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Jetzt bloss keinen Fehler machen: Diesen Satz haben wir oft im Kopf. Stehen Menschenleben auf dem Spiel, ist das nicht nur verständlich, sondern unerlässlich. Aber oft haben wir einfach Angst, uns zu blamieren. Warum? Michael Herzig findet: «Fehler sind eigentlich etwas Wunderbares – weil wir aus ihnen lernen können.»
Der ZHAW-Dozent war noch Leiter der Drogenhilfe der Stadt Zürich, als er sich intensiver mit Fehlerkultur in Organisationen auseinanderzusetzen begann. Der Umgang mit Fehlern sei eine Art Fiebermesser beim Menschen, sagt er: Wie gut kennt man sich selbst? Wie reflektiert ist man? Und auch: Wie stark ist das eigene Selbstwertgefühl?
In der ersten Folge des Podcasts «sozial» zum Thema Fehlerkultur sprechen Michael Herzig und Regula Freuler über Vertuschungen, demütige Vorgesetzte und die Theorie der Fehlerketten, auch das «Schweizer-Käse-Modell» genannt.
Wissenschaftliche Literatur, die erwähnt wird:
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«Da müssen wir machen, was wir wollen», erklärte Martin Biebrichers Sohn ihm einmal ein Partizipationsprojekt an der Schule. Der Bachelorstudiengangleiter war belustigt, aber auch nicht überrascht. Denn Partizipation ist einer arg strapazierter Fachbegriff in der Sozialen Arbeit und wird oft verkürzt benutzt im Sinne von: Dann lassen wir unsere Adressat:innen einfach einmal mitreden. Wie kam es dazu?
Dass aber noch viel mehr drinsteckt und man mit Partizipationsprojekten rasch einmal gewisse Bevölkerungsgruppen ausschliesst, erklärt Martin im Gespräch mit Menno Labruyère.
Erwähnt wird:
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Für Sandra Stössel von der Fachstelle Kinder-, Jugend- und Familienfragen des Amts für Jugend und Berufsberatung Kanton Zürich ist klar: «Kinderrechte müssen in unserer DNA verankert sein.» Gemeinsam mit ihrer Kollegin Ladina Gartmann engagiert sie sich für die Umsetzung von Kinderrechten in der Impulsgruppe Kinderrechte des AJB.
ZHAW-Dozent Tim Tausendfreund nimmt den Tag der Kinderrechte, der jährlich am 20. November begangen wird, zum Anlass, um mit den beiden darüber zu diskutieren: Was sind überhaupt Kinderrechte? Wann sollten sie zur Anwendung kommen, selbst wenn gerade kein Kind anwesend ist – und warum ist das immer noch viel zu selten der Fall?
Unterlagen, die in dieser Episode erwähnt werden:
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Unser «sozipedia»-Host Menno Labruyère ärgert sich manchmal über die bröseligen Wände seiner historischen Wohnung, wenn er ein Bild aufhängen will. In dieser Folge entdeckt er im Gespräch mit Martin Biebricher, was das Fachwerk im Baugewerbe mit dem Begriff der Fachlichkeit in der Sozialen Arbeit verbindet – und will zukünftig Nachsicht walten lassen, wenn er wieder einmal einen Nagel einschlagen muss.
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Klientel – ein häufig verwendeter Begriff für diejenigen Menschen, in deren Auftrag Sozialarbeitende handeln. Viele nutzen ihn, um kurz und knapp über die Gesamtheit unserer Adressat:innen zu sprechen. Martin Biebricher, Co-Leiter des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit an der ZHAW, verwendet das Wort «Klientel» jedoch nicht mehr. Wie das mit seiner eigenen Biografie und dem deutschen Sozialpädagogen Walter A. Friedländer zusammenhängt, erzählt er im Gespräch mit Menno Labruyère.
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Barbie + Rosa = Mädchen, Spiderman + Blau = Buben? Diese Sichtweise beherrscht einen grossen Teil der Konsumwelt. Mit weitreichenden Folgen, denn: Was Menschen früh lernen, kann sie fürs Leben prägen. Umso wichtiger ist es, dass in Kindertagesstätten die Geschlechterrollen bewusst reflektiert werden, findet Sofiane Yousfi. Der wissenschaftliche Assistent am Institut für Kindheit, Jugend und Familie der ZHAW arbeitete zehn Jahre in einer Kita und schrieb seine Masterarbeit über gendersensible Pädagogik.
Wie das in der Praxis gelebt werden kann, weiss auch die Zürcher Kita-Leiterin Constanze Cervenka. Sie ist Mitautorin eines Leitfadens für gendergerechte Raumgestaltung in Kindertagesstätten. Pink oder blau? Das ist hier eben nicht die Frage. Ihre Grundhaltung: Wir sollten den Kindern auf vielfältige Weise vermitteln, dass sie richtig sind, so wie sie sind. Kinder dürfen alles sein und mögen, ob pink oder blau, beides oder nichts von beidem.
Worüber wir in dieser Episode sprechen:
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In der Sozialen Arbeit bezeichnen wir mit «Fall» das, womit wir es täglich zu tun haben: komplexen Lebensrealitäten von Menschen in unterschiedlichen Konstellationen. Ganz selbstverständlich reden wir von «Fallarbeit», «Fallzahl» oder «Fallmanagement». Das Wort «Sozialfall» hingegen ist verpönt, und von einem «gefallenen Mädchen» würde heute auch niemand mehr sprechen. Warum das so ist und warum wir sorgfältig mit dem Begriff «Fall» umgehen sollten, erklärt Martin Biebricher, der Co-Leiter des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit an der ZHAW.
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«It all comes down to money», sagt eine New Yorker Sozialarbeiterin, die Tim Tausendfreund während eines Rechercheaufenthalts traf. Warum es dabei um mehr geht als Geld, davon handelt Episode 4 unseres Podcasts. Berichte über Gewalt in US-Kinder- und Jugendheimen hatten beim ZHAW-Dozenten und -Forscher viele Frage ausgelöst: Wie kommt es dazu? Und was müssten diejenigen dagegen tun, denen Kinder und Jugendliche anvertraut werden? Während mehrerer Wochen bereiste Tim Tausendfreund die Ostküste der USA und sprach mit Forschenden und Sozialarbeitenden in stationären Einrichtungen und an Hochschulen. In dieser Podcast-Folge diskutiert er mit Regula Freuler darüber, was er über den Stellenwert von Einrichtungskulturen und die Verhinderung von (weiteren) Gewalterfahrungen gelernt hat.
Worüber wir in dieser Folge sprechen:
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Wer im Sozialbereich arbeitet, ist immer auch von der Hoffnung motiviert, die Welt ein bisschen besser zu machen. Das Risiko dabei ist: Dass man das kritische Nachdenken über sein Tun vernachlässigt, Ambivalenzen übersieht und vorschnell Situationen und Menschen bewertet. Denn schliesslich meint man es ja gut. Tim Tausendfreund sagt: «Bevor man als Sozialarbeiter:in entscheidet, ob etwas ‹gut› oder ‹schlecht› ist, sollte man sich stets zuerst fragen: ‹Was sind denn meine Bewertungskriterien?›.» In dieser Folge diskutiert der ZHAW-Forscher und -Dozent mit Regula Freuler über die Gefahren von Ideologien in der Sozialen Arbeit – und auch über deren Wichtigkeit. Denn, so Tim Tausendfreund: «Um Ideologien kommen wir nicht herum.»
Worüber wir in dieser Folge sprechen:
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Sitzungen enden stets im Streit, jemand wird ausgeschlossen, Erwartungen sind unklar: Es gibt viele Ursachen für Konflikte am Arbeitsplatz. Diese konstruktiv zu bewältigen, ist zentral in Sozialer Arbeit. Wie das geht, erklärt Sandra Nonella in Episode 2 des Podcasts «sozial». «Nicht hinter jeder Auseinandersetzung steht ein grundlegender Konflikt», sagt die ZHAW-Dozentin und Leiterin des CAS Konfliktmanagement und Mediation, «aber wenn einer vorliegt, dann muss man ihn offen und strukturiert angehen.»
Buch- und Arbeitsempfehlungen für die Praxis:
Christian Bähner, Monika Oboth, Jörg Schmidt: Praxisbox Konfliktklärung in Teams & Gruppen. Junfermann, 2008.
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