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Sie gehören längst zur Pop-Mythologie: Die Jackson 5 – fünf Brüder, die Ende der 60er mit ihren Hits die Welt im Sturm eroberten. Fröhliche Stimmen, mitreißende Choreografien, eine neue Energie im Soul- und Pop-Sound. Songs wie "ABC" oder I "Want You Back" sind bis heute zeitlose Klassiker.
Vater Joe Jackson, Kranführer, erkennt früh das Talent seiner Kinder. Aus der kleinen Wohnung der Jacksons klingt Soul und R’n’B bis spät in die Nacht. Zunächst steht Jermaine als Leadsänger vorn, begleitet von Tito und Jackie – doch bald stiehlt der fünfjährige Michael allen die Show: mit klarer Stimme und unglaublicher Bühnenpräsenz. 1969 unterschreiben die Jackson 5 bei Motown Records. Gleich die erste Single I Want You Back stürmt auf Platz 1 der Billboard-Charts – es folgen vier weitere Nummer-1-Hits. Ihr Sound: Michaels kindliche Brillanz, Jermaines reifes Timbre und die harmonische Energie der Brüder.
Doch der Erfolg hat seinen Preis. Vater Joe regiert mit eiserner Hand – Disziplin, Drill und kaum Kindheit prägen die Brüder. Zwischen Michael und Jermaine entsteht ein Spannungsfeld aus Rivalität und Loyalität, das die Medien weiter befeuern. Trotz Konkurrenz bleibt das Band stark: Jermaine verteidigt Michael bis zu dessen Tod.
Die Jackson 5 schrieben Popgeschichte – sie verbanden Soul, Funk und Pop zu jugendlicher Energie, die bis heute wirkt. Doch hinter dem Glanz standen Opfer und Schmerz. Genau diese Ambivalenz macht ihre Geschichte so faszinierend: Ein Familienmärchen, das bis heute fasziniert – und mahnt.
Lady Wray ist eine Künstlerin mit beeindruckender Entwicklung: Von frühen Erfolgen im R&B der späten 90er über kreative Umwege bis hin zur heutigen Karriere. Mit "Cover Girl" liefert sie nun ihr drittes Album auf Big Crown Records. Eine musikalische Momentaufnahme voller Stärke, Soul und Selbstliebe.
Produziert von Langzeit-Kollaborateur Leon Michels (El Michels Affair), bewegt sich "Cover Girl" stilistisch zwischen goldenem 70s-Soul, Disco-Vibes, 90s-R&B, Hip-Hop-Einflüssen und einer guten Portion Gospel. Alles zusammengehalten von Lady Wrays unverwechselbarer, warm-vibrierender Stimme.
Nach dem eher nach innen gerichteten "Piece of Me", wirkt dieses neue Werk wie ein Aufatmen. Es ist mutiger, lauter, verspielter und dabei tief persönlich. Lady Wray singt vom Loslassen, von Heilung, von Familie und von der Rückbesinnung auf das eigene Ich.
Lady Wray ist nicht nur stimmlich in Höchstform: sie weiß, wer sie ist und was sie sagen will. "Cover Girl" steht für Selbstermächtigung, für das Feiern des Lebens und für die Rückkehr zu einer inneren Mitte, die lange gesucht wurde.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Chicago, diese vibrierende Musikstadt, ist auch der Geburtsort der Burkes. Fünf der sechs Kinder von Clarence und Betty Burke gründeten Mitte der 1960er Jahre eine Band, nicht gedrängt von ehrgeizigen Eltern, sondern ganz natürlich hineingewachsen: Alohe, Clarence Jr., James, Dennis und Keni. Den Anfang machte ein Talentwettbewerb, den sie prompt gewannen – kurz darauf folgten erste Plattenangebote.
Die Anfänge mit Curtis MayfieldIhre Karriere nahm Fahrt auf, als sie Soul-Legende Curtis Mayfield begegneten. Auf seinem Label Windy City erschien 1966 ihre erste Single „You Waited Too Long“, die es direkt in die R&B-Charts schaffte. Schon ein Jahr später folgte das Debütalbum "The Five Stairsteps".
Bald wechselte die Gruppe zu Buddah Records. 1968 erschien Our Family Portrait, ein Album, das den Beinamen der Band prägte: „The First Family of Soul“. Und dann kam der große Durchbruch: Im Frühjahr 1970 veröffentlichten die Five Stairsteps ihren bekanntesten Song „O-o-h Child“. Geschrieben von Stan Vincent, wurde er ein Welthit, erreichte die US-Top Ten und verkaufte sich millionenfach. Bis heute gilt er als zeitloser Soul-Klassiker, der in Filmen, Serien und auf Bühnen weltweit präsent ist.
Trotz des Erfolgs blieben die Burkes bodenständig. Vater Clarence lehnte sogar ein Angebot von Motown ab – jenem Label, das kurz darauf die Jackson 5 unter Vertrag nahm. Zu ihnen kommen wir nächste Woche.
Nach einigen Jahren rückten andere Werte in den Vordergrund und die Gruppe löste sich auf. Nur Keni Burke führte seine Karriere fort – sehr erfolgreich: als Solokünstler, als Musiker im Umfeld von George Harrison und Billy Preston sowie als Produzent für Größen wie George Benson oder Diana Ross. Sein Song „Risin’ to the Top“ zählt bis heute zu den meistgesampelten Tracks in Funk und Hip-Hop.
Und auch wenn später oft die Jackson 5 als „First Family of Soul“ bezeichnet wurden – eigentlich gebührt dieser Titel den Five Stairsteps aus Chicago, die den Soul der 60er und 70er entscheidend geprägt haben.
Wenn man ein Album ins Leben ruft, das sich mit genau jenem Schwebezustand beschäftigt, in dem man sich weder oben noch unten fühlt, dann braucht man Mut zu Zwischentönen. Mit „Neither Up Nor Down“ gelingt dem amerikanischen Singer-Songwriter Dekker genau das: ein stiller, ehrlicher Versuch, den Raum dazwischen in Musik zu fassen. Musik wie eine Frisbeescheibe, die nicht aufhört zu fliegen. Dekker zeigt sich auf diesem Album von seiner bisher klarsten Seite.
Musikalisch bewegt sich „Neither Up Nor Down“ fernab von bombastischen Arrangements oder überbordenden Produktionen. Vielmehr setzt Dekker auf eine reduzierte Instrumentierung: akustische Gitarren, sparsame Begleitung und gelegentliche sanfte Perkussion-Elemente. In dieser Zurückhaltung liegt seine Stärke. Der Song „Let Me Take You“ etwa zeigt Dekkers Stimme im Mittelpunkt, getragen und ausdrucksvoll, begleitet von leichtem Gitarrenklang und ruhiger Rhythmik.
Dekker gelingt es in diesen Songs immer wieder, das scheinbar Unaussprechliche in Klang zu verwandeln, Momente des Innehaltens, des Zweifelns, des Suchens. Andere Stücke, wie etwa „Change The Chord“, greifen Motive von Veränderung und innerem Konflikt auf, ohne je in ein Klischee abzurutschen. In „Not Feeling Up“ etwa klingt eine direkte Verlorenheit an, die man selten so nüchtern vorgetragen hört.
Mit „Neither Up Nor Down“ liefert Dekker ein durch und durch nachdenkliches Werk ab, eins, das nicht laut sein will und sich in den Mittelpunkt drängt, sondern beobachtend, im Raum dazwischen. Wer sich auf diesen Klangraum einlässt, wird reich belohnt: mit Momenten der Einsicht, mit kaum betontem Pathos und mit einer Stimme, die Spuren hinterlässt. Kein Wunder also, dass Fans von Radio Superfly, das Unaufdringliche und Nachdenkliche schätzen. In einer Welt, wo Lärm bestimmend ist, sollte man tunlichst darauf achten, zur Ruhe zu kommen.
Anspieltipps der Musikredaktion:
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