Biomüll hat viel Potential - wenn er richtig getrennt wird. Damit aus organischen Resten sauberer Kompost oder klimafreundliches Biogas entsteht, darf in der Biotonne nur das landen, was wirklich hineingehört. Die Stadt Freiburg hat sich deshalb jetzt der bundesweiten Kampagne #wirfuerbio angeschlossen.
Müllfahrzeuge mit Slogan und Motiven werden durch die Stadt fahren, Bushaltestellen und Biotonnen plakatiert, um auf das Thema auf eine "hoffentlich nicht belehrende Art aufmerksam zu machen", sagt Christine Buchheit, Umweltbürgermeisterin der Stadt Freiburg, im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich. Außerdem werde man die Tonnen stichprobenartig kontrollieren und "in allerletzter Konsequenz die Biotonne abziehen".
Plastik, Glas und Babywindeln in Biotonne
Bisher sei im Biomüll alles Mögliche drin, manchmal aus guter Absicht, manchmal aus schlechter.
Die Leute stecken viel Müll in normale Haushaltsplastiktüten oder auch in angeblich biologisch abbaubare Plastiktüten. Manchmal sind die Abfälle noch in Glas drin oder es werden Restmüll oder Windeln in die Bioabfalltonne geworfen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
Quelle: Christine Buchheit, Umweltbürgermeisterin der Stadt Freiburg
Seit 1. Mai gelten schärfere gesetzliche Vorgaben
Die Stadt besitze zwar eine Sortieranlage, die den Biomüll zunächst durch eine Zentrifuge schleudere. Seit 1. Mai gelte jedoch eine neue gesetzliche Vorgabe. "Diese besagt, dass nur noch drei Prozent Fremdstoffe im Biomüll sein dürfen - anderenfalls darf er nicht als Biomüll weiterverarbeitet werden. Wir sind jetzt bei deutlich mehr als fünf Prozent. Da haben wir noch eine ganze Menge, was aus dem Biomüll raus muss", so Buchheit.
Deshalb müsse die Stadt im Moment noch viel Restmüll verbrennen. "Wenn Plastik im Bioabfall drin bleibt, der dann später zu Kompost verarbeitet wird, dann landet auch das kleinzerhäckselte und nicht verkompostierbare Plastik auf unseren Feldern in der Landwirtschaft."
"Menschen erreichen ohne sie zu belehren"
Mit der Kampagne #wirfuerbio will die Stadt Freiburg die Menschen erreichen und dafür sensibilisieren, was in die Biotonne kommt: "Beispielsweise diese Tüten, auf denen drauf steht, dass sie biologisch abbaubar seien, verrotten nicht in einem akzeptablen Zeitraum. Was verrottet, ist Papier - und zwar in jeder Form: zum Beispiel die Obstschälchen oder Zeitungspapier."