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Ein Album, das Sampling, Studiohandwerk und Nostalgie so präzise zusammenbrachte, dass es bis heute als Blaupause für moderne elektronische Popmusik gilt.
Mit "Lost In The Wonder" zeigt der New Yorker Gitarrist Cory Wong eine neue Seite. Bekannt ist er vor allem für seine präzise Rhythmusgitarre, etwa bei der Band Vulfpeck. Hier rückt er seine Fähigkeiten als Produzent, Songwriter und Arrangeur in den Vordergrund. Das Ergebnis ist ein vielseitiges Funk- und Popalbum mit zahlreichen Gaststimmen.
Der Opener „Stay With Me“ mit Singer Songwriter Stephen Day verbindet 80er-Pop und klassischen R&B mit eingängigen Hooks und einem warmen Groove. Auch andere Songs leben von der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Künstler:innen: Theo Katzman bringt auf „Lisa Never Wanted To Be Famous“ eine soulige Note ein, während Devon Gilfillian in „Roses Fade“ für eine besonders gefühlvolle Atmosphäre sorgt.
In der zweiten Hälfte entfaltet das Album noch mehr Tiefe. „The Big Payoff“ klingt wie der perfekte Soundtrack für eine nächtliche Fahrt entlang der Miami-Küste, sonniger City-Funk mit Wongs typischem Gitarrensound. Zum Abschluss steht mit „From Now On“ eine sanfte Ballade, die das Album ruhig ausklingen lässt. Wong nutzt das Album, um seine musikalische Bandbreite zu zeigen. Die Gitarre bleibt wichtig, steht aber nicht immer im Mittelpunkt. Stattdessen geht es um starke Arrangements, Groove und abwechslungsreiche Stimmen.
Insgesamt ist "Lost In The Wonder" ein kurzweiliger Mix aus Funk, Soul und Pop. Velleicht manchmal schneller vorbei, als man es sich wünscht, aber musikalisch gewohnt präzise und voller Groove. Fans von Cory Wongs Arbeit, auch im Umfeld von Vulfpeck, kommen hier definitiv auf ihre Kosten.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Obwohl sie musikalisch im Jazz verwurzelt ist, bewegt sich Lisa Bassenge mit großer Selbstverständlichkeit zwischen unterschiedlichen Stilen und Genres. So war sie etwa Frontfrau der Berliner Band Nylon, die deutschen Pop und Chanson mit elektronischen Sounds verband. Seit 1999 ist sie zudem Teil der Nu-Jazz-Formation Micatone, mit der sie bislang fünf Alben veröffentlicht hat.
Schon früh musste Lisa Bassenge auf eigenen Beinen stehen und machte in ihrer Jugend auch Erfahrungen mit harten Drogen. Heute beschreibt sie Musik und Gesang als ihre Lebensretter. Mittlerweile ist sie dreifache Mutter und gibt ihre Leidenschaft für Musik auch an ihre Töchter weiter. Ihre Familie ist eine wichtige Inspirationsquelle für ihre Texte – in manchen Songs reflektiert sie auch die Herausforderungen, mit denen ihre Kinder konfrontiert sind. Ihre Rolle als Mutter hat ihre musikalische Arbeit jedoch nicht nur inhaltlich geprägt. Gemeinsam mit Boris Meinhold, ebenfalls Mitglied von Micatone, widmete sie sich auch der Kindermusik. Unter dem Namen „Eule & Lerche“ komponierten die beiden Songs für eine Kinderliederreihe und nahmen schließlich ein ganzes Kinderalbum auf.
Die künstlerischen Facetten der Sängerin gehen jedoch weit darüber hinaus. Auch thematisch setzt Lisa Bassenge in ihren Songs unterschiedliche Schwerpunkte. So widmete sie etwa ein ganzes Album dem Feminismus: „Mothers“ enthält ausschließlich Coverversionen von Künstlerinnen und macht auf die nach wie vor männlich dominierte Struktur der Musikindustrie aufmerksam, in der Frauen oft nicht die gleiche Anerkennung erhalten.
Trotz solcher Vorurteile zu Beginn ihrer Karriere hat sich Lisa Bassenge in der Musikbranche längst etabliert. Insgesamt hat sie bisher 18 Alben veröffentlicht, auf denen sie sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch singt. Ihr aktuelles Album „Wildflowers“ ist das dritte einer Trio-Konstellation mit ihrem Partner Andreas Lang am Bass und dem Pianisten Jacob Karlzon. Für Lisa Bassenge ist Musik eine ganz besondere Kunstform. Sie bezeichnet sie als eine Sprache, die fast jeder versteht – und als Möglichkeit, Gemeinschaft entstehen zu lassen.
Wer Lisa Bassenge live erleben möchte, hat dazu bald Gelegenheit: Am 17. März spielt sie mit ihrem Trio im Rahmen eines Superfly Konzerts im Porgy & Bess in Wien.
Er scheiterte 1990 an Van Morrisons Handschrift – und machte daraus eine 35 Jahre dauernde Karriere im Fragenstellen. Nicht schlecht für jemanden, der angeblich nur wissen wollte, was Musikerinnen und Musiker so denken. Heute sind es rund 3000 Gespräche später: Hotelsuiten, Backstageräume, Wohnzimmer in der Leopoldstadt. Tom Waits am Steuer, Amy Winehouse an der Bar, Nick Cave mit Badehaube.
Aufgewachsen im Osten Londons in einem jamaikanischen Haushalt, war Musik für Tiana Major9 nie nur Hintergrundrauschen, sondern ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Gospel in der Kirche, Reggae im Wohnzimmer und R&B aus den Kopfhörern prägten ihre Kindheit. In diesen Klangwelten entwickelte Tiana-Thomas-Ambersley - so lautet ihr bürgerlicher Name - früh eine tiefe Verbindung zur Musik. Schon mit fünf Jahren stand sie singend vor Publikum, und nur wenige Jahre später begann sie, eigene Songs zu schreiben.
Direkt, verletzlich und nahbar - so klingt die Musik von Tiana Major9. Ihre Haltung ist eindeutig: Individualität steht über allem. Zwar lassen sich Einflüsse von Lauryn Hill, D’Angelo und Amy Winehouse erkennen, doch Tiana Major9 verleiht ihnen stets ihre ganz eigene Perspektive aus East London. Musikalisch bewegt sie sich mühelos zwischen Neo Soul, Jazz und modernem R&B. Hört unbedingt rein!
Darin erzählt sie von Helena, die nicht trinkt, um zu vergessen ...sondern um zu funktionieren. Von Nüchternheit, die ins Wanken gerät. Von Liebe, Macht, Begehren. Und von der Frage, wie viel Selbstbestimmung in einer Welt möglich ist, die ständig Leistung verlangt.
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