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Superfly Selected episodes

  • Superfly Featured | Internationaler Tag des friedlichen Miteinanders

    Frieden bedeutet, Unterschiede wie Geschlecht, Herkunft, Sprache, Religion oder Kultur zu akzeptieren und bewusst in Vielfalt zusammenzuleben.

    Darum geht es am 28. Jänner, dem internationalen Tag des friedlichen Miteinanders. Dieser von den Vereinten Nationen beschlossene Aktionstag wird heuer erstmals begangen und erinnert uns daran, Vielfalt nicht als Hürde, sondern als Chance zu sehen. Länder, Organisationen und Medien sind eingeladen, durch Aktivitäten die Kultur des Friedens, der Inklusion und des Verständnisses zu fördern.

    In einer Zeit voller Konflikte ist Zusammenhalt wichtiger denn je. Social Media erleichtert leider die Verbreitung von Negativität – Hass, Beleidigungen und schnelle Urteile sind oft nur ein Klick entfernt. Die australische Regierung reagierte mit einem Verbot für Nutzer unter 16 Jahren. Doch Frieden lässt sich nicht einfach durch Verbote herstellen. Er ist ein Prozess, der Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und aktive Beteiligung braucht. Jeder kann beginnen - mit kleinen Gesten im Alltag. Ein bisschen Verständnis und Toleranz kann viel bewirken: beim Nachbarn, der laut ist, bei der Mitbewohnerin, die das Geschirr stehen lässt, oder bei dem bissigen Kommentar unter einem Instagram-Post, den man nicht abschickt.

    Friedliches Miteinander heißt nicht, alles zu akzeptieren, sondern respektvoll zu bleiben, zuzuhören und Unterschiede zu tolerieren - nicht nur am internationalen Tag des friedlichen Miteinanders, sondern jeden Tag.

    5 min
  • Superfly Portraits | Tiwayo

    2019 erschien sein Debütalbum "The Gypsy Soul of Tiwayo" und machte klar, dass hier jemand Soul, Blues, Folk und Reggae nicht zitiert, sondern lebt. Kein Retro-Gimmick, keine Kopie, sondern Songs, die nach Freiheit, Bewegung und ehrlicher Handschrift klingen. Seine Stimme trägt dabei das Gewicht klassischer Soul-Platten, bleibt aber offen genug, um im Hier und Jetzt anzukommen.

    Mit Desert Dream schlug Tiwayo 2023 leisere, weitläufigere Töne an. Die Songs wirken wie Momentaufnahmen von unterwegs, inspiriert von amerikanischen Landschaften und dem Gefühl, nie ganz anzukommen und genau das zu genießen. Reduktion statt Bombast, Groove statt Pose.

    Spätestens mit seinem kommenden Album Outsider ist klar, wie ernst es Tiwayo meint. Produziert zusammen mit Adrian Quesada von den Black Pumas und unterstützt von Musiker*innen wie Doyle Bramhall II oder Kendra Morris, öffnet sich sein Sound weiter Richtung modernen Soul, ohne seine Wurzeln zu verlieren.

    Tiwayo steht für Musik, die Zeit braucht und sie sich auch nimmt. Für Songs, die nicht schreien, sondern bleiben. Und für einen Künstler, der lieber wächst, als sich neu zu erfinden.

    4 min
  • Superfly, Kinderbuchwelt | Als der Mond die Sterne ordnen wollte
    „Einst in einer Nacht, die so still war, dass selbst der Wind den Atem anhielt, saß der Mond auf seiner silbernen Schaukel und dachte nach. Vor ihm stand eine Kiste. Darin: die Sterne. Glänzend, funkelnd, bereit für den Himmel. Ein jeder von ihnen sollte einen Platz, den besten Platz am Himmel finden. In einer Ordnung, in der besten Ordnung.“
    3 min
  • Superfly Album der Woche | Urias - "Carranca"

    Urias ist eine Künstlerin der radikalen Selbstentwürfe. Aus Brasilien kommend, zunächst als Model sichtbar, dann als Musikerin hörbar geworden, hat sie sich früh als Figur zwischen Pop, Performance und Provokation positioniert. Ihre bisherigen Alben waren bewusst sperrig, fragmentiert, manchmal überfordernd. Genau diese Rastlosigkeit bildet den Hintergrund für ihr aktuelles Werk "Carranca" und macht den Sprung, den dieses Album vollzieht umso bemerkenswerter. 

    "Carranca" (übersetzt etwa: Fratze, Schutzfigur, eine Maske, die im brasilianischen Volksglauben Unheil abwehren soll) ist ein Album der Verdichtung. Urias findet zu einem deutlich kohärenteren, dunkleren und zugleich eleganteren Sound, welcher Pop, elektronische Texturen und brasilianische Referenzen selbstverständlich zusammenführt. Die Produktion ist präzise und atmosphärisch…nichts wirkt zufällig, alles trägt zur inneren Logik dieses Albums bei.

    Thematisch kreist "Carranca" um Macht, Verletzbarkeit, Schuld, Transformation und Selbstbehauptung. Urias beweist sich hier als bewusste Erzählerin eines größeren Konzepts, ob musikalisch oder visuell. "Carranca" fühlt sich an wie ein Schutzschild UND eine Kampfansage.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • Se eu fosse você
    • Quando a fonte secar
    • Águas de um mar azul
    3 min
  • Superfly Musikgeschichten | Im Gespräch: Das Bo
    Dass Das Bo tatsächlich solo auf Tour geht, klingt auf den ersten Blick wie ein schlechter Scherz aus der Popkultur-Rumpelkammer. Aber: it's fact. Ein Künstler, der die Entwicklung des deutschsprachigen Hip-Hop so nachhaltig geprägt hat - sei es als Teil der legendären Formation Fünf Sterne Deluxe oder als eigenständige Stimme - hat bisher nie den Schritt gewagt, allein auf Tour zu gehen. Bis jetzt: Am 1. Februar kommt er nach Wien. Gerald Travnicek hat ihn im Rahmen seines Konzerts zum Gespräch geladen. (superfly.fm)
    26 min
  • Superfly Samplebrösel | "Think (About It)"

    "Think (About It)“" ist eigentlich ein klassischer James-Brown-Song: pure Funk, politisch, voller Energie. Ein Song über Selbstachtung, darüber, nachzudenken, bevor man handelt. Kein großer Radiohit, keine Charts-Revolution. Doch dann passiert etwas, fast beiläufig. Mitten im Song hört man ein: „Yeah!“ und gleich danach ein „Woo!“. Zwei Ausrufe, keine Sekunde lang, nicht geplant, nicht inszeniert. Ein spontaner Moment zwischen Sängerin und Band - in diesem Fall zwischen Lyn Collins, den Backgroundstimmen von James Brown und Bobby Byrd sowie Schlagzeuger Jabo Starks.

    Damals bemerkt es kaum jemand bewusst. Aber die Zeit vergisst ihn nicht. Jahre später, Anfang der 1980er in der Bronx, New York: DJs durchforsten Plattenkisten, auf der Suche nach Breaks, nach Momenten, die man auseinandernehmen kann. Und irgendwo zwischen Soul, Funk und Staub liegt diese Platte: Lyn Collins’ „Think (About It)“, erschienen auf James Browns Label People. Knapp 4.200 Mal wurde diese Passage gesampelt, mal mit, mal ohne das legendäre „Yeah“ und „Woo“. Den Anfang machte das englische Hip-Hop-Duo Cookie Crew im Jahr 1987 mit ihrem Stück „Females (Get On Up)“. Im selben Jahr griffen auch Spoonie G, Grandmaster Flash und Kool Moe Dee auf die Passage zurück. Den ersten größeren Hit erzielten dann 1988 Rob Base & DJ E-Z Rock mit ihrem legendären Song „It Takes Two“. Wer hätte sich 1972 träumen lassen, dass eine spontane Idee bei den Aufnahmen zu „Think (About It)“ so nachhaltig sein würde? Ein echter Geniestreich.

    5 min
  • Superfly Ton für Ton | "9 to 5"

    „Ich taumle aus dem Bett und stolpere in die Küche, gieße mir eine Tasse Ambition ein.“ Mit diesen Worten stimmt Dolly Parton ihre Protest-Hymne gegen eine ungerechte Arbeitswelt an. Ursprünglich ging es darin um Ungleichheiten und Ausbeutung am Arbeitsplatz - ganz besonders für Frauen in den 80ern. Schlechte Arbeitsbedingungen und harte Arbeit zum Nutzen Anderer ohne Aussicht auf Aufstiegsmöglichkeiten sind aber nach wie vor Themen, die die Bevölkerung beschäftigen. Trotz der etwas deprimierenden Thematik des Songs, will Dolly Parton damit aber nicht runterziehen, sondern Mut machen. Der Song ruft dazu auf, sich nicht unterkriegen zu lassen und für seine Rechte einzustehen!

    Den ikonischen Rhythmus des Songs erkennt man bereits an den ersten Schlägen. Das Instrument, mit dem dieser komponiert und aufgenommen wurde, ist allerdings eher unüblich. Beim Filmdreh saß Dolly Parton während der Pausen am Set und schlug ihre langen Fingernägel aneinander. Dabei ergab sich ein Takt, der sie an das Klicken einer Schreibmaschine erinnerte. Sie beobachtete also das Geschehen am Set, überlegte sich so kleine Anekdoten aus dem Arbeitsalltag von Frauen und schlug passend dazu ihre Fingernägel aneinander. Am Abend in ihrem Hotel schrieb sie dann alles auf. Ihre Fingernägel sind auch in der finalen Version des Songs zu hören und stehen sogar als „Nails by Dolly“ in den Credits.

    Ihre Cast-Kolleginnen waren von der ersten Version des Songs übrigens so begeistert, dass Dolly Parton den Schreibprozess absichtlich in die Länge streckte und am Ende 100 Verse aus Geschichten, die wirklich passiert sind, geschrieben hat. Ihre Cast-Kolleginnen wurden schließlich auch eingeladen, bei der Aufnahme des Songs Nebenstimmen zu singen.

    "Nine to Five" schaffte es auf den ersten Platz des Billboard Country Chart, der Billboard Hot 100 und der Adult Contemporary Charts. Außerdem erhielt Dolly Parton mit "Nine to Five" zwei Grammys und Nominierungen für die Academy Awards und den Golden Globe Award. Er gilt bis heute als einer ihrer erfolgreichsten Songs. Die Thematik des Songs dürfte die Menschen immer noch genauso beschäftigen, wie vor 45 Jahren. Doch selbst wer sich am Arbeitsplatz nicht ungerecht behandelt fühlt, kann sich von dem Schwung des Songs mitreißen lassen.

    5 min
  • Superfly Portraits | Dolly Parton

    Schon als Teenager schreibt sie Songs, mit Anfang 20 zieht sie nach Nashville - fest entschlossen, nicht nur Sängerin, sondern Autorin ihrer eigenen Geschichten zu sein. Und das war damals alles andere als selbstverständlich. In einer Branche, die Frauen gerne unterschätzt oder auf ihr Äußeres reduziert, setzt Dolly früh ein klares Zeichen: Sie schreibt selbst. Und wie. Ihre Songs erzählen von Herkunft, Selbstbestimmung, Arbeit und Liebe - oft leise, manchmal humorvoll, immer präzise beobachtet. „Coat of Many Colors“ gilt bis heute als eine der eindrücklichsten Erzählungen über Würde trotz Armut in der Popmusik.

    In den 60er- und 70er-Jahren wird sie zum Star - erst im Country, dann weit darüber hinaus. Trotzdem wird sie lange nicht ernst genommen: wegen ihres Looks, ihres Humors, weil sie sich nie entschuldigt hat für das, was sie ist. Dolly kontert mit einem legendären Satz: „It takes a lot of money to look this cheap.“ Hinter der Ironie steckt Kontrolle - über ihr Image, ihre Karriere und vor allem über ihre Songs.

    Dolly Parton schreibt Hits, die größer sind als jedes Genre. Songs, die unabhängig von Stimme, Zeit oder Stil funktionieren. Über 3.000 soll sie geschrieben haben, darunter Klassiker wie „Jolene“, „9 to 5“ oder „I Will Always Love You“. Dass sie die Rechte an letzterem behält, macht sie später zur erfolgreichsten Songwriterin der Country-Geschichte. Doch es geht ihr nie nur ums Geschäft. Mit der „Imagination Library“ verschenkt sie seit den 90ern Millionen von Büchern an Kinder, unterstützt Bildung, Forschung und Katastrophenhilfe. Ihre Haltung: Wer viel hat, gibt viel weiter.

    Bis heute bleibt sie musikalisch neugierig, wechselt mühelos zwischen Genres – und ihre Songs behalten immer dieses gewisse Etwas: keine Pose, kein Zynismus, sondern ehrlich erzählte Geschichten. Dolly Parton ist Pop-Ikone, Songwriterin, Vorbild. 80 Jahre Dolly Parton heißt: Wir feiern eine außergewöhnliche Autorin des amerikanischen Songbooks. Hört rein!

    7 min
  • Superfly Album der Woche | James Hunter Six - "Off The Fence"

    Mit über vier Jahrzehnten im Geschäft und zahllosen Tourneen rund um den Globus hat sich James Hunter längst einen Platz im Pantheon der zeitlosen Soul- und R&B-Musik erspielt. Auf dem neuen Studioalbum "Off The Fence" und dem Debüt auf Dan Auerbachs legendärem Easy Eye Sound-Label, zeigen The James Hunter Six eindrucksvoll, warum sie bis heute zu den Sure Shots der Soulszene zählen.

    "Off The Fence" ist keine nostalgische Retro-Platte, sondern ein lebendiges Statement: Eine fulminante Mixtur aus Northern Soul, Rhythm & Blues, Jump Blues und Latin-inspirierten Percussion Songs. Er versteht es, bekannte Redewendungen mit überraschend frischen Bedeutungen aufzuladen, ob bei der treibenden Rumba-Eröffnung “Two Birds With One Stone” oder dem augenzwinkernden “Particular”. Ein besonderes Highlight ist das Duett mit Van Morrison auf "Ain’t That A Trip", ein bluesiger Kracher der die Verbindung der beiden Musiker über Jahrzehnte hinweg zelebriert.

    Hunter und seine Band spielen mit einer beeindruckenden textlichen und musikalischen Leichtigkeit. Sein sogenannter „Thesaurus-Schreibstil“ zeigt sich in cleveren, oft witzigen Wortspielen, die den Texten eine subtile britische Ironie geben. Die musikalischen Texturen sind dabei satt und organisch: jede Phrasierung, jede Bläser-Line, jedes Groove-Detail sitzt und dient dem Song. Ein Beleg dafür, wie nah sich Hunters Six über die Jahre eingespielt haben.

    "Off The Fence" ist ein Triumph für The James Hunter Six. Ein Album, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in sich vereint. Es schlägt eine Brücke zwischen klassischem Soul und zeitgemäßem Groove, bleibt aber jederzeit authentisch, vital und mitreißend. Ein essentieller Soundtrack für alle, die echte, lebendige Musik lieben - mit Herz, Haltung und unbändiger Spielfreude.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • A Sure Thing
    • Ain’t That A Trip
    • Here and Now
    • Gun Shy
    • Believe it When I See It
    • Trouble Comes Calling
    3 min

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