Stufen.aufs.Ohr

Stufen.aufs.Ohr

Download on the App Store

Stufen.aufs.Ohr episodes

  • Spiritual Care - oder was gibt mir Kraft?

    Im Radio höre ich eine Sendung über „spiritual care“ – spirituelle Fürsorge-Arbeit im Gesundheitswesen. Der Professor sagt: Jeder Mitarbeitende im Gesundheitswesen sollte in der Lage sein, den Patienten zu fragen: „Was gibt ihnen Kraft“?

     Dieser kurze Gedanke beschäftigt mich. „Was gibt mir Kraft“? Warum nur im Gesundheitswesen? Spirituell care geht mich genau so an. Auch ich selbst sollte wissen, was mir Kraft gibt. Ich könnte auch sagen, ich sollte wissen, was die Quelle tief in mir ist, was meinen Lebensacker bewässert.

    Ich spüre diese Quelle, wenn ich morgens walke und dabei im Gespräch mit Gott bin. Es gibt mir Kraft und meine Gedanken und Fragen werden geordnet.

    Bei der Frage, was mir die Kraft nimmt und den Zugang zur tiefen Quelle in mir blockiert, fällt mir ein, was mich zur Zeit niedergeschlagen macht. Zum Teil durch meine Verantwortung ist ein wichtiger Brief nicht angekommen. Zurückgekommen ist er auch nicht. Irgendwo ist er und wird doch so dringend erwartet. Ist er verloren? Nicht auszudenken.

    „Ich habe es vermasselt. Ich bin schuld.  Hätte ich doch besser aufgepasst. Was ist, wenn…. „ so geht das Gedankenkarussell nicht nur am Tag. Auch in der Nacht wache ich daran auf.

    Bei meinem morgendlichen walk kommt mir plötzlich ein Gedanke: es ist wieder die Ohnmacht, dieses Nichts-tun-können, was mich so an den Rand bringt. Ohnmacht und auch noch selbst Schuld zu sein. Ein verheerendes Gemisch, das früh in meiner Lebensgeschichte entstanden ist. Ich kenne es nur zu gut.

    Ich werde an Jakob aus der Bibel erinnert, wie er auf dem Weg zu seinem Bruder Esau ist.  Jakob hatte soviel gekämpft in seinem Leben, aber an dieser Stelle geht es darum, das „Geschehen lassen“ einzuüben. Er befürchtet, dass sein Bruder ihn, wie er ihm früher angedroht hat, umbringen will. Er fleht Gott an, bringt Gott seine ganze Ohnmacht und erinnert Gott an seine Versprechen. Er richtet seinen Blick auf Gott.

    Was gibt mir Kraft? Auch bei mir ist es wie bei Jakob. Es gibt mir Kraft, meinen Blick auf Gott zu richten. Meine Gefühle und Ängste mit IHM zu teilen. Ganz real will ich Jesus Christus vertrauen, dass er mich kennt und Möglichkeiten hat, an die ich nicht einmal im Traum denke.

    ER selbst ist die Kraftquelle in mir.

    Ihre und eure Traudel Krause

    3 min
  • SEGEN!

    Segen ist ein Geschenk Gottes.

    Segen ist ein Glanzstück der Herrlichkeit Gottes.

    Segen ist das lebensspendende Heilsgeschehen Gottes.

    Segen ist unverfügbar, Segen ist wie ein Wind, der weht, wann er will, wo er will und wie er will.

    Segen ist nicht berechenbar, doch ist jederzeit mit ihm zu rechnen.

    Die Frucht des Segens ist manchmal spürbar, sichtbar, manchmal sofort und manchmal viel später und oft für unsere Augen nicht erkennbar.

    Ich habe jedoch den Eindruck: je mehr wir uns danach sehnen, danach Ausschau halten, umso eher können wir ihn erkennen, auch in den kleinsten Augenblicken.

    Wenn wir spüren, da ist eine liebevolle Begegnung von Himmel und Erde.

    Neulich hatte ich mal wieder Dienst im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Klinikseelsorge. Das bedeutet, Patientinnen in der onkologischen Abteilung werden in den Zimmern besucht, gleichzeitig eingeladen zu der am Abend stattfindenden Andacht.

    Schon in der Vorbereitung auf die Andacht ließ mich der Gedanke nicht los, über das Thema „Segen“ zu sprechen. Dies in Anlehnung an den Kurs von „Stufen des Lebens“.

    Bei meinem Rundgang hatte ich in einem Zimmer ein intensives Gespräch mit einer Patientin über den Umgang mit der Krankheit, auch über das Angewiesensein auf Gottes Hilfe.

    Es kam dann zufällig eine Krankenschwester, dazu, die ich sehr lange nicht gesehen habe. Es herrschte große Wiedersehensfreude und es entspann sich ein intensives Gespräch zu dritt. Darüber wie sie mit dem Leid umgehe, das sie täglich umgebe. Auch sie habe Krebsleiden erfahren und ohne Gottes Hilfe würde sie nicht sein und auch diesen Dienst nicht mit einer so großen Freude verrichten.

    Sie lobte unseren Seelsorgedienst und strahlte voller Staunen und Dankbarkeit, weil ich vor vielen Jahren wohl einer schwer kranken Frau so viel Segen, Ermutigung und Freude geben konnte. Noch am selben Abend sei die Patientin verstorben. Sie selbst habe diese Wohltat nie vergessen.

    Gefäß und Kanal von Gottes Segen zu sein, ist ein Geschenk. Zu hören, wie sehr und nachhaltig der Segen überfließt, ist ein Geschenk. Überhaupt davon zu erfahren und das nach so langer Zeit ist ein Geschenk und führt zum demütigen Staunen und Loben über Gottes Größe.

    Gerade in diese Sommerzeit hinein wünsche ich uns allen, immer wieder offene Hände zum Empfangen und Weitergeben von Gottes Segen und viel Freude und Staunen über Gottes liebevolle Fantasie.  

    Das nächste Stufen aufs Ohr gibt’s wieder nach der Sommerpause am 19.8.

    Mit sommerlichen Grüßen,

    Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg 

    3 min
  • Zur Freiheit berufen

    „Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht gereuen…“

    Dieser Satz aus Römer 11,29 ist mir in den vergangenen Tagen immer wieder vor die Füße gefallen… Und ich kam ins Nachdenken… Berufung - das ist ein großes Wort.

    Kennen wir unsere Berufung? Wissen wir, welchen Plan Gott für unser Leben hat? Und welche Pläne haben wir selbst? Es ist ein Spannungsfeld…

    Lange Zeit dachte ich, dass Berufung etwas mit einer ganz bestimmten Aufgabe zu tun hat… Eben mit dem, was ich TUE.

    Inzwischen glaube ich, dass jede und jeder von uns eine Berufung hat.

    Hast Du Dich schon einmal gefragt, worin Deine Berufung, also Deine ureigene Bestimmung im Leben liegt? Was Gott von Dir will? Ein heißes Eisen…

    Denn es könnte ja sein, dass das, was da unter Umständen gefordert wird, mir gar nicht in den Kram passt… Ja, dass ich das vielleicht sogar etwas ganz anderes im Sinn habe…. Und dann? Verweigere ich mich?

    Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht gereuen…

    Da ist nicht nur allein von Berufung die Rede, sondern auch von den Gaben. Die Gaben, die in mein Leben hineingelegt wurden, sind Geschenk, sind Gnade… Kenne ich sie? Erkenne ich, was mit ihnen an Gnade in mein Leben hineingeflossen ist?

    Ich habe begriffen: Es kommt gar nicht in erster Linie auf das TUN an sich an! Sondern auf mein SEIN. Es kommt darauf an, dass das zum Leben kommt, was in mir angelegt ist, damit die Gnadengaben sich entfalten können. Es kommt darauf an, das ich zu dem finde, was im Innersten zu mir gehört.

    Wenn dieses Potenzial meiner Gaben zur Entfaltung kommen kann - dann bin ich vielleicht schon in meiner Berufung. Denn bedeutet Berufung nicht einfach, dass Gott nach uns ruft, weil er Sehnsucht hat? Sehnsucht danach, dass wir ins Leben kommen mit allem, was in uns angelegt ist? Die Frage ist: Bin ich in Beziehung zu diesem Gott, der will, dass ich in Fülle lebe? Traue ich ihm zu, dass er es gut mit mir meint?

    Wenn ich diesen Schritt des Vertrauens wage und auf seinen Ruf höre - dann können mich seine Worte aus den Gefängnissen meiner Angst und Selbstzweifel in die Freiheit und Weite meines Lebens führen…

    Berufung… Das muss dann gar kein spektakulärer Auftrag sein. Gottes Ruf zeigt sich oft auch in den ganz alltäglichen Dingen: In den Familien oder am Arbeitsplatz. Manchmal kann es aber auch eine ganz schön große Nummer sein.

    Die Frage ist: Bin ich in Hörweite, wenn Gott ruft? Vertraue ich ihm - trotz all meiner Begrenzungen?

    Ich lade dazu ein, einmal nachzuspüren, was Deine Berufung sein könnte? Und dabei der leisen Stimme Gehör zu schenken, die Dich in die Freiheit führen möchte…

    Eine gesegnete Woche wünscht Christina Stadelmann, Grünwald

    3 min
  • Werden wie die Kinder

    „Opa“ begrüßte er mich, unser kleiner Enkel, inzwischen ein Jahr und acht Monate alt. „Opa“ hat er vor einigen Tagen zum ersten Mal gesagt und dann an allen Tagen unseres Besuchs immer wieder. Das hat mein Herz hüpfen lassen vor Freude. Kinder sind ein Geschenk des Himmels. Das sage ich bei jeder Taufe von kleinen Kindern. Sie bringen so viel mit an Lebenslust und Eigensinn. Sie sind empfänglich für Zuneigung und Liebe. Sie brauchen Zuwendung, in den Arm genommen werden, getröstet, wenn sie hingefallen sind, ermutigt, wenn sie Neues wagen.

    „Kleinen Kindern gehört das Reich Gottes“, hat Jesus gesagt. Das hat er seine erwachsenen Schüler gelehrt. Von Kindern können wir lernen. „Wenn ich einem kleinen Kind begegne, ziehe ich meinen Hut und sage: Guten Tag, Herr Doktor“, sagte Martin Luther.

    Was mich an meinem kleinen Enkel begeistert: Er ist ganz präsent. Er lässt sich faszinieren von Sand, Steinen, Blumen. Beim Spaziergang lässt er keine Pfütze aus. Bagger, Laster, Traktor bringen ihn zum Staunen. Er will dann bleiben, schauen, dabei sein. Wenn ihn etwas anzieht, muss ich mich auf ihn einlassen. Ihm bestätigen, dass das Leben erstaunlich ist. Ihm zustimmen. Mit Worten und mit Gesten. Arme ausbreiten, in die Höhe recken.

    Kleine Kinder rühren Erwachsene an, wenn sie denn die Kleinen wahrnehmen. Beim Einkaufen erlebe ich das. Beim Bäcker, beim Metzger, an der Theke erhalten sie fast immer etwas zugesteckt. „Möchtest du ein Stück?“ Kinder lassen sich beschenken. Kinder rühren Erwachsene an. Der Müllwagenfahrer winkt unserem Enkel zu. Der bleibt auch immer andächtig stehen, wenn er die Müllmänner im Einsatz sieht oder der große Mülleimer geleert wird.

    Unser kleiner Enkel vertraut uns, der Oma und dem Opa. Mama kann weggehen. Natürlich fragt er nach ihr immer wieder einmal, wenn sie einen halben Tag zur Arbeit weg ist. Ab dem zweiten Tag können wir ihn darüber hinwegtrösten. Er braucht nur unser Zusprechen. „Mama arbeitet. Nachher kommt sie wieder.“

    Was ich von meinem kleinen Enkel lerne? Ganz da sein, wo ich bin. Mich auf das eine zu fokussieren, was jetzt dran ist. Im Heute leben. Staunen über so vieles, was es an Schönem gibt, was andere vor uns geleistet haben und neben uns. Mich am Leben freuen, an der Schöpfung, an der Musik, an beeindruckenden Bauwerken. An Menschen, auf die ich mich verlassen kann.

    Dankbare Zufriedenheit will ich lernen. Ganz bewusst sagen: „Gott sei Dank“


    Mit dankbaren Grüßen

    Hans-Martin Steffe

    Linkenheim-Hochstetten

    3 min
  • Lebenswasser von außen

    Wir erleben als Familie in der letzten Zeit eine „Krisensituation“. Da sind wir drin. Da müssen wir durch. Wie wir da durch- und rauskommen, wissen wir nicht. Wir haben Hoffnung, dass das Bild aus dem Krisenkurs Wirklichkeit wird.

    Dort liegt in einer Einheit ein schwarzer Tunnel im Bodenbild. Vor dem Tunnel Blumenzwiebeln, Samenkörner. Am anderen Ende: Aufgegangenes, Blühendes.

    Etwas durfte reifen, aufbrechen, lebendig werden. Doch zuerst musste es durch den dunklen Tunnel durch. Die Zwiebel und das Samenkorn, in der dunklen Erde vergraben, müssen durchbrechen.

    Dazu braucht es von außen Sonne und Wasser und Nährstoffe.

    Zu mir kam „von außen“ ein Sonnen-Lied – durch einen lieben Menschen. Ob sie wusste, dass ich dieses Lied so dringend brauche?

    Ich habe es dann auf dem Heimweg im Auto sofort laut angehört – und es hat mir so gut gefallen und ich spürte, wie es meine Seele bewässert:

    Ich rufe Freiheit aus, stoß die Kerkertüren auf, denn dir gehört mein Lobpreis.

    Kannst Totes neu beleben, schenkst Freudenöl statt Tränen und dir gehört mein Lobpreis.

    Manchmal, da kann ich nicht anders, da muss ich meine Beine bewegen, meine Hände zum Himmel heben..

    Dieses Lied mit der freudigen Melodie war wie eine Lebenswasser-Dusche.

    Ich erinnerte mich an Paulus und Silas im Gefängnis, die mitten in der Nacht Gott lobten – unabhängig der Umstände – und Gott wandelte ihre Not zu Noten.

    Ich sang und singe dieses Lied mir selbst zu. Ich rufe es über unserer Krisensituation aus: Mein Gott kann alles – er hat immer Möglichkeiten!

    Das rufe ich in die Ungewissheit und den Zweifel hinein.

    Alleine kann ich das nicht – aber zusammen mit dem Lied und den Lautsprechern, die ich ganz laut aufdrehe - kann ich es und tue ich es –

    und es gibt mir Kraft um durchzugehen, weiterzugehen.

    Es gibt mir neue Hoffnung – im Angesicht des nebeligen Tals, der Dunkelheit – ja auch im Angesicht der Feinde.

    Es führt mir den gedeckten Tisch vor Augen, erinnert mich an diese Zusage aus Psalm 23, wenn ich durchs finstere Tal gehe.

    Ich weiß, dass so ein Lobpreislied nicht immer passt und es nicht DIE Hilfe ist, um durch Krisen zu kommen. Doch möchte ich euch mit meinem „kleinen Erleben“ ERMUTIGEN: Seid wachsam, welche Sonne, welches Wasser oder welche Nährstoffe auch immer euch von Gott entgegenfließen und seid MUTIG einfach mal auszuprobieren – ohne viel nachzudenken!

    Eine gesegnete Woche wünscht euch Damaris Friedrich

     

     

    3 min
  • Was fördert die Gemeinde?

    Wir sind stark herausgefordert, weil sich alles sehr schnell verändert. Neue Werte und Lebensformen entstehen immer schneller, kulturelle Einflüsse vermischen sich. Wie positionieren wir uns als Christen?

    Das Faszinierende ist, dass die gleiche Fragestellung bereits die ersten Gemeinden umgetrieben hat.

    Paulus widmet sich in seinen Briefen an vielen Stellen diesen Fragen und versucht Hilfestellungen zu geben. Im ersten Korintherbrief (Kapitel 9ff) geht er auf einige konkrete Punkte ein.

    Interessant ist der Maßstab, den er anlegt:

    Das Ziel ist möglichst viele für Christus zu gewinnen. (1. Kor 9,20). Deshalb schreibt Paulus, dass er wie einer aus der Gruppe geworden ist, in der er gerade gelebt hat. Bei ihm z.B. Juden, Griechen, Glaubensferne oder Menschen, deren Glauben schwach ist. Zu werden, wie einer aus der Gruppe bedeutet aber nicht, dass er seine innere Einstellung ändert. D.h. er hielt sich an die Regeln, die die jeweilige Gruppe für sich definiert hat, ohne jedoch zu glauben, dass diese Regeln mit seinem Glauben zu tun haben oder gar zu seiner Erlösung beitragen, seine innere Freiheit einschränken.

    Besonders bemerkenswert finde ich, dass er die Freiheiten, die er für sich in seinem Glauben gefunden hat, dort nicht in Anspruch nimmt, wo andere sich an diesen Freiheiten stören könnten.

    In 1. Kor 10, 23 ff: schreibt er: 23 Ihr sagt: »Alles ist erlaubt!« Mag sein, aber nicht alles ist deshalb auch schon gut. Alles ist erlaubt, aber nicht alles fördert die Gemeinde. 24 Ihr sollt nicht an euch selbst denken, sondern an die anderen. und V. 32 Lebt so, dass ihr für niemand ein Glaubenshindernis seid.

    Paulus sagt nicht: verhaltet Euch so, dass ihr vor Gott recht seid. Das setzt er einfach voraus. Meine Beziehung zu Gott muss stimmen. Aber er sagt, es spielt auch eine Rolle, welchen Eindruck die Anderen von Euch haben. Und zwar Andere innerhalb und außerhalb der christlichen Gemeinde.

    Was also möchte ich an alten Werten und Praktiken beibehalten und wo gehen wir mit der Zeit. Im Sinn von Paulus könnten folgende Fragen der Maßstab dafür sein:

    Was löst mein Verhalten bei anderen aus, hier vor allem bei jemanden, der unsicher ist im Glauben?

    Bin ich bereit mich der Gemeinde zuliebe anzupassen oder habe ich den Anspruch, dass ich nur in einer Gemeinde sein kann, die alle meine Ansichten teilt?

    Wie wirkt mein Verhalten auf Außenstehende? Wie fühlen sich Menschen, wenn sie einen Gottesdienst besuchen? Was sehen sie über den Umgang miteinander?

    Passen meine Worte und mein Verhalten zusammen?

    Wer sind denn heute die Gruppen, die Bubbles denen ich mich im Sinn von Paulus gleich machen soll?

    Unser Jahreslosung stammt auch auch dem ersten Korintherbrief (1. Kor. 16,14) Alles, was ihr tut, soll von Liebe bestimmt sein. Das ist doch ein wunderbares Leitmotiv.

    Herzliche Grüße von Christine Sommer

    3 min
  • Ein Ort der Verwandlung

    „Mama, können wir eine Höhle bauen?“ An diese Bitte unserer Kinder habe ich mich kürzlich erinnert. Aus Decken, Kissen und Stühlen wurde ein höhlenähnliches Gebilde gebaut, in das wir uns zusammen reingequetscht haben. Meist war es eng, das Licht gedämpft. Ein Ort der Ruhe…. Oft wurde uns Eltern dann etwas anvertraut oder wir lagen einfach nur da…. Zusammen. Wenn ich wieder herauskrabbelte, war ich irgendwie immer besser drauf als auf dem Weg nach innen…. Freier...

    Der Auslöser dieser Erinnerungen war das Bodenbild aus dem Kurs „Durch Krisen reifen - mit Elia auf dem Weg.“ Symbolisch wird der lange Weg des Propheten Elia durch die Wüste aufgezeigt - ein Krisenweg. Elia erreicht schließlich eine Höhle am Berg Horeb. Anders als unsere Wohnzimmerbauten kann eine „echte“ Höhle ja beides sein: sowohl bergend als auch bedrohlich. Sie ist insofern ein gutes Bild für das Innere des Menschen - das Unbewusste - und gleicht einem Abstieg in die eigene Tiefe…

    Ich kenne das aus den Krisen meines Lebens – dass ich tief in meine persönliche Geschichte geführt werde… Dass ich Seiten in mir entdecke, die bisher wie verschüttet waren – meine unbewussten Anteile…. In der Krise werde ich gezwungen, Dinge in mir anzuschauen, die mir nicht gefallen…  Ich muss manches schmerzhaft loslassen ….

    Elia hört in der Höhle die Stimme Gottes: „Was machst Du hier, Elia“? Und Elia darf klagen, darf sein ganzes Herz ausschütten… Nicht alles ist dabei faktisch richtig, Elia wiederholt sich und er übertreibt  – aber Gott lässt ihn. Er hört sich alles an – ohne dagegen zu halten oder zu korrigieren. Und dann…  begegnet er Elia ganz neu. Er kommt nicht so machtvoll, wie Elia es bisher gewohnt war – sondern ganz zart und still in einer „Stimme des verschwebenden Schweigens“. Das haut mich um. Dass Gott Elia und auch mir immer wieder neu so begegnet, wie ich es in dem Moment erfassen kann…

    Elia kann nach diesem zarten Flüstern Gottes wieder heraus aus der Höhle treten. Heraus aus dem, was er zu beklagen hat, heraus aus dem Alten, das er verabschieden musste…. Und er bekommt nun einen neuen Auftrag.

    In der Höhle hat eine Verwandlung stattgefunden. Elia hat Altes losgelassen – ein Neubeginn wird möglich. Ist es nicht auch in unserem Leben so? Dass dort, wo wir in der Krise etwas loslassen – unsere alten Vorstellungen – dass wir dort einen wichtigen Fund machen. Einen Schatz finden. Ich persönlich habe im Kurs den Edelstein der Freiheit gefunden. Die Freiheit, mich so anzunehmen, wie ich bin…

    Und so ist es mit der Krise ein bisschen so wie beim Höhlenbauen: Ich komme befreiter wieder heraus…  Die Höhle ist ein Ort der Verwandlung. Wenn ich es zulasse… Wir können dort einen Schatz finden. Vertrauen wir doch darauf, dass Gott genau dorthin kommt und uns begegnen will. 

    Eine gesegnete Woche wünscht Christina Stadelmann, Grünwald

    3 min
  • Da kam das Wort des Herrn zu mir

    Beim Propheten Elia im Alten Testament hat es mich beeindruckt. Es heißt dort mehrmals:“ Da kam das Wort des Herrn zu Elia.“ Wie geht das? Habe ich das auch schon erlebt, dass das Wort des Herrn zu mir kam? Wir sehnen uns danach, wir warten darauf, wir brauchen dieses Wort so dringend. Manchmal als Wegweisung, manchmal als Trost und Hilfe, um durch die Krisentunnel unseres Lebens hindurchzukommen. Wir wünschen uns oft so sehr, dass ein Wort von Gott uns erreicht und dass wir von der Ewigkeit berührt werden.

    Manchmal kommt dieses Wort dann so ganz anders als ich es erwartet hätte. Ich erinnere mich gut, dass ich mit kleinen Kindern in äußerster Not zu Gott geschrien habe. Unser Vermieter hatte uns den Garten verboten und wir wohnten an einer vielbefahrenen Straße. Gott, was sagst Du zu dieser Ungerechtigkeit??? Die Antwort kam prompt und ich wusste auch sofort, dass diese Antwort nicht von mir selbst kam: “Du sollst nicht trachten nach deines Nächsten Haus noch was sein ist…“ Erstaunlich war und ist, dass ich ab diesem Augenblick mit großem Frieden täglich viele Stunden auf dem Spielplatz verbracht habe. Es war OK.

    Vor einigen Tagen waren wir in einer evangelischen Messe. Ein Gottesdienst mit vielen liturgischen Elementen und nach nahezu zwei Stunden kam dann das Abendmahl. Die Frage war: Wo fühlst du dich schuldig.  Im selben Augenblick wusste ich es. In mir war: “Du hast ein hartes Herz.“

     Ja, so ist es. Im Umgang mit meiner hochbetagten Mutter fühle ich es sehr oft. Der Heilige Geist redet Klartext. Es ist so, ich bekenne es und kann nur bitten: Gib mir ein weicheres Herz. Wie gut tut dann der Freispruch, die Zusage der Vergebung. Ich darf sein mit meiner Unzulänglichkeit und muss mich nicht erklären.

     Wenn das Wort Gottes zu mir kommt, ist es oft anders als ich es mir vorgestellt habe oder wünschen würde. Aber es trifft mich genau an meinem Punkt. Punktgenau. Es ist, wie Gott es selbst zu Jeremia in Kapitel 23 sagte: “Ist mein Wort nicht wie ein Feuer und wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt?“ Und dann auch wieder so sanft, wie bei Petrus als Jesus ihn fragt: “Petrus liebst du mich?“ Es ist immer so, dass es mich in meinem Innersten trifft, in meinem Herzraum. Wie gut, dass es solche Risse und Ritzen gibt in unserer harten Rüstung, wo das Wort Gottes hindurch kommen kann.

    Ihre und eure Traudel Krause

    3 min
  • Mut zur Lücke

    Sei mutig und sei stark – mit Jesus.

    Diese Nachricht bekam ich aufs Handy als ich am Montag morgen aufstand, um zum Zahnarzt gehen zu müssen. Wirklich wie eine Aufforderung, ein Anstoß.

    Mit Gott wollen wir Taten tun, Psalm 60,14

    Das war die Tageslosung. Na, das auch noch!

    Mir stand eine größere Zahn OP bevor, verbunden mit einigen Verlusten, Entstehen von Lücken.

    Tja, die Lücken, auch die in unserem Leben, wie gehen wir damit um? Wie ging es mir auf diesem Weg?

    Eine humorvolle Begegnung damit hatte ich, als einige Tage zuvor zugefallenermaßen ein Auto neben mir parkte. Zwei deutliche Dellen waren sichtbar. Darüber stand mit rot sorgfältig geschrieben: this was Anna und bei der anderen Delle: this was Emmi. Und daneben in größeren Buchstaben: Relax.

    Mit diesen Erfahrungen im Herzen und auch ermutigt ging ich also zu dem Zahnarzt, der sehr behutsam und professionell handelte. Gleichzeitig betete ich auf dem Stuhl: wiederholte die Losung, lobte Gott, dankte Gott für die medizinischen Möglichkeiten, suchte nach guten Bibelworten und betete für alle im Raum. Ich spürte tiefe Entspannung und großen Frieden, auch beim Arzt und seiner Kollegin.

    Übrigens hat er später gesagt, dass er und das gesamte Team es spüre, wenn die Patienten einen spirituellen Hintergrund hätten!

    Und doch: was machte diese größere Lücke mit mir, auch wenn nur übergangsweise? Ich spürte inneren Schmerz, wie Abschiedsschmerz und Traurigkeit. Da waren nicht nur innere Tränen. Der Weg bleibt einem nicht erspart. Auch das Krachen und Knacken. Ja, da sind diese Lücken, nicht mal mehr zu verstecken.

    Gleichzeitig habe ich gespürt und wie eine innere Stimme gehört: du bist nicht allein. Ich sehe dich. Ich sehe dich an. Ich halte mit dir aus und du bist wunderbar gemacht, angesehen. Diese Erfahrung brachte mich weg von allen menschlichen Betrachtungen dieser Lücke und ich lernte, zu ihr zu stehen. Sie liebevoll anzusehen, barmherzig hinzuschauen, auszuhalten und dem Heilungsweg zu überlassen.

    Bereits am Nachmittag verließ ich das Haus mit rotem Lippenstift, um etwas zu besorgen.

    Wie gerne füllen wir die Lücken sofort mit Taten, weichen aus, strengen uns an oder ziehen uns zurück. Na, Sie kennen das. Oder?

    Ja, Lücken verursachen Abschiedsschmerz und Trauer, sind mit Scham belegt, brauchen Zeit zum Heilen, bevor sie wieder verschlossen werden oder Neues werden kann.

    Der Heilige Geist füllt und erfüllt die Lücken mit heilsamer Liebe und Achtung, Scham weicht der Barmherzigkeit.

    Diese Erfahrung wünsche ich uns immer wieder, dass wir nicht aufhören zu staunen trotz allem, in allem.

    Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg

    3 min
  • Komm herab oh Heil'ger Geist

    Morgens bevor wir miteinander in der Bibel lesen, singen meine Frau und ich ein Gebet zum Heiligen Geist:

    „Öffne meine Augen, Heiliger Geist,

    damit ich die Schönheit deiner Schöpfung sehe.
    Öffne meine Ohren, Heiliger Geist,
    damit ich deine Botschaft höre.
    Öffne mein Herz, öffne mein Herz, Heiliger Geist,
    damit ich deine Liebe spüre.“

    Wort und Geist gehören zusammen. Wir leben vom Wort der Bibel. Dort erfahren wir, was uns von Gott gegeben ist und was er von uns will. Die Geschichten aus dem Alten Testament und die Jesusgeschichten aus den Evangelien wollen entdeckt werden. Das versuchen wir bei Stufen des Lebens mit den dynamisch sich entwickelnden Bodenbildern. Wir schreiten die Geschichten der Bibel Schritt für Schritt ab. Dass in ihnen mir ganz persönlich etwas aufgeht, mich anrührt und verwandelt, das kann ich nicht machen. Das wirkt der Heilige Geist. Um den aber kann ich bitten, immer wieder neu.

    Das gilt auch für die persönliche Bibellese. Für die alten Geschichten, aber auch für die Briefe des Paulus und anderer Schreiber, die Prophetenbücher und die Psalmen. Der Heilige Geist ist ein Augenöffner, ein eyeopener. So hat ihn uns Jesus in seinen Abschiedsreden im Johannesevangelium vorgestellt.

    Vor kurzem haben wir wieder das Pfingstfest gefeiert. Es schwingt bei mir nach. Die alten und neueren Lieder, meist Gebete zum Heiligen Geist mit der dringenden Bitte:

    „Komm herab, o Heilger Geist,
    der die finstre Nacht zerreißt,
    strahle Licht in diese Welt.
    Komm, der alle Armen liebt,
    komm der gute Gaben gibt.
    Komm, der jedes Herz erhellt.“

    Wir brauchen den Heiligen Geist, von Gott dem Vater und dem Sohn gesendet. Der macht uns Jesus ganz präsent. Und der öffnet mich für mich selbst, für Gott, meine Mitmenschen und Gottes Schöpfung. Die Lieder zum Heiligen Geist stellen ihn uns vor. Wer er ist und was er bewirkt und heute in mir, in seiner Kirche und mit uns in seiner Welt bewirken will.

    Wir brauchen den Heiligen Geist. Er bewahrt vor Verzweiflung, macht Mut, gibt Widerstandskraft. Ich liebe die alten Worte: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“Durchhaltekraft, Herzensliebe und Klarheit im Denken.

    Das wünsche ich Euch, Ihnen und mir: Neue lebendige Erfahrungen mit dem Heiligen Geist und seine Entdeckung in der Bibel, in der Schöpfung und in seiner Kirche.

    Mit pfingstlichen Grüßen

    Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten

    3 min

About Stufen.aufs.Ohr

From the publisher's feed

Stufen.aufs.Ohr – Stufen zum Lauschen - für Zwischendurch