Wälder sind Wirtschaftsfaktor, Orte für Erholung und Naturerlebnisse und Lebensraum für viele Wildtiere. Denen geht es nach dem Hitzesommer allerdings nicht sehr gut. "Es ist bei den Wildtieren wie bei uns Menschen. Es war ihnen zu heiß, sie haben unter der extremen Hitze gelitten", erklärt Kratzer. Tiere haben ähnliche Ausweichmechanismen wie Menschen. In der Hitze versuchen sie sich möglichst wenig zu bewegen, im Schatten zu bleiben und viel zu trinken.
Tiere können sich nicht abkühlen wie wir
„Das Problem ist, sie haben keine Klimaanlagen und auch keine Freibäder. Deswegen müssen sie schauen, wie sie ihre Energie sparen können. Sie sind zum Beispiel öfter nachts unterwegs, wenn es etwas kühler ist. Wildschweine nehmen auch gerne Schlammbäder, um sich abzukühlen. Ohne Regen gibt es den aber nicht.“ Tiere seien im Sommer sehr viel gestresster als sonst, so Kratzer.
Nahrung zu finden, ist ein Problem
"Wenn der Boden ausgetrocknet ist, kommen viele Tiere nicht so einfach an die Nahrung heran, weil sich zum Beispiel Regenwürmer in tiefere Lagen gegraben haben. Das ist dann viel energieaufwändiger."
Auch die Pflanzen leiden
"Das haben wir diesen Sommer gut beobachten können. Da sind viele Bäume abgestorben und haben jetzt schon ihr Laub verloren. Auf den Feldern der Bauern sah es im Sommer teilweise aus wie in Südeuropa oder in Afrika", sagt Kratzer. Gerade aus dieser Vegetation – unter anderem Gräser - ziehen Tiere einen Teil ihres Wasserbedarfs. Das fällt in einem Sommer, wie diesem auch weg.
Vorbereitungen auf den Winter sind kaum möglich
"Das Problem ging schon im Sommer los. Die Fetteinlagerung war nicht möglich, weil es zu wenig Nahrung gab." Das könne nicht nur auf den Winter Auswirkungen haben, sondern auch auf das nächste Frühjahr, wenn die Jungen kommen. Jetzt fängt im Schwarzwald gerade die Hirschbrunft an. "Das ist ein Kräftezehrender Akt für die Tiere. Sie gehen jetzt in diese anstrengende Phase in einem geschwächten Zustand rein. Das kann dazu führen, dass die Fortpflanzung gar nicht erfolgreich wird. Bei den Hirschkühen besteht die Gefahr, dass sie nicht genug Fett einlagern, um im Frühjahr Milch produzieren zu können."
So sieht ein guter Winter für Wildtiere aus
"Wichtig wäre für die Tiere jetzt vor allem Ruhe. Das heißt, ein kalter schneereicher Winter wäre gut. Allerdings müssten wir, die Menschen, die Tiere dann auch in Ruhe lassen", erklärt Kratzer. Man sollte also auf den Wegen bleiben und Hunde angeleint lassen. Für die Tiere sei das Wetter im Winter gar nicht so wichtig. Menschen sollten einfach Abstand halten.