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Erst vor kurzem habe ich an meinem Ort den Kurs Saul und David – Leben im Geflecht/Gefecht von Beziehungen gehalten und bin mit den Teilnehmenden gemeinsam durch die Lebensgeschichten der beiden ersten Könige Israels gewandelt.
Diese Geschichten finde ich herausfordernd und tief. Einerseits fremd und andererseits so existenziell und wahr für unser Leben. Es geht um die Frage nach meinem Platz, die Frage um Macht, letztendlich auch um die Frage: Wer ist der Mensch und wer ist Gott?
Die Frage bei den Kursen ist immer wieder: Lasse ich die Themen dieser Lebensgeschichten von Saul und David an mich ran?
Wage ich es zu fragen:
Wo taucht ein Saul in mir auf?
Wo erlebe ich einen David in mir?
Immer wieder ist es spannend, wie so ein Kurs bei der Vorbereitung in mein eigenes Leben hineinspricht. Die Symbole, Bilder, Handlungsweisen der Personen sind in meinem Alltag Realität.
Auch ich kenne Goliaths, die mir gegenübertreten.
Auch ich kenne, es, dass ich manches nicht anspreche – aus Angst vor Ablehnung, Kritik oder Scham.
Auch ich kenne den Wunsch, dass mancher Problemmensch in meinem Leben einfach „verschwindet“ – so dass ich mich nicht mehr mit der Person und der Sache auseinandersetzen muss und mein Leben „einfacher“ wird.
Auch ich kenne die Momente, wo etwas in mir verstummt oder sich in mein Leben hineinwebt.
Gott erlebe ich in den Lebensgeschichten der beiden ganz unterschiedlich. Auf der einen Seite so ermutigend und großzügig. Er erwählt Saul und David und traut ihnen zu, König von Israel zu sein. Er gibt immer wieder eine Chance und spricht zu ihnen oder stellt ihnen Menschen zur Seite, die sie begleiten.
Aber Gott ist auch klar und deutlich – gibt Aufträge, die radikal und für mich – auch wenn ich verstehe warum – grausam sind.
Für mich geht nun nach dem Kurs das Bild der „Lebensmelodie“ mit:
Meine Lebensmelodie darf klingen – auch mit den schiefen Tönen, die zu mir gehören, mit den leisen und den lauten, den hohen und den tiefen, denen in Dur und denen in Moll.
Ich wünsche mir und euch, dass wir den Mut haben – wie Frieder Gutscher singt - uns auf dieses Leben mit seinen Widersprüchen einzulassen, dass wir es vermögen, zu kämpfen und geschehen zu lassen, weil wir wissen, wer wir sind und wer Gott ist.
Gott, mein Hirte, der mich leitet und führt, mich korrigiert und ermutigt.
Gott, der gern in all meinen Beziehungskisten mit dabei ist und der mich und alle, die zu mir gehören, in Seiner Hand hält.
Dass mir und euch dieses Herzenswissen, wer unser Gott ist, immer wieder vom Heiligen Geist geschenkt wird und sich so Hoffnung, Zuversicht und Gewissheit in uns ausbreitet, dass wir nicht allein sind – das wünsche ich Euch – gerade für unsere Pfingstzeit.
Denn durch SEINE Kraft, können wir uns und die anderen liebevoll wahrnehmen, uns auf sie einlassen und teilgeben, an dem, was wir sind und haben. Eine gesegnete Pfingstzeit wünsche ich Euch, Eure Damaris Friedrich
Eine der typischen Fragen zu Bibeltexten bei Stufen des Lebens ist: Wo finde ich mich in diesem Text wieder?
Wenn ich mir das bei Texten aus den Evangelien überlege, lande ich sehr oft bei den Jüngern. Ich bin wie die Jünger.
Mal begeistert, mal entgeistert. Manchmal fühle ich mich, als läge ich direkt am Herz von Jesu und im nächsten Moment höre ich seine Worte und ich verstehe nichts davon.
Ich möchte verweilen und Hütten bauen, wo ich die Herrlichkeit Gottes spüre und bin enttäuscht, wenn ich von dort zurück in den Alltag muss.
Es gibt Momente, in denen ich den Eindruck habe, der Geist öffnet mir die Augen für tiefe Erkenntnisse und im nächsten Moment holt mich meine Kleingläubigkeit wieder auf den Boden zurück.
Ich zweifle wie Thomas, bin von mir selbst enttäuscht wie Petrus, wünsche mir einen zugesicherten Platz in der Ewigkeit wie Jakobus und Johannes.
Wenn ich mich also im Verhalten der Jünger so gut wiedererkenne, stellt sich die Frage, ob ich auch etwas von Judas in mir habe. Eine sehr unangenehme Frage. Während die anderen Jünger, auch wenn sie Fehler machen, doch im Glauben bleiben und nach der Auferstehung über sich hinauswachsen, scheitert Judas.
Der Verrat oder die Überlieferung durch Judas erscheint mir so abgrundtief schlecht, dass ich mich in ihm keinesfalls spiegeln möchte.
Wofür steht Judas bei mir? Er täuscht die anderen und enttäuscht sie. Er gehört zum engen Kreis der 12 Jünger – eine Position, die ich mir wünschen würde – und doch scheint er von dem, was Jesus lehrt und vorlebt, nicht wirklich im Herz berührt zu sein.
Eine Interpretation für die Gründe von Judas ist, dass er die Dinge vorantreiben wollte, dass es ihm nicht schnell genug ging, dass Jesus sich nicht auf die Art durchgesetzt hat, wie sich Judas das vorgestellt hat und er ihn deshalb zum Handeln zwingen wollte.
Und da ist er mir plötzlich leider nicht mehr so fern. Wie oft wünschte ich mir, dass Gott an der einen oder anderen Stelle doch endlich mal aufräumen würde, dass das Reich Gottes sich mit einem allmächtigen Knall durchsetzt. Könnte es sein, dass ich hier meine persönliche Brechstange ansetze, weil ich nicht abwarten kann?
Erschreckend finde ich die Formulierung in der Bibel, dass der Satan von Judas Besitz ergriffen hat. Die negative Macht hat sich seiner bedient. Judas scheint selbst nicht mehr frei in seinen Entscheidungen gewesen zu sein.
Gibt es nicht so Momente, in denen eine negative Kraft in uns hervorbricht und wir Dinge sagen oder tun, die uns später unendlich leidtun?
Es gefällt mir nicht – aber ich finde durchaus Anteile in mir, die ich mit Judas in Verbindung bringen kann. Gott sei Dank sind die Anteile, die wie Petrus bekennen: „Du bist der Messias!“ die mächtigeren Anteile.
Ihre Christine Sommer
Ostern ist noch nicht so lange her. Und ich bin dankbar für wunderbare Gottesdienste in besonderen Formaten. Nur eine Erfahrung hat mich noch lange beschäftigt, die würde ich gerne mit Euch und Ihnen teilen: Es war am Gründonnerstag. Mehrere Gemeinden im Norden Heidelbergs waren eingeladen zu einem Tischabendmahl. Vor der Friedenskirche angekommen, herrschte eine spannend-festliche Atmosphäre. Ich habe so ein Tischabendmahl noch nie erlebt, ebenso zwei Damen, die sich langsam der Kirche näherten. Sie waren zögerlich, wir kamen ins Gespräch. Ich konnte ihnen nicht sagen, was wir erleben würden, nur andeuten und dass ich freudig gespannt sei. Sie wurden immer aufgeschlossener, aber doch noch unsicher: sollen wir uns da hineinwagen?Dann fing es auch noch an zu regnen, wir wurden gebeten, ins Gemeindehaus zu gehen. Die Damen wollten beinahe umkehren, ließen sich doch noch ein paar Schritte weiter locken und da standen wir plötzlich unter einem Regenbogen. Diese Erfahrung öffnete unsere Herzen, die Gespräche wurden tiefer. Anschließend wurden wir zum Eingang der Kirche gebeten, festlich freudig von allen Pfarrern und Pfarrerinnenam Eingang empfangen.Da entdeckte ich ein paar Bekannte, löste mich von diesen beiden Damen und kam mit den Bekannten ins Gespräch. Als die Posaunen spielten, wir begrüßt wurden, stellte ich fest: die beiden Damen hatten sich entfernt. Das hat mich ganz traurig gestimmt: hätte ich bei den Damen stehen bleiben sollen? Wie wichtig ist es doch, Menschen, in unsere Kirchen und Gemeinden HINEINZULIEBEN. Insbesondere in diesen Zeiten der kirchlichen Veränderungen und Unsicherheiten. Und was habe ich gemacht? Sie stehen lassen, alleine gelassen? Immer wieder habe ich an sie gedacht. Ach, wie hoch sind die Schwellen. Und wie sehr brauchen wir geduldige, liebevolle, unaufdringliche Begleitung?!
Wie heißt es in der Jahreslosung?
Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. (1. Kor. 16,14)
Diese Jahreslosung erinnert mich immer wieder: die Liebe ist der größte Schatz, den wir geschenkt bekommen, erleben und weitergeben dürfen.
Und da merke ich meine eigene Begrenztheit: Ich MUSS mir die Liebe immer wieder neu schenken lassen, um dann im Hören zur Seite zu stehen, zu bleiben und mitzugehen.
Mir blieb dann nichts anderes, als die Damen Dem zu überlassen, Der sie sieht und weiß, was sie brauchen.Vielleicht heißt Liebe auch, gehen lassen in aller Freiheit.
Mögen Sie gesegnet sein mit dieser Liebe zum Aufnehmen und Weitergeben, auf dass immer wieder österliche Freude spürbar werde.
Das wünscht Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg
Meine To Do Liste starrt mich an – ich starre zurück. Es ist einfach zuviel. Zuviele Aufgaben, zuviele Anforderungen, zu viel Druck… Alles wächst mir über den Kopf. Am liebsten würde ich mich ins Bett verkriechen und die Decke über den Kopf ziehen. Einfach mal meine Ruhe haben. Gerade begegnet mir dieses „Zuviel“ auch in meinem Umfeld auf Schritt und Tritt. Die Kleinunternehmerin erzählt, dass der Mitarbeiter gekündigt hat; ein Ersatz ist auf dem leergefegten Arbeitsmarkt nicht in Sicht. „Ich weiß gar nicht, wie es jetzt weitergehen soll… Ich rackere mich ab, muss arbeiten wie ein Pferd - aber es hört nicht auf… War denn der ganze Aufwand umsonst?“ Die Juristin berichtet von dem zunehmenden Druck im großen Unternehmen und hat Angst vor ihrem Beurteilungsgespräch. Sie sagt: „Ich schaffe das alles einfach nicht mehr…“ und ihr kommen die Tränen…
Solche Krisen, in denen es zuviel wird, kennen wir sicher alle. Wir suchen Wege und Möglichkeiten, um aus der Krise herauszufinden. Aber umsonst. Es ist, als ob uns alles aus den Händen gleitet…. Kennen wir das?
Die Jünger haben eine solche Erfahrung am See Tiberias gemacht. Jesus war gekreuzigt worden – ihnen war der Boden unter den Füßen weggebrochen. Wie sollte es jetzt weitergehen? Waren die ganzen letzten Jahre umsonst gewesen? Und sie entscheiden, fischen zu gehen. Alltagsgeschäft. Die ganze Nacht arbeiten sie durch – und doch bleiben die Netze leer… Das auch noch… Auch ihnen scheint alles aus den Händen zu gleiten. Wirklich alles umsonst…. Und dann lesen wir in Johannes 21: Als es Morgen war, stand Jesus am Ufer. Und er lässt die Jünger mitten in ihrem ganzen „Umsonst“ noch einmal fischen gehen. Eigentlich eine Zumutung… Und doch. Das Wunder geschieht. Die Jünger gehen diesen einen nächsten Schritt. Trotz allem. Und ihr Netz wird so voll, dass sie es nicht mal mehr ziehen können. Da wussten sie, es ist der Herr… In diesem Moment war ein Erkennen – ohne Worte.
Ich frage mich, ob es manchmal genau darum geht. Trotz meiner Ohnmacht, meiner Verlorenheit, meinen Dunkelheiten, trotz meinem Zuviel hinausfahren und die Netze auswerfen. Mitten im Alltagsgeschäft den einen nächsten Schritt zu tun. Und dann zu erleben, dass ich das an Land ziehen kann, was ich zum Leben brauche. Zu erleben, dass ich überraschende Hilfe bei meiner langen To do Liste bekomme. Dass sich ein neuer Mitarbeiter findet und dass das gefürchtete Beurteilungsgespräch viel besser als erwartet verläuft. Werfen Sie diese Woche doch einmal Ihre Netze in diesem Vertrauen aus – und lassen Sie sich überraschen von all dem, was Sie dann an Land ziehen.
Ihre Christina Stadelmann, Grünwald.
„Brannte nicht unser Herz“, so sagen es die Jünger, die nach Emmaus gegangen waren und beim Brotbrechen Jesus den Auferstandenen erkannten. „Als sie aber das hörten, gings ihnen durchs Herz“ so wird von der ersten Gemeinde in Jerusalem in der Apostelgeschichte erzählt. Wann brannte das Herz? Was hörten sie? Ich stelle sie mir vor, die Jünger und die vielen die sich inzwischen zu ihnen gesellt hatten, wie sie es immer wieder hören wollten, erzählen wollten, dass das Grab leer war, dass Jesus nicht im Grab liegt, sondern dass er sich in vielfältiger Weise den Jüngern nach der Auferstehung zeigte.
Wann war das in meinem Leben, dass die Worte Jesu mir durchs Herz gingen, dass mein Herz gebrannt hat oder wie wir heute sagen würden, wir berührt wurden? Was war es in den letzten Wochen, was mich berührt hat? Wir sehnen uns danach, dass etwas uns berührt, das es mitten in mein Leben hineinspricht und ich erschüttert werde. So, dass es eine Veränderung geben kann. So eine Berührung ist wie eine Quelle, aus der Freude und Kraft sprudeln. Wenn ich daran zurückdenke, werde ich wieder durchströmt und spüre es aufs Neue. Es ist wie eine Vergewisserung: Jesus ist da, jetzt!
Am Ostersonntag feierten wir die Osternacht mit einer großen Gruppe im Kloster Maihingen. Am Tag zuvor war es möglich, sich einer Vorbereitungsgruppe zu zuordnen. Ich wollte gerne beim Chor dabei sein.
Begonnen hat der Gottesdienst am Osterfeuer in der Dunkelheit. Nach einigen Stationen des Gottesdienstes, den Lesungen, Liedern und der Tauferinnerungsfeier kam die Abendmahlsfeier, die mich sehr bewegte. Danach sangen wir, der Chor ein Lied, das ich bisher nicht kannte. Dieses Lied ging mir durchs Herz. Da ging etwas in mir auf und kam zum Fließen.
„When I am down, and oh, my soul´s so weary. When troubles come and my heart burdened be. Then I am still and wait here in the silence until you come and sit a while with me.
You raise me up so I can stand on mountains, You raise me up to walk on stormy seas.
I am strong when I am on your shoulders. You raise me up to more than I can be.“
Was war das, wodurch wurde ich so stark berührt? Ich bin überzeugt, dass der Heilige Geist meine verletzten Stellen kennt und mich an diesen Stellen berührt. Dass etwas heil werden kann.
Ich wünsche Euch und Ihnen immer wieder diese Momente, in denen unser Herz brennt.
Ihre Und eure Traudel Krause
„Pardonner c’est son métier“, spottete der Aufklärer Voltaire gegen Gott. Aber im Kern hatte er Recht. „Vergeben ist Sein Anliegen.“ Gottes Lebensprinzip ist Vergeben und Versöhnen. Daran hat er Freude. Gott will nicht vergelten und bestrafen. Mit Worten des Apostels Paulus im 2. Korintherbrief: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.“ Gottes Lebensprinzip ist Vergeben und Versöhnen. Dietrich Bonhoeffer hat in der dritten Strophe seines Gedichtes: „Christen und Heiden“ geschrieben:
Darum ist die 5. Bitte des Vaterunsers so verheißungsvoll:
Gottes Lebensprinzip in Anspruch nehmen will sich durch uns in der Welt verwirklichen. Es ist eines Christenmenschen würdige Konsequenz der Vergebung, dass wir beten und leben “wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Vergeben ist nicht billig. Vergeben kann man nicht einfordern. Ich kann mich nicht selbst entschuldigen. Wenn wir sagen: „Ich entschuldige mich“, sagen wir, was wir nicht können. Um Entschuldigung können wir nur den bitten, an dem wir schuldig geworden sind. Vergeben ist nicht Fünfe grad sein lassen. Vergeben ist Ausdruck der Freiheit. Vergeben ist nicht Unrecht unter den Teppich kehren oder „Schwamm drüber“. Vergeben ist ehrliches Benennen. Aber Vergeben behaftet den anderen nicht bei seinem Unrecht. Vergeben ist ein Akt der Freiheit.
Lasst uns den Unterschied machen. Schalom und liebe Grüße
Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten
Noch sind wir vor Ostern, in der Kar-Zeit. Gestern oder vor einigen Tagen – je nachdem, wann du diesen Impuls hörst:
Palmsonntag – hoffnungsvoller Einzug Jesu in Jerusalem. Die Leute jubeln ihm zu, wedeln mit den Palmblättern – Freude bricht sich Bahn:
Unser Erlöser kommt!
Der König zieht in seiner Stadt ein!
Die Hoffnung vibriert in Jerusalem.
Ich kann das vor meinem inneren Auge sehen, spüre die Freude im Bauch...
Kennt ihr das auch – dass ihr euch so auf etwas freut oder über etwas?
Dass ihr die Hoffnung im ganzen Körper spürt?
Vielleicht auf das Ende einer bedrückenden Zeit
oder auf einen Neuanfang?
Auf jemanden, der kommt – oder endlich geht?
Was für eine Achterbahn der Gefühle wartet auf die Menschen, die Jünger – ja und auch auf Jesus.
Gemeinschaft mit den engsten Freunden beim letzten Mahl,
in dem Wissen, dass einer von ihnen ihn betrügen wird.
Ringen um Nähe mit seinen Freunden, die einschlafen,
Soldaten, Schwerter, Abführen
Wut, Hilflosigkeit, Verleumdung,
Angst und Schmerz, Folter und Qual bis zum Tod.
SCHWARZ.
Die Hoffnung gestorben.
Und diese stirbt doch zuletzt – sagen wir, oder?
Das Ende?
Ich erinnere mich an manche tiefen Momente meines Lebens,
wo ich hoffte, auf innere Freiheit und Aufatmen in Beziehungs-Situationen und Lebensträumen;
wo ich hoffte, auf Erlösung von Krankheit und Schmerz meines Vaters und meiner Mutter und uns allen, die mitlitten;
wo ich hoffe auf Veränderung, Durchdringen von Jesu Gnade und Heilung in Lebenssituationen meiner Freunde und Verwandten.
Achterbahn der Gefühle
Ich spüre das Schwarz in diesen Situationen – mit aller Hilflosigkeit, Ohnmacht, Wut und Verzweiflung.
Dann der Morgen nach 3 Tagen – vielleicht kam es ihnen wie eine Ewigkeit vor.
Das Grab ist leer. Helles Licht aus dem dunklen, schwarzen Grab.
Eine Stimme, die beim Namen ruft.
Jesus lebt.
Die Hoffnung lebt.
Erst nehme ich das weiße Licht der Engel wahr, langsam kommen die Farben dazu – das Grün des Grases und der Bäume, das Rosa der Knospen.
Die Hoffnung wacht in mir wieder auf –
auch für meine Situationen, meine Freunde, meine Familie...
Wenn Jesus lebt – dann ist Hoffnung da – wenn auch vielleicht zart und zögerlich.
Hoffnung in Jesus, ist etwas, das außerhalb meiner selbst ist.
Ich kann und muss es nicht machen, nicht aus mir heraus produzieren.
Die Hoffnung kommt mir entgegen – in Jesus Christus –
sie schenkt sich mir und ich darf empfangen.
Breite deine Arme aus und empfange den lebendigen Jesus Christus!
Hallelujah! Meine Hoffnung lebt.
Gesegnete Ostern wünscht Eure Damaris Friedrich
In der Akustik gibt es eine Methode, mit einem unerwünschten Geräusch, wie z.B. Straßenlärm umzugehen, indem es durch ein anderes, positiv empfundenes Geräusch übertönt wird, zum Beispiel ein Wasserfallgeräusch. Das unerwünschte Geräusch ist trotzdem noch da, wird aber nicht mehr wahrgenommen, obwohl die Gesamtlautstärke steigt.
In älteren James Bond Filmen stellt Bond, damit ein Gespräch im Hotelzimmer nicht abgehört werden kann, die Dusche an. Das rauschende Wasser verhindert, dass man seine Worte verstehen kann.
Wir sind in der Passionszeit. Eigentlich die Zeit, in der die Kirchen dazu aufrufen, sich über sein Verhalten Gedanken zu machen, Buße zu tun, also etwas zu verändern, in eine andere Richtung zu denken.
Ich nehme dies aber gerade nicht wahr. Woran liegt das? Ich finde, wir werden praktisch überflutet mit nicht-religiösen Aufrufen, unser Leben zu ändern. Die Spanne reicht von was ich essen und trinken soll, wie ich schlafen soll, über mein Einkaufsverhalten, meine Heiztechnik, meiner Work-Life-Balance, den richtigen Sport, über Fortbewegungsmittel, zum Medienkonsum, einer politisch korrekten Gesinnung und so weiter.
Das ist mir inzwischen so laut geworden, dass ich merke, wie ich zu mache. Ich verschließe mich gegen alle Aufrufe, weil mich das, was ich alles soll, überfordert und ich will nichts mehr hören. Es sind so viele Marktschreier unterwegs, dass ich die Stimme aus der Wüste, die ruft, dass das Himmelreich nahe ist, nicht mehr hören kann.
Dabei ist das doch das Elementare, das was wirklich Bestand hat. Und im Unterschied zu allen anderen Stimmen, muss ich die Veränderung nicht aus eigener Kraft, aus eigenem Vermögen, aus eigener Leistung bringen. Ich muss mich nur entscheiden, die Tür zu öffnen für Jesus. Das Wachstum des Himmelreichs, dieser Reichtum, der sich mir entfaltet, wächst allein durch Gottes Kraft.
Gerade jetzt im Frühling können wir beobachten, wie reich und farbenfroh die Natur sich zeigt. Jede Pflanze entwickelt ihre eigene Schönheit, ihre Besonderheit. Das Gras wächst, ohne, dass wir daran ziehen müssen.
Auch wenn Sie wie ich vielleicht den Lärm der vielen Stimmen satt haben, so versuchen Sie doch die leise Stimme des Johannes herauszuhören und öffnen Sie Ihre Herzenstür, so wie die Fenster jetzt im Frühling, um frischen Geist einziehen zu lassen.
Ihre Christine Sommer
Im November erzählte ich Ihnen von meiner Erkrankung. Ich war 3 Monate lang wie in einem Vakuum, begrenzt auf meine Wohnung, Abwechslung waren Arztbesuche und Physiotherapie, immer wieder ein Anruf oder mal Besuch von Kindern und Enkel. Es war ein Heilungsprozess, der nötig war. Ich musste regelrecht ins Leben zurückheilen. Das spürte ich auch nach einem Vierteljahr deutlich. Ich möchte sagen, der Wunsch wieder am Leben teilzunehmen kam zurück. Ich besuchte Veranstaltungen, auch den Frühjahrskurs mit dem Vaterunser besuche ich gerne. Mir wurde plötzlich sehr bewußt, dass ich ein volles Schatzkästlein hatte und ich davon zehren konnte, bis es eben leer war. Es reichte, bis ich wieder Kraft zum Nachfüllen hatte. Waltraud Mäschle benutzte den Gedanken oft. Und ja es stimmt, da ist gut, wenn ein Vorrat da ist. Ich kam mir wie ein ausgepresster Schwamm vor, der dringend Wasser brauchte. Also ging ich zur Quelle, ganz wichtig, ich ging wirklich raus aus dem Haus, besuchte Veranstaltungen und merkte, wie gut mir der Kontakt mit Menschen tut.
Da passt ein Lied aus dem neuen Liederbüchlein sehr gut dazu. Du bist die Kraft, die mir oft fehlt, du bist der Wert der wirklich zählt. Alles bist du mir Herr. Falle ich hin, stehst du mir bei, stillst meinen Durst und sprichst mich frei. Alles bist du mir Herr. Bei aller Last von Schuld und Scham, lobe ich dich, der sie mir nahm. Alles bist du mir Herr. Dich mein Retter, meinen Herrn, lobe ich für mein Leben gern. Alles bist du mir Herr. Ehre deinem Namen. Ja Jesus hat mich durchgetragen, hat Menschen an meine Seite gestellt, die mich betend getragen haben, als ich nicht mehr stehen und gehen konnte. Er war da als die körperliche Heilung dran war und ER war es, der mir vor Augen führte, was mir danach fehlte, nämlich geistliche Nahrung. Es gibt so viel Grund zu danken und zufrieden zu sein. Der aktuelle Vaterunserkurs stärkt mich sehr. Beten wir doch immer wieder zu unserem Vater im Himmel.
Damit grüßt Sie Ihre Margret Trojer
Die Passionszeit ermahnt mich, nach innen zu gehen. Jedes Jahr aufs Neue merke ich, dass es nicht leicht geht. Lange Zeit hatte ich nicht mehr an das Labyrinth gedacht, aber jetzt ist es mir wieder sehr gegenwärtig und hilfreich. Wer ein Labyrinth geht oder auch nur auf einem Blatt Papier den Labyrinthweg mit einem Stift nachzeichnet, der merkt, dass es ein weiter Weg ist bis zur Mitte. Da gibt es Wendungen und Überraschungen, aber dann plötzlich ist man am Ziel, ganz innen, in der Mitte, im Herzraum. Die Mitte, der Ort der Gottesbegegnung, der Ort, in dem die wichtigen Entscheidungen fallen und der Ort, an dem wir am liebsten bleiben wollen. Dass wir dort nicht bleiben können wird sehr deutlich an der Geschichte des Petrus.
Jesus geht mit den Jüngern Johannes, Jakobus und Petrus auf den Berg. Sie erleben wie Jesus verklärt wird. Elia und Mose, Männer aus längst vergangener Zeit, unterhalten sich mit Jesus. Eine Stimme vom Himmel bestätigt Jesus als Sohn Gottes. Ein ganz besonderes Erlebnis. Petrus will diesen Augenblick unbedingt festhalten. Er schlägt vor, Hütten dort zu bauen.
Aber auf dem Berg, in der Mitte können wir nicht bleiben. Es geht wieder herunter vom Berg, heraus aus der Mitte, heraus aus dem Labyrinth.
Für Petrus beginnt eine schwierige Zeit. Seine Beziehung zu Jesus bekommt feine Risse. Er versteht nicht, warum Jesus unbedingt nach Jerusalem will. Er versteht nicht, warum Jesus über sein Leiden spricht. Das will Petrus unbedingt verhindern. „Das geschehe dir nur ja nicht.“ Petrus versteht nicht, warum Jesus ihm die Füße waschen will. Dann, bei Jesu Verhaftung im Garten Gethsemane greift Petrus zum Schwert. Jesus ist nicht damit einverstanden. Und zuletzt zerbricht die Stärke des Petrus vollends. Er hatte von sich gedacht, dass er immer zu Jesus halten würde, ja mit ihm sterben könnte. Im entscheidenden Augenblick verleugnet er Jesus dreimal. Der Weg aus dem Labyrinth heraus führt uns zur Barmherzigkeit und zur Demut. Petrus weiß jetzt um sein Scheitern.
Nach Kreuzigung und Auferstehung Jesu hat Petrus wieder eine Erfahrung der Mitte. Eines Morgens steht Jesus plötzlich am Ufer. Er fragt die Jünger: „Kinder, habt ihr nichts zu essen?“ Dann wendet sich Jesus ganz allein Petrus zu und fragt ihn: „Petrus liebst du mich?“ Dreimal fragt Jesus. Ein gereifter Petrus, der um sein Versagen und sein Scheitern weiß, kann dreimal sagen: „Ja Herr, ich liebe dich.“ Petrus erhält eine neue Berufung.
Auf dem weiten Weg durch die Passionszeit grüße ich ganz herzlich,
ihre und eure
Traudel Krause
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