Superfly Selected

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Superfly Selected episodes

  • Superfly Featured | Interview zur B26 ArtWeekend

    Mit Sunny Pfalzer und Ariane Mueller haben wir zwei Künstlerinnen getroffen, die dort Arbeiten präsentieren: die eine mit einer Performance, die Körper, Klang und Publikum neu verschaltet; die andere mit einer Ausstellung, in der Wasser, Wandern und Verweilen zu Denkfiguren werden. Zwei Positionen von vielen - und zwei gute Gründe, die B26 nicht nur zu befahren, sondern ihr zuzuhören.

    18 min
  • Superfly Musikgeschichten | Pop als Safe Space

    Schon in den 70ern und 80ern entstanden rund um Disco, House und Ballroom Kultur Räume, die weit mehr waren als Clubs oder Tanzflächen. Vor allem Schwarze, queere und lateinamerikanische Communities fanden dort Orte, an denen sie frei feiern, sich ausdrücken und sichtbar sein konnten, während sie gesellschaftlich oft ausgegrenzt wurden. Viele Elemente moderner Popkultur kommen genau aus diesen Szenen: Voguing, Remix Kultur, DJ Culture oder Dance Pop tragen diese Einflüsse bis heute weiter.

    Auch Popstars begannen irgendwann, diese Räume sichtbar zu machen. Madonna brachte Ballroom und Voguing Anfang der 90er mitten in den Mainstream und machte queere Clubkultur weltweit sichtbar. Lange bevor Diversität oder Repräsentation zu Marketing-Schlagwörtern wurden. Und dann sind da noch die Fans selbst. Das Wort „Fangirl“ wurde jahrzehntelang belächelt, dabei entstanden genau dort riesige Communities, Freundschaften und Identitätsräume. Von Boyband Fanclubs bis zu heutigen Online Fandoms auf TikTok, Reddit oder Discord. Studien zeigen, dass solche Pop Communities oft starke emotionale Bindungen und Gemeinschaftsgefühl schaffen. Gerade viele queere Jugendliche beschreiben Pop Fandoms als Orte von Offenheit, Verständnis und emotionalem Halt.

    Vielleicht hat sich deshalb auch die Musik selbst verändert. Pop wurde verletzlicher, ehrlicher und persönlicher. Künstler:innen sprechen heute offener über Mental Health, Identität oder Unsicherheit. Perfektion ist längst nicht mehr alles. Der Begriff „Safe Space“ kommt zwar nicht aus der Popwelt. Popkultur hat solche Räume aber oft geschaffen, lange bevor sie gesellschaftlich breit akzeptiert wurden. Vielleicht begleitet Pop deshalb bis heute so viele Menschen emotional durchs Leben.

    5 min
  • Superfly Portraits | 100 Jahre Miles Davis

    Geboren 1926 in Alton, Illinois, begann Davis bereits früh Trompete zu spielen. In den 1940er-Jahren zog er nach New York, offiziell zum Studium an der Juilliard School, tatsächlich aber vor allem, um nachts in den Clubs der 52nd Street mit den Größen des Bebop zu spielen. Dort traf er auf Charlie Parker und Dizzy Gillespie,  Musiker, die den Jazz gerade revolutionierten.

    Doch Miles Davis wollte nie einfach nur Teil einer Bewegung sein. Er wollte die nächste schaffen. Schon Ende der 40er-Jahre entstand mit den Aufnahmen zu Birth of the Cool ein Gegenentwurf zum hektischen Bebop: kühlere Arrangements, mehr Raum, subtilere Dynamik. Damit legte Davis den Grundstein für den sogenannten Cool Jazz.

    In den 1950ern folgte eine Reihe legendärer Aufnahmen, darunter Kind of Blue aus dem Jahr 1959. Bis heute gilt es als das meistverkaufte Jazzalbum aller Zeiten. Gemeinsam mit Musikern wie John Coltrane, Bill Evans und Cannonball Adderley schuf Davis darauf Musik, die gleichzeitig komplex und zugänglich wirkt. Voller Atmosphäre, Offenheit und intuitiver Kommunikation.

    Gerade das machte Miles Davis so außergewöhnlich: Er umgab sich stets mit jungen, innovativen Musiker:innen und erkannte Talente oft lange bevor sie weltberühmt wurden. Wer in einer Miles-Davis-Band spielte, gehörte meist bald selbst zur Jazz-Elite. Stillstand interessierte ihn nie. Ende der 60er begann Davis, Jazz mit Rock, Funk und elektronischen Elementen zu verbinden. Das Ergebnis war Bitches Brew. Ein radikales Werk, das den Jazz endgültig in neue Richtungen öffnete. Viele liebten es, manche hassten es. Ignorieren konnte es niemand.

    Auch optisch und kulturell war Miles Davis seiner Zeit voraus. Maßgeschneiderte Anzüge in den 50ern, psychedelische Bühnenästhetik in den 70ern, später Lederjacken, Synthesizer und Funk-Grooves. Davis verstand Musik immer als Teil einer größeren kulturellen Bewegung. Seine Einflüsse reichen deshalb weit über den Jazz hinaus: Hip-Hop, Neo Soul, elektronische Musik oder experimenteller Pop beziehen sich bis heute auf ihn.

    Dabei war er nie der einfache Held. Davis galt als schwierig, kompromisslos und oft unnahbar. Seine Karriere war geprägt von Rassismus-Erfahrungen, gesundheitlichen Krisen und Drogenproblemen. Doch gerade diese Widersprüche machten ihn zu einer so faszinierenden Figur: verletzlich und arrogant, introvertiert und revolutionär zugleich.Als Miles Davis 1991 starb, hinterließ er keinen abgeschlossenen Stil, sondern eine Haltung: Musik darf sich verändern. Sie muss es vielleicht sogar. 100 Jahre nach seiner Geburt bleibt Miles Davis deshalb nicht nur eine Jazzlegende, sondern ein Symbol für künstlerische Neugier.

    Oder wie er selbst einmal sagte:„Do not fear mistakes. There are none.“

    Und vielleicht beschreibt genau das seinen Einfluss bis heute am besten!

    6 min
  • Superfly Buchkultur | Fast Abend, immer noch hell
    Sieben Freunde aus alten Zeiten verbringen gemeinsam ein paar Tage in dieser lukullischen Umgebung, es knistert ordentlich, Träume, Begehren, intellektuelle Dispute und ganze Lebenskonzepte dieser Anfang dreißig Jährigen werden spielerisch hinterfragt bis ausgelebt. Dabei liegt immer dieser Hauch Spannung in der Luft … »Fast Abend, immer noch hell« von Linea Maja Ernst ist bei S. Fischer erschienen.
    2 min
  • Superfly Album der Woche | Tom Funk - "What’s It Gonna Be?"

    Tom Funk liefert mit der Frage What’s It Gonna Be? den perfekten Soundtrack für die Tage des Jahres wo der Frühling langsam vom Sommer abgelöst wird. Der Londoner Produzent und Multiinstrumentalist lässt auf seinem neuen Album Neo-Soul, Funk, Hip-Hop und jazzige Cosmic-Soul-Elemente zu einem entspannten, aber detailreichen Gesamtbild werden. Die Referenzen reichen dabei von Marvin Gaye bis Lonnie Liston Smith, ohne je in bloßer Nostalgie stecken zu bleiben.

    Gemeinsam mit Co-Produzent Ozan Nidayi entstand im Lazy Robot Studio ein Sound, der gleichermaßen organisch wie modern wirkt. Besonders die Mischung aus laid-back Grooves, butterweichen Basslines und warmen analogen Sounds verleiht den zehn Tracks eine zeitlose Qualität. Gäste wie UK-Soul-Legende Omar, David Mrakpor von Blue Lab Beats oder Sänger Andre Espeut setzen zusätzliche Akzente, ohne den Flow des Albums zu stören.

    Inhaltlich kreist What’s It Gonna Be? um Liebe, Sehnsucht und die Überforderung des urbanen Alltags. Doch statt Schwere dominiert hier Leichtigkeit: Funkige Rhythmen treffen auf entspannte R&B-Vibes, jazzige Instrumentals gleiten mühelos in P-Funk-inspirierte Passagen über. Tom Funk schafft damit ein Album, das gleichzeitig lässig, musikalisch anspruchsvoll und enorm stimmungsvoll ist.

    Ein Album wie ein warmer Frühlingsabend in der Stadt – groovig, soulful und voller Atmosphäre.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • Coming back for more
    • For love
    • What’s it gonna be
    • Give it all up for you
    • Brighter day
    • Amongst the stars
    3 min
  • Superfly Musikgeschichten | Im Gespräch mit Adrian Sherwood

    Sherwood gilt als einer der großen Klangarchitekten des Dub außerhalb Jamaikas. Sein Markenzeichen: das Mischpult als Instrument zu begreifen und mit Echo, Delay und Bass völlig neue musikalische Räume zu erschaffen. Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg verband er jamaikanische Soundsystem-Kultur mit Punk-Energie, Hip-Hop, Industrial und elektronischer Clubmusik, lange bevor Genregrenzen in der Popmusik selbstverständlich verschwammen. 

    Bis heute arbeitet Adrian Sherwood kompromisslos weiter an neuen Klangideen. Auch aktuelle Projekte zeigen, dass er nicht nostalgisch zurückblickt, sondern Dub immer wieder neu denkt, als offene Methode, Musik zu zerlegen, neu zusammenzusetzen und in die Zukunft zu führen. 

    Adrian Sherwood ist Gast beim Dub Champions Festival im Flucc. Gerald Travnicek hat vorab mit ihm telefoniert.

    16 min
  • Superfly Musikgeschichten | Wann wurde eigentlich alles Pop?

    Dabei ging es bei Pop eigentlich nie nur um einen bestimmten Sound. Das Wort kommt schließlich von „popular“. Also Musik, die viele Menschen erreicht. Genau deshalb wurde Pop irgendwann größer als ein einzelnes Genre und Teil der Popkultur. Mode, Fernsehen, Trends und Jugendbewegungen begannen plötzlich genauso mitzuspielen wie die Musik selbst. In den 80ern machte MTV Pop endgültig zum visuellen Ereignis. Madonna verstand früh, dass zu Pop auch Provokation, Identität und Inszenierung gehören. Musikvideos wurden genauso wichtig wie die Songs selbst. Mit Pop kamen neue Figuren und Begriffe: Popstars, Pop Icons, Divas, Girlbands und Boybands. Musik wurde nicht mehr nur gehört, sondern auch gesehen und vermarktet.

    In den späten 90ern und 2000ern erreichte diese Popmaschine ihren nächsten Höhepunkt. Britney Spears wurde zum Symbol einer ganzen MTV Generation. Gleichzeitig wanderten Hip Hop, R&B und elektronische Musik immer stärker in den Mainstream. Genres begannen zu verschwimmen und Pop entwickelte sich zunehmend zum Sammelpunkt unterschiedlichster Sounds und Einflüsse. Parallel dazu veränderten Internet, Streaming und später TikTok die Musikindustrie komplett. Früher entschieden Radiosender und Musikfernsehen, was groß wird. Heute übernehmen das Algorithmen und Playlists.

    Besonders hörbar wurde dieser Wandel in den 2010ern. Lorde brachte minimalistischen Pop zurück in die Charts. Frank Ocean zeigte, wie offen moderner Pop zwischen Soul, Alternative R&B und experimentellen Sounds klingen kann. The Weeknd verband düsteren R&B mit Synth Pop und Stadiongröße, während Billie Eilish bewies, dass selbst leise Bedroom Produktionen globale Popmomente auslösen können. Heute verbinden Artists wie Jungle, RAYE oder Olivia Dean Soul, Funk, Indie, elektronische Musik und modernen Groove ganz selbstverständlich miteinander. Vielleicht ist Pop heute deshalb weniger ein fixes Genre als vielmehr ein Ort, an dem unterschiedlichste Sounds und Ideen aufeinandertreffen.

    Und genau deshalb lieben wir ihn auch bei Radio Superfly. Nicht als beliebigen Chart Hintergrundsound, sondern als handverlesene Musik mit Charakter, Gefühl und Groove. Genau daraus entsteht jetzt auch unser neuer Channel Superfly Pop. Hört rein!

    6 min
  • Superfly Musikgeschichten | Im Gespräch mit Eddie Piller

    Gemeinsam mit Gilles Peterson rief er dann Acid Jazz ins Leben, erst als Label, später als weltweite Bewegung. Bands wie Jamiroquai, The Brand New Heavies, Corduroy oder Mother Earth wurden zum Soundtrack der 90er und machten Acid Jazz zu einem der prägendsten musikalischen und kulturellen Strömungen dieser Zeit.Mit dem Blue Note eröffnete Eddie außerdem einen Club, der das kulturelle Gesicht von Hoxton und Shoreditch nachhaltig verändern sollte, lange bevor dort überhaupt jemand von Hype sprach. Parallel dazu startete er seine Karriere im Radio, moderierte Sendungen für Jazz FM, BBC 6 Music und Soho Radio und gewann sogar einen British Radio Award.

    Heute betreibt er mit Totally Wired Radio seine eigene internationale Online-Station, veröffentlicht Bücher über Musik- und Jugendkultur, kuratiert Festivals und ist nach wie vor als DJ unterwegs. Immer mit einer tiefen Liebe für Soul, Jazz, Reggae und Mod Culture. Und genau darüber hat Gerald Travnicek mit ihm geplaudert, über Musik, Szene, Stil und ein Leben zwischen Underground und Popkultur.

    12 min
  • Superfly, Kinderbuchwelt | Wer bestimmt hier was?

    „Wer bestimmt hier was?“ ist ein lebendiges Sachbuch für Leserinnen und Leser ab acht Jahren, mit vielen Denkanstößen und Gesprächsanlässen für Familien, Schulen und im Freundeskreis. 

    „Wer bestimmt hier was?“ von Assata Frauhammer und Claudia Weikert, erschienen bei Beltz & Gelberg. 

    3 min

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