"Es gilt eine Faustregel", sagt der Experte im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel: "Drinnen sollte es mindestens sechs Grad kühler sein als draußen." Wenn sich die Wohnung so stark aufheize, dass diese Temperaturdifferenz nicht eingehalten werde könne, sei der Vermieter gefordert, für Abkühlung zu sorgen. Die Mieter könnten dann beispielsweise auf den Einbau von Rollläden bestehen. Sollte der Vermieter auch auf mehrfaches Ersuchen nicht reagieren, könnten Mieterverein oder Rechtsschutzversicherung helfen.
Der 'Finanztip'-Experte warnt davor, in Eigenregie Rollläden oder Marquisen in einer Mietwohnung zu montieren. "Alles, was man außen anbringt, muss der Vermieter vorher erlauben." Deshalb müssten Mieter im Vorfeld immer das Gespräch mit dem Eigentümer suchen.
Ökologisch nachrüsten: Wie Wärmepumpen vor Hitze schützen
Eine weitere Möglichkeit zum Herunterkühlen der Wohnung im Sommer ist die Wärmepumpe. Dafür sei die Luft-Luft-Wärmepumpe am besten geeignet, sagt Emil Nefzger von 'Finanztip'. Diese Systeme würden aus einer Außeneinheit und mehreren Inneneinheiten bestehen und eigneten sich im Winter auch zum Heizen.
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe könne auch ein bisschen kühlen. Allerdings dürfe die Vorlauftemperatur nicht unter den Taupunkt sinken. Ansonsten würde sich an den Heizflächen Kondenswasser bilden.
Gebäude dämmen, damit die Wohnung kühl bleibt
Die umfangreichste Maßnahme, um Wohnungen im Sommer kühl zu halten, ist eine gute Dämmung des Gebäudes. Dabei gelte es zu beachten: "Die meiste Hitze dringt über das Dach ein." Wenn das Dachgeschoss nicht bewohnt ist, mache es sich bereits positiv bei der Temperatur bemerkbar, die oberste Geschossdecke zu dämmen, so der Experte. Außerdem sei eine gut isolierte Fassade sinnvoll. Dabei komme es auf den U-Wert an: "Eine Dämmung mit einem niedrigen U-Wert lässt im Sommer wenig Wärme rein und im Winter wenig Wärme raus."
Wer jedoch schnell und ohne Kosten Abkühlung an heißen Tagen sucht, dem bleibe nur das lange Lüften der Wohnung - möglichst nachts und früh morgens, wenn es draußen erträglich ist, so der 'Finanztip'-Experte.