
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Früher baute man Schwellen in Häusern, damit beim Putzen kein schmutziges Wasser von einem Zimmer ins andere fliesst. Heute verstehen und verwenden wir den Begriff meistens im bildlichen Sinn – und negativ, nämlich als Hindernis oder Hürde. Zum Beispiel in der Bürokratie. Komplizierte Formulare, langwierige Abläufe, unpassende Schalteröffnungszeiten: Für manche Menschen sind das unüberwindbare Schwellen.
«Als Sozialarbeitende müssen wir uns fragen, wie wir für unsere Adressat:innen solche Hürden herabsetzen können», sagt Bachelor-Co-Studiengangleiter Martin Biebricher im Gespräch mit Menno Labruyère und verweist auf das Konzept der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit: «Wir müssen die Perspektive wechseln und uns analytisch verstehend mit dem Alltag der Menschen auseinandersetzen.»
Vielen Dank an die Hörerin, die sich den Begriff «Niederschwelligkeit, die» gewünscht hat. Über welchen Begriff stolpert ihr immer wieder? Schreibt an [email protected] - oder direkt an [email protected]
In dieser Episode erwähnt:
«sozipedia» ist eine Kolumne, die auch im Magazin «sozial» erscheint. Ihr könnt es gratis abonnieren.
Weshalb zeichnen sich vor allem gute Theorien durch eine gewisse Praxisferne aus? Warum können wir Theorien in der Sozialen Arbeit nicht einfach anwenden, sondern müssen diese kontext-, fall- und situationsgerecht verwenden? Welche Kompetenzen benötigen Professionelle der Sozialen Arbeit, um angemessen mit Theorien und anderen Wissensbeständen zu arbeiten?
Bachelor-Studiengangleiter und Dozent Martin Biebricher und Podcast-Host Menno Labruyère kommen in der neusten Episode von «Sozipedia» zu ganz grundlegenden Fragestellungen der Sozialen Arbeit ins Gespräch. Dabei gehen sie der Frage nach, warum es durchaus reizvoll ist, dass in der Sozialen Arbeit eine Vielzahl von konkurrenzierenden Theorien nebeneinander existieren – und wie mit dieser Herausforderung im Studium der Sozialen Arbeit an der ZHAW umgegangen wird.
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Im zweiten Teil des Gesprächs zwischen Claudia Bernasconi und Regula Freuler geht es um den systemischen Ansatz: «Kinder, Eltern, Schule – diese drei muss man stets in Beziehung zueinander denken, und zwar, bevor es ein Mobbing-Problem gibt.» Den Schlüssel dazu sieht die Dozentin in einer positiven Schulhauskultur.
Wie baut man eine solche Kultur auf? Bernasconi gibt Beispiele: Kinder als Peace-Maker oder «Streitlöscher:innen» ausbilden, die Kinder beim Erstellen der Schulhausregeln miteinbeziehen, Gotti/Götti-System bei Schuleintritten einführen, das Projekt «ElzuKi» durchführen.
In Folge 2 von «Mobbing und Schule» geht es auch um juristische Fragen, den Umgang mit Medien und die Verwendung von Schimpfwörtern (Regisseur Menno Labruyère musste das erste Mal in unserem Podcast einen bleep verwenden, ups!).
Informationen zu Mobbing und Schule:
Für Quims-Schulen und sonstig Interessierte:
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Trotz vieler Kampagnen ist Mobbing an Schweizer Schulen stark verbreitet. Je nach Statistik sind hierzulande 10 bis 15 Prozent der Kinder davon betroffen. Wann man überhaupt von Mobbing im engeren Sinn sprechen kann, was psychologisch gesehen hinter diesem Verhalten steht und warum Erwachsene in solchen Fällen besonders gut kooperieren müssen, erklärt ZHAW-Dozentin Claudia Bernasconi im Gespräch mit Regula Freuler.
Empfehlungen zu Mobbing und Schule:
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Kann ich ein Leben verstehen, ohne es selbst zu leben? Diese philosophische Frage heisst im sozialarbeiterischen Kontext: Wie kann ich Adresssat:innen verstehen, ohne ihr Schicksal zu teilen?
Antworten darauf zu finden, gehört zur Ausbildung von Sozialarbeitenden. Wie viel das mit der eigenen Biografie zu tun hat, erzählt Martin Biebricher, Studiengangleiter und Dozent, in der neuen Episode von «Sozipedia». Mit Menno Labruyère spricht er über Kindheitserfahrungen am Töggelikasten, wütende Adressat:innen und elterliche Ermahnungen am Küchentisch.
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Wie und wann entstand eigentlich Soziale Arbeit als Beruf? Dozentin Daniela Reimer und Wissenschaftsredakteurin Regula Freuler werfen einen Blick zurück in die zweite Hälfte des 19. Jahrhundert: Industrialisierung, Verstädterung und starkes Bevölkerungswachstum führten zu grosser Armut.
Wo bis anhin reiche Gönnerinnen Unterstützung boten, wollten die Exponentinnen der bürgerlichen Frauenbewegung das weibliche Geschlecht nicht mehr länger einfach in dieser Rolle sehen. Fürsorge sollte eine Tätigkeit sein, die Frauen ein Leben lang ausüben können, nicht nur bis zur Heirat. Sie soll auf Grundsätzen und Theorien basieren – vergleichbar wie die Sozialpädagogik, ein von Männern geprägtes Fachgebiet.
In der neusten Episode des Podcasts «sozial» geht es um diese Pionierinnen der Sozialen Arbeit, was sie antrieb, was sie bewegten und gegen welche Widerstände sie kämpften:
Erwähnte Lektüre:
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Ist Soziale Arbeit eigentlich eine Profession, und wenn ja: was für eine? «Das ist ein grosser Gegenstand des wissenschaftlichen Diskurses», sagt Martin Biebricher in dieser Episode von «Sozipedia». Warum ein ausschliesslich evidenzbasiertes Handeln zu kurz greifen würde in der Sozialen Arbeit, was Martin Biebricher in einem Praktikum bei katholischen Mönchen gelernt hat und warum man manchmal sprichwörtlich die Spatzen pfeifen lassen sollte – darüber spricht der Bachelorstudiengangleiter der ZHAW Soziale Arbeit mit Menno Labruyère.
Erwähnt werden:
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Fällt es Sozialarbeitenden schwerer als anderen Berufsgruppen, Fehler zu akzeptieren? «Das ist mir auch schon begegnet, es ist aber nachvollziehbar», sagt Michael Herzig. Soziale Arbeit erfordere ein hohes Mass an Selbstreflexion, Ernsthaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein. «Das verträgt sich schlecht mit einer Just-do-it-Kultur und mit Experimentierfreudigkeit.»
Dennoch: «Der grösste Fehler in der Sozialen Arbeit ist, partout keine Fehler machen zu wollen», sagt der ZHAW-Dozent.
In der zweiten Folge des Podcasts «sozial» zum Thema Fehlerkultur sprechen Michael Herzig und Regula Freuler über dialogisches Qualitätsmanagement, innere Haltung und die trügerische Sicherheit von Checklisten.
Fehlerkultur in Ihrer Organisation
Literatur und Methoden, die erwähnt werden in dieser Episode:
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