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Schon in den 60ern stand sie in Jamaika im Studio, genau in jener Zeit, als aus Ska langsam Rocksteady und später Reggae wurde. Während viele Artists kamen und gingen, blieb Dawn Penn immer Teil dieses Sounds. Manche würden sagen: Unaufgeregt, cool und auf alle Fälle kompromisslos echt.
Mit “You Don’t Love Me” nahm sie einen Song auf, der Jahrzehnte später, neu aufgenommen, als “No, No, No” weltweit explodierte. Ein Track, der vom jamaikanischen Soundsystem bis in internationale Clubs gewandert ist, gesampelt und neu interpretiert wurde und bis heute funktioniert. Kaum ein anderer Reggae Song hat diesen Sprung in die globale Popkultur geschafft und trotzdem nie seine Wurzeln verloren.
Was Dawn Penn dabei immer besonders gemacht hat, ist diese Ruhe in ihrer Musik und ihrem Auftreten. Sie macht keine Show, denn sie ist Show genug. Außerdem steht sie für Frauen der jamaikanischen Musikszene, die den Sound entscheidend mitgeprägt haben, oft aber viel weniger sichtbar waren als ihre männlichen Kollegen. Dawn Penn ist bis heute eine jener Künstlerinnen, die nicht laut sein müssen, um Eindruck zu hinterlassen. Ihre Musik trägt Geschichte in sich, bleibt dabei aber zeitlos. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ihre Songs auch Jahrzehnte später noch Menschen erreichen....und das besonders live.
Eine nächtliche Fahrt durch ein anderes Wien. Schräg, elegant, ironisch und gleichzeitig tief im Club verwurzelt. Das Album "Meidling Discotheque" von Graf Hadik und Erdem Tunakan verbindet Nu Disco, Leftfield House und experimentelle Elektronik mit einem sehr eigenen Wiener Charme. I’m back baby…
Schon der Titel „Meidling Discotheque“ ist ein starkes Bild: Kein glamouröser Großraumclub, eher eine imaginäre Tanzfläche zwischen Gemeindebau, Nachtlokal und Underground-Keller. Genau dort bewegt sich auch der Sound des Albums. Die Tracks klingen verspielt und gleichzeitig reduziert. Mit trockenen Drumcomputern, schiebenden Basslines, träumerischen Vocals und einer Atmosphäre, die irgendwo zwischen Retro-Futurismus und Wiener Schmäh liegt.
Stephan Wildner alias Graf Hadik bewegt sich seit Jahren an der Schnittstelle von Kunst, Clubkultur und Wiener Underground und ist bekannt für seinen trockenen Humor sowie seinen eigenwilligen Zugang zu elektronischer Musik. Erdem Tunakan wiederum zählt zu den prägenden Figuren der heimischen Techno- und Produzentenszene und bringt internationale Cluberfahrung ebenso mit wie ein feines Gespür für rohe Grooves. Gemeinsam entwickeln die beiden auf diesem Album einen Sound, der gleichzeitig verspielt, minimalistisch und unverkennbar wienerisch wirkt.
Das Album erinnert stellenweise an die elektronische Kultur Wiens der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre, ohne nostalgisch zu werden. Bemerkenswert ist auch, dass neben den Originalversionen mehrere Instrumentals enthalten sind. Dadurch wirkt das Album fast wie ein DJ-Tool oder eine kleine Klangbibliothek für nächtliche Sets. Wer elektronische Musik mag, die nicht geschniegelt und international austauschbar klingt, sondern lokal gefärbt, eigensinnig und charmant schräg ist, findet hier eine der interessantesten Wiener Veröffentlichungen der letzten Zeit.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Seit den 1980er-Jahren veränderten neue Technologien die Musikproduktion grundlegend: Synthesizer, Drumcomputer und später digitale Produktionsprogramme machten es möglich, Songs vollständig am Computer zu produzieren. Heute entstehen viele Hits in internationalen Teams aus Produzenten, Songwritern und Sounddesignern.
Auch die Vermarktung hat sich verändert. Früher entschieden Radiosender und Plattenfirmen über Erfolg oder Misserfolg eines Songs. Heute beeinflussen Streamingplattformen und soziale Netzwerke wie TikTok maßgeblich, welche Musik weltweit Aufmerksamkeit bekommt. Dadurch ist Popmusik schneller, internationaler und trendorientierter geworden. Songs werden oft kürzer produziert, damit sie sofort wirken und in sozialen Medien funktionieren.
Musikalisch lässt sich moderner Pop kaum noch klar von anderen Genres abgrenzen. Aktuelle Popsongs verbinden häufig Elemente aus Hip-Hop, elektronischer Musik, R’n’B oder Latin Music. Genau diese Vermischung ist heute typisch für das Genre. Doch wie erkennt man Popmusik überhaupt? Entscheidend ist weniger ein bestimmter Sound als vielmehr ihre Funktion: Popmusik richtet sich an ein möglichst breites Publikum. Kennzeichnend sind eingängige Melodien, wiedererkennbare Refrains, einfache Songstrukturen und eine starke Orientierung an aktuellen gesellschaftlichen und musikalischen Trends. Popmusik ist deshalb nicht statisch, sie verändert sich kontinuierlich mit ihrer Zeit und gilt oft als musikalischer Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen.
Wir bei Radio Superfly unterscheiden seit jeher nur zwischen Musik die zu Superfly passt, und die nicht zu uns passt. Dabei geht es nie um Verkaufszahlen, oder Bekanntheit, sondern nur um jeden einzelnen Song. Und genau deshalb spielen wir auch Musik, die als Popmusic gekennzeichnet werden kann. Und die gibt es geballt in unserem neuen Pop Channel auf der superfly app. Reinhören, und manchmal mitsingen…
Hinter lovetempo steht der Produzent und Multiinstrumentalist Mattie Safer, vielen vielleicht noch als Bassist der New Yorker Band ‘The Rapture’ bekannt. Mit diesem Projekt zeigt er eine andere Seite von sich. Weniger nervös, weniger kantig, dafür voller Groove, Wärme und Bewegung. In seiner Albumveröffentlichung “There is a Light” fließen Disco, Soul, House und organische Live-Elemente ganz selbstverständlich zusammen. Es ist Musik, die gleichzeitig nach Clubnacht, Sonnenaufgang und Wohnzimmer klingt.
“There Is a Light” ist lovetempos Debütalbum und begleitet Safer schon seit Jahren. Die zentrale Idee des Albums entstand ursprünglich vor rund 15 Jahren mit der Zeile: „There is a light that lies in me.“ Genau darum geht es hier auch thematisch. Um das Wiederfinden von Zuversicht, um Kreativität, Selbstvertrauen und die Verbindung zur eigenen Umgebung. Nicht nur romantische Liebe spielt eine Rolle, sondern auch Liebe zum Leben, zum Tanzen und zur Musik selbst.
Klanglich bewegt sich das Album zwischen Cosmic Disco, Funk und warmen elektronischen Texturen. Alles wirkt offen, lebendig und sehr menschlich. “There Is a Light” erinnert daran, wie viel Kraft in einem guten Groove stecken kann.
Anspieltipps der Musikredaktion:
"Die Kunstkomplizen" feiert am 8.Mai Ö-Kino-Premiere. Hört rein!
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