In Berlin gilt ab heute im Öffentlichen Nahverkehr und an Bahnhöfen ein Messer- und Waffenverbot. Dieses soll der Polizei die Arbeit erleichtern. Sie kann so verdachtsunabhängig Kontrollen durchführen. Das Verbot gilt in den Fahrzeugen selbst, also S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn oder Bus, und auch in Bahnhofsgebäuden - nicht aber an offenen Haltestellen etwa von Straßenbahnen oder Bussen. Es gibt auch Ausnahmen: Gerade gekaufte Messer, die noch verpackt sind, dürfen natürlich transportiert werden und auch Berufsstände, die Messer dabei haben, wie Handwerker oder Feuerwehrleute, dürfen diese tragen.
Lob von der Polizei
Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, hat die Berliner Regelung im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer begrüßt und fordert eine bundeseinheitliche Regelung: "Ja, ein Verbot von Messern und Waffen im Bus, in der Straßenbahn, das ist, glaube ich, heutzutage angesagt. Das muss sich auch auf andere Bundesländer übertragen. Warum? Weil wir einfach sehen, dass der Bedarf da ist. Die Menschen halten sich nicht mehr daran. Die Menschen setzen Messer ein. Wir haben eine hohe Zahl an Opfern und Straftaten, wo Messer eine Rolle spielen."
Regelungen in den Ländern uneinheitlich
Ähnliche Messer- und Waffenverbote gelten auch schon in Hamburg und Hessen. Kopelke fordert nun, sie nach Berliner Vorbild bundesweit einzuführen.
Erstaunlich, dass man Menschen verbieten muss, Messer und Waffen mit in den öffentlichen Grund- und Nahverkehr zu nehmen. Da sind wir mittlerweile in Deutschland angekommen.
Quelle: Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei
In Baden-Württemberg gibt es konkrete Pläne, eine entsprechende Regelung einzuführen. In den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn gilt ein entsprechendes Messer- und Waffenverbot schon seit längerer Zeit.
Verbote einerseits - Schutz für die Polizei andererseits
Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei begrüßte auch, dass der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling (SPD) eine neue Schutzweste für die Landespolizei vorstellt und einführt. Das neue Modell in Rheinland-Pfalz ist eine sogenannte Unterziehweste. Polizistinnen und Polizisten tragen sie zum Beispiel unter der Jacke. Sie soll besser vor Messerstichen schützen. Kopelke sagte, hier sei man einen bedeutenden Schritt weiter. Als er vor rund 20 Jahren in den Polizeidienst eingetreten sei, habe er seine Schutzausrüstung noch selbst besorgen und bezahlen müssen.