Superfly Selected

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Superfly Selected episodes

  • Superfly Featured | Tag der Inklusion (Barrierefreies Bauen)

    Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich ein aktuelles Projekt aus Wien. Ziel ist es, Barrierefreiheit neu zu denken - differenzierter, verständlicher und näher an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen. Wir haben mit Katrin Kramer geplaudert. Sie arbeitet gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner an einem Kategoriesystem für barrierefreies Bauen.

    Hört rein!

    18 min
  • Superfly Album der Woche | Leo Middea - "Notícias De Puglia"

    Leo Middea meldet sich mit seinem sechsten Album “Notícias de Puglia” zurück, übersetzt etwa “Nachrichten aus Apulien”. Ein Titel, der sofort Bilder entstehen lässt. Brasilianische Seele irgendwo in Süditalien, zwischen Fernweh und Heimatgefühl. Genau da bewegt sich auch Middea selbst. Geboren in Rio de Janeiro, seit Jahren in Europa unterwegs, hat er sich mit seiner warmen, offenen Art ein internationales Publikum erspielt. Seine Musik ist tief in Brasilien verwurzelt und gleichzeitig offen für Einflüsse aus aller Welt, persönlich, reisend und immer in Bewegung.

    “Notícias de Puglia” ist dabei mehr als nur ein Album, es ist ein Gefühl. Entstanden aus der Distanz zu Brasilien, wird Sehnsucht hier nicht schwer, sondern leicht und lebendig. Middea verwandelt Erinnerungen in Rhythmus und Groove, in dieses warme, sonnige Klangbild, das sofort trägt. Das Album funktioniert wie ein musikalischer Brief nach Hause, geschrieben aus der Ferne und doch voller Nähe. Produziert von Breno Virícimo, mit einem fein eingespielten Team, entsteht ein Sound, der organisch wirkt, vielseitig bleibt und mühelos über alle Grenzen hinweg funktioniert.

    Middea balanciert gekonnt zwischen Leichtigkeit und Tiefe, zwischen Feier und Momenten des Innehaltens. “Notícias de Puglia” erzählt von einem Künstler, der unterwegs ist und genau darin seine Identität findet.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • Atabaque
    • More Than Two
    • Passareia
    • Fio de Bronze
    • O Baile Comecou
    • Sulamerica
    • Ruota Panoramica
    3 min
  • Superfly Buchkultur | Das Positive leben
    Die Welt gibt es nicht, in dem Sinne, als dass sie ein rein abstraktes Behältnis ist. Daraus wird ein Manifest gegen »Overthinking«, gegen unnötige Metaebenen, für Verantwortung und Handeln. Es regt dazu an, unsere Basis für das Menschsein neu zu denken, in allen Belangen, gegen die grassierende Skepsis, ja die Hoffnungslosigkeit. »Das Positive leben. Eine neue Aufklärung für unsere verrückte Zeit« von Markus Gabriel und René Scheu ist bei Kein & Aber erschienen.
    2 min
  • Superfly Musikgeschichten | Mit Superfly um die Welt: Nigeria

    Alté steht für ein anderes Nigeria. Für Künstler und Künstlerinnen, die sich nicht in die klassischen Bilder von Erfolg und Pop einordnen wollen. Leute wie Tomi Agape, Cruel Santino, Wavy the Creator oder Lady Donli bewegen sich irgendwo zwischen Musik, Mode, Film und Internetkultur. Ihre Welt ist visuell genauso wichtig wie der Sound: Skateboards, DIY-Ästhetik, cineastische Clips. Oft wirkt das Ganze eher wie ein Kunstprojekt als wie klassisches Popmarketing. Auch musikalisch geht’s in eine andere Richtung. Statt klarer Songstrukturen bekommt man Vibes: Neo-Soul-Anleihen, ein bisschen Indie, Lo-Fi, manchmal fast schwebend. Ein Einfluss, der immer wieder durchscheint, ist dieser spirituelle, freie Ansatz, wie man ihn von Künstlerinnen wie etwa Erykah Badu kennt, nur übersetzt in einen ganz eigenen, nigerianischen Kontext.

    Was die Szene zusätzlich spannend macht: Sie funktioniert weniger über Stars als über Netzwerke. Klar, große Namen gibt es auch hier, allen voran wohl Tems, die auch internationale Preise sammelt. Die Szene funktioniert aber über Kollektive, Crews, enge kreative Freundeskreise. Ein Name, der dabei immer wieder fällt, ist Odunsi-The Engine. Viele releasen gemeinsam, arbeiten visuell zusammen und pushen sich gegenseitig.

    Obwohl das alles sehr global wirkt, entstanden ist die Szene ja in der großen Welt von Social Media, bleibt sie stark in Lagos verwurzelt. Im Slang, im Alltag, in dieser Mischung aus Chaos und Energie, die die Stadt prägt. Alté ist dabei auch leise politisch. Es geht um Individualität, um Freiräume, um das Spiel mit Identität. Nicht laut und plakativ wie einst der gefeierte Fela Kuti, aber immer noch deutlich spürbar und mit dem Respekt vor der Pionierarbeit dieses Afrobeat Weltstars. Vielleicht ist genau das der Reiz: Während der Mainstream nach vorne geht, dreht Alté leicht zur Seite. Musik, die nicht unbedingt sofort ins Ohr will  aber lange im Kopf bleibt. Alté wirkt mit dieser oft tranceartigen Wirkung. Und man möchte sofort zum Flughafen und eintauchen… „Einmal Lagos bitte“.

    5 min
  • Superfly Album der Woche | Alexander IV - "Alchemist"

    Wenn Produzenten aus ihrem üblichen Kontext ausbrechen wollen um eine andere Seite von sich zu zeigen, dann scheitern viele. Nicht der Niederländer Joris Feiertag. Bekannt für seine clubtauglichen Solo-Produktionen, begibt er sich mit dem Projekt Alexander IV in einen eher introspektiven und cineastischen Raum, in dem er Live-Musikalität, Samples und eine tiefe Liebe zu Soul und Jazz verbindet. Der Multiinstrumentalist öffnet mit seinem Debütalbum Alchemist ein neues Kapitel.

    Der Opener „Touch of Gold“ setzt gleich ein Statement. Jazzige Eleganz trifft auf einen tighten Hip-Hop Switch. Danach geht’s weiter durch nächtliche Soundscapes: „All I Have to Say“ liefert eine starke Late-Night-Energie, während „Palau“ und „La Vie“ tief in dubbige, trip-hopige Gefilde eintauchen und „La Parisienne“ die Frauen der französischen Hauptstadt mit einer lässig funkigen Eleganz auf ein Podest hebt.

    Auf 13 Tracks entfaltet sich ein warmes, detailverliebtes Klanguniversum zwischen dusty Breakbeats, analogen Texturen und organischer Instrumentierung. Hier trifft crate-digger Ästhetik auf cineastische Tiefe. Auch die Vocal-Features setzen Highlights: Cézanne auf „This Won’t Do“, Oli Hannaford mit soulful Vibes auf „Time of Day“ und Pete Josef auf dem Afrobeat-inspirierten „Long Way from Home“. Ein besonderer Moment: Spoken-Word-Ikone Ursula Rucker auf „Now, Pause…“, ein Track zum Innehalten.

    "Alchemist" ist kein lautes Debüt, und genau darin liegt seine Stärke. Es entfaltet sich langsam und wirkt dabei umso nachhaltiger. Ein Album für späte Stunden, offene Fenster und gute Anlagen. Alexander IV, "Alchemist", ist auf Sonar Kollektiv erschienen.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • Touch of Gold
    • Génie
    • Now Pause
    • Long Way From Home
    • Time of Day
    • Bop
    • La Parisienne
    • Midnight
    3 min
  • Superfly Samplebrösel | Moby

    Um weitere Samples zu hören, einfach den Beitrag abspielen. Moby hat sich mit zahlreichen Klassikern in die Topliga der Popmusik produziert. Sein Faible für markante Vocal-Samples, vor allem aus Folk und Blues, aber auch aus Kinderliedern, hat seinen Sound entscheidend geprägt. Knapp über 200 Samples hat er im Laufe seiner Karriere für seine Songs verwendet. Vielleicht auch deshalb hat er seine größten Hits nun mit dem Budapest Art Orchestra neu eingespielt. Hört rein!

    6 min
  • Superfly Musikgeschichten | Mit Superfly um die Welt: Gnawa (Marokko)

    In den sogenannten Lila Zeremonien, nächtlichen Ritualen, bei denen Musik zur Trance und Heilung eingesetzt wird, tragen die tiefe Guembri, eine dreisaitige Basslaute, und die klirrenden Krakebs, Metallkastagnetten, die Menschen in tranceartige Zustände. Ein Sound, der leise beginnt, sich entfaltet und genau darin seine Kraft findet.

    Über Generationen hinweg wurde dieser Sound von den Maâlems geprägt, den musikalischen und spirituellen Leitern dieser Tradition. Einer der einflussreichsten war Maâlem Mahmoud Guinia, der Gnawa weit über Marokko hinaus hörbar gemacht und ihn in den Dialog mit Jazz geführt hat. Seine Musik steht bis heute für diesen hypnotischen Kern.

    Doch Gnawa war nie nur männlich geprägt. Frauen waren immer Teil dieser Kultur, als Moqaddemat, spirituelle Leiterinnen, oder als Tänzerinnen, die die Verbindung zwischen Musik und Körper tragen. Heute stehen sie selbst im Zentrum. Eine von ihnen ist Asmaa Hamzaoui, die mit ihrer Band Bnat Timbouktou die Guembri spielt und diese Tradition in die Gegenwart führt.

    Und genau hier beginnt sich der Sound zu öffnen. Aus dieser tief verwurzelten Tradition entstehen neue Klangsprachen, die sich nach außen bewegen, ohne den Kern zu verlieren. Bei Oum hört man das in warmen, getragenen Arrangements zwischen Soul und Jazz, während Hindi Zahra diese Atmosphäre weiter verdichtet und in eine reduzierte, fast schwebende Form bringt. Und auch wenn queere Stimmen in vielen Teilen dieser Welt oft unsichtbar bleiben müssen, gerade in einem gesellschaftlichen Umfeld, das in Teilen noch konservativ geprägt ist, entstehen in solchen musikalischen und spirituellen Räumen neue Formen von Ausdruck. Gnawa war immer ein Ort für Transformation, für das Überschreiten von Grenzen, musikalisch wie kulturell. Ein Raum, in dem Identität nicht immer eindeutig festgelegt ist, sondern sich im Rhythmus, in der Bewegung und im Moment neu entfalten kann.

    Ein Sound zwischen Welten, verwurzelt in Marokko und getragen von westafrikanischen Wurzeln, heute weitergedacht in der Gegenwart. Gnawa nimmt sich Zeit, entfaltet sich und bleibt genau deshalb hängen. Und genau so klingt auch Superfly. Ein Groove, den man nicht nur hört, sondern mitnimmt.

    6 min
  • Superfly Portraits | Lady Blackbird

    Lady Blackbird ist der Künstlername von Marley Munroe. Aufgewachsen in der Kleinstadt Farmington, New Mexico, in einem streng christlichen Elternhaus, begann Monroe früh zu singen, nur eben in einer Form, die nicht wirklich zu ihr gepasst hat. Sie wuchs mit Kirchenmusik auf und trat bei Veranstaltungen rund um ihre Geburtsstadt als Sängerin auf. Ein Label für christliche Musik wurde auf sie aufmerksam und schloss einen Vertrag mit ihr, als sie erst 12 Jahre alt war. Später wandte sie sich der Kirchenmusik ab. Raus aus Verträgen. Raus aus Erwartungen. Raus aus New Mexico. Als 18-jährige ging sie nach New York, probierte sich dort aus und experimentierte mit verschiedenen Musikrichtungen und findet zum ersten Mal wirklich zu sich selbst. Als Lady Blackbird...und diese könnt ihr am 27. April auf dem Superfly Konzert im Jazzit erleben.

    4 min

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