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  • Superfly Album der Woche | Tiwayo - "Outsider"

    Tiwayo ist zurück, und wie. Mit "Outsider" droppt der Pariser Soulman, der mit bürgerlichem Namen Rémi Tiyo heißt, ein Album, das nicht geschniegelt, sondern geerdet daherkommt. Rough edges statt Retro-Kitsch. Produziert von Black Pumas Bandleader Adrián Quesada, klingt das Ganze wie ein warmer, analoger Trip zwischen Austin und Memphis.

    Tiwayo, was von seinem Spitznamen „The Young Old“ ableitet, hat sich seinen Sound auf der Straße erspielt. Blues, Gospel, Soul, er hat alles aufgesogen und jetzt neu destilliert. Nach seinem Debüt auf Blue Note Records war es still um ihn. Bis Quesada seine Demos hörte und ihn straight zurück ins Licht holte.

    "Outsider" lebt von genau dieser Spannung: roh, ehrlich, ungeschönt. Tracks wie „Up for Soul“ grooven lässig, „Sunshine Lady“ strahlt warm, während „Dark Skies“ tiefer geht. Und wenn auf „Unchained Lovers“ Kendra Morris dazukommt, fühlt man sich wie bei einem Southern-Soul-Klassiker. Highlight: „Daddy Was Born with the Blues“. Heavy, persönlich, mit Gänsehaut-Garantie.

    Während viele im Soul-Revival geschniegelt auf Motown machen, bleibt Tiwayo näher an Al Green als an Nostalgie. Kein Vintage-Filter, sondern echtes Gefühl. "Outsider" ist kein Album für die Oberfläche. Das ist Soul mit Staub auf den Schuhen und Geschichten im Gepäck. Unpoliert, aber genau deshalb so stark.

    3 min
  • Superfly Featured | Weltpartytag

    Der World Party Day geht zurück auf den Science-Fiction-Roman „Flight: A Quantum Fiction Novel“ von Vanna Botta. Darin beschließt die Menschheit, für einen einzigen Tag alles stehen zu lassen - keine Konflikte, kein Gegeneinander, sondern einfach gemeinsam feiern. Als Erinnerung daran, dass es manchmal einfacher ist, als man denkt.  

    Das Buch erschien 1995 und endet mit einem Countdown zum 3. April 2000, an dem weltweit gleichzeitig eine große Feier stattfinden soll. Nach Erscheinen des Buches verbreitete sich die Idee des Weltpartytags aber so schnell, dass die erste Feier bereits 1996 stattfand. Doch was braucht man eigentlich, um eine Party zu machen?

    Ein paar Drinks? Gute Laune? Vielleicht ein bisschen Chaos? Oder reicht am Ende schon ein Song, der genau im richtigen Moment läuft? Wir wollten deshalb auch von Menschen auf der Straße wissen: Wie kommen Sie in Partystimmung? Straßenumfrage “Pass the food and turn up the music” ist ein gängiger Slogan am Weltpartytag, aber letztendlich ist es egal, wie man feiert oder ob allein oder in Gesellschaft. Die Grundidee ist, dass alle Menschen auf der Welt gemeinsam feiern. Man kann also im Grunde alles machen, worauf man Lust hat, solange es darum geht, die Freude am Leben zu feiern. Man könnte auch sagen: Eine Party zu Ehren der Party.

    Das einzige Ziel: der Spaß! Und Weltfrieden - ganz nach dem Motto: „party is the opposite of war“.Denn egal ob Club, Küche oder Kopfhörer – in dem Moment, in dem Musik läuft, passiert etwas. Menschen bewegen sich gleich, fühlen sich gleich und für einen kurzen Augenblick werden alle Konflikte, Sorgen und Stress vergessen. Und genau da setzt Superfly an. Mit Musik, die nicht einfach nur läuft, sondern was auslöst.

    Soul, Funk, R’n’B - Sounds die seit Jahrzehnten genau dafür stehen Menschen zusammenzubringen. Doch welche Lieder eignen sich an diesem Tag eigentlich besonders? Da der Tag das Feiern selbst feiert, werden oft Songs verwendet die Frieden, das Leben und das Miteinander zelebrieren. "Thank You World" von den Statler Brothers zeigt die Dankbarkeit und Freude für das Leben und das Gefühl der Zugehörigkeit.

    Also…vielleicht ist heute der einfachste Auftrag des Jahres: Musik an. Kopf aus. Ein bisschen mehr Gemeinschaft. Happy World Party Day - hier auf Superfly.

    4 min
  • Superfly Musikgeschichten | Mit Superfly um die Welt: Amapiano Underground Females

    Gleichzeitig hat sich das Genre immer weiterentwickelt in Sounds wie Sgija, Sgidongo oder Private School Piano. Aber wie so oft schaut man schnell nur auf die größten Namen. Gerade im Amapiano passiert viel dieser Bewegung noch immer im Untergrund. Auffällig ist: Viele dieser Impulse kommen von Frauen: von Künstlerinnen, die noch nicht auf den großen Playlists gelandet sind. Makhanj ist dafür ein gutes Beispiel.

    Sie kommt aus Mthatha in der Eastern Cape Province und gehört zu den Stimmen, die man nicht überhört. OkayAfrica zählt sie zu den neuen Artists, die Amapiano gerade nach vorne schieben. 2024 erschien ihr Album „Ntyatyambo“, und auf Tracks wie „Nguwe“ bleibt vor allem hängen, wie präsent ihre Stimme ist und wie stark sie einen Beat tragen kann. Auch Mia gehört zu dieser neuen Generation. Viele kennen sie noch aus South African Idols, später wurde sie von Apple Music als Next Artist hervorgehoben. Ihre EP „The Other Side“ kam zwar eher aus dem R&B, aber ihre Amapiano-Seite ist genauso spannend, etwa auf dem Feature „Sukundijonga“ mit Bandros. Bei ihr hört man, wie breit dieses Genre inzwischen ist: nicht nur Dancefloor, sondern auch Gefühl und starke Vocals.

    Bei Nia Pearl ist das Wort „Underground“ fast schon zu klein. In der Szene ist sie längst keine Unbekannte mehr, außerhalb davon aber oft noch unterschätzt. Mit ihrer EP „Nia Lo“ und später „Nia Lo Stripped Down“ hat sie gezeigt, dass sie mehr ist als nur eine Feature-Stimme. Gleichzeitig war sie auf wichtigen Tracks wie „Enchanted Mantra“ zu hören. Sie steht genau an diesem Punkt zwischen Core-Amapiano-Star und größerem Durchbruch. Vielleicht ist sie ja bald auf den großen Playlists zu hören.

    Und dann ist da noch Babalwa M. In der Amapiano-Core-Szene ist sie längst ein Name, international aber noch nicht in dem Maß sichtbar, wie sie es eigentlich sein müsste. Ihre Projekte „Pisces“, „Candour“ und zuletzt „Acquiesce“ zeigen, wie stark sie in diesem Genre funktioniert. Sie ist vielleicht nicht mehr underground im engeren Sinn, aber definitiv eine Künstlerin, die außerhalb der Szene noch nicht die Recognition bekommt.

    Wenn wir über Amapiano sprechen, reden wir oft über die großen Namen. Dabei steckt noch so viel mehr dahinter. Und sind wir ehrlich: Wie spannend ist es, das Wachstum des Genres mithilfe dieser starken Künstlerinnen mitzuerleben. Künstlerinnen, die zeigen, dass Amapiano mehr ist als ein Hype. In Südafrika ist der Sound Kultur, Alltag und für viele dieser Künstler:innen auch echte Lebensgrundlage.

    6 min
  • Superfly Portraits | Tyreek McDole

    Er ist erst Mitte 20, klingt aber, als hätte er schon Jahrzehnte an Bühnenerfahrung und genau dieser Kontrast macht ihn so spannend. Seine Songs leben von starken Vocals und viel Gefühl. Mal ruhig und reduziert, dann wieder kraftvoll und intensiv. McDole selbst sagt: Musik ist eine der kraftvollsten Formen der Kommunikation. 

    Nach seinem Gesangsstudium in Ohio zog es ihn nach New York, wo er mit Musikern wie Rodney Whitaker und Theo Croker auf der Bühne stand. 2025 erschien sein Debutalbum „Open up your senses“. Das Album war ganze vier Wochen der Nummer-1-Hit des American Jazz Radios.  Erste Aufmerksamkeit erhielt er bei dem Essentially Ellington Wettbewerb am Jazz at Lincoln Center, wo er den „Outstanding Vocalist Award“ erhielt. Zudem wurde er bei der renommierten Sarah Vaughan Jazz Competition ausgezeichnet – und das als erst zweiter männlicher Sänger.

    Besonders auf der Bühne zeigt sich, was ihn ausmacht. McDole schafft es, vertraute Klänge neu wirken zu lassen. Er steht für eine neue Generation von Künstlern, die Tradition und Gegenwart verbinden – und dem klassischen Jazz so eine moderne Stimme geben. Diese Stimme kann man am 31. März auch in Wien hören. Auf dem Superfly Konzert im Porgy & Bess zeigt McDole seine musikalische Mischung aus Tradition und Gegenwart.

    3 min
  • Superfly Buchkultur | Diamanten

    Wir betreten das Buch, als die Familie das Grab von Tito besucht, erfahren, dass der Vater aus Ex-Jugoslawien stammt und die ganze Familie über die Welt verstreut lebt. Der Tod der Mutter hat eine große Lücke hinterlassen - das alles beschreibt der Autor in einem durchaus filmischen Stil, einfühlsam und verspielt. Die Szenerie entfaltet sich mit großer Leichtigkeit, trotz schwerer Themen und weil das Buch unter 200 Seiten hat, ist es die perfekte Lektüre für einen lauen Frühlingsabend. »Diamanten« von David Vajda ist bei Hanser Berlin erschienen.

    David Vajda

    Diamanten

    Hanser Berlin, 176 S.

    2 min
  • Superfly Album der Woche | DJ DMG & October London - "Midnight in Houston"

    "Midnight in Houston" ist kein Album für nebenbei, es entfaltet sich langsam. Im Zentrum: October London. Ein amerikanischer Künstler, der sich seinen Platz eher leise erarbeitet hat. Stark geprägt von klassischem Soul und R&B, mit einem Soundverständnis, das mehr auf Atmosphäre setzt als auf schnelle Hooks. Über die letzten Jahre hat er sich Schritt für Schritt seine eigene Identität in der Branche aufgebaut.

    Für dieses Album hat er sich mit Niederländer DJ DMG und dem Producer-Team The Colleagues zusammengetan. Drei Perspektiven, ein klarer Vibe. Statt einzelner Tracks steht das große Ganze im Fokus. "Midnight in Houston" ist ein Album, das bewusst als Einheit gedacht ist. 

    Das Album bewegt sich thematisch dort, wo es nach Mitternacht interessant wird: Beziehungen, Dynamiken, Ego, Nähe und Distanz. Es geht um Situationen, die so manche von uns kennen. 

    Soundmäßig bleibt alles reduziert und warm. Viel Raum für Stimme, klare Arrangements, keine überladenen Produktionen. Und genau das ist die große Stärke dieser Veröffentlichung. "Midnight in Houston" ist ein Album, das die Zusammenarbeit feiert, ohne zerstreut zu wirken.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • I Need Your Love (feat. JayDiggs)
    • Nose Wide Open (feat. The Colleagues)
    • Don't Stop Me
    • Heart Strings (feat. Jay Diggs)
    • What Is Happening (feat. Jerry Barnes) 
    3 min
  • Superfly Portraits | DJ Deep

    Seine Reise beginnt in einer Zeit, in der House noch strikt underground war und sich die Szene in Frankreich gerade erst formierte. Damals gefördert von Elektroniklegende Laurent Garnier, spielte DJ Deep früh in legendären Pariser Clubs wie dem Boy oder dem Palace. Orte, an denen elektronische Musikgeschichte geschrieben wurde. Parallel dazu machte er sich im Radio einen Namen: Mit Shows auf Radio FG und später Radio Nova entwickelte er ein feines Gespür für musikalische Dramaturgie. Sein Ansatz: ein „Filter“ zu sein, jemand, der die Essenz aus House, Techno und darüber hinaus destilliert und für das Publikum neu erfahrbar macht. 

    In den 90ern wurde DJ Deep zur festen Größe im Rex Club in Paris, etwa bei den ikonischen „Wake Up“- und „Legends“-Partys, wo internationale Größen wie Derrick May, Joe Claussel, oder Kerri Chandler regelmäßig zu Gast waren. Gleichzeitig trieb er seine Vision von authentischem House weiter voran. Sein Motto „true to its roots“.

    DJ Deep gehört zu jenen Enthusiasten, die seinerzeit ihr Studioequipment verkauft haben um ein Label, Deeply Rooted, ins Leben zu rufen. Mit diesem schuf er später eine Plattform für genau diesen Sound: zeitlos, soulful und gleichzeitig zukunftsgerichtet. Ob als DJ, Produzent oder Kurator, DJ Deep bewegt sich mühelos zwischen House und Techno, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sein Sound erzählt Geschichten, seine Sets sind Reisen durch Jahrzehnte elektronischer Musik und dennoch immer im Hier und Jetzt verankert.

    Morgen: Freitag gastiert DJ Deep im Rahmen der Veranstaltung Meier in der Praterstrasse. Eine seltene Gelegenheit, den Connaisseur nach 20 Jahren wieder in Wien zu sehen.

    4 min
  • Superfly Album der Woche | MT Jones - "Joy"

    Noch bevor überhaupt ein Album erschienen ist, hat sich der Liverpooler Singer-Songwriter MT Jones bereits international einen Namen gemacht. Seine Songs liefen auf renommierten Radiostationen...so auch bei uns auf Superfly. Auch live überzeugt Jones: Headliner-Shows in Los Angeles, New York und London sowie ein anstehender EU-Tour-Sommer 2026 unterstreichen seinen Status als einer der spannendsten Newcomer im Soul- und R&B-Kosmos.

    Mit Joy legt MT Jones nun sein mit Spannung erwartetes Debütalbum vor und das hat es in sich. Zwischen modernem R&B, souligen Vocals und feinen Jazz-Einflüssen entfaltet sich ein vielschichtiger Sound, der sofort hängen bleibt. Inhaltlich spannt das Album einen emotionalen Bogen: Es geht um Liebe, Verlust und persönliches Wachstum, erzählt in einer klaren, fast cineastischen Dramaturgie.

    Songs wie „I Don’t Understand“ und „Why I Cry“ geben sich introspektiv und verletzlich, während Tracks wie „Easy“ und „So Lost“ tief in Momente der Selbstreflexion eintauchen. Gleichzeitig stehen Stücke wie „Gentle Reminder“ und „On Your Own“ für Stärke und Selbstbehauptung. Auch Beziehungen werden schonungslos ehrlich beleuchtet, etwa in „Tastes Like You“ oder „You Don’t Love Me Now“. Der Titelsong „Her Name Is Joy“ fungiert dabei als emotionales Zentrum des Albums.

    Musikalisch überzeugt Joy mit warmen Grooves, eleganten Arrangements und einem Gespür für Melodie, das gleichermaßen zeitgemäß wie zeitlos wirkt. MT Jones präsentiert sich hier als Künstler, der nicht nur stimmlich, sondern auch als Songwriter bereits eine beeindruckende Reife zeigt. Ein Debüt, das hält, was es verspricht und ein Künstler, von dem wir noch viel hören werden.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • „I Don’t Understand“
    • „Why I Cry“ 
    • „Easy“ 
    • „So Lost“ 
    • „Gentle Reminder“
    • „On Your Own“
    • „Her Name Is Joy“
    4 min
  • Superfly, Kinderbuchwelt | ASAGAN – Wilde NATUR-Geschichte(n)
    In acht abenteuerlichen Geschichten wird die Natur zur Bühne für starke Helden und Heldinnen und historische Drucke zur Kulisse für moderne Charaktere. Viele der Schauplätze im Buch können auch in der Wirklichkeit besucht werden: an der Donau, im Naturhistorischen Museum Wien oder im Naturpark auf der Hohen Wand, wo es einen passenden Themenweg und den Animationsfilm zum Buch zu erleben gibt.
    „ASAGAN – Wilde NATUR-Geschichte(n)“ von Wolfgang Hartl, Erika Friedl und Mia Kirsch ist in der Edition 5Haus erschienen und eignet sich für junge Leser und Leserinnen von 5 bis 105 Jahren.
    3 min

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