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  • Superfly Buchkultur | Kumari

    Etwa dass bis in die Zweitausenderjahre erbitterte Kämpfe zwischen Royalisten und maoistischen Rebellen stattfanden, dass 2001 ein bis dato ungeklärter Massenmord im Königspalast stattfand oder dass gegenüber von diesem Königspalast die Kumari wohnt: Eine mädchengewordene inkarnierte Gottheit, die eine große Rolle in Kultur und Glauben des Landes spielt und deren Status mit der Menarche erlischt. Nach ihr hat der deutsche Autor Philip Krömer seinen zweiten Roman benannt, die Kumari führt allwissend durch die Geschichte. All diese Begebenheiten verwebt Krömer zu einer fast schon phantastisch anmutenden Erzählung und alleine schon, um tiefer in dieses Land einzutauchen, lohnt sich die Lektüre. »Kumari« von Philip Krömer ist im Verlag Septime erschienen.

    Philip Krömer

    Kumari

    Septime, 216 S.

    2 min
  • Superfly Album der Woche | Emi Secrest - "Colors Of Love"

    Love in full color. So klingt das Debütalbum der amerikanischen Sängerin Emi Secrest. Colors of Love ist nicht einfach nur eine Sammlung von Songs. Es ist ein emotionales Kaleidoskop. Jeder Track steht für eine Farbe, jeder Ton für ein Gefühl, jede Zeile erzählt eine Geschichte.

    Emi stammt aus Memphis, einer Stadt, in der Soul keine Stilrichtung ist, sondern ein Teil der Identität. Dort, wo Musik aus Wohnzimmern genauso klingt wie von der Bühne, hat sie ihre Stimme gefunden. Bevor sie selbst ins Rampenlicht trat, sang sie an der Seite von Künstlerinnen wie Christina Aguilera und Macy Gray. Besonders die Zeit mit Macy Gray hat sie geprägt. Studio-Sessions wurden zu kreativen Feiern, bei denen das Echte zählte. Diese Haltung zieht sich bis heute durch ihre Musik.

    Einer der stärksten Momente auf dem Album ist der Song "Ain’t Enough". Hier erzählt Emi davon, wie sie ihre Stimme gefunden hat. In einer Welt, in der Frauen oft klein gehalten werden, bringt sie mehr mit als viele sehen wollen. Während andere mit dem Minimum durchkommen, ist das für sie einfach nicht genug.

    Colors of Love ist kein Album zum Nebenbeihören…es lohnt sich wirklich hinzuhören! Es ist ein Statement. Kraftvoll, verletzlich und lebendig. Eine Einladung, Liebe in all ihren Farben zu fühlen.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • 72 Hours (feat. Samoht)
    • Trill Love
    • My Money My Man
    • Lucky
    • Ain’t Enough
    • It’s Gotta Be
    • Ruby Blue (feat. Juicy J)
    3 min
  • Superfly Musikgeschichten | Summersongs: Summer Madness

    Kein Gesang, keine Refrains – nur ein schwebender Klangteppich aus Synthesizern, warmen E-Pianos und entspannter Funk-Atmosphäre. Der Song stammt vom Album Light of Worlds, einer Phase, in der Kool & the Gang noch stark im Jazz-Funk verwurzelt waren – ganz anders als ihre späteren Disco-Hits wie „Celebration“ oder „Get Down on It“.

    Was „Summer Madness“ so besonders macht, ist dieser psychedelisch-verträumte Sound. Vor allem der Synthesizer zieht sich wie ein roter Faden durch das Stück. Musik wie ein heißer Sommertag – langsam, träge, aber voller Atmosphäre. Man sagt, die Band nahm den Song in einem relativ spontanen, fast meditativen Jam auf. Keine großen Arrangements, kein festes Konzept. Einfach: Stimmung einfangen. Und das ist ihnen gelungen.

    Der Track wurde nicht nur ein Klassiker, sondern auch ein Lieblingssample der Hip-Hop-Welt. „Summertime“ von DJ Jazzy Jeff & The Fresh Prince – ein echter Sommerhit aus den 90ern, der den Vibe des Originals einfängt und ihm die Prise 90s Hip-Hop hinzufügt. Aber auch Künstler wie Ice Cube oder Erykah Badu haben sich an dem Sound bedient – kein Wunder, denn „Summer Madness“ klingt heute noch genauso zeitlos wie vor 50 Jahren Und doch bleibt das Original einzigartig. Keine Lyrics, keine Hook – nur Klang. Ein musikalisches Bild eines Sommertages, eingefangen in knapp vier Minuten.

    Ob im Auto bei offenem Fenster, auf dem Balkon in der Abendsonne oder mit Kopfhörern beim Herumträumen – dieser Track ist wie ein musikalischer Ventilator für die Seele. Kool & the Gang – Summer Madness. Ein Instrumental, das mehr sagt als viele Songs mit Text.

    3 min
  • Superfly Musikgeschichten | Mit Superfly um die Welt: Japan

    1952 - die Alliierten verlassen Japan. Zurück bleibt ein Land im Wandel: Vom zerstörten Kaiserreich zur aufstrebenden Wirtschaftsmacht. In den 60ern beginnt der große Boom. Textilexport war gestern - heute rollen Autos vom Band. Und mit ihnen: ein neuer Sound, denn was die Alliierten auch hinterlassen haben ist Musik - genauer gesagt Jazz. Die Wurzel tief in japanischer Erde verankert sprießen bald neue Klangblüten: Rock, Funk, Boogie. Erst als Coverversionen, bald schon als ganz eigene Bewegung.

    Nach Jahrzehnten des Wiederaufbaus war Japan zur Hightech-Nation aufgestiegen, die Städte explodierten vor Wachstum, die Mittelschicht florierte. Junge Menschen hatten Geld, Autos, Stereoanlagen und Lust auf Musik, die dieses neue urbane Lebensgefühl irgendwie widerspiegelte. Ein Stil den man später Citypop nennt - ein Mix aus Disco, Funk, R’n’B und Synth-Pop geboren im urbanen Japan der 70er und 80er Jahre. Tatsuro Yamashita, einer der wichtigsten Köpfe der Bewegung, kombinierte komplexe Songstrukturen mit eingängigen Hooks.

    Doch Citypop war eigentlich nie ein einheitliches Genre. Der Begriff wurde in Japan selbst kaum verwendet - er diente hauptsächlich den Plattenfirmen, um eine Art von Popmusik zu vermarkten. Man erkennt aber klar: Japanese City Pop ist Musik für Stadtmenschen - leichtfüßig, voller Optimismus vibrierend wie Neonlichter in der Nacht. Der Soundtrack zum Technikglauben, zur Freiheit des Walkmans, zum Traum vom perfekten Sommer.

    City Pop war also auch eine Flucht. Weg vom stressigen Alltag. Hin zu einem idealisierten Lebensgefühl, irgendwo zwischen amerikanischen Traum und japanischer Disziplin. Es war Musik für eine Generation, die sich erstmals als Konsumenten verstand. Masayoshi Takanaka brachte mit Songs wie Tokyo Reggie eine verspielte fast karibische Atmosphäre in die Szene. Mit Hawaii-Hemden, Sonnenbrillen und einem zu einer Gitarre umgebauten Surfbrett hatte er eine ganz einzigartige Bühnenpräsenz.

    Doch dann: die 90er. Wirtschaftskrise. Der Optimismus verschwindet und mit ihm der Citypop...fast. Denn Jahre später passiert das Unerwartete: Das Internet entdeckt Citypop wieder. Millionen klicken plötzlich auf Songs wie "Stay With Me" von Miki Matsubara. Ein Track von 1979 wird zum viralen Hit. Warum? Vielleicht, weil sich eine neue Generation nach einer Zeit sehnt, die sie nie erlebt hat - aber träumen möchte. Die neue sogenannte Vaporwave-Ästhetik nutzt genau diese Nostalgie, Leichtigkeit, Optimismus als Fundament. Citypop lebt wieder und surft erneut auf digitalen Wellen - durch endlose Sommernächte wenn auch zum Teil in einer neuen Gestalt.

    6 min
  • Superfly Album der Woche | Paul Weller - "Find El Dorado"

    Mit "Find El Dorado" schlägt Brit-Pop Urgestein Paul Weller im Jahr 2025 ein sehr persönliches neues Kapitel auf, ein Album voller musikalischer Erinnerungen, Neuinterpretationen und gefühlvoller Hommagen. Es ist kein klassisches Coveralbum, sondern vielmehr ein Rückblick mit Weitblick: Weller nimmt Songs, die ihn über Jahrzehnte begleitet haben, zerlegt sie, denkt sie neu und haucht ihnen neues Leben ein.

    „Diese Lieder trage ich schon lange in mir“, sagt er. „Sie haben sich mit mir verändert und jetzt ist der Moment gekommen, sie zu teilen.“ Der Sound: reduziert, warm, tiefgründig. Von der feinen Melancholie in Ray Davies’ „Nobody’s Fool“ bis zum schimmernden Titeltrack „El Dorado“, oder „Lawdy Rolla“, im Original von the Guerillas. Jedes Stück ist ein emotionaler Anker, liebevoll arrangiert, mit großartigen Gästen wie Hannah Peel, Seckou Keita, Robert Plant oder Noel Gallagher. Sie alle kommen, wenn der Meister ruft.

    Weller zeigt sich auf "Find El Dorado" so reflektiert wie selten zuvor. Statt nach vorn zu drängen, lässt er sich treiben und mit ihm die Hörer*innen. Er navigiert durch seine musikalische DNA, die er seit seinen frühen Jahren mit Bands wie The Jam und Style Council erarbeitet hat und schafft dabei ein Album, das tief unter die Oberfläche geht.

    Mit dem Comeback bei Parlophone Records, dem Label, das ihn schon in den 2010ern begleitet hat, beginnt ein neuer Abschnitt im Schaffen eines der stilprägendsten britischen Musiker unserer Zeit. "Find El Dorado" ist ein stilles, intensives Werk. Ein Plädoyer für das Wiederentdecken von Musik als Lebensbegleiter. Für alle, die nicht nur hören, sondern fühlen wollen.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • Lawdy Rolla
    • Pinball
    3 min
  • Superfly Buchkultur | Frauen im Sanatorium

    Zum Beispiel Marija, die unaufhörlich von ihrer toten Mutter spricht, und Katharina, die sich mit Rotwein und Wodka besäuft, oder Elif, die ihr ein Notizbuch hinterlässt und gerne eine Liebesgeschichte mit dem Mitpatienten David einfädeln würde. Die Schriftstellerin Anna Prizkau ist in Moskau geboren, lebt in Berlin und hat mit »Frauen im Sanatorium« ihren Debütroman veröffentlicht. »Die Sache« nennt Anna den Grund, warum sie hier ist. Sie spricht von einem »kleinen Unfall«, der in Wahrheit der Versuch war, sich vor ein Auto zu werfen. 2021 hat Anna Prizkau einen Ausschnitt aus dem Roman beim Bachmannpreis vorgelesen, in fertiger Romanform kann der Text jetzt endlich glänzen. »Frauen im Sanatorium« ist bei Rowohlt Hundert Augen erschienen.

    Anna Prizkau

    Frauen im Sanatorium

    Rowohlt Hundert Augen, 304 S.

    2 min
  • Superfly Featured | "Superfly wächst, für euch, mit euch und dank euch!"

    Unsere Tagesreichweite hat sich verdoppelt, bei 14- bis 49-Jährigen sogar verdreifacht. Ja, ihr habt richtig gehört. Dreifach so viele junge Ohren, die auf Soul, Funk, R&B und Good Vibes stehen. Ganz ohne Algorithmus-Chaos. Damit gehören wir zu den erfolgreichsten neuen bundesweiten Sendern des Landes. Musik mit Haltung, urbaner vibe und ein Team, das Radio macht, das wirkt – nicht nervt.

    Es bedeutet, dass ihr euch ganz bewusst für das entscheidet, wofür Superfly steht: Für soulful music. Für musikalische Vielfalt mit Tiefe. Für Inhalte, die Haltung haben – und für das positivste Lebensgefühl im Äther. Und ihr seid nicht nur dabei, wenn wir senden. Viele von euch hören über unsere Superfly App, über Alexa, ORF Sound oder den Radioplayer – andere tanzen durch unsere reinen Online-Channels. Auch dort wächst unsere Community stetig.

    Die Investition in ein eigenständiges, hochwertiges Radioangebot zahlt sich aus, das zeigen die aktuellen Zahlen mehr als deutlich. Doch ausruhen ist keine Option. Der digitale Wandel treibt uns an, mit neuen Ideen, Formaten und dem klaren Ziel: Radio neu denken, ohne den Groove zu verlieren.

    Superfly wächst. Mit euch, für euch, und dank euch. Danke fürs Feedback beim Radiotest und fürs Mitgrooven.

    4 min
  • Superfly Musikgeschichten | Mit Superfly um die Welt: Somalia

    Nächte unter Palmen an der Strandmeile von Mogadischu. Männer in Anzügen, Frauen in Glitzerkleidern, tanzend im Takt einer Band, die Funk, Disco und somalische Folkmelodien zu einem unwiderstehlichen Sound vereint. Das war die Welt der Dur-Dur Band – Ikonen einer blühenden Clubszene im Somalia der 1980er-Jahre. Frontman Xabiib Sharaabi, auch bekannt als „Somali King of Pop“, prägte diese Ära. Heute wirkt das fast surreal: Mogadischu, einst pulsierend, ist durch Krieg und Terror verstummt. Der Bürgerkrieg löschte das Nachtleben aus, viele Musiker flohen ins Exil, einige wurden getötet. Was blieb, waren überspielte Kassetten – heimlich weitergegeben unter den Ladentischen der Stadt.

    Bevor der Bürgerkrieg alles veränderte, war Mogadischu eine kosmopolitische, lebendige Metropole. Die Stadt hatte Zugang zu internationalen Einflüssen, war ein Kreuzungspunkt zwischen Afrika, Arabien und dem Westen. Die Dur-Dur Band entstand in genau diesem Umfeld. Junge Musiker, die funkige Grooves, somalische Rhythmen, Disco, Soul und arabische Melodien zu einem unwiderstehlichen Mix verschmolzen haben. Was den Sound der Dur-Dur Band so besonders macht, ist seine Vielschichtigkeit. Bläser, die an amerikanischen Soul erinnern, funky Gitarrenriffs, wie man sie aus Lagos kennt, Synthesizer-Flächen direkt aus dem Italo-Disco-Kosmos, und über allem die hypnotische Energie somalischer Rhythmen wie Dhaanto oder Saar.

    Inspiriert von Künstlern wie Michael Jackson, Bob Marley oder Santana, war die Dur-Dur Band rund ein Jahrzehnt lang das Aushängeschild des kulturellen Lebens in Somalia – vor allem in der Hauptstadt. Ihre Songs liefen im Radio rauf und runter. In Nightclubs von Hotels wie dem Juba, dem Jazeera oder dem Al-Cauruuba wurde gejammt. In den frühen 1990er-Jahren löste sich die Band auf. Die politischen Unruhen eskalierten. Viele der knapp 20 Mitglieder flohen, der Geist der Dur-Dur Band lebte jedoch weiter – in Äthiopien, Dschibuti und vor allem in den USA.

    Seit 2014 wird die alte Truppe der Dur-Dur Band aber wieder für Konzerte vereint. 2023 erschien das Album „The Berlin Sessions“. Auch wenn die Musikszene in Somalia wenig Spielraum hat, es gibt sie und wir glauben dass es wichtig ist, weiter und größer zu denken, und Flüchtlinge nicht zu reduzieren auf Klischees und Negativmeldungen. Die Musik der Dur-Dur Band kann dabei enorm hilfreich sein.

    5 min

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