Superfly Selected

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Superfly Selected episodes

  • Superfly Album der Woche | Mamas Gun - "DIG!"

    Hartnäckig hält sich die Vorstellung, dass Soulmusic ein Ablaufdatum hat, dass das sogenannte „Golden Age“ der 60er- und 70er-Jahre der letzte Moment war, in dem dieses Genre wirklich lebendig war. Und viele fragen sich: Was hat den Sound damals eigentlich so besonders gemacht? Das neue Album „Dig!“ von Mamas Gun liefert darauf eine ziemlich klare Antwort. Der Schlüssel liegt nicht im Equipment, sondern in der Haltung. 

    Vier Jahre nach dem gefeierten Album „Cure The Jones“ meldet sich das Quintett um Frontmann Andy Platts jetzt also zurück. Mit elf frischen Tracks, die klingen, als hätten sie sich direkt aus einer perfekt temperierten 70s-Studiokonsole geschält. Funk-Grooves, die sofort in die Beine gehen, Soul mit ordentlich Tiefgang, dazu dieses geschmeidige Pop-Gespür. Das ist nicht einfach Retro, das ist ein ziemlich stilvoller Zeitsprung mit Ansage.

    Hier sitzt einfach alles. Die Arrangements sind auf den Punkt, das Songwriting clever und dann dieser unverkennbare Charme? Kommt frei Haus dazu. Man hört sofort: Diese Band weiß genau, was sie tut und vor allem, warum. Im Zentrum steht natürlich die Stimme: Frontmann Andy Platts liefert Soul mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte er die goldene Ära selbst miterlebt. Ob Falsett oder voller Druck seine Performance ist durchgehend elektrisierend.

    „Dig!“ ist kein Experiment, sondern ein Volltreffer. Ein weiteres Highlight in einer Diskografie, die sowieso schon schwer Eindruck macht, und ein Album, das man ziemlich bedenkenlos auf Repeat stellen kann. Es ist eine Erinnerung daran, dass Soul nie verschwunden ist. Man muss nur wissen, wie man ihn spielt.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • Food for the Flames
    • Joy
    • Living on Mercy
    • First time in a Long Time
    • Hardest Yards
    • The Proof
    3 min
  • Superfly, Kinderbuchwelt | Das Friedenstier
    „Das Friedenstier“ inspiriert und regt die Kreativität an. Und genau das bauchen wir, um gemeinsam friedliche Lösungen zu finden.
    „Das Friedenstier“, herausgegeben von Friederike Ablang, Sabine Kranz und Merle Goll, erschienen im DTV Verlag.
    3 min
  • Superfly Portraits | Shake Stew

    Die Band kommt aus Wien, rund um Lukas Kranzelbinder, und hat sich in den letzten Jahren ziemlich klar als einer der spannendsten Acts aus der österreichischen Jazzszene etabliert.Zwei Schlagzeuge, zwei Bässe, Bläser, Gitarre.. also eher ein Kollektiv als eine gewöhnliche Band. Seit den ersten großen Auftritten im Jahre 2016 hat sich Shake Stew Schritt für Schritt zu einem der spannendsten Namen der jungen österreichischen Jazzszene entwickelt.

    Was bei Shake Stew hängen bleibt, ist dieses Zusammenspiel von Instrumenten und trotzdem klingt das nicht überladen, sondern lebendig. Da ist Groove drin aber nie so, dass es zu konstruiert wirkt. Shake Stew klingen warm, manchmal hypnotisch, manchmal richtig powerful. Und genau live macht das natürlich am meisten Sinn, weil man da erst merkt, wie besonders dieser Sound eigentlich ist. Wer sich das anschauen will: Shake Stew spielen am 18. April im Flex.

    2 min
  • Superfly Musikgeschichten | Mit Superfly um die Welt: Die Frauen Malis

    In den 1980er- und 90er-Jahren wurde sie zur Stimme des Wassoulou, eines Musikstils aus dem Süden Malis, der sich zu dieser Zeit zu einer modernen Ausdrucksform entwickelte. Klanglich geprägt von der Kamale N’goni, einer westafrikanischen Harfenlaute mit einem treibenden, fast hypnotischen Sound, war Wassoulou vor allem eines: ungewöhnlich weiblich geprägt. Oumou Sangaré machte diese Musik international bekannt und nutzte sie gleichzeitig als Plattform für klare gesellschaftliche Botschaften. Ihre Songs handeln von weiblicher Selbstbestimmung, von Zwangsheirat, von sozialen Ungleichheiten.

    Auf diesem Fundament baut heute eine neue Generation auf und eine ihrer spannendsten Stimmen ist Fatoumata Diawara. Geboren an der Elfenbeinküste, aufgewachsen in Mali, verbindet sie diese traditionellen Wurzeln mit Soul, Jazz und Afrobeat und führt den Wassoulou Sound in eine globale Gegenwart.

    Bevor sie international als Musikerin bekannt wurde, war Fatoumata Diawara bereits als Schauspielerin auf großen Bühnen unterwegs und arbeitete unter anderem mit der renommierten Theatergruppe Royal de Luxe. Ein prägender Moment war ihre Rolle im Oscar-nominierten Film Timbuktu von Abderrahmane Sissako, der die politische Realität in Mali beleuchtet. Diese Erfahrungen fließen direkt in ihre Musik ein. Songs wie „Nterini“ erzählen von Migration und Entwurzelung, während „Bissa“ für Gemeinschaft und Hoffnung steht. Ihre Stücke wirken fast filmisch, getragen von einer Mischung aus traditionellem Sound, Soul und moderner Produktion.

    International hat Fatoumata längst Wellen geschlagen. Kollaborationen mit Künstlern wie Herbie Hancock oder Gorillaz zeigen, wie international relevant dieser Sound ist. Und dennoch bleibt er tief in der malischen Tradition verwurzelt. Was viele nicht wissen: Mali gilt als eines der musikalisch einflussreichsten Länder Westafrikas. Der sogenannte Desert Blues, bekannt geworden durch Bands wie Tinariwen, weist bis heute hörbare Parallelen zum amerikanischen Blues auf.

    Von Oumou Sangaré bis Fatoumata Diawara zieht sich eine Linie, die zeigt, wie stark Musik aus Mali von Frauen geprägt wurde und bis heute wird. Eine Verbindung aus Tradition und Aufbruch, aus Haltung und Sound. Und genau deshalb passt das so gut hierher zu uns auf Superfly. Ein Sound, der nicht laut sein muss, um etwas zu sagen, ein Sound, handverlesen wie Superfly.

    6 min
  • Superfly Buchkultur | Auf dem Hochseil. Die Kunst der Hingabe
    Ein junger rotblonder Franzose, der 1974 hoch in der Luft zwischen den Twin Towers spazierte. Das war Philippe Petit, ein Seiltänzer, dem 2008 der oscarprämierte Dokumentarfilm »Man on Wire« gewidmet war. Einer seiner Bewunderer: Der mittlerweile verstorbene, große Schriftsteller Paul Auster – er war ihm schon einmal bei einer nächtlichen Aktion in Paris begegnet.
    2 min
  • Superfly Album der Woche | Raye - "This Music May Contain Hope."

    Mit "This Music May Contain Hope." zeigt RAYE einmal mehr, warum sie zu den spannendsten Stimmen der zeitgenössischen Musiklandschaft gehört.

    Ihr Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Lange schrieb sie im Hintergrund für andere, war an großen Hits beteiligt, bekam dafür jedoch wenig Anerkennung. Erst mit dem Schritt in die Unabhängigkeit konnte sie sich neu aufstellen. In diesem Kontext entstand auch dieses Album, über mehrere Jahre hinweg und mit voller Kontrolle über Sound, Inhalt und Struktur.

    Das Projekt ist bewusst als Gesamtwerk angelegt. Rund 70 Minuten Musik, die sich wie eine Entwicklung entfalten. Ein klares Gegenstatement zur schnelllebigen Algorithmus-Kultur. Inhaltlich verarbeitet RAYE Themen wie Abhängigkeit, Selbstzweifel, Beziehungen und die Suche nach der eigenen Stimme. In „I Will Overcome“ steht genau dieser innere Antrieb im Fokus, ein vorsichtiger, aber entschlossener Aufbruch.

    Mit „Where Is My Husband!“, liefert sie die Hymne des Albums, ein Spiel mit Erwartungen und Rollenbildern, zugleich ironisch und tiefgründig. Auch klanglich zeigt sich RAYE vielseitig. Sie experimentiert, verbindet Soul und Jazz Einflüsse mit orchestralen Elementen und schafft ein lebendiges, von Live Atmosphäre geprägtes Klangbild. Im Abschlusstrack „Fin“ nennt sie außerdem alle Beteiligten namentlich und schenkt ihnen die Wertschätzung, die sie selbst lange vermisst hat. "This Music May Contain Hope." ist damit nicht nur der Albumtitel, sondern auch die Botschaft.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • I Will Overcome
    • Beware..
    • The South London Lover Boy
    • Skin & Bones
    • Where Is My Husband!
    3 min
  • Superfly Featured | Im Gespräch: Katarina Kaltenegger / Chiara Scherf
    Wenn Mode, Musik und Mindset aufeinandertreffen, dann entsteht manchmal mehr als nur ein Event, dann entsteht ein Statement.
    Am 16. April verwandelt sich der O - Klub in genau so einen Ort:
    Bei der GTRIX Club Night geht es nicht nur um Beats und Dancefloor, sondern um Energie, Community und ein ganz neues Kapitel im Wiener Nachtleben.
    15 min
  • Superfly Buchkultur | Prosopon
    Ein ungewöhnliches Thema, das uns hier mit Felnhofers außergewöhnlicher Sprache als sehr besonderes Buch vorliegt. »Prosopon« von Anna Felnhofer ist im luftschacht Verlag erschienen.
    2 min
  • Superfly Portraits | Grandmaster Caz

    Viele kennen seinen Namen bis heute vor allem wegen „Rapper’s Delight“, aber eher indirekt. Denn die berühmten Zeilen von Big Bank Hank stammen ursprünglich aus grandmaater cazs Notizbuch. Damit wurde er unfreiwillig so etwas wie der erste Ghostwriter der Hip-Hop-Geschichte, nur eben ohne Credit und ohne Anteil an einem Song, der das Genre weltweit bekannt gemacht. später griff Caz das in „MC Delight“ noch einmal auf und erzählte seine eigene Version dieser Geschichte.

    In neueren Interviews sagt Caz sehr klar: Früher sei Hip-Hop für ihn und viele andere vor allem eine Alternative zur Straße gewesen…ein Weg raus aus Gewalt, Drogen und Perspektivlosigkeit. Die frühen Liveshows seien damals alles gewesen, weil es noch keine Records gab und genau deshalb wurden Gruppen wie die Cold Crush Brothers vor allem über ihre Bühnenpräsenz legendär. heute sagt er ist der Stellenwert der Live-Show kleiner geworden. 

    Trotz allem ist Grandmaster Caz keine Figur, die nur in der Vergangenheit lebt. Er führt heute Menschen mit Hip-Hop Tours durch die Bronx und Harlem, also durch jene Orte, an denen Hip-Hop entstanden ist, und erzählt weiterhin die wichtigen Geschichten. Dass er gleichzeitig in neueren Projekten wie „Downtown“ mit Macklemore wieder einem jüngerem Publikum begegnet ist, zeigt: Grandmaster Caz ist nicht nur ein Pionier von früher, sondern bis heute ein großer Name, der Hip Hops Ursprünge mit der gegenwart verbindet.  

    4 min

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