Spirit in Action l GEIST in Aktion l Was bedeutet es, ein Mensch zu sein?

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By Thomas KabelReligion & Spirituality
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Spirit in Action l GEIST in Aktion l Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? episodes

  • 6. Folge - Politik und Perspektiven

    Ein Podcast von und mit Thomas Kabel & Michael Habecker

    Als soziale Wesen haben Menschen den natürlichen Impuls, in Gemeinschaft zu sein und Gemeinschaft zu organisieren, von einer Zweierbeziehung bis zu Nationen und sogar der Weltgemeinschaft. Dieses Organisieren beinhaltet auch, Regeln für das Miteinander zu erstellen und für deren Einhaltung zu sorgen, und das nennen wir "Politik".

    Im Podcast "Politik und Perspektiven" diskutieren wir drei Hauptperspektiven politischer Orientierung, die sich aus unserem Menschsein ergeben. Diese sind von jedem Menschen erfahrbar und daher auch unideologisch. Es sind die Perspektiven a) unseres individuelles in-der-Welt-seins, mit einer individuell-freiheitlich-liberalen Orientierung, b) unser sozialen in-der-Welt-seins, mit einer sozial-solidarisch-gemeinschaftlichen Orientierung, und c) unser systemisches in-der-Welt-sein, mit einer nachhaltig-systemischen Orientierung. Jede dieser politischen Grundorientierungen hat ihre Größe und ihren Wert, aber sie hat auch ihre Schattenseiten, wenn man sie auf Kosten der jeweils anderen Perspektiven verabsolutiert, von Liberal-ismus zu Kollektiv-ismus zu System-ismus.

    Eine integrierende oder integrale Politik würde daher, unter anderem, bei jeder politischen Entscheidung auf die Berücksichtugung und Balance individueller Freiheit, sozialer Gerechtigkeit und systemischer Nachhaltigkeit achten.

    SiA 6 Politik und Perspektiven Timestamps

    0:55 Politik und "Spirit in Aktion"

    2:46 Was ist Politik? Der Mensch als soziales Wesen

    4:54 Konsens, Kompromiss und "Wir-Raum" als eigene Wirklichkeitsdimension

    8:46 Politikverdrossenheit, Privatisierung und soziale Medien

    10:32 Entscheidungsfindung und Entscheidungsdurchführung

    12:00 Politische Perspektiven (Erfahrungsübung)

    12:53 Individualität

    15:18  Gemeinschaft

    19:50 Der Mensch als Teil von Systemen

    25:17 Politische Richtungen: Individuelle Freiheit – soziale Verantwortung – systemische Nachhaltigkeit

    29:08 Politische Absolutismen: Individualismus – Kollektivismus – alternativloser System-ismus

    31:44 Integrale Politik

    36:20 Zusammenfassung



    43 min
  • 5. Folge - Der mittlere Weg

    Ein Podcast mit und von Thomas Kabel & Michael Habecker.

    Welchen Lebensweg wollen wir gehen? Als freie Wesen haben wir die Wahl: wir können, als eine Flucht vor der Existentialität unseres Seins, uns in die Extreme begeben, mit Kombinationen von Fixierungen/Sucht/Anhaftung einerseits und Vermeidung/Bekämpfung/Aversion andererseits. Das führt zu großem Leid, individuell und gemeinschaftlich. Wir können uns jedoch auch auf einen mittleren Weg begeben, und der beginnt in unserem Inneren. Wenn wir uns öffnen für das, was wir fühlen, und gleichzeitig den Impulsen aus den Gefühlen nicht folgen, dann begegnen wir der Schmerzhaftigkeit unserer Existentialität. Gehen wir dort hindurch, tauchen die tieferen Erfahrungen unseres Seins auf, und die Extreme und die Zwanghaftigkeit in unserem Leben hören auf.

    27 min
  • 2. Folge - Organismus, Ich, Ego, Selbst …
    Ein Podcast von und mit Thomas Kabel & Michael Habecker.
    Gibt es ein Ich oder ist das nur eine Illusion? Muss man erst ein Jemand werden, bevor man ein Niemand sein kann? Ist das Ich etwas gutes und hilfreiches, oder wäre es besser von einem schlechten Ego zu sprechen, welches es loszuwerden gilt? Was ist ein „höheres Selbst“?
    Zu einem Verständnis dieser Fragen hilft eine dreifache Unterscheidung, und zwar die von 1. (psycho-physischem) Organismus (bodymind), 2. dem Ich-Konstrukt (der Ichhaftigkeit) und 3. dem aufgewachten Sein. (Diese Unterscheidung haben wir von dem spirituellen Lehrer Christian Meyer übernommen, ohne ihn darauf festlegen zu wollen).
    Einen psycho-physischen Organismus … haben alle empfindenden Wesen; er kann in „Körper“ als Träger von Erfahrungen unterschieden werden: physischer Körper, Emotionalkörper, Mentalkörper; er strebt an, zu Überleben (Selbsterhalt, Gruppenerhalt), strebt nach Ausdruck und – als Mensch – nach Erkenntis/Wahrheit/Aufwachen; er lernt durch Training/Feedback/Reflektion Fähigkeiten, Fertigkeiten und entwickelt sich; er hat Bedürfnisse, Wünsche und Intentionen/Ausrichtung („wollen“ bzw. „nicht wollen“); er hat/ist „Persönlichkeit“ mit persönlichen Eigenschaften; er denkt, fühlt, handelt, ist kreativ, hat eine Selbstwirksamkeit und braucht kein selbstreflektierendes „Ich“ um zu wirken. Tiere und Pflanzen haben und brauchen offensichtlich kein „Ich“ um ihr Leben mit und durch ihren Organismus zu leben.
    Das Ich, Ich-Konstrukt oder Selbstbild des Menschen … ist Ergebnis der Reflektion auf die eigene Individualitätswahrnehmung; bildet sich schon ganz früh beim Kleinkind; gibt Sicherheit, Orientierung, Wahrnehmungsstruktur, Zusammenhang, Kontinuität und Kausalität gegenüber der Existentialität des Lebens; „verstärkt“ und erweitert die Bedürfnisse und Ausrichtung des Organismus. Aus den „will“ und „will nicht“ des Kleinkindes entstehen mit dem Ich-Konstrukt zahllose „ich muss …“, „wir sollten …“, „ich brauche …“, „du musst …“; mischt sich in das natürliche Wirken des Organismus ein, kann und wird ab da zum Hindernis und zur Ursache vieler Probleme, weil mit dem Ich-Regime das – oft unangenehm erlebte – Fühlen als der unmittelbare Kontakt zum Leben mehr und mehr verlorengeht und der Mensch nur von sich, seinen Mitmenschen und der Welt entfremdet in seiner eigenen virtuellen Welt lebt; kommentiert, plustert sich auf, verurteilt, überhöht, verzerrt und erweitert Bedürfnisse und Intentionen des Organismus (Geltung, Macht, Einfluss) – aus der Freude des Organismus wird Stolz, aus einem Tun oder Geschehen werden endlose Ich-Geschichtenerzählungen, aus einer Handlung wird Heldentum oder Versagen, aus einem Leben mit Wünschen werden Ansprüche gegenüber dem Leben als Hauptleidensquelle, aus organismischer Selbstwirksamkeit wird Rechthaberei und Ich-Durchsetzung; ist Träger und Ausdruck der Entfremdetheit des Erwachsenen
    Das aufgewachte Sein ist die Erfahrung des Seinsgrundes, bei der, idealerweise, das Ich-Konstrukt ganz in den Hintergrund tritt, und der aufgewachte Mensch über seinen psycho-physischen Organismus kreativ und konstruktiv in der Welt wirkt.
    33 min
  • 4. Folge - Haltungen

    Ein Podcast von und mit Thomas Kabel & Michael Habecker.

    Haltungen sind das Gerüst des Psychischen, sie geben uns inneren Halt und unterstützen uns bei der Orientierung im Leben. Sie sind uns größtenteils unbewusst, und steuern unser Verhalten. Wir haben Haltungen gegenüber so gut wie allem entwickelt, was uns im Leben begegnet: Haltungen gegenüber uns selbst (Körper, Gedanken, Gefühle, Sexualität, Ernährung, Gesundheit, Krankheit …). Schmerz (physisch und psychisch) ... Haltungen gegenüber den materiellen Dingen des Lebens (Geld, Besitz/Eigentum …), Haltungen gegenüber nicht-materiellen Dingen des Lebens (Werten und Ideale, Ideen/Philosophien/Ideologien, Haltungen gegenüber andere Menschen/Wesen/Gruppen (Tiere, Pflanzen, Männer, Frauen, alte Menschen, junge Menschen, Kinder, Inländer, Ausländer, Christen, Juden, Muslime, Veganer, Fleischesser, Liberale, Soziale, Grüne …). Die gute Nachricht ist, wir können uns unserer Haltungen mehr und mehr bewusst werden, ihre unterstützenden Aspekte würdigen, und gleichzeitig an den uns einschränkenden Aspekten im Sinne einer Erweiterung arbeiten, die fast immer auch mit einer Herzensöffnung verbunden ist.

    Haltungen sind das „Gerüst des Psychischen“ (Strukturen der Psyche)

    • Wo sich etwas entwickeln soll, braucht es neben Veränderung auch Beständigkeit, wo eines auf dem anderen aufbauen kann
    • Haltungen helfen uns in jeder Lebenssituation bei der Orientierung und Re-Aktion (Hingehen, Weggehen, sich tot stellen, Kämpfen)
    • Haltungen geben uns Halt und begrenzen uns dabei gleichzeitig (als eine Art von flexibler Festigkeit)
    • Haltungen werden früh geprägt und können weiter entwickelt werden (durch „innere Arbeit“, s.u.)
    • Haltungen machen uns persönlich und berechenbar
    • Haltungen steuern unsere Wahrnehmung, Denken, Fühlen
    • Mit Haltungen drücken wir uns im Leben aus (Ver-halten)
    • Wir können uns unsere Haltungen als Gefäße vorstellen, mit unterschiedlicher Festigkeit (von löchrig bis starr) und unterschiedlichem Fassungsvermögen (von Schnapsglas bis Regentonne). Von einer flexiblen Festigkeit hängt es ab, ob das, was das Leben dort hineingiesst, auch gehalten werden kann, und ob eine Erweiterung der Haltung möglich ist. Das Fassungsvermögen bestimmt, wieviel das Leben dort hineingiessen kann, beziehungsweise wieviel wir von dem, was uns das Leben in jedem Augenblick schenkt, (er)fassen können.

      35 min
    • 3. Folge - Anhalten – die entscheidende innerpsychische Kompetenz

      Ein Podcast von und mit Thomas Kabel & Michael Habecker.

      Über die Fähigkeit des inneren Anhaltens können wir die Tiefe unserer Innerlichkeit erfahren, bis hin zu dem, was man mit Aufwachen oder Erleuchtung bezeichnet. Dies ist die wohl größte Entdeckung überhaupt, die der Mensch machen kann. Der Prozess ist einfach zu beschreiben, doch nicht so einfach in der Durchführung, weil er unseren evolutionären (Über)Lebensimpulsen genau entgegengesetzt ist. Die Schritte dabei sind: a) die bewusste Entscheidung, sich auf den Weg zu machen, nach innen gehen (mit einer Haltung des Loslassens, Anhaltens und Geschehenlassens), c) Körperempfingen, Gefühle und Gedanken unterscheiden, d) sich auf das Fühlen konzentrieren (können), ohne die Körperempfindungen und Gedanken zu verdrängen, den Impulsen aus den Gefühlen nicht zu folgen, sie gewissermassen nicht zu berühren das eigentliche „Anhalten“) und schliesslich e) sich dem überlassen, was mit einem geschieht. Dies ist auch das Wesentliche von Meditation.

      0:40 Die Entdeckung des Innerpsychischen

      2:57 Inneres abstandnehmen können – Psychologie, Philosophie, Geisteswissenschaften …

      3:55 Leben ist Leiden – ist da noch etwas?

      5:57 Eine innere Entscheidung

      6:58 Unterscheidungsvermögen im Inneren – 3 Kategorien

      8:55 Fühlen ist entscheidend

      9:35 Anhalten

      10:42 Hilfstellungen und innere Führung

      12:39 Anhalten und den Impulsen aus dem Gefühlen nicht folgen – Nicht-Tun

      14:12 Erfahrungen des Aufwachens

      15:37 Kann man es „einüben“?

      16:54 „Übungen“ des Geschehenlassens

      18:18 Ein „Übungs“Beispiel

      25:48 Zusammenfassung


      29 min
    • 1. Folge - Gute und schlechte Nachrichten
      Ein Podcast von und mit Thomas Kabel und Michael Habecker. Die Evolution, auf ihrem Weg zu immer mehr Komplexität und Bewusstheit, folgt einer Dialektik von guten und schlechten Nachrichten für uns Menschen. 
      Die gute Nachricht ist: Wir können, als Menschen, uns selbst auf eine tiefe Weise erfahrend-erkennen, was mit Aufwachen oder Erleuchtung bezeichnet wird. Das schliesst unsere Mitmenschen, alle Lebewesen und die Welt als Ganzes mit ein.
      Die schlechte Nachricht ist: wir können uns von uns selbst, unseren Mit-Wesen und der Welt zutiefst entfremden, und sind dann, unverbunden und ohne Mit-Gefühl, zu den schrecklichsten Taten fähig.
      Als kleines Kind werden wir uns schon früh unserer Existenzialität bewusst. Wir erleben physische Schmerzen, psychisches Leid, wissen um unsere Sterblichkeit und erfahren immer wieder, dass sich das Leben meist nicht nach unseren Willen richtet. Dieses traumatische Ausmass an Schmerzhaften müssen wir in der frühen Kindheit verdrängen, um überleben zu können. Mit dem Heranwachsen wächst auch unsere Fähigkeit, uns mit der Existenzialität des Lebens innerlich auseinanderzusetzen. Die Fähigkeit, die uns dabei hilft, ist die eines inneren Anhaltens. 
      Das bedeutet: 1. die Wendung nach innen, 2. eine Öffnung für das, was wir fühlen (mit der Unterscheidung von Körperempfindungen, Gefühlen und Gedanken) 3. einen Verzicht darauf, den inneren und äusseren Handlungsimpulsen zu folgen, die aus den Gefühlen kommen.
      Für das Überleben der Tiere und des Menschen ist es unerlässlich, den Handlungsimpulsen aus den Gefühlen zu folgen: bei Angst davonlaufen, bei Wut sich verteidigen und bei Interesse hinlaufen. Auf inneren Bewusstseinsweg des Menschen, wo es nicht mehr um das Überleben geht, ist es entscheidend, die Gefühle wahrzunehmen, ohne den Handlungsimpulsen zu folgen.  
      Dies ist wahrscheinlich die größte Herausforderung im menschlichen Leben.
      34 min

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