"Das ist ohne Präzedenz." Trotzdem müsste nach Einschätzung des Experten diese hohe Zahl in der Ukraine stationiert werden. Ziel sei es, "direkt die neue Waffenstillstandslinie zu kontrollieren". Dafür wären schwere Waffen erforderlich, wie zum Beispiel: Kampfpanzer und schwere Artillerie. "Das hätte die abschreckendste Wirkung."
Man braucht die USA dafür - insbesondere in den Bereichen Luftüberwachung, Logistik und Truppentransport.
Quelle: André Härtel, SWP-Büroleiter in Brüssel
Solche Sicherheitsgarantien seien der Schlüssel für eine unabhängige Ukraine. Denn Ziel des russischen Machthabers Wladimir Putin in diesem Angriffskrieg sei es, das Land zu zerschlagen und das gesamte ukrainische Territorium zu kontrollieren.
Ukraine-Einsatz als historische Herausforderung
Die Herausforderungen, eine Friedenstruppe für die Ukraine aufzustellen, schätzt André Härtel als sehr groß ein. Eine solche Lösung sei "nicht über Nacht möglich". Das Kontingent und die Befehlsstruktur für eine solche Truppe würden die bisherigen Erfahrungen sprengen, vor allem was einen möglichen Einsatz von Bundeswehrsoldaten in der Ukraine anbelangt.
Außerdem müssten die beteiligten Staaten entscheiden, wo die Truppenstärke reduziert werden solle. "Die Soldaten müssen irgendwo weggenommen werden. Die kommen nicht einfach extra dazu."
Wer eine Friedenstruppe für die Ukraine befürworte, müsse eine Antwort auf die Frage haben, wie die Territorialverteidigung und die Ostflanke der NATO weiterhin gesichert werden könnten. Deshalb müssten Überlegungen für eine mögliche Friedenstruppe in der Ukraine bereits jetzt beginnen, fordert der Leiter des Brüsseler Büros der SWP.