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Eine der prägendsten Stimmen des Neo-Soul meldet sich zurück: Jill Scott liefert nach langer Pause nun ein neues Album. “To Whom ThisMay Concern”. Ende der 90er startete sie als Spoken-Word-Poetin, bevor ihr Debütalbum im Jahr 2000 sie quasi direkt in den Soul-Olymp katapultierte. Grammy-Gewinnerin, Schauspielerin, Autorin...Jill Scott war nie nur Sängerin, vielmehr eine Geschichten-Erzählerin.
Mit “To Whom This May Concern” erscheint ihr sechstes Studioalbum, ihr erstes Full-Length-Projekt seit rund zehn Jahren. In einem Interview spricht Jill Scott darüber, dass Menschen Musik oft erst wirklich hören, wenn sie etwas durchmachen. Deshalb sei das Album, wie der Titel schon verrät, „an jeden gerichtet, der es gerade braucht“. Es geht um Liebe, um Gemeinschaft, um Selbstachtung und um Heilung.
Klanglich bleibt sie ihrem Signature-Sound treu. Samtiger R&B, organischer Neo-Soul, jazzige Momente, dezente Hip-Hop-Texturen. Alles wirkt bewusst entschleunigt, fast intim, als würde sie direkt im Raum neben dir singen. Ein Album, welches ein gewisses Community-Gefühl transportiert.
„To Whom This May Concern“ predigt nicht, es teilt Erfahrungen. Es wirkt wie das Resümee einer Frau, die viel erlebt hat und keine Angst vor Verletzlichkeit kennt. Jill Scott klingt angekommen. Und genau das macht das Ganze so berührend.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Sternstunde der Mörder erzählt dabei nicht nur eine spannende Kriminalgeschichte, sondern stellt auch unbequeme Fragen nach Schuld, Gewalt und Verantwortung, Fragen, die weit über ihren historischen Kontext hinausreichen. Gerald Travnicek hat mit Regisseur Christopher Schier geplaudert. Hört rein!
Aber Radio stirbt nicht aus. Der aktuelle Radiotest zeigt, dass drei Viertel der Menschen in Österreich Radio hören. Radio Superfly hat in der Reichweite - mit 79.000 täglichen Hörer:innen in der Werbezielgruppe - erneut deutlich zugelegt. Aber warum sind Radios auch heute noch so relevant? Warum können sie sich weiterhin gegen Streamingdienste wie Spotify und Apple Music durchsetzen?
Ich kenne es von mir selbst: Manchmal freue ich mich nach einem langen Tag auf nichts mehr, als unter der Dusche meinen Lieblingssong zu spielen, beim Kochen meine eigene Playlist zu hören oder beim Autofahren auf voller Lautstärke den neuen Song meines Lieblingsartists laufen zu lassen. Aber manchmal erinnere ich mich an die Zeiten in meiner Kindheit, an denen mich Radioprogramme durch den Tag begleitet haben. An die Autofahrten in die Schule, das Mittagessen bei Oma und das Frühstück am Wochenende mit der ganzen Familie. Wenn ich an diese Momente zurückdenke, bekomme ich direkt Lust, von meiner Playlist auf ein Radioprogramm umzuschalten. Aber es ist nicht nur die Nostalgie, die mich immer wieder zurück zum Radio treibt. Es ist das erfrischende Gefühl, die eigene Musikbubble wieder einmal zu verlassen und die Musikauswahl jemand anderem zu übergeben – und zwar einem anderen Menschen und keinem Algorithmus.
Und immerhin: obwohl ich selbst ohne mein Spotify-Abo nicht mehr überleben könnte, stehe ich heute hier in einem Radiostudio und spreche darüber, dass gerade in Zeiten des On-Demand-Streamings Radio wichtiger denn je ist. Es ist die Mischung aus Information und Unterhaltung, die Radio von Streamingplattformen abhebt und zum perfekten Begleiter im Alltag macht. Außerdem erzeugt es ein Gefühl der Verbundenheit und Gemeinschaft. Auch wenn wir alleine sind, wissen wir, dass es unzählige Menschen gibt, die gerade genau den gleichen Song, die gleiche Meldung, den gleichen Werbespot hören. Dieser Gedanke bringt zumindest mich persönlich dazu, etwas mehr im Hier und Jetzt präsent zu sein.
Ich glaube, dass mich genau dieser Mix aus Nostalgie und Gemeinschaftsgefühl dazu gebracht hat, selbst Teil der Radiowelt werden zu wollen. Ich studiere gerade Journalismus und mache hier bei Radio Superfly mein Berufspraktikum. Dieser Insider-Blick, den ich dadurch auf das Radio als Medium entwickelt habe, hat das Gefühl nochmal deutlich verstärkt, dass Radio noch viel mehr ist als nur eine Art, Musik zu hören. Unser Programmleiter Gerald Travnicek hat natürlich noch einen viel erfahreneren Blick auf die Relevanz des Radios. Er weiß, was Radio auch heute noch so besonders macht:
Radio ist menschlich. Radio ist Gemeinschaft. Es erzeugt eine Verbindung, die On-Demand-Dienste nicht bieten können. Und genau das wird in Zeiten, die von Internet, Social Media und künstlicher Intelligenz geprägt sind, ganz besonders geschätzt. So schnell wird das Radio also bestimmt nicht ersetzt werden.
Geboren als Lorena Urias Martins da Silva im brasilianischen Uberlândia, entdeckte sie früh ihre kreative Seite über Tanz und Theater und entwickelte daraus die Liebe zu Mode und Musik. Heute ist Urias Sängerin, Songwriterin, Tänzerin und Model und gilt als eine der spannendsten Stimmen der modernen Pop- und R&B-Szene Brasiliens. Der Durchbruch gelang 2019 mit der Single „Diaba“.
Urias steht nicht nur für Sound, sondern auch für Haltung: Als trans Frau setzt sie sich für die Rechte der LGBTQIA+-Community ein und schafft Räume für Repräsentation, parallel zu einer Modelkarriere mit Auftritten bei der São Paulo Fashion Week. Musikalisch bewegt sie sich zwischen Pop, R&B und elektronischen Einflüssen, experimentell und persönlich.
Mit dem Debütalbum „FÚRIA“ (2022) und dem mehrsprachigen Projekt „HER MIND“ etablierte sie sich international. Zuletzt folgte „CARRANCA“, ein Album, das Freiheit, Identität und Widerstand verhandelt und traditionelle Sounds mit moderner Produktion verbindet. Urias ist nicht nur Musikerin, sondern eine Bewegung – und eine wichtige Stimme für Selbstbestimmung und Repräsentation.
Der walisische Künstler Carwyn Ellis und sein multikulturelles Kollektiv Rio 18 präsentieren mit „Haf“ ein warmes, weltoffenes Album, das musikalisch um den Globus reist. Samba, Salsa, andine Balladen, Latin Soul, Tropical Funk treffen hier aufeinander. Gesungen auf Walisisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch.
„Haf“ ist bereits das dritte Album von Carwyn Ellis & Rio 18 innerhalb von etwas mehr als einem Jahr, eine beeindruckende Leistung, vor allem angesichts von Ellis’ zusätzlicher Arbeit mit Edwyn Collins und den North Mississippi Allstars. Das Album knüpft nahtlos an den Vorgänger „Fontana Rosa“ an: Rund die Hälfte der Songs wurde analog auf Band in den Londoner Gizzard Studios aufgenommen, ein weiterer Track stammt aus den letzten Sessions im legendären, inzwischen geschlossenen Toerag Studio.
Wie schon beim Debüt „Joia!“ war auch diesmal der brasilianische Produzent und Multiinstrumentalist Kassin der Impulsgeber. Sein Besuch in London führte kurzerhand zu neuen Aufnahmen - und zu einer deutlichen Rückkehr brasilianischer Einflüsse. „Tonnau Ar Tonnau“ ist eine Hommage an Cassianos Klassiker „Onda“, „Keep On Smiling“bewegt sich zwischen Samba und Choro. „Gwenyn y Gwanwyn“, ein Song über das Helfen einer erschöpften Biene, verneigt sich vor dem psychedelischen Samba-Funk von Antonio Carlos & Jocafi. Daneben stehen weitere lateinamerikanische Stile im Fokus – etwa die melancholische Ballade „Lagrimas Frias“ oder der sinnliche Salsa von „Bella Estrella“.
Der Titelsong „Haf“, und das gesamte Album, ist Haf Morris gewidmet, Carwyn Ellis’ verstorbener Musiklehrerin. Ihre Geduld, ihr Fokus und ihre Unterstützung hätten ihn geprägt wie nichts anderes, sagt Ellis. Ein Album voller Wärme, Dankbarkeit und musikalischer Offenheit.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Mit ihrem fünften Studioalbum „Road to Mandalay“ schlagen Hamburgs Soul Erzähler Angels of Libra ein neues Kapitel auf. Eines, das klingt wie ein nächtlicher Roadtrip durch Erinnerung, Sehnsucht und leiser Hoffnung. Zwölf Songs, aufgenommen im analogen Studio, entfalten sich wie ein Film ohne Bilder: langsam, tief und voller Emotion.
Unter der Regie von Produzent Dennis Rux von den Hamburg Spinners und in enger Zusammenarbeit mit Hans-Christian Stephan von der erfolgreichen Band Meute verschmelzen samtige Grooves, perfekt arrangierte Streicher und rhythmische Bläser zu einem Sound, der zugleich vertraut und zeitlos wirkt. Soul als Landschaft, weit, offen und voller Details. Im Zentrum steht erneut der irische Sänger Nathan Johnston, dessen Stimme wie ein innerer Monolog durch das Album führt. Er erzählt von Verlust und Rückzug, aber auch von dem Moment, in dem man wieder Licht am Horizont erkennt.
Die Bandbreite von "Road to Mandalay" zeigt sich besonders eindrucksvoll in vier Schlüsselsongs: „I Fell In Love“ zitiert mit treibendem Beat und sehnsüchtiger Melodie den Geist des Northern Soul, während „Lie To Me“ die Dinge zurücknimmt. „Ain’t No Lovin’“ eröffnet das Album mit einem sofort packenden Groove und erzählt von unerwiderter Liebe, rau und direkt, während „Put Your Love On Me“ den Funk in den Vordergrund rückt:
Angels of Libra „Road to Mandalay“ ist ein Album zum Eintauchen und Mitgehen, reich an Bildern, Gefühlen und musikalischer Tiefe. Cinematischer Soul mit Herz und Haltung.
Anspieltipps der Musikredaktion:
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