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Laufey ist längst mehr als ein Geheimtipp. Die isländische Sängerin, Songwriterin und Multi-Instrumentalistin hat in den letzten Jahren die Herzen von Jazz- und Pop-Fans gleichermaßen erobert. Mit "A Matter of Time" legt sie jetzt ihr drittes Studioalbum vor. Nach dem Erfolg von Bewitched geht sie hier einen mutigen Schritt weiter: weg von der reinen Jazz-Renaissance, hin zu einer offeneren, verletzlicheren Seite ihrer selbst.
Entstanden ist ein Album, das nicht nur glitzert und glänzt, sondern auch Ecken und Kanten zeigt. Laufey erlaubt sich, über Freundschaften, die zerbrechen, über die Angst vor Nähe und über das eigene Spiegelbild zu singen. Das Ganze macht sie mit Humor, Selbstironie und jeder Menge Gefühl. Unterstützt von ihrem langjährigen Produzenten Spencer Stewart und Aaron Dessner von The National schafft sie einen Sound, der größer, mutiger und vielseitiger ist als zuvor.
Dabei ist "A Matter of Time" mehr als nostalgische Zeitreise: Laufey spielt virtuos mit den Traditionen des Great American Songbook, bricht sie auf, interpretiert sie neu und macht daraus eine Musik, die gleichermaßen zeitlos und absolut zeitgemäß klingt. Ein Album zum Eintauchen, Mitsummen und Mitfühlen, denn Laufey ist gekommen, um zu bleiben.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Geboren am 8. Dezember 1982 auf Long Island, New York, wurde Michele früh von Musik geprägt: Ihr Vater war Diakon und Organist, ihre Mutter Chorleiterin. Schon als Kind erhielt sie Klavierunterricht, sang im Gospelchor und entdeckte mit 17 ihre Leidenschaft für Jazz – inspiriert von Größen wie Billie Holiday und Ella Fitzgerald. Am Five Towns College studierte sie Gesang und Jazz.
2006 wurde sie im legendären Village Underground Club in Manhattan entdeckt und bei Def Jam unter Vertrag genommen. Kurz darauf arbeitete sie mit Künstlern wie Jay-Z und Nas zusammen, bevor sie 2007 ihr Debütalbum I Am veröffentlichte. Mit der Single „If I Have My Way“ erhielt sie eine Grammy-Nominierung, den Grammy selbst gewann sie 2009 mit „Be OK“ (feat. will.i.am).
Ihr zweites Album Epiphany stieg direkt auf Platz 1 der US-Charts ein. Seitdem hat Chrisette Michele fünf Studioalben veröffentlicht und bleibt mit ihrem genreübergreifenden Mix aus R&B, Soul, Jazz und Gospel eine feste Größe in der Musikwelt. Mit ihren tiefgründigen Texten und ihrer kraftvollen Stimme ist Chrisette Michele ein Name, den man nicht vergisst.
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1978 brachte Cheryl Lynn mit Got To Be Real ihre erste Single raus – und landete direkt einen Welthit. Doch ihre musikalische Reise begann schon viel früher: Aufgewachsen in Kalifornien, sang sie im Kirchenchor, während ihr Vater das Klavier spielte. Mit 19 startete sie dann professionell durch – zuerst als Backgroundsängerin im Musical The Wiz, dann als Gewinnerin der TV-Show The Gong Show. Kurz darauf klopfte Columbia Records an und die Karriere nahm Fahrt auf. Schon ihr Debütalbum trug nur einen Namen: Cheryl Lynn. Ein Statement – und ein Versprechen.
In den 80ern und 90ern zeigte sie, dass sie mehr ist als nur eine Ausnahmestimme: Sie schrieb und produzierte mit, schuf Ohrwürmer wie Encore (22 Wochen in den R&B-Charts, Platz 1!) und arbeitete mit Größen wie Luther Vandross. Selbst im neuen Jahrtausend stand sie noch regelmäßig auf der Bühne – von Japan bis L.A.
Heute gilt Cheryl Lynn als Ikone von Disco und Soul. Mit einer Stimme, die zugleich kraftvoll, klar und voller Emotion ist, inspiriert sie bis heute neue Generationen von Künstler:innen.
In den 70er- und 80er-Jahren war sie die Stimme Lettlands: Mirdza Zīvere (geb. 1953). Ihre Songs liefen landesweit im Radio, viermal gewann sie die legendäre Hörerumfrage Mikrofona Aptauja – bis heute Rekord. Ihre Karriere begann im Ensemble Suvenīrs, doch der Durchbruch kam mit Modo, an der Seite von Komponistenlegende Raimonds Pauls. Später prägte sie auch Opus, wo sie als Sängerin und Bühnenfigur neue Maßstäbe setzte.
1980 wurde sie Aushängeschild der sowjetischen Plattenfirma Melodija und trat beim Sopot-Festival in Polen auf. Ihr Soloalbum Viena diena manā mūžā (Ein Tag in meinem Leben), mit Songs von Pauls und Zigmars Liepiņš – ihrem späteren Ehemann –, gilt heute als Meilenstein des lettischen Pop. Doch Zīvere ist weit mehr als Sängerin: Sie wurde Theater- und Opernregisseurin, Produzentin und Unternehmerin, gründete ihre Agentur Muza und inszenierte große Opern und Rockopern.
Nach langer Pause kehrte sie zurück – mit derselben Präsenz wie früher. Eine Künstlerin, die Wandel und Haltung verkörpert und deren Stimme unvergessen bleibt: Lettlands Pop-Ikone Mirdza Zīvere.
So findet sich die Idee für "Dancing in the Street", ein richtiger Sommersong. "Dancing in the Street", geschrieben von Micky Stevenson, Marvin Gaye und Ivy Joe Hunter, bringt den richtigen Schwung in den Sommer. Denn wenn Dancing schon im Titel ist, kann man eigentlich nur dazu tanzen. Gesungen wurde der Song von Martha Reeves, die anfangs bei Motown Records als Sekretärin gearbeitet hat und später dann die Gruppe Martha & the Vandellas geleitet hat. Zu dritt verpassen sie dem Song mit ihren Stimmen noch eine extra Portion Schwung. Anfangs war der Song nämlich noch ganz anders gedacht, aber Martha wollte ihn auf ihre Art singen.
Das Lied wurde zu einer sehr turbulenten Zeit in Amerika veröffentlicht, wo viele Demonstrationen und Aufstände für die Civil Rights Bewegung stattfanden. Viele sahen die Aussage "Dancing in the Street" als eine Aufforderung, auf die Straßen zu gehen und sich bemerkbar zu machen, wodurch der Song mit der Zeit zu einer richtigen Hymne für die Bewegung wurde. Ob das gewollt war oder nicht, ist nicht ganz klar.
Martha Reeves sah den Song eher als einfachen Party-Song, der nichts Größeres bedeuten sollte, während Marvin Gaye nichts dagegen gehabt hätte, dass seine Musik viele Menschen bewegt. Zusätzliche Bekanntheit erlangte der Song durch zahlreiche Cover-Versionen. Die wohl bekannteste ist die von Mick Jagger und David Bowie, die sie aufgenommen haben, um Geld für die Life Aid-Hungerhilfe zu sammeln. Das Cover war ein Hit und stürmte die Charts. Ivy Joe Hunter, der das Original schrieb, meinte sogar, dass er in den zwei Jahren, nachdem das Cover herauskam, mehr Geld mit dem Song verdient hat, als in den 20 Jahren zuvor. Weitere Cover-Versionen stammen zum Beispiel von der amerikanischen Rockband Van Halen oder der Folkband The Mamas & the Papas.
Dancing in the Street hat allemal das Zeug dazu, jeden auf der Straße dazu zu bringen, plötzlich loszutanzen. Gerade an einem heißen Sommertag, wie damals in Detroit in den 60er Jahren, bringt der Song Leichtigkeit und Freude.
Jon Batiste ist so einer, der einfach alles kann: Pianist, Sänger, Komponist, siebenfache Grammy-Trophäe im Schrank, und trotzdem immer noch hungrig. Mit Big Money legt er jetzt sein wohl kompromisslosestes Album vor. Neun Songs, die klingen wie ein wilder Roadtrip durch die Musikgeschichte der USA. Von Roots und Gospel über R&B bis hin zu rockigen Americana-Vibes. Batiste nennt es selbst ein „Americana Blues Statement“.
Entstanden ist das Album auf Tour. Spontan, ungefiltert, immer aus dem Moment heraus. Batiste traf Artists unterwegs, ging mit ihnen ins Studio, und was passierte, wurde direkt auf Band eingefangen. Diese Unmittelbarkeit macht Big Money so besonders: jedes Stück klingt nach purer Gegenwart und gleichzeitig nach tiefer Verwurzelung in der Musikgeschichte.
"Big Money" ist nicht nur musikalisch, sondern auch kulturell ein Statement. Batiste sieht das Album als Teil eines „Repatriation Process“. Also einer Rückführung kultureller Schätze zu ihrer Herkunft.
Jon Batiste erinnert uns daran, dass Blues, Soul & Rock’n’Roll das Erbe einer Schwarzen Bevölkerung sind. Mit "Big Money" feiert er diese Wurzeln, und das klingt nicht nur sehr gut, das ist auch wahnsinnig wichtig und richtig.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Ein Talk über Musik, Szene und Leidenschaft, über die Vorbereitungen zu seinem Live-Set im Schloss Schönbrunn – und vieles mehr. Hört rein!
Er brachte den Synthesizer nach Bengasi und die Oud nach Paris. Ein Grenzgänger. Ein Brückenbauer. Ein Pionier. Ahmed Fakroun – der libysche Visionär, der Funk, Disco, Pop und arabische Musik verschmolz, als der Rest der Welt noch nicht mal ahnte, dass so etwas möglich war.
Geboren 1953 in Bengasi. Erst Mundharmonika, dann Gitarre, Bass, Klavier. Schließlich Oud, Saz, Mandola. Westliche und östliche Instrumente – er beherrscht sie alle. In den 70ern: England. Dort lernt er die Studioproduktion, trifft Musiker mit Reggae, Rock und Funk im Blut. Er hört Bowie, Eno, Kraftwerk, Fela Kuti – und bleibt doch tief in der arabischen Tradition verankert. Das Ergebnis? Revolutionär.
In den 80ern: Paris. Dort entsteht sein Meisterwerk „Mots d’amour“ – Synthpop trifft arabischen Folk, französische Eleganz trifft libysches Lebensgefühl. Der Hit „Soleil Soleil“ läuft im französischen Radio, mit Videoclip von Jean-Baptiste Mondino. Und doch bleibt er außerhalb des frankophonen Raums lange ein Geheimtipp. Warum? Libyen. Sanktionen. Isolation. Keine Tourneen. Kein Durchbruch...
Jahrzehnte später: DJs und Sammler graben seine Platten wieder aus. Remixe, Reissues, neue Fans. Plötzlich gilt: Fakroun war seiner Zeit nicht nur voraus – er ist immer noch brandaktuell. Denn Ahmed Fakroun war nie einfach nur Sänger. Nie nur Produzent. Er war Architekt einer Klangwelt, die er fast im Alleingang gebaut hat. Musik, die heute klingt, als wäre sie gestern entstanden. Ein arabischer Prince? Ein libyscher Gainsbourg mit noch mehr Soul? Vielleicht. Vor allem aber: einzigartig!
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