
Sign up to save your podcasts
Or


Wie gelingt Sozialarbeiter:innen der Beziehungsaufbau zu Menschen, die niemandem trauen? Was ist Vertrauen überhaupt, wie wird es aufgebaut, wie schnell zerstört? Beziehungsaufbau beginnt zunächst einmal mit Mikrointerventionen, erklärt Anita Nelson: mit einem Blick, mit einer Routine, mit wahrnehmbarer Gleichbehandlung ihrer marginalisierten und ihrer etablierten Kundschaft.
Anita Nelson ist Sozialarbeiterin und arbeitet im Waschsalon Niederdorf, wo obdachlose Menschen neben Tourist:innen und Gewerbetreibende ihre Wäsche waschen. Im Gespräch mit ZHAW-Dozent Michael Herzig beschreibt sie, wie sie in diesem unverbindlichen Setting versucht, verschüttetes Vertrauen wieder aufzubauen. «Wenn ich in der Gegenwart positive Erfahrungen ermögliche, verändert dies die Erwartung an künftige Beziehungen», ist sie überzeugt.
Zwei Literatur-Tipps von Anita Nelson:
Und der Link zum Waschsalon
Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Episoden.
Merci und viel Spass beim Hören.
Über vier Milliarden Schweizer Franken fliessen jedes Jahr in Parallelstrukturen für Menschen mit Behinderungen, zum Beispiel in Behindertenheime. «Wir sollten uns fragen, wer von solchen Strukturen wirklich profitiert», findet Brian McGowan, Lehrbeauftragter für Disability Studies – und selbst Rollstuhlfahrer.
Gemeinsam mit Sylvie Johner-Kobi, Dozentin an der ZHAW Soziale Arbeit, spricht er darüber, warum ableistische Vorstellungen in der Schweiz so tief verankert sind und weshalb sie oft als letzte gesellschaftlich normalisierte Diskriminierung bestehen bleiben.
Im Gespräch mit Host Regula Freuler zeigen die beiden, wie stark Normalitätsbilder Barrieren erzeugen – und weshalb die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention für viele Organisationen eine echte Herausforderung darstellt. Aus ihrer Evaluation des Aktionsplans Behindertenrechten Kanton Zürich berichten sie, wo Fortschritte sichtbar sind und wo Lücken bestehen, besonders beim Einbezug von Menschen mit Behinderungen als Expert:innen in eigener Sache.
Gleichzeitig werfen sie einen Blick auf ihren neuen CAS Dis-/Ability: UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen, der Fachpersonen dabei unterstützt, vom guten Willen zu konkretem Handeln zu kommen.
In dieser Episode erwähnt:
Wenn Kinder und Jugendliche durch ihr herausforderndes Verhalten immer wieder an Grenzen stossen – in Schulen, Heimen oder Pflegefamilien – werden sie in Deutschland oft als «Systemsprenger» bezeichnet. Viele von ihnen haben schwere Traumata erlebt und durchlaufen eine Odyssee durch verschiedene Einrichtungen, bis schliesslich nur noch eine Form der Hilfe bleibt: die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung nach § 35 SGB VIII, auch Flexible Einzelfallbetreuung oder kurz «Flex» genannt.
In dieser Episode unseres Podcasts begegnen sich drei Generationen von Sozialarbeitenden, die alle Erfahrungen mit der Flex gesammelt haben:
Ein Gespräch über Theorie und Praxis, Beziehungsgestaltung unter extremen Bedingungen – und warum manchmal eine Zigarette der Anfang einer tragfähigen Beziehung sein kann.
Für alle, die sich ins Thema Flex vertiefen wollen:
In den USA ist ein demokratisch gewählter Präsident daran, die Demokratie aus den Angeln zu heben. In Deutschland erhielt eine Partei, die als «gesichert rechtsextremistisch» eingestuft wird, bei den letzten Wahlen die meisten Zweitstimmen. Wie kommt es, dass immer mehr Menschen eine Politik unterstützen, die auf die Zerstörung zentraler Werte der Demokratie zielt?
Eine mögliche Antwort lautet: Weil die liberalen Gesellschaften ihr eigenes Versprechen – Aufstieg, Teilhabe, Emanzipation – nicht mehr einlösen. Ein wachsender Teil der Bevölkerung fühlt sich politisch ohnmächtig, überhört, abgehängt. Diese Diagnose stammt von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, Soziolog:innen an der Universität Basel und Autor:innen des Buches «Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus».
Was hat es mit der Zerstörungslust auf sich? Darüber sprechen Dozent Peter Streckeisen und Wissenschaftsredaktorin Regula Freuler in dieser Episode.
Dabei werden folgende Bücher, Namen und Begriffe erwähnt:
Happy Birthday! Diesmal haben wir ein Geburtstagskind zu Gast – oder zumindest jemanden in dessen Vertretung, nämlich Livia Lustenberger, die Geschäftsführerin von okaj Zürich. Der Kantonale Dachverband der Offenen verbandlichen und kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen.
Die beiden Hosts, Martin Biebricher und Menno Labruyère, verbindet vieles mit okaj: Martin ist neben seiner Aufgabe als Co-Studiengangleiter Bachelor an der ZHAW Soziale Arbeit auch Vorstandsmitglied von okaj Zürich, und Menno war früher Jugendarbeiter.
Zu dritt schreiten sie durch die Geschichte der Kinder- und Jugendförderung, beginnend mit dem sich hartnäckig haltenden Mythos der «schrecklichen» Jugend, der fast so alt ist wie die Menschheit. Sie sprechen über die Schwierigkeit von Jugendlichen heute, etwas Eigenes zu finden, das noch nicht von den Eltern gekapert worden ist, seien das Räume oder Lebensstile. Es geht um politische Perspektiven, Herausforderungen der Profession und vor allem um den individuellen Blick und die Wertschätzung dieser schwierigen, aber auch sehr schönen Phase des Lebens. Das merkt man auch daran, dass die Hosts einiges aus ihrer eigenen Jugend erzählen.
Links:
Quellen:
Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Episoden.
Merci und viel Spass beim Hören.
«Soziologie ist ein Kampfsport», beschrieb der Soziologe Pierre Bourdieu einmal sein Selbstverständnis als Wissenschaftler. Was er damit meinte: Mit ihr werden vorherrschende Meinungen hinterfragt, wird Stellung bezogen, es findet Einmischung in Debatten statt.
Und wie sehen das Peter Streckeisen und Garabet Gül, die an der ZHAW Soziale Arbeit die Studierenden in Soziologie unterrichten? Ihr Gespräch klingt weniger nach einer Kampfansage als nach einer leidenschaftlichen Einladung in ein Fach, das Sozialarbeitenden viel nützen kann. Wie das geht: Soziologie untersucht, wie soziale Probleme entstanden sind, welche die Soziale Arbeit lösen will. Oder sie dient Sozialarbeitenden als kritischer Spiegel zum Nachdenken über die eigene Praxis.
Diese Episode haben wir anlässlich des Semesterstarts aufgezeichnet. Aber auch Fortgeschrittene dürften hier einige Anregungen finden.
Welchen Stellenwert hat Soziologie in eurem (beruflichen) Alltag? Schreibt es in die Kommentare.
In dieser Episode erwähnt:
Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Merci und viel Spass beim Hören.
In dieser Folge sind Co-Bachelorstudiengangleiter Martin Biebricher und Host Menno Labruyère wieder einmal im Lateinischen unterwegs und werden dabei philosophisch. Diesmal geht es um den Begriff «Mandat, das», ein in der Sozialen Arbeit sehr häufig verwendeter Ausdruck. In «Mandat» stecken gleich zwei lateinische Wörter: «manus» (die Hand) und «dare» (geben). Aber: Wer gibt nun wem etwas in die Hand?
Um das zu klären, macht Martin zunächst einen kurzen Exkurs zu den in der Sozialen Arbeit vielfach geläufigen Begriffen des Doppel- oder Triple-Mandats: Hilfe, Kontrolle und professionelle Ethik gelten als klassische Mandate in der Sozialen Arbeit. Dass diese Begriffe aber oft abstrakt bleiben und zu kurz greifen, wird in der dann folgenden Diskussion deutlich: Letztendlich ist die Soziale Arbeit immer bestimmt von einer Vielzahl an Mandaten, die an sie aus ganz unterschiedlichen Interessenslagen herangetragen werden.
Was dies für die alltägliche Fallarbeit bedeutet, warum es dabei auch um professionelle Handlungs- und Entscheidungskompetenz geht und weshalb Soziale Arbeit manchmal mit einem Triangel in einem Symphonieorchester verglichen werden kann, erfahrt ihr in dieser Episode.
Der Begriff «Mandat» war der Wunsch einer Hörerin. Hast auch du einen? Dann schreibe an [email protected] oder direkt an [email protected].
In dieser Episode vertiefen sich Host Menno Labruyère und sein Gast Klaus Mayer, Psychotherapeut und Dozent an der ZHAW, über rückfallpräventive Soziale Arbeit im Strafvollzug. Mayer erzählt von seinen Erfahrungen in der Psychiatrie und Justiz, wo er rückfallpräventive Trainingsprogramme entwickelte und was er von den Adressat:innen lernen konnte. Es geht um die Bedeutung des Verständnisses und der Empathie im Umgang mit straffälligen Personen und wie man durch persönliche Gespräche und gezielte Massnahmen Wiederholungstaten vorbeugen kann. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Verzahnung von deliktorientierter und sozialintegrativer Arbeit, um die Klient:innen dabei zu unterstützen, ihre Lebensziele zu erreichen und ein deliktfreies Leben zu führen.
Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören und lesen? Wir informieren euch über News aus Forschung, Studium und Weiterbildung in unserem Newsletter – jetzt abonnieren.
Wenn er den Begriff «Intervention» hört, gehen bei Menno Labruyère gleich die Alarmglocken an. Denn salopp übersetzt bedeutet der Begriff so viel wie: Da funkt jemand dazwischen.
Aber in diesem Podcast geht es um Soziale Arbeit, und deshalb sind die Zwischentöne wichtig – es steckt nämlich viel mehr hinter dem Begriff, als es auf den ersten Blick scheint. In dieser Episode graben sich Host Menno Labruyère und «Sozipedia»-Erfinder Martin Biebricher, Co-Leiter des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit an der ZHAW, tief in den Begriff der Intervention ein. Nicht immer bedeutet Intervention, dass ein machtvoller Eingriff in die Lebenswelt der Adressat:innen Sozialer Arbeit erfolgt, sondern es geht immer auch um das Schaffen tragfähiger Angebote sowie um das gemeinsame Handeln mit den Adressat:innen. Ausserdem beleuchten Menno Labruyère und Martin Biebricher die Rolle von Macht sowie die Notwendigkeit, Interventionen so zu gestalten, dass die Selbstbestimmung der Adressat:innen respektiert und sie zur Kooperation eingeladen werden.
Und was löst der Begriff «Intervention» bei euch aus? Schreibt es uns in einer Mail an [email protected].
Übrigens: Diese Episode wurde im neuen Media Lab der ZHAW im Toni-Areal aufgenommen – hört man einen Unterschied? Wir finden: definitiv!
In der zweiten Episode zur Geschichte der Sozialen Arbeit in der Schweiz im 20. Jahrhundert geht es um die Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg: Die Politisierung der Anliegen und Arbeiten auf Augenhöhe mit den Adressat:innen rücken in den Vordergrund.
Diesmal diskutieren Nadja Ramsauer, Professorin für Soziale Arbeit, und Wissenschaftsredaktorin Regula Freuler über die wirtschaftliche Situation der Schweiz, den Einfluss ausländischer Arbeitskräfte auf die Sozialpolitik, die Rolle der 68er-Bewegung, und die Einführung neuer Methoden und Paradigmen ab den 1970er-Jahren. Sie beleuchten auch die Herausforderungen bei der Institutionalisierung Sozialer Arbeit und die Kontinuität alter Traditionen in ländlichen Gebieten.
Warum ist es für Sozialarbeitende heute so wichtig, die Geschichte der Sozialen Arbeit zu kennen? Nadja Ramsauer nennt gute Gründe dafür – hört rein!
Informationsplattformen, die in dieser Episode erwähnt werden:
From the publisher's feed